Achim said:
Ich finde man kann sich gegenseitig ruhig private Räume lassen. Wenn meine Partnerin meint mit einer Sache umgehen zu können ohne sie ´auszudiskutieren´, dann zolle ich ihr den Respekt ihr das auch zuzutrauen.
Da ich andererseits vermute dass du und ich eine ähnliche Anzahl beendeter Beziehungen hinter sich haben vermute ich weiterhin dass wir beide nicht die besten Ratgeber sind ;-D aber das steht auf einem anderen Blatt
Was verstehst Du unter "privaten Räumen"? Ich lasse meiner Frau viele Freiheiten, was sie mir auch oft signalisiert.
Gut, wir leben in TH, daher sind ihre Erwartungen diesbezüglich vielleicht etwas anders als das bei jemandem ist, der in D lebt.
Ich sehe mich auch nicht als Ratgeber. Aber ich habe für mich gelernt, dass es keine Geheimnisse geben darf. Zumindest nicht in Dingen, die für die Gemeinschaft wichtig sind. Ich muss ja nicht jedes Wort berichtet bekommen, was sie mit irgendwem gesprochen hat, aber es darf eben nicht sein, dass sie mir etwas absichtlich verheimlichen würde.
Würde ich als mangelndes Vertrauen interpretieren und mit einer Person, die mir nicht vertrauen mag, mag ich dies entweder klären oder die Beziehung für gescheitert erklären.
Beispiel: Tante versucht schon irgendwie ab und zu, meine "Hilfe" zu bekommen. Sie kriegt es eben nicht geregelt und ist mal wieder hoch verschuldet. Diesmal sogar so sehr, dass ich ihren finanziellen Ruin erwarte. Ich helfe aber nicht, weil ich davon ausgehe, dass sie nur ruckzuck in derselben Lage wäre.
Nun spricht sie aber gelegentlich meine Frau an. Nicht direkt, aber meine Frau weiss was gemeint ist. Um mich nicht damit zu belasten, möchte sie mir das nicht jedesmal erzählen. Ich finde aber trotzdem immer wieder einen Anfang des Fadens, an dem ich ihr diesen Wurm aus der Nase ziehe. Und dann kommt von meiner Seite eine Grundsatzerklärung. So habe ich ihr gestern gesagt, dass mir sehr wichtig ist, auch eine eigene Einschätzung zu haben, wie stark sie davon belastet wird. Um dann auch ihr helfen zu können mit diesen subtilen Belastungen besser fertigzuwerden.
Aus geringen Mengen seelischem Müll kann schnell ein unübersehbarer Haufen werden und Thai sind nunmal nicht die großen Konfliktlöser.
Hierbei geht es nicht um Freiräume, es geht darum, den Partner vor Fehlern zu schützen. Ein anderes Ding wäre ihre Beziehung zu Alkohol. Ich habe da eine klare Vorstellung, da ich weiss, dass sie nur ohne Alkohol klarkommt. Und sie erzählt mir jedes Mal, wenn sie irgendwo eine Kleinigkeit getrunken hat. Sie fühlt sich ja selber unwohl damit, kann aber diesen blöden Einladungen nicht widerstehen. Die Mengen um die es geht sind lächerlich geworden mit der Zeit. Nur ist diese Beziehung zum Alkohol eine ganz ähnliche wie die eines Alkoholikers, was sie nicht ist.
Ich erzähle diese Dinge, die zunächst etwas OT erscheinen müssen, um darzustellen, dass an vielen Stellen "Freiräume" nicht mit Sorglosigkeit verwechselt werden dürfen. Sonst hat man sehr schnell ein großes Problem.
Deswegen betone ich, wenn´s auch manchen auf den Geist gehen sollte, zum dritten Mal, dass ein klärendes Gespräch, wie auch immer es begonnen würde, mir in diesem Fall unumgänglich erscheint. In diesem Punkt braucht der Threadstarter absolute Klarheit und ich bin davon überzeugt, dass dies auch im Nachhinein der Frau gut tut. Dass ihr derzeit etwas nicht guttut ist ja offensichtlich. Und dass dies bis dahin führt, dass sie sich dem Threadstarter gegenüber verschliesst scheint mir auch deutlich.
Wie ich vorher schon sagte, ein verschlossenes Herz kann nicht gleichzeitig ein offenes sein. Und eine Beziehung ohne Offenheit ist für mich die Bezeichnung nicht wert. Gerade nach meinen mehreren Ehen würde ich mich auf sowas überhaupt nicht mehr einlassen. Jemanden zum Sprechen zu bringen kann schwierig sein. Wenn aber dann erst der Stein vom Herzen gefallen ist, fühlt man sich gemeinsam deutlich besser.