T
ThomasH
Gast
@ Bruno
Ich schreibe meine Geschichte hier in auch für Dich auf - zur moralischen Unterstützung sozusagen, auch wenn sie mir momentan nicht so sehr nach Happy-End aussieht, aber wer kann schon in die Zukunft blicken?
Es begann am 27. Juli 1989.
Meine Freundin hatte sich zehn Tage vorher von mir getrennt und wir wollten eigentlich zusammen nach Italien in Urlaub fahren, aber daraus ist natürlich nichts mehr geworden. Ich arbeitete zu dieser Zeit in einem italienischen Restaurant als Kellner und daher kannte ich auch das Mädel aus dem Reisebüro, der ich bis heute so dankbar bin. Ich also ins Reisebüro und Last-Minute-Angebote gecheckt. Aber zum Ferienbeginn bei uns in Bayern war fast nichts mehr frei. Nur noch Mallorca, Cran Canaria und Pattaya, alles so ziemlich zum selben Preis. Die Angestellte fragte mich, warum alleine und ich habe ihr so ansatzweise die Story erzählt. Sie meinte dann, daß Pattaya genau die richtige Therapie für mich wäre
Tja und so bin ich, der keine Ahnung hatte, was ihn dort erwartet, das erste Mal nach Thailand gekommen, drei Wochen Pattaya, Nipa Lodge Hotel.
Morgens vor fünf Uhr in Bangkok angekommen, aus dem Flieger ausgestiegen und nach zehn Metern die Tür zum Heizungsraum entdeckt, hmm brauchen die hier eine Heizung? Nein, natürlich nicht, es war eine offene Tür nach draußen und die Temperatur und Luftfeuchtigkeit um diese Zeit hat mich erst mal umgehauen
(bildlich). Dann dreieinhalb Stunden Busfahrt bis zum Hotel. Duschen, im Hotelprospekt geblättert, entdeckt, daß es Massagen gibt und mir gedacht, genau das brauchst du jetzt für deine verspannten Glieder... Es kann sich ja wohl jeder vorstellen, was mich erwartete und mein Gesicht dazu
Ich lache mich immer noch kaputt darüber, wenn ich daran denke, aber ich hatte wirklich keine Ahnung...
Dann erst mal zwei Stunden geschlafen und erfreut festgestellt, daß ein Gastronomie-Kollege aus Passau, den ich im Flugzeug kennengelernt hatte im selben Hotel untergekommen war, da aus irgendwelchen Gründen er das Hotel gewechselt hatte. Und er hatte mittlerweile einen Bwler kennengelernt, so daß wir drei, die alle das erste Mal in Thailand waren zusammen um die Häuser zogen - weit kamen wir ja nicht
... Die beiden sind an der ersten Bar hängengeblieben, aber ich wollte einfach noch ein bißchen mehr erkunden, so daß ich die beiden dann alleine ihrem Schicksal überließ... Und ich habe es wirklich geschafft, zu Fuß von der Central Road bis nach Südpattaya zu kommen, war halt auch noch ziemlich fertig vom Flug und anderem
. Aber es war eine äußerst befremdliche Erfahrung. Habe mindestens, wenn nicht noch mehr Mädels abgeschüttelt, die mich mit vollem Körpereinsatz an ihre Bar abschleppen wollten. Ich begann ansatzweise zu verstehen, was sie im Reisebüro mit der "richtigen Therapie" meinte
. Auf dem Rückweg habe ich dann doch nachgegeben, die war einfach zu süß und diese Nacht habe ich auch nicht alleine verbracht. Am nächsten morgen beim Frühstück mit den anderen beiden Jungs habe ich dann allerdings erfahren müssen, daß die 1500 Baht, die ich bezahlt hatte der dreifache Satz des Üblichen waren, mir erschien es trotzdem noch viel zu wenig. Den Tag am Pool verbracht und relaxed, etwas durch die Stadt gebummelt und am Abend mit den beiden losgezogen bis zur Rose Bar, wo wir irgendwie alle drei fündig geworden sind und die drei Mädels waren auch noch miteinander befreundet. Ich kann das jetzt alles ziemlich abkürzen. Mir war von Anfang an bewußt, daß es nichts weiter als eine Urlaubsbeziehung ist und ich habe dem Mädchen auch keine falschen Hoffnungen gemacht. Wir haben wunderschöne drei Wochen miteinander verbracht und so nach zehn Tagen schrieb ich meiner Ex eine Postkarte, auf der ich nur in fetten Buchstaben DANKE schrieb - warum sie wohl nie mehr ein Wort mit mir gewechselt hat
