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Mit Händen und Füssen

Diskutiere Mit Händen und Füssen im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Ich hatte ja bisher bei meinen Aufenthalten in THL immer eine persönliche Reiseleiterin und Dolmetscherin an meiner Seite zu haben. Das wird ja...
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Rene

Gast
Ich hatte ja bisher bei meinen Aufenthalten in THL immer eine persönliche Reiseleiterin und Dolmetscherin an meiner Seite zu haben. Das wird ja leider bei meinem nächsten Aufenthalt nun nicht mehr der Fall sein. Jetzt stellt sich mir als grösste Behinderung die Möglichkeit der Kommunikation dar.

Meine Englischkenntnisse sind eher bescheiden, thailändische Sprachkenntnisse nur rudimentär vorhanden. Als weiteres Problem sehe ich auch die Interpretation der Körpersprache in THL. Hier im europäischen Raum ist das eher nicht der Fall die Körpersprache seines Gegenüber einigermaßen verstehen zu können. In THL finde ich, ist das sehr viel schwerer.

Nun kann man in den Kaufhäusern oder auf den Märkten sich mit Hilfe seiner Hände und dem Taschenrechner verständigen. Was aber macht man wenn man einen Gesprächspartner hat und sich mit diesem unterhalten will.

Der größte Teil der verbalen Kommunikation mit all seinen Rafinessen und gewollten Zweideutigkeiten oder Anspielungen wird wohl zum grössten Teil nicht möglich sein. Eine zum Teil mögliche Lösung ist, der Versuch mit Papier und Bleistift eine Verständigung zu finden.

Wie aber kann ich mit mit meinem Gegenüber auf der nonverbalen Ebene unterhalten und auch verstanden werden.

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit.

Gruß René
 
phimax

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Ein gutes Wörterbuch sollte immer dabei sein...
...auch wenn es manchmal als unpassend gesehen werden könnte ;-)

Habe immer gute Erfahrungen damit gemacht, wenn ich meinem Gegenüber gesagt habe, stell dir vor ich wäre ein Kind von fünf Jahren. Und vor diesem Hintergrund erkläre mir, was du meinst.

Auch die Sprache in Bildern bringt einem manchmal weiter.
 
C

Chonburi's Michael

Gast
Rene,

wichtig ist, keine hochgeschraubten Englische Woerter verwenden, also einfach wie moeglich zu sprechen.

Zum anderen wie phimax schon schrieb, einfach versuchen die Sache zu erklaeren.

Die Koerpersprache, ist ueberall die selbe. Mach dir keinen Kopf darum. Du wirst verstanden. ;-) ;-D
 
Samuianer

Samuianer

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Heute gibt es schon elektronische Uebersetzer - auch fuer die Thai Sprache. Eingeben, ablesen....
 
alhash

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@Samuianer,

gibt es so etwas in TH zu kaufen und wenn ja, wo und ca. Preis?

Gruß
AlHash
 
Mr_Luk

Mr_Luk

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@René.

Mit Händen und Füssen
1. Das wichtigste ist in Thailand wohl, dass man niemals mit den [s:cb09412ffe]Füssen[/s:cb09412ffe] reden soll. Normalerweise müsste man davon ausgehen dass das allen Thailandbesuchern bekannt sein dürfte. Ich selbst habe aber viele alteingesessene und Langzeitfarangs beobachtet, die diese wichtige Regel komplett missachtet haben. Handwerkern mit dem Fuss eine Linie in den Sand ziehen: "die Mauer soll bis hierhin reichen", kann bereits als grober Verstoss geahndet werden. Nicht selten haben die Handwerker dann bereits das Geschirr zusammengepackt. Der Fuss sollte nie als Element der Körpersprache eingesetzt werden, da es sich um den 'niedrigste' Körperteil handelt, mit dem man niemals komunikiert!

