Meinungen zum Thema - LEBEN - Evolution oder Schoepfung ?

Diskutiere Meinungen zum Thema - LEBEN - Evolution oder Schoepfung ? im Sonstiges Forum im Bereich Diverses; Du machst ja immer eine Pause, wenn die Sprache auf die fachlichen Fragen kommt. Ich habe mittlerweile auf drei von dir vorgeschlagene Materialien...
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So an dieser Stelle mache ich eine Pause und werde nachdenken, ob es sinnvoll ist auf deinen (@x-pat) Kommentar weiter einzugehen, denn die Tendenz scheint mir recht eindeutig...
Du machst ja immer eine Pause, wenn die Sprache auf die fachlichen Fragen kommt. Ich habe mittlerweile auf drei von dir vorgeschlagene Materialien konkret geantwortet, das Papier von Prof. Gitt, der Vortrag von Herrn Leisenberg und der Vortrag von Herrn Thiede. Zu jedem habe ich konkrete fachliche Gegenargumente und Gegenbeweise genannt, die aber bisher nicht weiter erörtert wurden.

Den letzen Vortrag habe ich zum Anlass genommen, einmal darzustellen wie Kreationisten rhetorisch vorgehen. Ich habe halt schon ein paar Jahre Erfahrung auf dem Gebiet und so festgestellt, dass Kreationisten immer auf Rhetorik ausweichen, ganz einfach weil sie die Fachargumente letztlich immer verlieren. Die Tatsachen sprechen nunmal für die Evolutionstheorie.

Ja, lieber Waitong, die Tendenz ist wirklich eindeutig. Kreationismus ist für mich immer noch der gleiche Unsinn wie er es zu Anfang unserer Diskussion war. Die Idee des Kreationismus basiert nicht auf Fakten, sondern auf dem Wunsch religiöse Vosrstellungen in Fakten hinein zu interpretieren. Ich hatte mittlerweile die Gelegenheit darzustellen, warum ich glaube dass das so ist wie ich es sage.

Ich gehe nicht davon aus, dass du jetzt ein 180er machst und zum Evolutionsbefürworter wirst.

Falls du auf die fachlichen Kritik nicht weiter eingehen möchtest, kannst du ja mal mit eigenen Worten zusammenfassen, warum Kreationismus für dich kreditwürdig ist, bzw. wo du Indizien siehst, die für die Intelligent Design Hypothese sprechen. Aber bitte nicht wieder eine Zitatesammlung (der zitierte Karl Popper war übrigens ein Gegner und Kritiker des Kreationismus, aber das merkt man natürlich nicht wenn man die Zitate aus dem Zusammenhang nimmt).

Cheers, X-pat
 
Waitong

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Du machst ja immer eine Pause, wenn die Sprache auf die fachlichen Fragen kommt. Ich habe mittlerweile auf drei von dir vorgeschlagene Materialien konkret geantwortet, das Papier von Prof. Gitt, der Vortrag von Herrn Leisenberg und der Vortrag von Herrn Thiede. Zu jedem habe ich konkrete fachliche Gegenargumente und Gegenbeweise genannt, die aber bisher nicht weiter erörtert wurden.

Das ist der Vortrag von Herrn Thiede ------->

http://predigt.servin.de/Wissen/Aus_historischer_Sicht.mp3



Das sind die Vortraege von Herrn Leisenberg ------->

http://predigt.servin.de/Wissen/WissGlaub.mp3

http://predigt.servin.de/Wissen/Leben-Evolution.mp3


In meinem Kommentar #120 habe ich dich auf einige Fehler deinerseits hingewiesen, selbst jetzt hast es noch nicht bemerkt, oder willst es nicht.

Nun keine Sorge ich werde deinen Kommentar weiter beantworten.
 
Waitong

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@x-pat



Ich habe jetzt auch mal in den zweiten Vortrag
Leben und Evolution von C.P. Thiede hereingehört.

Der Vortrag ist von Prof. Leisenberg !

 
Dies erinnert mich stark an die kreationistische Rhetorik die ich von früheren Diskussion mit amerikanischen Freunden kenne. Was Diktion und Präsentation angeht, spielt Herr Thiede (Prof. Leisenberg) definitiv in der Oberliga der Inteligent Design Fraktion. Der Vortrag ist außerordentlich gut aufgebaut und recherchiert. Rhetorisch ist er brilliant, das muss man ihm lassen, aber er ist gleichzeitig auch der problematischste Sprecher.

Ich sehe ihn eindeutig als brillianten Redner und Denker, aber keinenfalls als problematischen Sprecher. Warum sollte ich ?


Inhaltlich werden eine große Menge von Daten, Fakten, und Halbwahrheiten dargeboten, die man in dem Tempo nicht ohne weiteres verarbeiten kann. Ich musste teilweise anhalten, zurückgehen und Passagen zweimal anhören um die Argumentation zu verstehen. Ich gehe davon aus, das weniger als 5% der Bevölkerung mit den angesprochenen wissenschaftlichen Themen vertraut ist. Der Vortrag baut also, neben rhetorischen Kunstgriffen, auf die Überwältigung und Überrumpelung des Zuhörers auf.

Also, diese (deine) Aussage sehe ich als problematisch an, denn du unterstellst unredliche Absichten. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Warum stellt Prof. Leisenberg wohl seine Vortraege ins Internet ?

Sicherlich tut er das, um den interessierten Zuhoerern u.a. die Gelegenheit zu geben sich in aller Ruhe nochmals, wenn gewuenscht vertieft mit dem Thema zu befassen.

Also, von rhetorischen Kunstgriffen, Ueberwaeltigung, Ueberrumpelung des Zuhoerers ist nichts zu erkennen.

Das mag vielleicht deine persoenliche Einschaetzung sein, geht aber an den Tatsachen voellig vorbei.


Das Leitmotiv ist dabei, wie häufig bei Kreationisten, dass das Leben so kompliziert ist, dass es nicht "zufällig" entstanden sein kann.

Selbst Evolutionisten sind nicht sicher ob bei einer derart geringen Wahrscheinlichkeit es zur sogennanten Urzeugung, oder gar zu Wesen mit Bewusstsein, kommen konnte.

Zitat Charles Darwin:
Die Unmoeglichkeit, sich vorzustellen, dieses grossartige und wunderbare Universum samt uns bewussten Wesen sei durch Zufall entstanden, scheint mir das Hauptargument fuer die Existenz Gottes zu sein.

Charles Darwin in einem Brief an einen hollaendischen Studenten am 2. April 1873 In Siegfried Schmitz (Hrsg.) Charles Darwin - ein Leben. Muenchen 1982, S. 502

 
Außerdem wird suggeriert, dass Organismen und biologische Funktionen planvoll zustande gekommen sein müssen. C.P. Thiede (Prof. Leisenberg) beginnt mit präbiotischer Genese, erzählt etwas über Zellen, und geht schließlich zu Organismen, Sinnesorganen und Genen über.

Da wird nichts suggeriert, es ergibt sich durch Abwaegung zwischen der Wahrscheinlichkeit und dem Stand der Forschung, ob es moeglich ist oder nicht.

Der gesamte Vortrag ist eine Frontalattacke auf den klassischen Darwinismus.

Hier an dieser Stelle passt nochmals das obige Zitat von Charles Darwin.

An keiner Stelle wird auf kritisch auf existierende Indizien und Forschungsergebnisse eingegangen, die für den Darwinismus sprechen.

An mehreren Stellen wird von Prof. Leisenberg genau darauf hingewiesen. Er bringt Zitate wie dieses von Kurt Huebner:

Ich moechte nicht bezweifeln, dass die Evolutionstheorie eine hohe Plausibilitaet besitzt,aber von einem eindeutigen Beweis kann nicht die Rede sein. Deshalb handelt es sich bei der biologischen Evolutionstheorie auch garnicht um eine Theorie, die im Experiment ueberpruefbar sein muss, sondern es handelt sich bei ihr in Wahrheit nur um eine Plausibilitaetshypothese.

Kurt Huebner in: Helmut A. Mueller (Hsg.) Naturwissenschaft und Glaube...
 