?. Nein, was für mich viel wichtiger war als dieses Mädchen, war, daß ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl hatte zu Hause zu sein. Ich kann es nicht anders erklären. Ich habe vorher in meinem Leben viel erlebt, war so ziemlich überall in Europa, irgendwie auf der Suche und dort erwischt es mich wie ein Hammerschlag. Wir sind in diesen drei Wochen oft zu ihr nach Hause gefahren, 60 km von Pattaya weg mitten in der Pampa. Sie war zwar damals schon sechs Jahre in Pattaya, aber ich glaube, sie hatte sich wirklich in mich verliebt. Lag vielleicht auch daran, daß ich so viel wissen wollte, über die Menschen, den Buddhismus, die Sprache, über alles, auf daß sie stolz war und sie hat mir wirklich viel erklärt, offener und ehrlicher als ich das heute rückblickend hätte erwarten dürfen, damals war es mir eigentlich selbstverständlich. Zum Ende hin wollte ich es dann genau wissen. Ich sagte ihr, daß ich eventuell noch eine Woche verlängern könnte, ihr dann aber deutlich weniger geben könnte und dann auch ein wenig finanzielle Probleme in Deutschland hätte, so daß ich ihr nichts schicken könnte. Als sie mir sagte, daß ich noch bleiben soll und ihr die Kohle egal ist, hatte ich meine Frage schon bitter bereut. Ich habe nicht verlängert und ihr in Bangkok am Flughafen alles gegeben, was ich noch im Geldbeutel hatte, aber das ließ ihre Tränen auch nicht versiegen. Sie hat mir einige Briefe geschrieben, wie es ihr geht, daß sie hofft, daß ich wiederkomme, niemals über Geld. Aber, wie schon gesagt, es war eine schöne Urlaubsbekanntschaft aber nicht mehr. Ich hatte mich zwar verliebt, aber nicht in sie, sondern in Thailand.
Zurück in Deutschland hat mich dann das große Heulen gepackt, ich hatte Heimweh... Ich habe das dann etwas gemildert, indem ich viele Bücher las, die einen Bezug zu Thailand hatten und Stammgast im Bangkok Restaurant in München wurde. Und indem ich meinen nächsten Urlaub plante, diesmal zusammen mit meinem besten Freund nach Koh Samui. Er war schon mal mit seiner Freundin dort und auch total begeistert vom Land, allerdings nicht von den Frauen.
Einen schönen Urlaub mit Bernd dort verbracht, abseits der Touristenströme in Choengmon, wenn auch ohne die holde Weiblichkeit, na ja fast ohne
. Das erste Mal Songkran in Thailand gefeiert, mit dem Jeep durch Südthailand gefahren und viele Eindrücke von diesem wunderschönen Land bekommen, viel gelernt über das Land, die Leute, die Mentalität...
Und vier Monate später wieder drei Wochen Koh Samui, diesmal mit einem Arbeitskollegen. Nein, zuerst zwei Tage Pattaya und dann Koh Samui um genau zu sein. Wieder wunderschön mit einem netten Mädchen, aber wieder mehr Gefühl von ihrer Seite als von meiner... Viel Spaß gehabt und es uns gutgehen lassen - die drei Tage Bangkok, die wir am Schluß einlegen wollten, gestrichen und bis zum Ende in Koh Samui geblieben, war einfach zu schön dort, um sich diesen Moloch von einer Großstadt anzutun...