In Thailand werden die Füsse nur dazu benutzt um zu gehen, Fussball zu spielen, und allernotfalls auch schon mal um einen nervenden Hunde zu bezichtigen. Was man alles nicht mit Füssen machen soll, darüber gibt es genug Informationen im Netz. Am Besten man benutzt sie so wenig wie möglich.

2. Sprachlich etwas "disabled", also etwas behindert zu sein, kann man auch als eine gute Gelegenheit sehen, sich einmal selbst anders und in einer anderen Rolle kennen zu lernen und zu erleben. Durch die Umstände einmal "unterlegen", sprich kommunikativ benachteiligt zu sein, kann eine sehr interessante Erfahrung sein. Man ist dann vielleicht ehrlicher und direkter, als wenn man seine eingespielten und routinierten Kommunikationsmittel integral zur Verfügung hat.

Ich habe es lange Zeit so erlebt und möchte diese Selbsterfahrung nicht missen. Einer (der eigenen) buddhistische Heirat, einer Hauseinweihung oder einer Einäscherung als Familienmitglied beizuwohnen, ohne grosse Ahnung über die Bräuche und Gepflogenheiten zu habe, ist eine echte Herausforderung die eine Erfahrung mit sich bringt, die man unter "normalen" Umständen nicht machen kann.

Da bleibt einem sensiblen Menschen nicht viel anderes übrig als sich diskret und ganz sachte zu bewegen. Nur etwas zu sagen oder zu fragen, zu wollen (bzw. nicht zu wollen) wenn es wirklich wichtig und nötig ist. Man muss sich ganz auf sein Gefühl und seine Intuition verlassen und wenn man sich auf dieses "Spiel" einlässt, erlebt man sich quasi als ganz anderer Mensch.

Es ist vorbei mit der einstudierten "Show", den grossen Reden und Camuflagen. Manchmal entdeckt man verkannte positiven Seiten in den unbekannten Gewässsern in die man sich als 'Süsswassermatrose' begiebt. Es kann aber auch sein dass der Schlamm, die Ängste, der Müll den man angesammelt hat daraus hervorkommt. Und was genauso interessant ist, die Personen die einem nahestehen sind ebenfalls herausgefordert, dem "behinderten" zur Seite zu stehen; und so sieht man diese Personen in der ungewohnten Situation auch eventuell in anderem Licht.

Ohne Netz und doppelten Boden ist man plötzlich mit dem wahren- (oder zumindest mir einem anderen) Ich und dessen Spiegelbild und Feedback konfrontiert. Aber es ist ein Unterfangen auf das sich nicht jeder einlassen kann und will. Und so glauben Manche, mit Arroganz, Sturheit, Vorurteilen oder anderen überheblichen Hilfsmitteln dererlei Situationen aus dem Weg gehen zu können. Nun, jeder muss einfach wissen was er sich zumuten kann und auf was er sich einzulassen bereit ist ;-)
 
tira

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moin samuianer,

du meinst doch english - thai, odder.......... ;-D
bezugsquelle interessiert mich auch.

gruss :wink:
 
G

Gramol

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Hallo Rene,

ich kann Deine Bedenken nachempfinden. Ich spreche zwar fließend Englisch, bin aber beruflich aktuell gerade viel in Frankreich unterwegs...und die Franzosen verweigern sich bekanntlich dem Englischen, wo es geht ;-D
Für mich wäre es schon ein Problem, in ein Land zu reisen, wenn ich sehr wenig Möglichkeit zur Verständigung sehe. Hast Du keine Lust bzw. Muße, Dein Englisch aufzupolieren?
 
alhash

alhash

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@Gramol,

sollte sich Rene nicht in den bekannten Touriecken aufhalten, fürchte ich, daß ihm sein englisch nur wenig helfen würde. Da ist der schon angesprochene Einsatz von Wörterbüchern sinnvoller.