 
 


Die zitierten Personen und Quellen sind, wie das oft bei Kreationisten der Fall ist, recht obskur.

Soll das jetzt ein Sachargument sein ?

Jacques Monod kannte ich zwar noch vom Hörensagen, aber Bruno Vollmert musste ich zum Beispiel googeln. Ich war nicht sehr überrascht, dass der erste Link zu ihm, angeblich die Autorität auf dem Gebiet der Makromoleküle, in die katholische Ezyklopädie und nicht in die Welt der wissenschaftlichen Publikationen verweist.

Das liegt sicherlich an der Art wie du 'googelst'.

Bruno Vollmert ist eine international anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Makromolekular-Chemie.

http://www.google.co.th/search?hl=de&tbo=p&tbm=bks&q=inauthor:%22Bruno+Vollmert%22#q=inauthor:%22Bruno+Vollmert%22&hl=de&tbm=bks&ei=YN64T8TtMc_IrQfaiIzcBw&start=0&sa=N&fp=1&biw=1536&bih=710&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&cad=b

 
So an dieser Stelle mache ich eine Pause und werde nachdenken, ob es sinnvoll ist auf deinen (@x-pat) Kommentar weiter einzugehen, denn die Tendenz scheint mir recht eindeutig...

 
Ich werde im folgenden auf drei inhaltliche Punkte des Vortrags eingehen und anhand derer aufzeigen, wie hier mit rhetorischen Mitteln, Halbwahrheiten, und Scheinargumenten gearbeitet wird.

(1) C.P. Thiede (Prof. Leisenberg) behauptet dass das Miller-Urey Experimente zwar zeigt, dass Aminosäuren in sog. Ursuppen entstehen können, dass aber unter denselben Konditionen niemals kompliziertere Moleküle wie Eiweisse und Makromoleküle entstehen können.

So ist es. Es koennen keine komplizierten Makromolekuele entstehen.

Als wissenschaftliche Autortität zitiert er besagten Bruno Vollmert, der etwas über die Unmöglichkeit der
Polykondensation in Ursuppen geschrieben hatte.

Leider "vergisst" er dabei zu erwähnen, dass dies niemand behauptet hat, dass Markomoleküle fertig aus der Ursuppe herausspringen. Miller und Urey ging es lediglich um organische Moleküle, also die Elementarbausteine des Lebens.

Das mag sein. Viele Evolutionisten bauen auf diesen Befunden ein nicht beobachtbares Verhalten der Materie zur Entstehung von Makromolekuelen auf. Ist das OK ?


Komplizierte Makromoleküle entstehen unter anderen Bedingungen als Aminosäuren, darüber sind sich die Wissenschaftler einig.

Laien aber offensichtlich nicht.

Es können durchaus lange Zeitabschnitte zwischen diesen beiden Schritten liegen. C.P. Thiede (Prof. Leisenberg) erweckt jedoch den Eindruck als sei dies eine Alles-oder-nichts Frage.

Ohne Makromolekuele kein Leben, das ist so.

Es liegt an den Evolutionisten den Beweis zu erbringen, wie Makromolekuele in der Natur entstanden sind.


(2) Kurz darauf behauptet Thiede, dass 10^35 Mutationen, eine unmöglich hohe Zahl, notwendig seien, um zu einem funktionierenden Gen zu gelangen. Er erklärt jedoch weder die Ausgangsbasis dieser Feststellung, noch wie diese Zahl zustande kommt. Wenn man davon ausgeht, dass ein durchschnittliches menschliches Gen 50 KB (140KB) Information enthält, könnte man diese Zahl eventuell aus einer kombinatorischen Rechnung gewinnen, indem man zum Beispiel die Anzahl aller möglichen Permutationen betrachtet. Das Problem ist dabei ist, das Mutation so nicht funktioniert. Mutation erfolgt üblicherweise in kleinen Schritten, bei denen typischerweise nur wenige Basenpaare involviert sind. Da die Veränderung von Genen in kleinen Schritten passiert, ist die Rechnung fadenscheinig.

Auch hier hast du nicht richtig hingehoert. Die 10^35 Mutationen beziehen sich auf alle geschaetzten Mutationen seit Bestehen der Erde.

Eine Beschreibung was Mutationen sind und wie sie sich unterscheiden findet man hier:

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Genmutation.html#2._Deletion
 

(3) Thiede (Prof. Leisenberg) argumentiert etwas später, dass die Evolutionstheorie eigentlich keine wissenschaftliche Theorie sei, weil "Wissenschaft auf die Reproduzierbarkeit der Experimente angewiesen sei". Er impliziert damit, dass dass die Evolutionsgeschichte nicht reproduzierbar sei. Für den Laien hört sich das möglicherweise plausibel an; erkenntnistheoretisch ist das jedoch Unsinn. Die experimentelle Bestätigung der Evolutionstheorie stützt sich darauf, dass wir die Prinzipien beobachten können, nicht die Historie.

Genau diese Prinzipen sind lueckenhaft und lassen viele fragen offen.

Es ist durchaus möglich im Labor die Prinzipien der Evolution in Aktion zu beobachten, zum Beispiel mit Bakterienkulturen die sich schnell vermehren.

Es wird in keiner Form geklaert wie ein extrem komplexe Verknuepfung von Bedingungen die zur Bereitstellung von hunderten verschiedener Enzyme zur Erzeugung der DNS die wiederum das Programm zu eben diesen benoetigten Enzymen zur eigenen Herstellung (Verdoppelung) benoetigt. Man kann es drehen und wenden wie man will - es fehlt eine Erklaerung der Evolutionisten wie derart komplexe Vorgange zufaellig entstanden sein soll. Es gibt bei diesen Zufaellen zu viele "Sackgassen" in der die Evolution zum Stillstand kommt.


Anhand dieser Beispiele wird klar, dass im Vortrag Vorgänge und Fakten rhethorisch verschleiert werden. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate von Wissenschaftlern sollen dem Gesagten Glaubhaftigkeite verleihen.

Nun - im Laufe meines Kommentars ist wohl eines offensichtlich geworden, es sind einige Unaufmerksamkeiten und Unterstellungen von deiner Seite.

Bei jemandem mit der Intelligenz und Ausbildung von C.P. Thiede (Prof. Leisenberg) muss ich davon ausgehen, dass dies absichtlich geschieht, und damit habe ich ein Problem. Ich halte das für intellektuell unredlich.

Also - an dieser Stelle muss ich intensiv nachdenken, ob eine derartige Behauptung zulaessig ist !!!

Die Absicht ist hier nicht Information, sondern Manipulation, bzw. in Thiedes (Prof. Leisenberg) Fall Missionierung, da er ja bekennender Christ ist.

Er wirbt fuer seine Ueberzeugung, nicht mehr oder weniger. Das ist OK. Oder willst du die Meinungsfreiheit eabschaffen ?

Aus Fairness muss ich sagen, das C.P. Thiede (Prof. Leisenberg) auch manche gültige Argumente vorbringt, die tatsächlich auf ungelöste Fragen in der Wissenschaft hinweisen. Ein Beispiel dafür ist die Frage des Bewusstseins und das Problem der Geist-Gehirn Reduktion. Wenn allerdings die Kreditwürdigkeit des Sprechers durch manipulative Rhetorik in Frage gestellt ist, dann stehen selbst gute Argumente im Zwielicht.

Cheers, X-pat

Zusammenfassend, stehst du (deine Argumente) in meinen Augen im Zwielicht.

So - und jetzt hab ich mir ein Kaennchen Sen-cha verdient :).
 
x-pat

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Der Vortrag ist von Prof. Leisenberg !
OK, von Prof. Leisenberg. Sorry. Das habe ich aus den Materialien nicht erkennen können.
 
Ich sehe ihn eindeutig als brillianten Redner und Denker, aber keinenfalls als problematischen Sprecher. Warum sollte ich ?
Weil seine [Leisenbergs] Behauptungen nicht fundiert sind.