Fünf Monate später sind wir beide dann wieder nach Koh Samui und wie es der Teufel will, lerne ich an der Funny Bar eine Frau kennen mit der ich anfing Backgammon zu spielen. (Ich spiele gut, habe es mal halbprofessionell betrieben). Aber in Ooy hatte ich einen wirklich fast ebenbürtigen Partner gefunden, machte riesig Spaß und wir haben fünf oder sechs Stunden lang gespielt, uns unterhalten und mir war klar, daß ich mit dieser Frau meinen Urlaub verbringen will. Und dann um Mitternacht kommt dieser Typ daher, der sie heiraten will und mit dem sie schon seit zwei Monaten zusammen ist und von dem ich nichts wußte - das war so ein Tiefschlag
, aber ich bin nicht leicht zu entmutigen und Ooy hatte es mir wirklich angetan, deutlich mehr als alle Frauen, die ich vorher in Thailand kennengelernt hatte. Ich habe es zwei, drei Tage lang probiert und ihr Typ ist halb wahnsinnig geworden vor Eifersucht. Ich bin dann schon am Nachmittag an die Bar gefahren, weil ich hoffte, sie alleine zu erwischen, aber sie war nicht da. Jaar, die Besitzerin fragte mich dann, ob ich mit ihr spielen will und sie hatte es Ooy beigebracht. Kurz gesagt, sie versuchte mich ein wenig von Ooy abzubringen und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie sie es geschafft hat, aber sie hat es geschafft - und wie... Und zum Feierabend irgendwann am frühen morgen erzählt sie mir, daß sie die Chefin ist und ich gerne jedes Mädchen von ihrer Bar mitnehmen kann, aber nicht sie. Urlaub der Tiefschläge... Am nächsten Tag erst mal Erkundigungen eingezogen, sie hatte keinen Freund, aber ein Kind mit einem Deutschen und üble Erfahrungen gemacht. Jeden Abend an dieser Bar verbracht und um sie gewoben und jedes mal alleine nach Hause gefahren und mich immer mehr in sie verliebt... Zum Abschied am Flughafen hat sie mir den ersten Kuß gegeben und ich wußte ich komme sehr bald wieder. Vier Monate lang im kalten Deutschland gearbeitet bis zum umfallen, lange Briefe geschrieben und welche bekommen, daß sie mich gerne als einen guten Freund haben möchte, aber nicht mehr... Dann wieder Koh Samui, wieder das selbe Spiel... Sie mußte doch endlich kapieren, daß ich es ernst meine. Jedes mal alleine nach Hause, und jede Minute die sie Zeit hatte mit ihr verbracht. Habe ihr vernünftige Backgammonspiele aus Deutschland mitgebracht, die sie unbedingt bezahlen wollte. Sie hat mich dann solange keine Zeche bezahlen lassen, bis wir quitt waren. Diese Frau hätte mich ausnehmen können bis zum letzten Hemd und ich hätte Danke gesagt. Ich hatte wahrscheinlich extremes Glück, daß ich an sie geraten bin. Sie war für mich die erste Thai, die mir wirklich ebenbürtig erschien, was natürlich auch damit zusammenhing, daß sie sehr gut englisch kann und eine hervorragende Kommunikationsebene gegeben war und sie auch keine Tabus kannte, mir alles erklärte, was ich wissen wollte, auch sehr intime Dinge und ich ihr auch sehr viel von mir verriet. Aber ich konnte einfach nicht mehr werden als ein guter Freund und drei Monate später wollte ich es wissen, bin wieder für zwölf Tage nach Koh Samui. Und endlich hatte ich es eingesehen, daß ich keine Chance habe und habe aufgegeben. Am letzten Abend habe ich dann demonstrativ ein Mädchen aus ihrer Bar mitgenommen - ich habe später erfahren, daß Jaar vor Glück geweint hat. Mittlerweile ist Jaar eine der ganz, ganz wenigen Menschen, die ich als meine Freunde tituliere - ich gehe mit dieser Bezeichnung äußerst sparsam um. Vor drei Monaten habe ich sie endlich mal wiedergesehen und wir haben viel über diese alten Zeiten geredet und über mich gelacht. Sie meinte, daß ich eine gute Chance bei ihr gehabt hätte, aber sie wußte ich würde mich selbst verlieren und sie hat recht damit und ich bin ihr heute sehr dankbar, daß sie sich so verhalten hat - ich war zu verrückt nach ihr. Und es hat mich sehr gefreut, daß sie es geschafft hat, sie ist mittlerweile eine für thailändische Verhältnisse wohlhabende Frau und es geht ihr wirklich gut.
Wie ich dann meine Frau kennengelernt habe und vieles mehr im zweiten Teil in ein paar Tagen...
