Ich hatte meiner Frau ganz am Anfang gesagt, dass dieser Overload an Familie für mich zu viel ist. Daraufhin hat sie mich gebeten, ihr 6 Wochen zu geben, dann würde sie Sorge tragen, dass es weniger wird.
Gegen die Mutter hatte ich gar nichts, die war schon bei uns in Europa für 2 Monate, die hatte ich eigentlich sogar ganz gerne, bis mir jetzt aufgegangen ist, was die - ja wahrscheinlich alle miteinander - mit mir vor haben/hatten.
Nach sechs Wochen hat sich wenig verändert. Nach drei Monaten ist das Kind des Bruders nur noch selten hier (aber wohl eher weil Mutter und Tochter keine Lust haben, ständig auf ihn aufzupassen, er ist recht wild und anscheinend auch zickig weil meine Jungs im Haus überall hin dürfen und er nicht), und auch die Familie insgesamt verbringt nicht mehr ganz so viel Zeit hier, aber die Mutter ist jeden Tag den ganzen Tag da (Aufpasserin?), und der Vater kommt häufiger mal vorbei (klar, seine Frau ist ja den ganzen Tag hier), bleibt aber nicht allzu lange.
Ein Rückzugsapartment habe ich bereits gefunden, miete es aber noch nicht an, weil die immer was frei haben, also könnte ich es falls nötig kurzfristig anmieten. Ich könnte auch für eine Zeit in ein Hotel gehen, wenn es eng wird.
Und es ist richtig, es muss zeitnah was passieren, lange geht es so nicht weiter. Ich habe auch schon überlegt, wie ich es anstellen kann, zu sagen was ich sagen muss, aber so, dass dass man ohne heftigen Streit auseinandergeht.
Vielen Dank für den Vorschlag, wie ich es machen könnte. Unser älterer Sohn geht hier schon auf eine gute Schule. Andererseits stimmt meine Frau mir auch zu, dass die Schulen in Mitteleuropa besser sind, und vor allem kostenlos. Das wäre also eine Möglichkeit.
Ich hatte mir selber überlegt, ob ich meiner Frau sagen soll, dass alle Seiten Fehler gemacht haben, dass ich aber weiß, was die Familie sich für mich vorstellt, und dass das völlig inakzeptabel ist, und dass ich deshalb Zeit weg will. Denn ich bin mir nicht so sicher, ob sie wirklich an mir interessiert ist. 9 Jahre Schauspiel, inklusive zweier Kinder, das wäre schon ein Hammer - und aus Aufopferung für die Eltern - wenn das so ist, unglaublich. Ich würde dann noch sagen, dass ich ja wie bisher die Eltern unterstützen würde, was für die immer noch besser wäre als ein völliger Bruch, bei dem sie vielleicht für immer völlig leer ausgehen.
Nicht dass ich den starken Maxe spielen will, sondern einfach nur eine gute und eine schlechte Option anbieten. Was meint ihr zu diesem Vorgehen?
Meine Frau spricht übrigens selber von wieder-Weggehen (als Grund sagt sie weil sie hier mit den Läden nicht genug verdient für die Höhe der Forderungen ihrer Eltern, sie schien selber überrascht von der Höhe der Forderungen, aber nach all dem kann ich ihr kein Wort mehr glauben. Keine Ahnung, ob sie mich nur in Sicherheit wiegen will oder wirklich wieder nach Europa will, und ob sie wirklich überrascht war oder nicht.
Ich glaube übrigens, wir haben uns am Ende der Hochzeitszeremonie tatsächlich vor den Eltern verbeugt, allerdings ein einfacher Wai im Stehen. Meine Frau hat mir damals vorher erklärt, das bedeute, dass wir den Eltern danken für die gute Erziehung der Tochter und ihnen dafür unsere Ehrerbietung erweisen.
Kaum vorstellbar, dass die wirklich denken, man könne jemanden derart plump austricksen. Kann man sowas in Thailand eventuell vor Gericht durchsetzen? Denn dann wäre es wirklich eng für mich. Andererseits wäre es von deren Seite glatter Betrug, weil sie mich über die Bedeutung in einer für mich glaubhaften und nicht zu durchschauenden Weise getäuscht hätten.
Hupe - in der Tat treffe ich die finanziellen Entscheidungen, aber meine Frau hatte immer eine Bankkarte, die sie hätte benutzen können, und das Konto lief auf unsere beiden Namen. Hat sie aber selten und nur in Absprache mit mit, 7 Jahre lang (seit sie nach Europa kam). Hier habe ich ihr zwei Läden eingerichtet (Klamotten und sühm suai), aus denen sie eigentlich die Forderungen ihrer Eltern erfüllen sollte. Nur liegen deren Vorstellungen leider derart jenseit von gut und Böse, dass die Tochter nichtmal den Ansatz einer Chance hat, sie zu erfüllen. Obwohl sie das gesamte Geld, was sie dort als Gewinn erwirtschaftet, auch in den Lebensunterhalt der Eltern buttert.
Vielleicht zur Vervollständigung - der jüngere Bruder arbeitet in einer Firma, verdient 17 000 pro Monat, und gibt den Eltern 9 000. Der ältere Bruder arbeitet für den Vater (als Mädchen für alles, Fahrer, Handwerker, Lastenträger usw.) und kriegt dafür eine maßvolle Entlohnung (ca. Mindestlohn).
Im Umfeld meiner Frau, deren Isaan-Freundinnen die ich kenne, läuft es ähnlich ab. Ein Mädel hat sich neben dem Job noch was durch regelmäßige Dienstleistungen für einen Farang dazuverdient (der dann irgendwann mal nicht mehr zahlen wollte), und legt sich buchstäblich krumm für die Eltern, andere geben auch den Eltern andauernd soviel ab, dass für die selber und ihre eigene Lebensplanung überhaupt nichts übrig bleibt. Für Europäer sehr ungewöhnliche Verhältnisse.