Menschenzoo

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JT29

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Silom" schrieb:
Würde mich interessieren welchen Anstoss es geben würde, wenn in Europa, ein ähnliches Lager errichtet würde. Eintritt für Europäer kostenlos, für Nichteuropäer 10 €uros.
;-D Es gibt so ein "Lager" bei uns gleich neben an - nennt sich Europa-Park. Die Einwohner von Rust erhalten jedes Jahr eine kostenfreie Jahreskarte ;-D

Selbst die Pattayanische Bild berichtet nun:

http://www.pattayacitynews.net/news_20_05_51.html
...ein tour operator also.


Ansonsten hielt ich es auch wie Micha, als wir in CNX waren - muss man nicht noch unterstützen.
 
Conrad

Conrad

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Den "Menschenzoo" gab es früher auch schon.

Als ich 1986 mal eine 1-wöchige Trekkingtour im Norden Thailands, im Goldenen Dreieck gemacht hab, haben wir auch in Dörfern in den Bergen übernachtet, wo die Dorfbewohner dann abends zu uns kamen und uns Silberschmuck und ähnliches verkaufen wollten.

Man hat da mitten im Dorf übernachtet, in einem einfachen Holzhaus, was wohl extra für die Touris da war.

Ich hab von der Tour auf meiner Website einige Bilder. Die Tour wird mir ewig im Gedächtnis bleiben, weil ich der einzigste war, der einen Schlafsack mithatte. Und es wurde nachts wirklich bitterkalt.

Die anderen saßen dann völlig verfroren morgens um 6 mit ihrem Kaffee da u. ich bin immer ganz entspannt aufgewacht, trotz des harten Fußbodens, Matratze gabs da nicht.

Die ersten 3 Tage gings bei der Tour nur bergauf, es war das reinste Überlebenstraining. Die anderen, Australier, Amis u. Schweden waren total durchtrainiert und haben sich noch locker beim Bergsteigen unterhalten u. ich bin immer ächzend hinterher gehumpelt :ohoh:

Wahrscheinlich gibts diese Trekkingtouren immer noch in Chiang Mai.

Ich würd das nicht so als "Menschenzoo" sehen, ist doch genauso, wie Touris in Afrika, die irgendwelche primitiven Krals besuchen.

So gesehen, ist die ganze Welt ein einziger Menschenzoo.
 
Micha L

Micha L

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Meines Erachtens wirds erst ein "Zoo", wenn die Präsentation fern der Heimat unter der Anleitung von Anderen erfolgt.

Früher gabs das übrigens im Zirkus und hieß Völkerschau.

Und damals hatte ein Zoo (Hagenbeck?) tatsächlich ein "Negerdorf".

Gruß

Micha
 
Gerd / Muenchen

Gerd / Muenchen

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@Micha,

Wenn Du noch ein paar Jahrhunderte zurückgehst, da gab es die fröhlichen Gaukler und Musikanten, die in den Städten für Kurzweil sorgten.

Dem Mohr wurde eine Kette durch die Nase gezogen, man führte Menschen mit extremen Deformationen vor und oft gab es noch als Sensation Siamesische Zwillinge.
 
Hippo

Hippo

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Das ganze weitet sich aus...

"Menschenzoos" in Thailand
"Wir wollen raus hier"

In Thailand ist trotz internationaler Proteste ein weiteres Dorf mit birmanischen Flüchtlingen eröffnet worden, die vor zahlenden Touristen ausgestellt werden.
Von Jürgen Schmieder

weiter sueddeutsche.de
 
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Charly

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Ist das gleiche wie vorher beschrieben.

Die einfachste Art ist einfach nicht hingehen.
 
Gerd / Muenchen

Gerd / Muenchen

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...und so ein Interesting Point ist absolut geschmacklos.
 
Joerg_N

Joerg_N

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im Isaan kam ich mir auch vor wie im Menschenzoo,

nur dass ich der "Insasse" war,

aber darum auch nur einmal und nie wieder
 
Gerd / Muenchen

Gerd / Muenchen

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So gings mir in Mamas Dorf im Süden genau so.
Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und die Leute an mich. ;-D
 
Silom

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... aber Du hast wenigstens wieder ausreisen dürfen :rofl:
 
Gerd / Muenchen

Gerd / Muenchen

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Gott-sei-Dank,

und zwar sehr sehr gerne. :riesigfreu:
 
DisainaM

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der Zoo ist erstmal leer und die Leute verhaftet,
man wird sie wohl nach Burma abschieben,
wenn sie nicht glaubhaft machen können,
dass sie tatsächlich die thailändische Staatsbürgerschaft haben.