Euer Thomas H
Ich schreibe meine Geschichte hier in auch für Dich auf - zur moralischen Unterstützung sozusagen, auch wenn sie mir momentan nicht so sehr nach Happy-End aussieht, aber wer kann schon in die Zukunft blicken?
Es begann am 27. Juli 1989.
Meine Freundin hatte sich zehn Tage vorher von mir getrennt und wir wollten eigentlich zusammen nach Italien in Urlaub fahren, aber daraus ist natürlich nichts mehr geworden. Ich arbeitete zu dieser Zeit in einem italienischen Restaurant als Kellner und daher kannte ich auch das Mädel aus dem Reisebüro, der ich bis heute so dankbar bin. Ich also ins Reisebüro und Last-Minute-Angebote gecheckt. Aber zum Ferienbeginn bei uns in Bayern war fast nichts mehr frei. Nur noch Mallorca, Cran Canaria und Pattaya, alles so ziemlich zum selben Preis. Die Angestellte fragte mich, warum alleine und ich habe ihr so ansatzweise die Story erzählt. Sie meinte dann, daß Pattaya genau die richtige Therapie für mich wäre
Tja und so bin ich, der keine Ahnung hatte, was ihn dort erwartet, das erste Mal nach Thailand gekommen, drei Wochen Pattaya, Nipa Lodge Hotel.Morgens vor fünf Uhr in Bangkok angekommen, aus dem Flieger ausgestiegen und nach zehn Metern die Tür zum Heizungsraum entdeckt, hmm brauchen die hier eine Heizung? Nein, natürlich nicht, es war eine offene Tür nach draußen und die Temperatur und Luftfeuchtigkeit um diese Zeit hat mich erst mal umgehauen
(bildlich). Dann dreieinhalb Stunden Busfahrt bis zum Hotel. Duschen, im Hotelprospekt geblättert, entdeckt, daß es Massagen gibt und mir gedacht, genau das brauchst du jetzt für deine verspannten Glieder... Es kann sich ja wohl jeder vorstellen, was mich erwartete und mein Gesicht dazu
Ich lache mich immer noch kaputt darüber, wenn ich daran denke, aber ich hatte wirklich keine Ahnung... Dann erst mal zwei Stunden geschlafen und erfreut festgestellt, daß ein Gastronomie-Kollege aus Passau, den ich im Flugzeug kennengelernt hatte im selben Hotel untergekommen war, da aus irgendwelchen Gründen er das Hotel gewechselt hatte. Und er hatte mittlerweile einen Bwler kennengelernt, so daß wir drei, die alle das erste Mal in Thailand waren zusammen um die Häuser zogen - weit kamen wir ja nicht
... Die beiden sind an der ersten Bar hängengeblieben, aber ich wollte einfach noch ein bißchen mehr erkunden, so daß ich die beiden dann alleine ihrem Schicksal überließ... Und ich habe es wirklich geschafft, zu Fuß von der Central Road bis nach Südpattaya zu kommen, war halt auch noch ziemlich fertig vom Flug und anderem
. Aber es war eine äußerst befremdliche Erfahrung. Habe mindestens, wenn nicht noch mehr Mädels abgeschüttelt, die mich mit vollem Körpereinsatz an ihre Bar abschleppen wollten. Ich begann ansatzweise zu verstehen, was sie im Reisebüro mit der "richtigen Therapie" meinte
. Auf dem Rückweg habe ich dann doch nachgegeben, die war einfach zu süß und diese Nacht habe ich auch nicht alleine verbracht. Am nächsten morgen beim Frühstück mit den anderen beiden Jungs habe ich dann allerdings erfahren müssen, daß die 1500 Baht, die ich bezahlt hatte der dreifache Satz des Üblichen waren, mir erschien es trotzdem noch viel zu wenig. Den Tag am Pool verbracht und relaxed, etwas durch die Stadt gebummelt und am Abend mit den beiden losgezogen bis zur Rose Bar, wo wir irgendwie alle drei fündig geworden sind und die drei Mädels waren auch noch miteinander befreundet. Ich kann das jetzt alles ziemlich abkürzen. Mir war von Anfang an bewußt, daß es nichts weiter als eine Urlaubsbeziehung ist und ich habe dem Mädchen auch keine falschen Hoffnungen gemacht. Wir haben wunderschöne drei Wochen miteinander verbracht und so nach zehn Tagen schrieb ich meiner Ex eine Postkarte, auf der ich nur in fetten Buchstaben DANKE schrieb - warum sie wohl nie mehr ein Wort mit mir gewechselt hat