An mehreren Stellen wird von Prof. Leisenberg genau darauf hingewiesen. Er bringt Zitate wie dieses von Kurt Huebner: "Ich moechte nicht bezweifeln, dass die Evolutionstheorie eine hohe Plausibilitaet besitzt,aber von einem eindeutigen Beweis kann nicht die Rede sein. Deshalb handelt es sich bei der biologischen Evolutionstheorie auch garnicht um eine Theorie, die im Experiment ueberpruefbar sein muss, sondern es handelt sich bei ihr in Wahrheit nur um eine Plausibilitaetshypothese."
Ja genau das meinte ich. Dieses Zitat ist ein gutes Beispiel für eine generalisierende Kritik, also eine Frontalattacke, die keine konkretes Punkte anspricht. Der Begriff "Plausibilitätshypothese" ist bedeutungslos. Alle wissenschaftlichen Theorien sind Hypothesen oder Modelle die im Experiment geprüft und erhärtet werden und damit an Plausibilität gewinnen. Kreationisten benutzen häufig generalisierende nicht allzu konkrete Kritik, denn je konkreter und technischer die Argumentführung, desto schneller kommt man zu den Fakten, und die sprechen nun mal gegen den Kreationismus.

So ist es. Es koennen keine komplizierten Makromolekuele entstehen.
Wiegesagt, kein Wissenschaftler behauptet dass in Miller-Urey Umgebungen Makromoleküle entstehen. Herr Leisenberg stellt es aber so dar. Das nennt man ein Strohmannn-Argument. Miller-Urey Umgebungen ermöglichen die Synthese von einfachen organischen Molekülen wie Aminosäuren. Nachdem diese Bausteine angesammelt sind, entstehen in einem anderen Prozess in einer anderen Umgebung aus diesen Bausteinen Makromoleküle, möglicherweisegibt es auch noch Zwischenschritte. Diese Schritte können zeitlich weit auseinanderliegen. Die Umgebung der Erde hat sich im Archaikum und Proterozoikum mehrfach verändert. Außerdem: Die Auto-Synthese von Markromolekülen bzw. RNA, die Leisenberg in seinem Vortrag noch als völlig unmöglich abtut (genauer in Folie 15), wurde ja inzwischen experimentell im Labor von Sutherland vollzogen. Hier ist ein Artikel aus einem angesehenen Wissenschaftsmagazin dazu. Ich würde es begrüßen wenn du darauf eingehst.

Das mag sein. Viele Evolutionisten bauen auf diesen Befunden ein nicht beobachtbares Verhalten der Materie zur Entstehung von Makromolekuelen auf. Ist das OK ?
Ja, es ist OK anzunehmen, dass komplexe Moleküle sich aus einfacheren Bausteinen selbst zusammenbauen, wenn die richtigen Bedingungen dafür gegeben sind. Daher konzentriert sich die Forschung auf diese Bedingungen und die Frage ob und wann diese in der Erdgeschichte gegeben waren.

Es liegt an den Evolutionisten den Beweis zu erbringen, wie Makromolekuele in der Natur entstanden sind.
Der experimentelle Beweis von Sutherland dazu wurde ja schon 2009 erbracht und ich den hatte auch schon mal erwähnt (einige Postings zurück).

Auch hier hast du nicht richtig hingehoert. Die 10^35 Mutationen beziehen sich auf alle geschaetzten Mutationen seit Bestehen der Erde.
Hier habe ich schon genau zugehört. Ich zitiere wortwörtlich aus dem Vortrag (ungefähr bei 10:30): "Sämtliche von diesen 10^35 Mutationen genügen ganz sicher nicht einmal, um auch nur ein einziges brauchbares Gen entstehen zu lassen." Herr Leisenberg behauptet also, dass mehr als 10^35 Mutationen für die Entstehung eines Gens notwendig seien und er behauptet ebenfalls, dass es insgesamt 10^35 Mutationen in der Erdgeschichte gab. Wie er auf diese Zahl kommt erklärt er nicht. Sie ist quasi aus der Luft gegriffen. Er stützt sich hierbei auf einzig auf ein Zitat eines anderen Kreationisten, Wolfgang Kuhn, der dies in seinem Buch behauptet. Es gibt jedoch keinerlei wissenschaftliche Konsolidierung für diese Behauptung.

Es wird in keiner Form geklaert wie ein extrem komplexe Verknuepfung von Bedingungen die zur Bereitstellung von hunderten verschiedener Enzyme zur Erzeugung der DNS die wiederum das Programm zu eben diesen benoetigten Enzymen zur eigenen Herstellung (Verdoppelung) benoetigt. Man kann es drehen und wenden wie man will - es fehlt eine Erklaerung der Evolutionisten wie derart komplexe Vorgange zufaellig entstanden sein soll.
Selbstverständlich gibt es dafür eine Erklärung. Die allgemein akzeptierte Hypothese in der Evolutionstheorie ist das die DNA-Synthese graduell aus der RNA-Synthese erwachsen ist, bzw. aus einem noch einfacheren molekularen "Kopiermechanismus", auf Basis von Protein-Nukleinsäuren. Diese Prozesse waren natürlich nicht von Beginn so kompliziert wie sie heute sind, sondern die Komplexität ist erst mit der Zeit gewachsen. Schau dir mal den Wiki Artikel RNA-Welt-Hypothese dazu an. Das Strohmann-Argument der Kreationisten ist immer wieder, dass ex nihilo keine hohe Komplexität entsteht. Aber das muss sie eben auch nicht, sondern die Komplexität wächst langsam über den Zeitraum der Erdgeschichte. Bis zur der Entstehung der ersten Proto-DNA sind wahrscheinlich einige Milliarden Jahre vergangen.

Cheers, X-pat
 
Waitong

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OK, von Prof. Leisenberg. Sorry. Das habe ich aus den Materialien nicht erkennen können.
 













Na ja, sooo schwierig finde ich das nicht :).





Weil seine [Leisenbergs] Behauptungen nicht fundiert sind.
Also - ich wunder mich schon sehr, ueber deine Aussagen.



Nun denn - habe mir diesen LINK Hier ist ein Artikel durchgelesen.

John Sutherland and his colleagues from the University of Manchester, UK, created a ribonucleotide, a building block of RNA, from simple chemicals under conditions that might have existed on the early Earth.
Das ist noch nicht viel, auf dem langen (vergeblichen) Weg RNA aus seiner "Ursuppe" zu fischen.

Sutherland, though, hopes that ingenious organic chemistry might provide an RNA synthesis so convincing that it effectively serves as proof. "We might come up with something so coincidental that one would have to believe it," he says. "That is the goal of my career."
Na ja, da soll der gute Sutherland mal ordentlich ranklotzen und Fakten schaffen, wenn er kann...:smokel:.



Denn Rest deines Kommentares lasse ich vorerst mal so stehen, weil es dem Dialog besser tut - hoffe ich :).
 
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Das ist noch nicht viel, auf dem langen (vergeblichen) Weg RNA aus seiner "Ursuppe" zu fischen.
Das sehen die meisten Wissenschaftler anders: "This is extremely strong evidence for the RNA world. We don't know if these chemical steps reflect what actually happened, but before this work there were large doubts that it could happen at all," says Donna Blackmond, a chemist at Imperial College London." (Nature Journal, 2009 im selben Artikel) Immerhin hat Sutherland das geschafft, was du und Herr Leisenberg noch als völlig unmöglich bezeichneten, nämlich (ich zitiere wörtlich aus dem Vortrag): "Die spontane Bildung von einfachen Nucleotiden oder gar replikationsfähigen Polynucleotiden auf der präbiotischen Erde muss auf Grund zahlreicher, aber erfolgloser Experimente heute als unwahrscheinlich angesehen werden." Offensichtlich hat die Forschung die Kreationisten wieder einmal überholt. Das Agrument muss Herr Leisenberg jetzt leider von der Liste streichen.