Wer als Bergstamm nicht rechtzeitig das Geld zur Ausstellung für thailändische Papiere aufbringt, bringt sich in Gefahr.


Tourist Police arrest Long Neck Hill-Tribe illegal workers in Sattahip.

Following orders from Police Major General Atagrit, the National Commander of Tourist Police, Police Captain Suprapan, a sub-inspector at Pattaya’s Tourist Police Station led an operation to arrest a group of illegal immigrants thought to be working at Kow Shee Jang in Sattahip.

The group of illegal immigrants who come from the mountains in North Thailand are not classed as Thai Nationals and are easily recognizable by their long necks covered by metal rings.

The Galiang People also known as the Karen Long Neck Hill-tribe can often be seen in Thailand but they are not permitted to work in Thailand without work permits and visas. The team of Tourist Police Officers located a Galiang village at the location which replicates their dwellings in the mountains of North Thailand.

It has been set up as a Tourist attraction. A total of 11 Galiang People were arrested and taken to the Immigration Office for deportation. Khun Wirasak, a Thai national, was arrested in connection with the Galiang People and was charged with harboring illegal immigrants.
Pattaya One News: September 10th 2008
 
tomtom24

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DisainaM" schrieb:
die offizielle Version ist,

die Birmanen leben seit über 10 Jahren in th. Flüchtlingscamps,
die sie nicht verlassen dürfen.

sie haben als Flüchtlinge auch keine Arbeitsgenehmigung, und sind zum Nichtstun verurteilt.
Falsch. Aber komplett.

Die Fluechtlingscamps koennen sie verlassen und wieder reingehen, wie sie grade wollen bzw. wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind in Thai Restaurants, als Hausmaedchen und in den Fabriken (unter den Augen der Polizei und Immigration). Das ist ja sogar das was mich so aufregt: Eine Arbeitsgenehmigung fuer Birmesen ist schnell, unkompliziert und einfach - obwohl sie ja auch Auslaender sind.

Selbst was den "politischen Fluechtlingsstatus" angeht, wird nicht so heiss gegessen wie gekocht - die flutschen an der Grenze nur so hin und her.

Ich weiss, wovon ich rede. Wir hatten birmesische Hasumaedchen. Mit Verdiensten zwischen 3.000 und 5.000 Baht im Monat (90 - 150 Dollar).

Zum Vergleich: der kambodschanische Durchschnittsverdienst liegt bei 50 Dollar, wobei das Leben dort teurer ist.

Ganz so heftig geht es jetzt in Birma nun auch wieder nicht ab. Allerdings leben sie total in der Steinzeit. Und die meisten kommen nach Thailand wegen: Wohlstand. Und da die Durchschnittsverdienste in Myanmar ich glaub irgendwo bei 10 - 20 Dollar liegen, sind ab 90 Dollar ein Highlight.

Dieses zur Schau stellen mag vielleicht Bedenken hervorrufen. Unterm Strich machen sie es aber auch, um mehr Geld zu bekommen.

Und - wer macht denn bei uns die Drecksjobs in Deutschland? Und wer regt sich drueber auf? Keiner....

Aber die, die es machen, machen es gerne, weil sie mehr verdienen, als in ihren Laendern.

Mal davon abgesehen: Wenn sie aus Geldgier die Fluwechtlingsdoerfer verlassen - selber schuld. Sie bekommen naemlich alles kostenlos: Unterkunft, Futter und aerztl. Versorgung. Und die Aussicht auf die Ausreise nach bspw. Australien. Nur manche koennens halt nicht erwarten...
 
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Huanah

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Zum Zoo machen es diejenigen, die reingehen. Am schnellsten verschwinden derartige menschenunwürdige Zurschaustellungen, wenn niemand mehr bereit ist dafür Eintritt zu bezahlen.

Gruß

Dieter
 
DisainaM

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tomtom24" schrieb:
Falsch. Aber komplett.

Die Fluechtlingscamps koennen sie verlassen und wieder reingehen, wie sie grade wollen bzw. wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind in Thai Restaurants, als Hausmaedchen und in den Fabriken (unter den Augen der Polizei und Immigration). Das ist ja sogar das was mich so aufregt: Eine Arbeitsgenehmigung fuer Birmesen ist schnell, unkompliziert und einfach - obwohl sie ja auch Auslaender sind.

Selbst was den "politischen Fluechtlingsstatus" angeht, wird nicht so heiss gegessen wie gekocht - die flutschen an der Grenze nur so hin und her.

mag ja unterschiedliche Handhabungen geben,
nur mal am Beispiel Pattaya, die letzten Monate

All 36 people were Cambodian and Burmese nationals. They confessed to illegally entering Thailand and have been working here for a long time; in fact, long enough for them to be able to speak and understand Thai well.