?. Nein, was für mich viel wichtiger war als dieses Mädchen, war, daß ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl hatte zu Hause zu sein. Ich kann es nicht anders erklären. Ich habe vorher in meinem Leben viel erlebt, war so ziemlich überall in Europa, irgendwie auf der Suche und dort erwischt es mich wie ein Hammerschlag. Wir sind in diesen drei Wochen oft zu ihr nach Hause gefahren, 60 km von Pattaya weg mitten in der Pampa. Sie war zwar damals schon sechs Jahre in Pattaya, aber ich glaube, sie hatte sich wirklich in mich verliebt. Lag vielleicht auch daran, daß ich so viel wissen wollte, über die Menschen, den Buddhismus, die Sprache, über alles, auf daß sie stolz war und sie hat mir wirklich viel erklärt, offener und ehrlicher als ich das heute rückblickend hätte erwarten dürfen, damals war es mir eigentlich selbstverständlich. Zum Ende hin wollte ich es dann genau wissen. Ich sagte ihr, daß ich eventuell noch eine Woche verlängern könnte, ihr dann aber deutlich weniger geben könnte und dann auch ein wenig finanzielle Probleme in Deutschland hätte, so daß ich ihr nichts schicken könnte. Als sie mir sagte, daß ich noch bleiben soll und ihr die Kohle egal ist, hatte ich meine Frage schon bitter bereut. Ich habe nicht verlängert und ihr in Bangkok am Flughafen alles gegeben, was ich noch im Geldbeutel hatte, aber das ließ ihre Tränen auch nicht versiegen. Sie hat mir einige Briefe geschrieben, wie es ihr geht, daß sie hofft, daß ich wiederkomme, niemals über Geld. Aber, wie schon gesagt, es war eine schöne Urlaubsbekanntschaft aber nicht mehr. Ich hatte mich zwar verliebt, aber nicht in sie, sondern in Thailand.Zurück in Deutschland hat mich dann das große Heulen gepackt, ich hatte Heimweh... Ich habe das dann etwas gemildert, indem ich viele Bücher las, die einen Bezug zu Thailand hatten und Stammgast im Bangkok Restaurant in München wurde. Und indem ich meinen nächsten Urlaub plante, diesmal zusammen mit meinem besten Freund nach Koh Samui. Er war schon mal mit seiner Freundin dort und auch total begeistert vom Land, allerdings nicht von den Frauen.
Einen schönen Urlaub mit Bernd dort verbracht, abseits der Touristenströme in Choengmon, wenn auch ohne die holde Weiblichkeit, na ja fast ohne
. Das erste Mal Songkran in Thailand gefeiert, mit dem Jeep durch Südthailand gefahren und viele Eindrücke von diesem wunderschönen Land bekommen, viel gelernt über das Land, die Leute, die Mentalität...Und vier Monate später wieder drei Wochen Koh Samui, diesmal mit einem Arbeitskollegen. Nein, zuerst zwei Tage Pattaya und dann Koh Samui um genau zu sein. Wieder wunderschön mit einem netten Mädchen, aber wieder mehr Gefühl von ihrer Seite als von meiner... Viel Spaß gehabt und es uns gutgehen lassen - die drei Tage Bangkok, die wir am Schluß einlegen wollten, gestrichen und bis zum Ende in Koh Samui geblieben, war einfach zu schön dort, um sich diesen Moloch von einer Großstadt anzutun...