Na ja, da soll der gute Sutherland mal ordentlich ranklotzen und Fakten schaffen, wenn er kann...:smokel:.
Die Forschung auf diesem Gebiet geht weiter. Letztes Jahr (2011) ist in einem Labor nachgewiesen worden, dass sich chirale RNA Bausteine, die bereits die Geometrie von RNA Molekülen besitzen, ebenfalls von selbst bilden: "Given a tiny push one way or the other, simple racemic precursors can lead to the chiral building blocks of RNA using a combination of chemical and physical factors. The work brings together a possible explanation of how life began on Earth with its preference for L-amino acids and D-sugars, say US researchers." Link zum RSC Artikel. Wieder ein kleiner Schritt weiter.

Mich würde interessieren wo du dabei die Rolle von Gott siehst. Ist Gott irgendwo im Miller-Urey Apparatus enthalten, und macht aus einfachen Gasen und Wasser Biomoleküle? Ist Gott bei dem Zusammenbau von Nucleotiden anwesend? Oder erst beim Bau von kompletten RNA/DNA Kopiermechanismen?

Denn Rest deines Kommentares lasse ich vorerst mal so stehen, weil es dem Dialog besser tut - hoffe ich.
Tja, den würde ich an deiner Stelle auch unkommentiert lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du für Leisenbergs Behauptung über die 10^35 Mutationen für ein Gen irgendeine wissenschaftliche Untermauerung findest ist nämlich gleich Null. Die Aussage "Sämtliche von diesen 10^35 Mutationen genügen ganz sicher nicht einmal, um auch nur ein einziges brauchbares Gen entstehen zu lassen," macht ja noch nicht einmal wissenschaftlichen Sinn. Was genau heißt "entstehen zu lassen"? Von welchem Ausgangszustand? Durch welche Mechanismen? Welche Genlänge? Berücksichtigt diese Aussage Rekombination und Translokation? Fragen über Fragen.

Bei der Frage der genetischen Veränderung muss man letztlich drei Faktoren betrachten: (1) den Zeitpunkt der Divergenz von zwei verwandten Arten mit einem gemeinsamen Vorgänger, der sich aus der Fossiliendatierung ergibt, (2) die Anzahl der abweichenden Nukleotide in der DNA der Arten, und (3) die beobachtete Mutationsrate in kontemporären Arten. Zu den am besten erforschten Arten gehören der Mensch und der Chimpanse, deren Genome sich sehr ähnlich sehen und deren DNA Sequenzen zu 98% identisch sind. Der Divergenzzeitpunkt von Chimpansen und Menschen wird aufgrund der vorhandenen Fossilien auf ca. 6 Millionen Jahre datiert. Der resultierende Unterschied in den Nukleotiden der DNA von Mensch und Chimpanse ist konsistent mit der beobachteten Mutationsrate, speziell der Basensubstitution deren Beobachtung einfacher ist. Das heisst wenn man in einem Gedankenexperiment Basensubstitutionen in einem Genom der Größe des Menschen/Chimpansen für sechs Millionen Jahre ticken lässt, dann kommt man etwa zu dem gleichen Umfang an Veränderung, die man heute im Genom beobachtet. Würdest du das nicht als überzeugendes Indiz dafür ansehen, dass Menschen nicht aus Adam und Eva hervorgegangen sind, sondern aus einem Vorgänger, den wir mit Chimpansen gemein haben?

Cheers, X-pat
 
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Beide Hypothesen enthalten Punkte ueber die man diskutieren kann und soll ( wenn moeglich sachlich).

Am Rande will ich bemerken durch meinen Ex-Job habe ich seinerzeit in viele Forschungslabore 'schnuppern' koennen.
Selbst bin ich nicht in diesen Feldern aktiv gewesen, da ich mit der entsprechenden Hardware die zur Forschung benoetigt wurde Applikationen (als Chemiker und Physiker) gemeinsam erarbeitet habe, sind mir einige Probleme (Fragen ueber Fragen) bekannt, bei denen es um das 'WIE' und durch 'WAS' entstehen Makromolekuele und wie 'schaun' sie aus, bekannt.


Du fragst mich wo ich GOTT bei all diesen Reaktionen sehe. Dazu muessten wir erstmal herausarbeiten was ich unter dem Begriff GOTT verstehe.
Das wuerde ich gerne aus diesem 'Faden' ausklammern. Wenn es dich interessiert dann koennen wir einen neuen 'Faden' einfaedeln.



So - hier habe ich noch etwas, nicht nur fuer Informatiker, anzubieten:



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Du fragst mich wo ich GOTT bei all diesen Reaktionen sehe. Dazu muessten wir erstmal herausarbeiten was ich unter dem Begriff GOTT verstehe.
Das wuerde ich gerne aus diesem 'Faden' ausklammern. Wenn es dich interessiert dann koennen wir einen neuen 'Faden' einfaedeln.
Ja, gerne. Du brauchst es ja nicht erschöpfend bis ins letzte Detail darstellen. Mir sind einige verschiedene kreationistische Sichtweisen bekannt vom Erdscheiben Bibel Literalismus über die Junge Erde Theorie bis hin zu Intelligent Design und theologischer Evolution. Vielleicht könntest du deinen Standpunkt im Zusammenhang mit deinem Begriff von Gott einfach einordnen. In der Zwischenzeit habe ich noch konkrete Fragen, die sich für mich aus praktisch allen Formen des Kreationismus ergeben und die meiner Ansicht nach problematisch sind:

(1) Den Fossilfunden zufolge sind 98% aller Arten die jemals gelebt haben ausgestorben. Warum gibt es die meisten Tiere und Pflanzen nicht mehr, die es einst einmal gab? Hat Gott experimentiert? Hat er seine frühen Versuche vielleicht verworfen? Treibt Gott das Aussterben von Arten voran, oder warum müssen Arten überhaupt sterben?

(2) Warum sind die Dinosaurier nicht in der Bibel erwähnt? Sie waren für mehrere hundert Millionen Jahre die beherrschenden Tiere auf diesem Planeten und mit ca. 2.5 Millionen Jahre ist unsere eigene Evolutionsgeschichte vergleichsweise kurz. Da in Genesis die Entstehung der Welt beschrieben wird, sollten die Dinosaurier dort nicht fairerweise eine Erwähnung finden?

(3) Nach heutigen Erkenntnissen gibt es zwischen 5 und 15 Millionen Arten in der Tier- und Pflanzenwelt dieses Planetens. Wie hat Noah die alle auf seine Arche bekommen?

(4) Warum findet man im menschlichen Embryo in der Halsregion Kiemenspalten und hinten eine Schwanzwirbelsäule? Ernst Haeckel hatte das so interpretiert, das Ontogenese die Phylogenese rekapituliert. Diese Interpretation ist wie wir heute wissen zu stark vereinfacht, aber trotzdem scheint die Ontogenese auf die Verwandschaft mit anderen Arten und damit auf die Evolutionsgeschichte hinzuweisen. Welche andere Erklärung gibt es dafür?

(5) Warum ist die menschliche DNA zu 98% identisch mit der Chimpansen DNA, wenn man die Basensequenzen vergleicht? Deutet das nicht auf einen gemeinsamen Ursprung hin? Wie geht das mit der biblischen Geschichte zusammen nachdem Gott den Menschen aus einem Erdklumpen geformt hatte?

Cheers, X-pat
 
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Hallo @X-pat,

ganz grob wuerde ich mich natuerlich bei den 'Intelligent Design Anhaengern' einordnen.

Zusaetzlich bin ich seit einigen Jahren (mit Unterstuetzung) dabei zu verstehen wie das

mit alten Mythen (Indien u.a.) und der Bibel uebereinstimmt bzw. ob es Hinweise aus dieser 'Ecke'

gibt, die mit neueren nat.-wiss. Erkenntnissen kompatibel sind.



Auf deine weiteren Fragen kann ich erst am Abend eingehen...
 
Waitong

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@X-pat


Waitong
Du fragst mich wo ich GOTT bei all diesen Reaktionen sehe. Dazu muessten wir erstmal herausarbeiten was ich unter dem Begriff GOTT verstehe.
Das wuerde ich gerne aus diesem 'Faden' ausklammern. Wenn es dich interessiert dann koennen wir einen neuen 'Faden' einfaedeln.