Further proceedings will be made on all of them and they will probably be deported back to their own countries.
http://www.pattayapeople.com/default.asp?Folder=16&IdArticle=5513

54 Burmese people were found dead in a container because of lack of oxygen whilst they were being transported across the border into Thailand.
http://www.pattayapeople.com/default.asp?Folder=16&IdArticle=11877

8 Burmese and 5 Cambodians on their way to get work in Pattaya. The owner of the truck, Mr. Rachaen denied people trafficking and said he picked them up further back on the road as they were hitching a lift. A likely story! They were all taken back to the Immigration office in Jomtien where they will be processed and deported back to their own countries. The driver will no doubt face a hefty fine when he goes to court.
http://www.pattayapeople.com/default.asp?Folder=16&IdArticle=11439

That afternoon, the officers managed to catch 8 Burmese and 25 Cambodians working along Walking Street and Pattaya Beach Road. They were rounded up and taken back to the station for questioning and eventual deportation to their home countries.
http://www.pattayapeople.com/default.asp?Folder=16&IdArticle=11199
 
tomtom24

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Da hast Du auch recht, DisainaM. Im o.a. Fall ging es aber um die, die in Fluechtlingslagern waren. Fuer die sich uebrigens alle "bewerben" koennen.
 
DisainaM

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alle,

naja zumindestens alle, die genug Ringe um den Hals tragen.

Es gibt bei Mae Hong Son ja auch einige Camps,

stell Dir vor, die Leute würden alle weggehen, um in den Tourigebieten im Süden mehr Geld zu verdienen,

da würden aber die Manager dumm gucken.
 
tomtom24

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Verschwinden auch so schon genug in den Provinzen als (aus Thai Sicht) billige Arbeitskraefte und aus birmesischer Sicht fuer ein besseres Leben...
 
Hippo

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jetzt wehren sie sich
GLOBAL VILLAGE
Aufstand im Menschenzoo

Von Thilo Thielke

In Thailand rebellieren burmesische Flüchtlinge dagegen, in Museumsdörfern zur Schau gestellt zu werden.

Von rechts schnaufen drei tätowierte britische Glatzköpfe auf Reitelefanten durch den Wald, von links nähert sich ein Schnellboot mit einer schnatternden spanischen Familie, und am Eingang des 300-Seelen-Dörfchens Huay Pu Keng, nahe der burmesischen Grenze, öffnet ein lächelnder Thailänder das Kassenhäuschen. Es ist 9.30 Uhr am Morgen, die Sonne frisst sich mühsam durch die Wolkendecke, der Arbeitstag beginnt.
Schmale Verkaufsstände werden mit Souvenirs bestückt, Frauen erscheinen in dörflicher Tracht. Auch Ma Pai, 40, hat das traditionelle Gewand übergeworfen: einen Rock, das einfache Baumwollhemd und die bunten Tücher, die kunstfertig um den Kopf gewickelt werden. Das Idyll kann seine Pforten öffnen.

Umgerechnet fünf Euro Eintritt zahlen die Fremden pro Person. Dafür spielen die Dörfler jeden Tag Stammesleben. Sie sind berühmt dafür, hauptsächlich die Frauen. Die tragen kiloweise Messingringe um den Hals, die im Laufe der Jahre Schulterblatt und Schlüsselbein immer weiter nach unten drücken. "Giraffenfrauen" werden sie deshalb genannt oder "Langhälse". Sie selbst nennen sich Kayan. 7000 soll es von ihnen geben. Ihre Heimat liegt auf der anderen Seite der Grenze: in Burma, wo eine Junta von paranoiden Generälen herrscht und ihre Minderheiten knechtet.
Ma Pai ist vor 19 Jahren nach Thailand gekommen. Mit ihrer Familie war sie vor dem brutalen Regime in ihrer Heimat geflüchtet, hatte nach vier Tagen Marsch Thailand erreicht und war in einem Flüchtlingslager gelandet. Die Thailänder waren freundlich zu Ma Pai. Sie kamen und befühlten das Messing um ihren Hals, und sie lachten viel. Was für ein seltsames Volk war da nur aus den Bergen gekommen?

Ma Pai erklärte den staunenden Fremden ihre Bräuche: dass Mädchen im Alter von fünf Jahren beginnen, die Messingringe um den Hals zu tragen, dass im Laufe der Zeit immer mehr Ringe dazukommen und dass ältere Frauen eine Last von fünf bis neun Kilogramm auf den Schultern tragen. Dass der Brauch wohl entstanden ist, weil in der Vergangenheit Kayanfrauen von anderen Stämmen gekidnappt wurden und sie mit den Ringen um den Hals auffälliger waren. Und dass sich daraus eine Tradition entwickelt hat und ein Schönheitsideal.