MrLuk,

ich finde es nicht gut, wenn man an gewissen Zeremonien teilnimmt und von seinem sagen wir mal weiblichen Partner nicht im Vorfeld entsprechend aufgeklärt wird. Auch ich habe schon diese Buddhistische Hochzeit, Hauseinweihung und erst kürzlich zum Ende des Songkhran ehrten die Kinder die Mutter, hinter mir. Es war mir immer wieder peinlich, nicht entsprechend reagieren zu können, auch wenn die Thais wegen meines "Fehlverhaltens" lächelten. Man wurde zur Zeremonie geschleift, es war zu spät, bzw zu kurz, um zu fragen, was läuft ab. Hinterher ist es ja bekanntlich schon zu spät.

Gruß
AlHash
 
C

Chonburi's Michael

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@alhash,
die Talking Dics gibt es schon ab 3.900 Baht in jedem Lotus.
 
Mr_Luk

Mr_Luk

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@alhash,

ich finde es nicht gut, wenn man an gewissen Zeremonien teilnimmt und von seinem sagen wir mal weiblichen Partner nicht im Vorfeld entsprechend aufgeklärt wird.
Ja, ja...mir waren solche Situation zumeist auch nicht gerade, wie soll ich sagen angenehm. Und ja, ich habe mich auch bei meiner Frau drüber beschwert...

Aber dann ist mir zweierlei klar geworden:

1. Was wäre denn dieses "entsprechend aufgeklärt"?
Man kann glaube ich, nicht in einer Stunde, in einem Tag oder einer Woche jemandem das erklären, was man nur wirklich verstehen kann wenn man darin aufgewachsen ist.

Und was soll es wenn man ein Verhalten einstudiert oder nachäfft. Ich habe mal einen Prof. Dr, soundso von der Uni Berlin gesehen, der hat mir einen Wai hingelegt wie ein Sklave dem Maharadja von Äschnapur, und die Schwiegermutter von 70, die daneben stand glatt vergessen. Dann lieber keine Ahnung haben, als mit irgendetwas nachgeäfftes sich (in dem Fall) tatsächlich läccherlich zu machen. Du bist eben ein Fremder und jeder halbwegs vernünftige Teilnehmer weiß und versteht das.

2. Weiß ich von zwei Fällen, von einem Franzosen und einemm Deutschen, denen die Mia ganz ausführlich erklärt hat wie die bevorstehende buddhistische Heirat ablaufen wird. Als beide dann genau zu 'verstehen glaubten' wie die Zeremonie ablaufen würde und wie sie sich zu verhalten hätten, haben sie Wasser gezogen. Beim Franzosen, der unbedingt auf die ausführlichen Erklärungen gehalten hat, wurde die Hochzeit sogar knappe 2 Wochen vorher abgeblasen. Er hat mir das selbst erzählt und wortwortlich gemeint: "Moi, me prosterner devant un moine? Jamais de la vie!!! (Ich, mich vor einem Mönch verbeugen? Nie im Leben!!!

3. Sehe ich die Lektionen (der drohende Peinlichkeiten durch situationsbedingte Unwissenheit) die ich auf diese Weise gelernt habe, im nachhinein als sehr positiv, wie ich vorhin schon angedeutet habe. Sieht man es positiv nimmt es einem das belastende Gefühl der eigenen Wichtigkeit weg. Anders ist es natürlich wenn man die eigene Wichtigkeit nicht ablegen kann, dann können solche Situation einen beschämen.

Man ist einfach ein Fremder, ein Alien, und sowas wie "entsprechende Aufklärungen" sind genaugenommen ein Ding der Unmöglichkeit ;-)
Stell dir vor du würdest überraschend Ehrenmitglied in einem renomierten Londoner Club werden. Und am ersten Tag würdest du von dem Freund der dir die Ehre verschafft hat verlangen er solle dir die "entsprechenen Aufklärungen" geben...

Wenn er dir, in sagen wir zwei Stunden erklären würde was man dort alles darf, soll und muss, glaubst du etwa du kämest dann dort wunderbar klar unter den Sirs and Lords? Glaubst du etwa dass es etwas ändern würde und dass die Gefahr dass du was falsches sagen oder machen könntest, verschwindend gering wäre?