X-pat
 
 
Ja, gerne. Du brauchst es ja nicht erschöpfend bis ins letzte Detail darstellen. Mir sind einige verschiedene kreationistische Sichtweisen bekannt vom Erdscheiben Bibel Literalismus über die Junge Erde Theorie bis hin zu Intelligent Design und theologischer Evolution. Vielleicht könntest du deinen Standpunkt im Zusammenhang mit deinem Begriff von Gott einfach einordnen.
 
In der Zwischenzeit habe ich noch konkrete Fragen, die sich für mich aus praktisch allen Formen des Kreationismus ergeben und die meiner Ansicht nach problematisch sind:

(1) Den Fossilfunden zufolge sind 98% aller Arten die jemals gelebt haben ausgestorben. Warum gibt es die meisten Tiere und Pflanzen nicht mehr, die es einst einmal gab? Hat Gott experimentiert? Hat er seine frühen Versuche vielleicht verworfen? Treibt Gott das Aussterben von Arten voran, oder warum müssen Arten überhaupt sterben?

Grob umrissen sehe ich die 'Sache' so, dass GOTT der Ausgangspunkt der sogenannten Naturgesetze ist.

Anfaenglich war das nur ein Gedanke in mir, der sich langsam entwickelt hat, auch durch den Austausch mit anderen Menschen. An dieser Stelle muss gesagt werden, die Naturgesetze wie der Mensch sie formuliert (mathematisch) sind ja nur die Beschreibung dessen was wir messen (beobachten) voraussagen koennen. Die Realitaet ist ja weit mehr als wir in 'Formeln und Modelle' packen koennen, darueber muss man sich klar sein/werden.

 
In den Schoepfungs-Akt beziehe ich die Naturgesetze mit ein. Das ist ganz wichtig, um meine Position zu verstehen. Die materielle Schoepfung selbst unterliegt den von GOTT geschaffenen 'Naturgesetzen' (die der Mensch nur unvollkommen, durch seine mathematischen Naturgesetze, formulieren kann). Offensichtlich haellt sich GOTT selbst an diese (von ihm geschaffenen) 'Naturgesetze' um die Dinge die wir beobachten koennen ins Dasein zu bringen ("ER laesst sich Zeit"). Wie GOTT es gelingt 'Naturgesetze' zu machen ist Menschen nicht zugaenglich (wir werden das niemals verstehen koennen. Das wir auch so in der Bibel beschrieben). Was wir sehen und untersuchen koennen existiert in der Form, die es erlaubt uns ein Bild zu machen, von den uns umgebenden Dingen. Wir sind auch lernfaehig genug, um mit den Gegebenheiten "fertig zu werden". Nach meiner Ansicht mangelt es an Einsicht und Kooperation. Das "Hirn" unsere erfahrbare Welt ausreichend zu beschreiben und zu gestalten haben wir (leider nicht alle).

 
Nehmen wir mal an wir duerften Eine Galaxis, mit Sonnen-Systemen und Planeten erschaffen. Wie wuerden wir vorgehen? Wir waeren genau so wie GOTT an seine geschaffenen 'Naturgesetze' gebunden, haetten aber die Moeglichkeit in diesen Groessenordnungen Dinge zu schaffen.

 
So. Die Erde waere gerade fertig geworden, allerdings etwas heiss und ungemuetlich.

 
Es braucht seine Zeit bis erstes Leben entstehen kann. Jetzt will ich die Bibel einbeziehen und zwar eine, wenn auch einfache, doch richtige Beschreibung der weiteren Ablaeufe ist dort zu finden. An der einfachen Darstellung sollte sich niemand stoeren, denn dieser Bericht wurde vor etwa 3500 Jahren verfasst.

 
Eines mache ich mit Sicherheit nicht daraus, ein Erdalter von 6000 Jahren abzuleiten, das sehe ich als absolut falsch an. Die Schoepfungs-Abschnitte werden zwar Tage genannt, aber es sind Zeitabschnitte die in 'goettlichen' Masseinheiten zu verstehen sind (z.B. 1GOTT-Tag =1000Menschen-Jahre; wobei es aber wenig Sinn macht n.m.E. sich auf dieses Zahlenbeispiel zu versteifen).

 
Wichtig ist es diese Zeitabschnitte als dynamisch zu betrachten - ineinander uebergehend, nicht als "simsalabimm" und der Mensch ist da. Auch wenn in der Bibel geschrieben steht der Mensch wurde aus Erde geformt - steht nicht da er wurde spontan (sofort) aus Erde geformt. Wenn man es nicht woertlich nimmt und entsprechend Zeit einkalkuliert ist das Grundmaterial schon irgendwie erdig, will ich meinen.

So - die Frage war:

Den Fossilfunden zufolge sind 98% aller Arten die jemals gelebt haben ausgestorben. Warum gibt es die meisten Tiere und Pflanzen nicht mehr, die es einst einmal gab? (s.o.)

Meine rein persoenliche Ansicht hierzu ist, der Schoepfungsprozess ist an bestimmte Gesetzmaesigkeiten gebunden. In den einzelnen Abschnitten war es durchaus sinnvoll bestimmtes "Getier" auf der Erde zu haben, aber nicht fuer alle Zeiten.

WARUM ?

Da sehe ich eben den Zweck all dieser Schoepfung in der Tatsache, dass Leben mit SELBSTBEWUSSTSEIN (der Mensch) entstand (aber nicht aus sich selbst heraus, aus eigenem Willen, oder Zufall, sondern von GOTT, von anfangan geplant, bereits durch seine 'Naturgesetze' sozusagen 'vorgeformt'.

Nach meiner Auffassung hat GOTT kein besonderes Interesse an un-bewusstem Leben.

Ja - wo ist denn jetzt der Unterschied, zwischen Evolution und Schoepfung, so wie ich sie z.Z. verstehe ?

Der Unterschied ist der, bei meiner Ueberzeugung gibt es keinen Zufall.

Alles ist 'innerlich' so angelegt, dass es immerwieder zu bewusstem Leben fuehrt - fuehren muss.

In dieser Art die Dinge zu sehen ist es eben logisch anzunehmen Leben (GOTT) bringt neues Leben zum Dasein. An dieser Stelle will ich anmerken das der Name GOTTES bereits darauf hindeutet...(http://de.wikipedia.org/wiki/JHWH)


Weiterhin bin ich der Ansicht dieses bewusste Leben (Mensch) wurde anfaenglich in besonderer Form von GOTT geliebt (geschuetzt).
Nun jetzt komme ich auf Ereignisse zu sprechen die wir (so meine momentane Ansicht) nur bildhaft in der Bibel geschildert lesen koennen.
Als Fakt fasse ich dagegen auf, dass sich etwas zu jener Zeit ereignet haben muss, dass dieser besondere Schutz (durch GOTT) nicht mehr gegeben war.
Ganz kurz - vorher gab es Schutz durch den Zugang zum "Baum des ewigen Lebens" (sehr interessante Metapher, fuer was mag sie wohl stehen ?), dann Ungehorsam (vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Boese" genascht) daraufhin Vertreibung aus dem Paradies.

So - Tatsache ist ja wir leiden alle unter dem verlorengegangenen Schutz (wie auch immer der ausgesehen haben mag...) Wir werden krank...und sterben muessen wir auch...
Um den Glaubensaspekt nicht zu sehr auszuweiten, will ich noch kurz schreiben, GOTT hat aber einen Weg eroeffnet wieder zu ewigem Leben zu kommen.
Das faengt mit ethisch-moralischem Lebenswandel an und setzt sich durch bestaendiges aufnehmen von Erkenntnis fort.


(2) Warum sind die Dinosaurier nicht in der Bibel erwähnt? Sie waren für mehrere hundert Millionen Jahre die beherrschenden Tiere auf diesem Planeten und mit ca. 2.5 Millionen Jahre ist unsere eigene Evolutionsgeschichte vergleichsweise kurz. Da in Genesis die Entstehung der Welt beschrieben wird, sollten die Dinosaurier dort nicht fairerweise eine Erwähnung finden?