Thailand ist ein vielfältiges und ziemlich gastfreundliches Land. Die Insel Phuket haben die Thailänder zu einem Badeparadies zurechtbetoniert, Pattaya in ein Riesenbordell verwandelt, und dem Norden des Landes wurde eine Rolle als tropische Version aus Völkerschau bei Hagenbeck und Vogelpark Walsrode zugedacht: das ideale Trekkinggebiet für Rucksackreisende, die durch die Wälder streifen, um auf Elefantenrücken Bergstämme zu "entdecken". Da kamen die Langhälse gerade recht.

Nach einiger Zeit befreiten findige thailändische Geschäftsleute mit dem Einverständnis der Regierung die Flüchtlinge aus den Lagern und bauten ihnen ein paar Bergdörfer, wo sie leben sollten. Acht Stück sind es mittlerweile; das letzte wurde erst im Mai bei Pattaya, zwei Autostunden südlich von Bangkok, eröffnet. "Wir wussten ja nicht, wo wir sonst hinsollten", sagt Ma Pai, "und hier konnten wir wenigstens ein bisschen selbstgemachten Schmuck, Langhalspuppen und CDs mit unserer Musik verkaufen."
Eine Weile ging auch alles gut. Widerstandslos fügten sich die Flüchtlinge in das ihnen zugedachte Schicksal und spielten Eingeborene, musizierten und führten Volkstänze auf. Und den Fremden erklärten Schilder am Ortseingang, wie man sich an einem solchen Ort angemessen verhält: "Die Menschen sind an Besucher gewöhnt und lassen sich gern fotografieren." - "Das Anfassen der Dörfler ist unanständig." - "Füttern Sie die Kinder nicht mit Süßigkeiten." Das Geschäft mit dem Trekkermann-Tourismus brummte, es kam einiges Geld zusammen, und irgendwie ging es den Menschen in den Langhalsdörfern auch besser als den mehr als 120.000 Burmesen, die sich in den Flüchtlingslagern durchbringen lassen müssen.

Doch dann regte sich Kritik. "Das ist ein Menschenzoo", beschied Kitty McKinsey vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen in Thailand. Neuseeland erklärte sich schließlich bereit, die Kayanfrauen aufzunehmen. Die thailändische Regierung sperrte sich. "Wer Flüchtling ist, muss auch im Flüchtlingslager leben", sagte sie. Und: "Warum sollen die Langhälse besser behandelt werden als andere?" Da dämmerte auch den Menschen in Huay Pu Keng, dass vielleicht nicht nur reine Menschenfreundlichkeit im Land des Lächelns waltete, als die schmucken Museumsdörfer gebaut wurden.

"Wir merkten, dass wir gar keine Freiheit haben", sagt Ma Pai: "Wir dürfen uns außerhalb des Dorfs nicht erwischen lassen, sonst landen wir für zwei Wochen im Gefängnis. Wir haben keinen Pass und bekommen nur alle paar Monate etwas von den Eintrittsgeldern. Jetzt dürfen wir nicht mal in die Länder, die uns aufnehmen wollen." Die ersten Kayanfrauen nahmen aus Protest ihre Ringe ab und fühlten sich plötzlich wie Sklaven ohne Ketten. Für Frauen wie Ma Pai sind sie zu Heldinnen geworden.

Die Geschäftsleute in Thailands Norden hingegen fürchteten den Aufstand der "Giraffenfrauen" wie die Beachboys den Tsunami: Hoteliers und Reiseveranstalter, Bootseigner und Elefantenführer, Touristenguides und Taxifahrer. Sie sind von den Trekkingtouristen abhängig, weil die nun einmal "indigene Völker" sehen wollen.

Und die Gäste aus Großbritannien, die Besucher aus Spanien? Die fanden ihren Ausflug "fuckin' strange" beziehungsweise "impresionante". Im Großen und Ganzen hielten sie sich auch an die Anweisungen auf den Schildern.
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Chaweng - Ko Samui
Re: Aufstand im Menschenzoo (Spiegel online)

"Thailand ist ein vielfältiges und ziemlich gastfreundliches Land. Die Insel Phuket haben die Thailänder zu einem Badeparadies zurechtbetoniert, Pattaya in ein Riesenbordell verwandelt, und dem Norden des Landes wurde eine Rolle als tropische Version aus Völkerschau bei Hagenbeck und Vogelpark Walsrode zugedacht: das ideale Trekkinggebiet für Rucksackreisende, die durch die Wälder streifen, um auf Elefantenrücken Bergstämme zu "entdecken". Da kamen die Langhälse gerade recht."


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