Good afternoon Lord Alhash, would you like some Tea?
Oh, no thanks, I'm just fine!
But Mister Alhash, you dare?
Ehmmm, well - I'll take some then...but no milk, and a clean cup please...ehmmm

Du kennst doch den berühmten schwarzen englischen Humor oder ;-D
 
C

Chonburi's Michael

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alhash" schrieb:
@Gramol,

sollte sich Rene nicht in den bekannten Touriecken aufhalten, fürchte ich, daß ihm sein englisch nur wenig helfen würde. Da ist der schon angesprochene Einsatz von Wörterbüchern sinnvoller.
Vorallem nicht zu schuechtern sein. Auch wenn es auf Anhieb nicht gleich verstanden wird. Und ein bisschen Erfahrung hat ja der Rene, in beiden Sprachen. :-)
 
x-pat

x-pat

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Rene,

Es ist wirklich nicht deine Schuld, dass die Eingeborenen kein Deutsch sprechen. Warum solltest du dich damit beschäftigen? Schliesslich bringst du die EUROS mit. Die Sprache der Barbaren ist schwierig zu erlernen, daher kann man sich auch anders behelfen. Das Verständnisproblem ist im Prinzip nur eine Frage der Lautstärke. Wenn man die deutschen Worte laut genug brüllt, wird man schon verstanden, denn die Barbaren senden dann meist schnell nach ihrem Dolmetscher. :lol:

"A decent boldness ever meets with friends."
Homer

x-pat
 
R

Rene

Gast
Hallo x-pat,

ich dreh das mal um. Ich finde es für mich schon bedauerlich, das ich nach 9 Jahren nur rudimentäre thailändische Sprachkenntnisse habe. Werde da wohl etwas dran arbeiten müssen. Lautstärke ersetzt nicht den Inhalt und ausserdem bin ich eher der leise Typ.


Mr_Luk,

vielen Dank für deine sehr aufführlichen Bemerkungen. Es ist schon richtig, so sehe ich das, einigen Gepflogenheiten zu wissen, wie z.B. nicht über den Kopf streicheln.

Aber gibt es im Bereich der nonverbalen Kommunikation Dinge die hier zu Lande eindeutig sind, aber in THL zu Mißverständnissen führen könnten?

Gruß René
 
T

Taoman

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Mr_Luk" schrieb:
Mit Händen und Füssen
Da bleibt einem sensiblen Menschen nicht viel anderes übrig als sich diskret und ganz sachte zu bewegen. Nur etwas zu sagen oder zu fragen, zu wollen (bzw. nicht zu wollen) wenn es wirklich wichtig und nötig ist. Man muss sich ganz auf sein Gefühl und seine Intuition verlassen und wenn man sich auf dieses "Spiel" einlässt, erlebt man sich quasi als ganz anderer Mensch.
ja dies ist eine schöne Herausforderung.
Kann zwar beim ersten mal etwas unangenehm sein, jedoch Übung macht den Meister.
Ich bin selbst immer wieder erstaunt wie ich in solchen Situationen ohne nachzudenken improvisieren kann und das ganze auch noch Spass macht.
Als mich meine zukünftige Frau in ihrem Dorf der Familie vorstellte und plötzlich das halbe Dorf zur Gratulation erschien wurde mir plötzlich klar das ich momentan ein absolutes highligh für die Menschen darstelle weil ich der erste Farang bin der eine Frau aus dem Dorf heiraten wird.
Es war viel Situationskomik dabei sehr lustig. Auch ohne das ich mich in thai verständigen konnte verstand ich durch Gestik und Körpersprache einiges.
Zum Glück beherrscht meine Frau ein akzeptables englisch sodas sie mir die wichtigsten Dinge übersetzen konnte
Die Menschen waren sehr offen und absolut liebenswert mir gegenüber.
Es war eine schöne Erfahrung.
Im Nachhinein schäme ich mich nach solchen Situationen das ich nach mehr als 20 Jahren Thailanderfahrung noch kein Thai spreche.
Dies wird sich nun durch meine zukünftige Ehe ändern, jetzt will ich so schnell wie möglich Thai lernen um mich mit meiner Familie anständig unterhalten zu können.
Fazit: es geht auch ohne Sprachkenntnisse, jedoch richtig gut wird es mit Sicherheit erst wenn man Thai spricht und versteht
 
walt.

walt.