Die Bibel wurde geschrieben um den Menschen wieder mit GOTT 'zusammenzubringen'.
Die Dinos sind dabei voellig ohne Belang. (Interessant sind sie aber trotzdem)


(3) Nach heutigen Erkenntnissen gibt es zwischen 5 und 15 Millionen Arten in der Tier- und Pflanzenwelt dieses Planetens. Wie hat Noah die alle auf seine Arche bekommen?

Da ich die Bibel nicht woertlich auslege, stelle ich mir die Frage nicht. Die Bibel wurde so geschrieben das auch einfache Menschen erfassen koennen um was es geht (s.o.). Wichtig ist eben die Herzenseinstellung des Lesers, wenn er erkennt, dass er durch ein ethisch-moralisch gutes Leben letztendlich gewinnt, sollte das ausschlaggebend sein, so meine Ueberzeugung.Wobei das alleine noch nicht reicht, die Erkenntnis erstreckt sich auf weit mehr Zusammenhange.


(4) Warum findet man im menschlichen Embryo in der Halsregion Kiemenspalten und hinten eine Schwanzwirbelsäule? Ernst Haeckel hatte das so interpretiert, das Ontogenese die Phylogenese rekapituliert. Diese Interpretation ist wie wir heute wissen zu stark vereinfacht, aber trotzdem scheint die Ontogenese auf die Verwandschaft mit anderen Arten und damit auf die Evolutionsgeschichte hinzuweisen. Welche andere Erklärung gibt es dafür?

(5) Warum ist die menschliche DNA zu 98% identisch mit der Chimpansen DNA, wenn man die Basensequenzen vergleicht? Deutet das nicht auf einen gemeinsamen Ursprung hin? Wie geht das mit der biblischen Geschichte zusammen nachdem Gott den Menschen aus einem Erdklumpen geformt hatte?

Cheers, X-pat


Frage 4 und 5 kann ich nicht eindeutig beantworten, aber ich denke du wirst auch zwischen meinen Zeilen gelesen haben und ein besseres Bild von meiner Sicht haben - so hoffe ich.
 
x-pat

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Grob umrissen sehe ich die 'Sache' so, dass GOTT der Ausgangspunkt der sogenannten Naturgesetze ist. Die materielle Schoepfung selbst unterliegt den von GOTT geschaffenen 'Naturgesetzen'.
OK, um das richtig zu verstehen, muss ich weiterfragen. Hat Gott nur die Naturgesetze geschaffen und den Kosmos danach sich selbst überlassen, oder interveniert Gott ständig im Ablauf der Dinge, so dass Naturgesetze hier und dort mal von ihm ausgehebelt werden? Oder ist Gott sogar ständig in der Schöpfung präsent?

Wenn wie du sagst die materielle Schöpfung den Naturgesetzen unterliegt, zählt nicht auch die Evolution dazu?
 
Nehmen wir mal an wir duerften Eine Galaxis, mit Sonnen-Systemen und Planeten erschaffen. Wie wuerden wir vorgehen? Wir waeren genau so wie GOTT an seine geschaffenen 'Naturgesetze' gebunden, haetten aber die Moeglichkeit in diesen Groessenordnungen Dinge zu schaffen.
Jetzt wird es interessant. Wenn Gott durch die von ihm geschaffenen Naturgesetze gebunden ist, dann kann man nicht mehr von "Allmacht" sprechen, oder? Das heisst er kann den den materiellen Kosmos dann nur noch innerhalb dieses Rahmens beinflussen. Ist das richtig? Falls ja, würde das die vorherige Frage beantworten.

...sind Zeitabschnitte die in 'goettlichen' Masseinheiten zu verstehen sind (z.B. 1GOTT-Tag =1000Menschen-Jahre; wobei es aber wenig Sinn macht n.m.E. sich auf dieses Zahlenbeispiel zu versteifen).
Also gut, wir sind großzügig. 1 Tag Gottes = 1000 oder 1.000.000 oder 100.000.000 Jahre, wie auch immer. Nun heisst es weiterhin im 1ten Mose: "Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte." Hat Gott sich dann 100.000.000 Erdenjahre ausgeruht?

Auch wenn in der Bibel geschrieben steht der Mensch wurde aus Erde geformt - steht nicht da er wurde spontan (sofort) aus Erde geformt. Wenn man es nicht woertlich nimmt und entsprechend Zeit einkalkuliert ist das Grundmaterial schon irgendwie erdig, will ich meinen.
Erdig? Die einzig sinnvolle Interpretation von 'erdig' wäre für mich 'aus den selben Atomen/Molekülen wie die Erde bestehend'. Das könnte man dann allerdings auch für einen Wellensittich, einen Kühlschrank, oder eine Regenwolke sagen, also für (fast) alle Dinge auf diesem Planeten.

Da sehe ich eben den Zweck all dieser Schoepfung in der Tatsache, dass Leben mit SELBSTBEWUSSTSEIN (der Mensch) entstand (aber nicht aus sich selbst heraus, aus eigenem Willen, oder Zufall, sondern von GOTT, von anfangan geplant, bereits durch seine 'Naturgesetze' sozusagen 'vorgeformt'.
Das hört sich danach an, als ob die Evolutionstheorie in manchen Aspekten kompatibel mit deinem Weltbild ist. Also eine theistische (= von Gott planvoll gesteuerte) Evolution?

So - Tatsache ist ja wir leiden alle unter dem verlorengegangenen Schutz (wie auch immer der ausgesehen haben mag...) Wir werden krank...und sterben muessen wir auch... Um den Glaubensaspekt nicht zu sehr auszuweiten, will ich noch kurz schreiben, GOTT hat aber einen Weg eroeffnet wieder zu ewigem Leben zu kommen.
Wenn wir nach deiner Auffassung "unter besonderem Schutz" einst frei von Krankheit und unsterblich waren, dann können wir zumindest im biologischen Sinne keine Menschen gewesen sein, denn das würde naturwissenschaftlich keinen Sinn machen, oder?

Die Bibel wurde geschrieben um den Menschen wieder mit GOTT 'zusammenzubringen'. Die Dinos sind dabei voellig ohne Belang.
Eigentlich sind dafür auch 'Walfische' und das 'Gewürm' ohne Belang, die aber trotzdem erwähnt werden. Naja, lassen wir das. Nicht so wichtig.

Da ich die Bibel nicht woertlich auslege, stelle ich mir die Frage nicht. Die Bibel wurde so geschrieben das auch einfache Menschen erfassen koennen
Ist die Geschichte von Noah und der Arche dann Unsinn?

Cheers, X-pat
 
Waitong

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Wenn wir nach deiner Auffassung "unter besonderem Schutz" einst frei von Krankheit und unsterblich waren, dann können wir zumindest im biologischen Sinne keine Menschen gewesen sein, denn das würde naturwissenschaftlich keinen Sinn machen, oder?



Nun - es gibt einige Naturwissenschaftler, die prinzipiell von der Moeglichkeit weitgehend ueberzeugt sind, dass Menschen sehr lange (ewig ?) leben koennten.

Als Stichwort gebe ich - TELOMERE

Du bist ja erfreulicherweise naturwissenschaftlich interessiert und gebildet, daher habe ich mal folgende VIDEOS anzubieten...




So - vieleicht koennen wir uns darauf konzentrieren...
 
kcwknarf

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Wie passt diese unsterbliche Tierart zum Thema?Turritopsis nutricula

Evtl. hat Gott ja schon Ersatz für den Menschen gefunden.

Ansonsten gefällt mir Waitongs Argumentation und Sichtweise größtenteils außerordentlich gut. Daher halte ich mich erstmal weitgehend raus.
 
Waitong

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Ansonsten gefällt mir Waitongs Argumentation und Sichtweise größtenteils außerordentlich gut.
Danke - fuer die Blumen.

Irgendwie frage ich mich nun, ob meine Argumente zu gut sind, besonders jenes die Telomere betreffend bzw. X-pat's Frage...?