Fünf Monate später sind wir beide dann wieder nach Koh Samui und wie es der Teufel will, lerne ich an der Funny Bar eine Frau kennen mit der ich anfing Backgammon zu spielen. (Ich spiele gut, habe es mal halbprofessionell betrieben). Aber in Ooy hatte ich einen wirklich fast ebenbürtigen Partner gefunden, machte riesig Spaß und wir haben fünf oder sechs Stunden lang gespielt, uns unterhalten und mir war klar, daß ich mit dieser Frau meinen Urlaub verbringen will. Und dann um Mitternacht kommt dieser Typ daher, der sie heiraten will und mit dem sie schon seit zwei Monaten zusammen ist und von dem ich nichts wußte - das war so ein Tiefschlag
, aber ich bin nicht leicht zu entmutigen und Ooy hatte es mir wirklich angetan, deutlich mehr als alle Frauen, die ich vorher in Thailand kennengelernt hatte. Ich habe es zwei, drei Tage lang probiert und ihr Typ ist halb wahnsinnig geworden vor Eifersucht. Ich bin dann schon am Nachmittag an die Bar gefahren, weil ich hoffte, sie alleine zu erwischen, aber sie war nicht da. Jaar, die Besitzerin fragte mich dann, ob ich mit ihr spielen will und sie hatte es Ooy beigebracht. Kurz gesagt, sie versuchte mich ein wenig von Ooy abzubringen und ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie sie es geschafft hat, aber sie hat es geschafft - und wie... Und zum Feierabend irgendwann am frühen morgen erzählt sie mir, daß sie die Chefin ist und ich gerne jedes Mädchen von ihrer Bar mitnehmen kann, aber nicht sie. Urlaub der Tiefschläge... Am nächsten Tag erst mal Erkundigungen eingezogen, sie hatte keinen Freund, aber ein Kind mit einem Deutschen und üble Erfahrungen gemacht. Jeden Abend an dieser Bar verbracht und um sie gewoben und jedes mal alleine nach Hause gefahren und mich immer mehr in sie verliebt... Zum Abschied am Flughafen hat sie mir den ersten Kuß gegeben und ich wußte ich komme sehr bald wieder. Vier Monate lang im kalten Deutschland gearbeitet bis zum umfallen, lange Briefe geschrieben und welche bekommen, daß sie mich gerne als einen guten Freund haben möchte, aber nicht mehr... Dann wieder Koh Samui, wieder das selbe Spiel... Sie mußte doch endlich kapieren, daß ich es ernst meine. Jedes mal alleine nach Hause, und jede Minute die sie Zeit hatte mit ihr verbracht. Habe ihr vernünftige Backgammonspiele aus Deutschland mitgebracht, die sie unbedingt bezahlen wollte. Sie hat mich dann solange keine Zeche bezahlen lassen, bis wir quitt waren. Diese Frau hätte mich ausnehmen können bis zum letzten Hemd und ich hätte Danke gesagt. Ich hatte wahrscheinlich extremes Glück, daß ich an sie geraten bin. Sie war für mich die erste Thai, die mir wirklich ebenbürtig erschien, was natürlich auch damit zusammenhing, daß sie sehr gut englisch kann und eine hervorragende Kommunikationsebene gegeben war und sie auch keine Tabus kannte, mir alles erklärte, was ich wissen wollte, auch sehr intime Dinge und ich ihr auch sehr viel von mir verriet. Aber ich konnte einfach nicht mehr werden als ein guter Freund und drei Monate später wollte ich es wissen, bin wieder für zwölf Tage nach Koh Samui. Und endlich hatte ich es eingesehen, daß ich keine Chance habe und habe aufgegeben. Am letzten Abend habe ich dann demonstrativ ein Mädchen aus ihrer Bar mitgenommen - ich habe später erfahren, daß Jaar vor Glück geweint hat. Mittlerweile ist Jaar eine der ganz, ganz wenigen Menschen, die ich als meine Freunde tituliere - ich gehe mit dieser Bezeichnung äußerst sparsam um. Vor drei Monaten habe ich sie endlich mal wiedergesehen und wir haben viel über diese alten Zeiten geredet und über mich gelacht. Sie meinte, daß ich eine gute Chance bei ihr gehabt hätte, aber sie wußte ich würde mich selbst verlieren und sie hat recht damit und ich bin ihr heute sehr dankbar, daß sie sich so verhalten hat - ich war zu verrückt nach ihr. Und es hat mich sehr gefreut, daß sie es geschafft hat, sie ist mittlerweile eine für thailändische Verhältnisse wohlhabende Frau und es geht ihr wirklich gut.Wie ich dann meine Frau kennengelernt habe und vieles mehr im zweiten Teil in ein paar Tagen...
Euer Thomas H