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Hallo,
x-pat bringt es mal wieder auf den Punkt. Wir muessen die Sprache lernen, in Wort und Schrift, sonst sind und bleiben wir in Thailand die Barbaren, zu Recht. Aber das Lernen ist natuerlich viieel unbequemer als sich mit Haenden und Fuessen auszuhelfen bleibt immer unbeholfen.
Gruesse
 
Mr_Luk

Mr_Luk

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@René,

Aber gibt es im Bereich der nonverbalen Kommunikation Dinge die hier zu Lande eindeutig sind, aber in THL zu Mißverständnissen führen könnten?
Ich weiß nicht, bei der Fragestellung muss ich alles durchgehen...

Ein Auge zukneifen macht man in Thailand auch, alledings bedeutet es "strikt" wissende Abstimmung. Sagt meine Frau Z.b. 10 Mio, kneift mir dabei ein Auge zu - dann bedeutet dass ich auch 10, bzw. "ja, ja!" sage und nicht etwa 5 Mio. Jemandem ein Auge beim Vorbeigehen aus Sympathie zukneifen (wie ich es zumindest aus meiner Heimat kenne) gibt es in Thailand in dieser Variante allerdings nicht.

Was bekannt sein dürfte: Frauen berühren (ihnen sympatische und dennoch fremde) Männer manchmal ganz ungehemmt. Männer dürfen (im grunde alle ausser ihrer eigenen) Frauen allerdings nicht aus eigener Initiative berühren.
Das ist so ein Umstand, der mir manchmal Probleme bereite: manchmal möchte ich die Schwägerin richtig fest drücken, weil sie einfach ein Engel ist. Das geht aber nicht - und ich will sie dieser Peinlichkeit nicht aussetzen - und zudem könnte sie es ganz falsch verstehen. Auf die Schulter klopfen oder ähnliche Gesten zählen übrigens dazu...

Der verstorbene Schwager (Franzose) hat sich daran beispielweise nie gestört. Bei der ersten Silvesterparty in Thailand wollte er alle einegeladenen Frauen abküssen sobald Mitteracht geschlagen hatte. Aber als er sich dier erste vornahm, sind die ganzen Weiber sogleich alle wie aufgescheuchte Hühner aus dem Haus geflüchtet und haben den Rest der Party draussen gefeiert, wo mehr Fluchtwege offen waren ;-D

Er allerdings hat (unter vielem andern) nie ganz verstanden wieso ab dem Tag die Frauen des ganzen Dorfes ihn nicht näher als 5 Meter an sich rangelassen haben, und das noch nach 10 Jahren!

Mag aber sein dass die jüngere Generation das bereits- bzw. in Zukunft etwas lockerer handhabt oder handhaben wird...

Was Thais glaube ich nicht verstehen, ist ein ziemlich theatralisches Auftreten, und im allgemeinen übertriebene Gestik. Solche Gebären gehören für (den 'gemeinen') Thai eher in eine Sanuk-show im Fernsehen oder sind manchen betrunkenen Clowns vorbehalten. Ob man Lautwerden in all seinen Variationen nun als verbal oder nonverbal einstufen soll ist "geschmackssache" aber Thais mögen es allemal nicht bei Farangs. Und wieder wird es bei Betrunkenen (Thais und Farnangs) dann eher nach dem Motto "ach die sind eh' besoffen" toleriert.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit als ich in den Pubs von Chiang Mai herumgestreunt bin. Einmal hatte ich eine sehr angeregte Unterhaltung mit einer bildhübschen Brasilianerin, dessen (deutscher?) Mann während dessen am anderen Ende des Tresens zu schmollen saß. Dem buramesischen Kumpel der mit mir unterwegs war, blieb der Mund offenstehen. Naja, ich legte mich ziemlich in's Zeug bei der Frau, liess die Muskeln der Gestik und Körpersprache ein wenig spielen.