Zitat von x-pat

Wenn wir nach deiner Auffassung "unter besonderem Schutz" einst frei von Krankheit und unsterblich waren, dann können wir zumindest im biologischen Sinne keine Menschen gewesen sein, denn das würde naturwissenschaftlich keinen Sinn machen, oder?
 
x-pat

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Irgendwie frage ich mich nun, ob meine Argumente zu gut sind, besonders jenes die Telomere betreffend bzw. X-pat's Frage...?
Da kann ich nur Otto v. Bismarck zitieren: Selbstüberschätzung tötet den Erfolg im Keim. ;-) Telomere interessieren mich eigentlich weniger. Es sind mindestens 5 schwieirige Fragen in meinem letzten Posting. Ob es hier weitergeht hängt davon ab, ob du darauf eingehst.

Cheers, X-pat
 
Waitong

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Zitat von Waitong

Grob umrissen sehe ich die 'Sache' so, dass GOTT der Ausgangspunkt der sogenannten Naturgesetze ist. Die materielle Schoepfung selbst unterliegt den von GOTT geschaffenen 'Naturgesetzen'.



Zitat von X-pat

OK, um das richtig zu verstehen, muss ich weiterfragen. Hat Gott nur die Naturgesetze geschaffen und den Kosmos danach sich selbst überlassen, oder interveniert Gott ständig im Ablauf der Dinge, so dass Naturgesetze hier und dort mal von ihm ausgehebelt werden? Oder ist Gott sogar ständig in der Schöpfung präsent?

Wenn wie du sagst die materielle Schöpfung den Naturgesetzen unterliegt, zählt nicht auch die Evolution dazu?

Die Bibel berichtet an vielen Stellen das GOTT in das Geschehen eingreift. Beispiele muss ich dir sicherlich nicht geben, dazu scheinst du mir zu belesen zu sein. Erinnern will ich nur an die Geschichte von Noah. Von aushebeln der Naturgesetze, durch GOTT wuerde ich nicht sprechen wollen, denn dazu sind die Vorstellungen (selbst der kluegsten menschlichen Koepfe) von Naturgesetzen, zu unvollkommen. Es wird zwar seit einiger Zeit an der 'Welt-Formel' gebastelt, allerdings ohne Erfolg. So gesehen ist es wohl nicht machbar GOTT irgendwelche Aushebelversuche zu unterstellen. Die Art deiner Fragestellung ist fuer mich leicht durchschaubar, du versuchst eine "Logik-Attacke" vorzubereiten "grins".

GOTT ist immer praesent, durch seine 'Wirksame-Kraft'. Wir koennen es auch daran erkennen, dass die Naturgesetze, soweit wir sie ueberschauen, konstant sind, d.h. wir koennen davon ausgehen sie waren vor langer Zeit so wie sie heute sind und werden wohl in der Zukunft auch so sein, so GOTT es will.

So betrachtet sind die Naturgesetze eine verlaessliche Konstante in unserem Leben. Wir duerfen aber nicht vergessen - wir haben erst an der Oberflaeche gekratzt...

Zur Evolution will ich bemerken, bis jetzt habe ich keine schluessigen Argumente erhalten, die einen Uebergang von un-belebter zur be-lebten Natur 'zwingend' belegen.
Es sind von beiden Seiten, also von den "Intelligent-Design'ern" und den "Evolutionisten" Argumente im Raum, die keine Seite eindeutig widerlegen kann.

Das erinnert mich an einige (bis heute) ungeloeste Probleme aus der Physik. Da spielt uns der eigene Verstand einen Streich - nach meiner Ansicht.

Es steht und faellt alles mit der Definition.

@kcwknarf hat das bereits erkannt und geschrieben.


P.S.:

Die Sache mit den Telomeren laesst das mehrfach erwaehnte hohe Alter der ersten Menschen in einem anderen Licht erscheinen. Sooo - unwarscheinlich finde ich das also nicht...
 
x-pat

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Die Bibel berichtet an vielen Stellen das GOTT in das Geschehen eingreift. Beispiele muss ich dir sicherlich nicht geben, dazu scheinst du mir zu belesen zu sein.


Also, Bibel-belesen bin ich ganz bestimmt nicht, und ich könnte dabei höchstens auf halb-verschüttetes Wissen aus dem Konfirmationsunterricht zurückgreifen. Ironischerweise hat der Konfirmationsunterricht und die nähere Beschäftigung mit dem christlichen Gedankengut letztlich bei mir dazu geführt, die christliche Lehre abzulehnen. Sofern ich mich richtig entsinne greift Gott in der Bibel immer direkt in die Natur ein, also zum Beispiel indem er die Sintflut auslöst oder durch ein Erdbeben, oder durch irgendwelche übernatürlichen Wunder. Das verträgt sich eigentlich nicht so gut mit den Naturgesetzen, aber naja, man muss die Bibel ja nicht wörtlich nehmen.

Wenn du den Standpunkt vertrittst, das Gott die Naturgesetze verantwortlich ist, dann ist er damit auch für die Evolution verantwortlich, denn Evolution ist nichts anderes als ein Naturgesetz. Diese Sichtweise ist zwar noch konsistent, wenn man bestimmte Formen des Kreationismus ablehnt, jedoch wird es
schwieriger zu erklären wie Gott einerseits die natürliche (materielle) Welt durch Naturgesetze erschaffen hat, aber andererseits nicht denselben Gesetzen unterliegt, zumindest was Interventionen in diese Welt angeht. Dazu muss man dann schon fast an Magie glauben.

Die Art deiner Fragestellung ist fuer mich leicht durchschaubar, du versuchst eine "Logik-Attacke" vorzubereiten "grins".


Jaja, die Logik-Armeen sind aufgestellt. :) Wenn man eine unlogische Positionen vertritt, muss man damit rechnen, nicht wahr?

GOTT ist immer praesent, durch seine 'Wirksame-Kraft'. Wir koennen es auch daran erkennen, dass die Naturgesetze, soweit wir sie ueberschauen, konstant sind, d.h. wir koennen davon ausgehen sie waren vor langer Zeit so wie sie heute sind und werden wohl in der Zukunft auch so sein, so GOTT es will.


Ich sehe eigentlich nicht warum die Naturgesetze nicht für sich allein stehen können. Brauchen wir wirklich die Hypothese Gott um die Natur zu erklären? So wie ich die christliche Argumentation oder generell die theistische Argumentation verstehe, wird Gott immer als Erklärung für die Phänomene aufgerufen, die zur Zeit (noch) keine wissenschaftliche/naturalistische Erklärung haben. Gott als Lückenfüller sozusagen. Dies ist bespielsweise auch der Grund, warum die RKK Mitte des 20ten Jahrhunderts die Urknalltheorie so enthuasiastisch aufgegriffen hat. Die Urknalltheorie erklärt ja nur den Effekt, aber nicht die Ursache des Urknalls. Dort hat die RKK dann gleich angeknüpft mit dem traditionellen aristotelischem Gedanken von Gott als Primum Movens, die Ursache ohne Ursache, Gott als Initialzünder der Urknalls sozusagen, passt perfekt in die Lücke der Kosmologie. Warum der Urknall dann ausgerechnet von dem christlichen Gott, und nicht von Allah, Shiva, Zeus oder Thor ausgelöst wurde, hat die RKK allerdings nicht erklären können.

Ich verstehe die Gott
als "Wirksame-Kraft" Idee als Metaphysik mit Schwächen. Zum einen werden von Seite der Wissenschaft ständig kausale Lücken geschlossen, d.h. wo früher göttliche Intervention gesehen wurde, verbleibt nach neuen Entdeckungen ein naturalistischer oder mathematischer Prozess im Weltmodell. Zum anderen basiert die 'Wirksame-Kraft' Idee auf dem Begriff der Immanenz, der nicht mit dem traditionellen christlichen Begriff von der Transzendenz Gottes vereinbar. Gott als 'Wirksame-Kraft' ist letztlich nicht unterscheidbar von dem Begriff des Brahman, des Tao, oder der "Weltseele". Wie das mit dem christlichen Gott vereinbar ist, der in der Bibel beschrieben wird, ist dann nicht ganz einfach zu erklären.