Nachher drückte mir der Buramese, der im Grunde jünger und besseraussehender war mir seine grosse Bewunderung aus. Er meinte: "you same Hollywood Superstar!!!" (worüber ich natürlich nur lachen konnte) Eine solche kleine Charmeeinlage hätte er niemals bringen können, (dafür war er einfach zu schüchtern) sowas kannte er nur aus amerikanischen Filmen... Und ausserdem hat er meinen Mut bewundert, dass ich das Risiko eingegangen bin von ihrem Mann angesprungen zu werden. Aber als ich ihm erklärte dass der Typ mir harmlos erschien und das Risiko kalkuliert war, konnte er das wieder kaum glauben. Ein Buramese oder Thai hätte das (ausser er schickt seine eigene Frau zum Anschaffen raus) nie im Leben toleriert, auch wenn er unbewaffnet, 20 kg leichter und einen Meter kürzer als ich gewesen wäre.

Dass die Brasilianerin mir anvertraut hatte, dass ihr Mann ihr (wegen des doch grossen Altersunterschiedes) grosse Freiheiten einräumen würde, hatte ich Saw Ram allerdings verschwiegen - da ich glaubte dass er die Welt (der Farangs) dann überhaupt nicht mehr verstehen würde.

PS: hoffe dass das Verständnis der Dinge die ich aufgezählt habe nicht unter meinem ausschweifenden anekdotischen Stil gelitten hat. :cool:
 
x-pat

x-pat

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Chiang Mai
Rene: Ich dreh das mal um. Ich finde es für mich schon bedauerlich, das ich nach 9 Jahren nur rudimentäre thailändische Sprachkenntnisse habe.

Mein vorhergehender Kommentar war natürlich sardonisch, aber es steckt ein wahrer Kern darin. Wenn du in Deutschland lebst und nur ansatzweise Englisch und Thai sprichst, dann wäre es doch viel nützlicher (und einfacher!) Englisch zu lernen. Englisch ist Weltsprache, und auch in Thailand wird zunehmend Englisch gesprochen, wenn auch eher schlecht als recht.

Mit Kenntnis der englischen Sprache kannst du mit einigen hundert Millionen Menschen in aller Welt kommunizieren und dir steht ein gigantischer Schatz von englischsprachiger Literatur zur Verfügung. Darüberhinaus ist die englische Sprache um ein Vielfaches eleganter und prägnanter als das Thailändische, und sie lässt sich ohne neue Schrift erlernen.

Für uns die in Thailand leben ist die Situation natürlich anders. Wir müssen Thai lernen, da wir die Sprache ganz einfach zur Erledigung praktischer Aufgaben und zur Bildung eines sog. "sozialen Netzwerks" benötigen.

Gruß, x-pat
 
R

Rene

Gast
Hallo x-pat,

du hast natürlich grundsätzlich Recht, das das Erlernen der englischen Sprache erhebliche Vorteile mit sich bringt.

Ich hab das in den früheren Jahren nach 3 abgebrochenen Anläufen dann irgendwann mal aufgegeben. Ich finde aber auch, wenn man eine thailändische Partnerin hat und etwas thailandisch lernt, das auch einen gewissen Respekt zollt.

Mir geht es aber hier hauptsächlich mal um Erfahrungen mit noverbaler Kommunikation und die Erfahrung, die andere Member damit haben.


Gruß René
 
phimax

phimax

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vor'm Monitor
Rene" schrieb:
Mir geht es aber hier hauptsächlich mal um Erfahrungen mit noverbaler Kommunikation
Kannst du nicht mal ein einem Beispiel aufzeigen, worauf du genau hinaus möchtest?
Luk hat ja schon ein paar Sachen beschrieben; meinst du das?
 
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