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Die Sache mit den Telomeren laesst das mehrfach erwaehnte hohe Alter der ersten Menschen in einem anderen Licht erscheinen. Sooo - unwarscheinlich finde ich das also nicht...
Warum sollten die Telomere und das Leben von vorgeschichtlichen Menschen länger sein? Dafür gibt es nicht die geringsten Indizien in den Fossilienfunden. Die Anzeichen sprechen eher für eine weit kürzere Lebenserwartung. Die durchschnittliche Lebenserwartung dürfte von der Jungsteinzeit bis in die Antike so zwischen 20 und 30 liegen. Über die Telomer Hypothese können wir erst dann diskutieren, wenn wir 200-jährige Skelette finden.

Cheers, X-pat
 
Waitong

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Die Bibel berichtet an vielen Stellen das GOTT in das Geschehen eingreift. Beispiele muss ich dir sicherlich nicht geben, dazu scheinst du mir zu belesen zu sein.

Also, Bibel-belesen bin ich ganz bestimmt nicht, und ich könnte dabei höchstens auf halb-verschüttetes Wissen aus dem Konfirmationsunterricht zurückgreifen. Ironischerweise hat der Konfirmationsunterricht und die nähere Beschäftigung mit dem christlichen Gedankengut letztlich bei mir dazu geführt, die christliche Lehre abzulehnen. Sofern ich mich richtig entsinne greift Gott in der Bibel immer direkt in die Natur ein, also zum Beispiel indem er die Sintflut auslöst oder durch ein Erdbeben, oder durch irgendwelche übernatürlichen Wunder. Das verträgt sich eigentlich nicht so gut mit den Naturgesetzen, aber naja, man muss die Bibel ja nicht wörtlich nehmen.

Wenn du den Standpunkt vertrittst, das Gott die Naturgesetze verantwortlich ist, dann ist er damit auch für die Evolution verantwortlich, denn Evolution ist nichts anderes als ein Naturgesetz. Diese Sichtweise ist zwar noch konsistent, wenn man bestimmte Formen des Kreationismus ablehnt, jedoch wird es schwieriger zu erklären wie Gott einerseits die natürliche (materielle) Welt durch Naturgesetze erschaffen hat, aber andererseits nicht denselben Gesetzen unterliegt, zumindest was Interventionen in diese Welt angeht. Dazu muss man dann schon fast an Magie glauben.

 
An Magie kann man manchmal auch denken z.B. wenn es um den "Welle-Teilchen-Dualismus" oder um die "verschraenkten Elektronen" geht. Ist das als uebernatuerlich oder natuerlich zu bezeichnen ? Wir wissen einfach zu wenig wie die Dinge wirklich beschaffen sind. Daher gebe ich genug Spielraum bei der Interpretation alter Berichte, wie sie Z.B. in der Bibel zu finden sind.
 


Die Art deiner Fragestellung ist fuer mich leicht durchschaubar, du versuchst eine "Logik-Attacke" vorzubereiten "grins".

Jaja, die Logik-Armeen sind aufgestellt. Wenn man eine unlogische Positionen vertritt, muss man damit rechnen, nicht wahr?

 
Also, Logik hat Grenzen. In einem bestimmten Anwendungsfeld ist sie durchaus nuetzlich. Aber, ich wuerde sie keineswegs auf alles anwenden, dazu ist unser Wissen zu lueckenhaft. Wie weit die Logik nuetzlich ist kann man am Beispiel des "Welle-Teilchen-Dualismus" erkennen...
 




GOTT ist immer praesent, durch seine 'Wirksame-Kraft'. Wir koennen es auch daran erkennen, dass die Naturgesetze, soweit wir sie ueberschauen, konstant sind, d.h. wir koennen davon ausgehen sie waren vor langer Zeit so wie sie heute sind und werden wohl in der Zukunft auch so sein, so GOTT es will.


Ich sehe eigentlich nicht warum die Naturgesetze nicht für sich allein stehen können.

Meine Grundannahme ist eben alles haengt mit allem zusammen, wenn man die Dinge isoliert betrachtet geht das mit gewissen Einschraenkungen. ist aber nicht mein Ding.

Brauchen wir wirklich die Hypothese Gott um die Natur zu erklären? So wie ich die christliche Argumentation oder generell die theistische Argumentation verstehe, wird Gott immer als Erklärung für die Phänomene aufgerufen, die zur Zeit (noch) keine wissenschaftliche/naturalistische Erklärung haben. Gott als Lückenfüller sozusagen.

Das sehe ich absolut anders. Wenn du es so sehen willst - es ist deine Sichtweise.

Dies ist bespielsweise auch der Grund, warum die RKK Mitte des 20ten Jahrhunderts die Urknalltheorie so enthuasiastisch aufgegriffen hat. Die Urknalltheorie erklärt ja nur den Effekt, aber nicht die Ursache des Urknalls. Dort hat die RKK dann gleich angeknüpft mit dem traditionellen aristotelischem Gedanken von Gott als Primum Movens, die Ursache ohne Ursache, Gott als Initialzünder der Urknalls sozusagen, passt perfekt in die Lücke der Kosmologie. Warum der Urknall dann ausgerechnet von dem christlichen Gott, und nicht von Allah, Shiva, Zeus oder Thor ausgelöst wurde, hat die RKK allerdings nicht erklären können.

Die RKK ist, in meinem Glauben an GOTT, ohne Bedeutung.


Ich verstehe die Gott als "Wirksame-Kraft" Idee als Metaphysik mit Schwächen. Zum einen werden von Seite der Wissenschaft ständig kausale Lücken geschlossen, d.h. wo früher göttliche Intervention gesehen wurde, verbleibt nach neuen Entdeckungen ein naturalistischer oder mathematischer Prozess im Weltmodell. Zum anderen basiert die 'Wirksame-Kraft' Idee auf dem Begriff der Immanenz, der nicht mit dem traditionellen christlichen Begriff von der Transzendenz Gottes vereinbar. Gott als 'Wirksame-Kraft' ist letztlich nicht unterscheidbar von dem Begriff des Brahman, des Tao, oder der "Weltseele". Wie das mit dem christlichen Gott vereinbar ist, der in der Bibel beschrieben wird, ist dann nicht ganz einfach zu erklären.

Es wird nur schwierig wenn man an seinem Konzept seiner Sicht fest-haellt, ohne beweglich zu werden.




Die Sache mit den Telomeren laesst das mehrfach erwaehnte hohe Alter der ersten Menschen in einem anderen Licht erscheinen. Sooo - unwarscheinlich finde ich das also nicht...

Warum sollten die Telomere und das Leben von vorgeschichtlichen Menschen länger sein? Dafür gibt es nicht die geringsten Indizien in den Fossilienfunden.

Die analytischen Moeglichkeiten entwickeln sich weiter und so betrachtet stehen uns sicherlich noch Ueberraschungen bevor.

Die Anzeichen sprechen eher für eine weit kürzere Lebenserwartung. Die durchschnittliche Lebenserwartung dürfte von der Jungsteinzeit bis in die Antike so zwischen 20 und 30 liegen.

"Oetzi" wurde doppelt so alt und haette sicherlich noch aelter werden koennen, wenn er nicht toedlich verletzt worden waere.

Über die Telomer Hypothese können wir erst dann diskutieren, wenn wir 200-jährige Skelette finden.

So lange wuerde ich nicht warten wollen. Vielleicht bin ich ein kleiner Querdenker...
 
J

Jarga

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Gute, lesenswerte Diskussion von euch Beteiligten. Werde mich noch einlassen dauert aber, da dies doch sehr Zeitintensiv ist, mir die deutsche Sprache nicht in die Wiege gelegt wurde.

Gehe immer noch der Frage nach, ab wann diese "Glaubens & Religions-Theorien" Einzug in unser Handeln danach hielt.
Was war vorher für ein Wissen?


Es verwunderlich, dass sich Religion und Wissenschaft derart verfeindet haben, denn eigentlich geht es ihnen im Grunde um die gleiche Sache. Die Religion verehrt das Universum als die Verkörperung der schöpferischen Kraft und die Wissenschaftstrebt nach einem tieferen Verständnis der Zusammenhänge im Universum.

google.com/search

http://www.viveka.de/pdf/Viveka_47_Metzinger.pdf
 
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