Bis ca 2006 war das mehr order weniger ein Paradies
2005 war geprägt durch den Bauboom, der nach dem Tzunami in Phuket aber auch Koh Samui einen Touristentzunami bewältigen sollte,
der durch die Bilder von den schönen Stränden, über Thailand herein brach.
Mit dem vielen Geld, das ins Land kam, begann der grosse Goldrausch,
viele konnten den Mund nicht voll genug kriegen, TRT wurde 2006 abgesetzt,
es war nicht von Not der Bevölkerung die Rede, sondern es ging um den Wettlauf, wer kriegt mehr.
In den kommenden Jahren explodierte der Massentourismus immer weiter, internationale Hotelkonzerne, die sich gross in Thailand investiert hatten,
machten ihre 51% Teilhaber steinreich,
viele Nationalisten ärgerten sich, dass die Gruppe der Thai-Inder, die als 51% Gesellschafter meist fungierten,
auf dem Weg zu viel Geld und viel zu viel Einfluss in Thailand kam.
Man sah das Gefüge gefährdet, indem die falschen Leute zu einflussreich wurden, die in den Thai-Werten zu wenig verankert waren,
weil sie ja selbst gewissermassen "Ausländische-Wurzeln" vor 1 bis 2 Generationen hatten,
so wurde halt gesellschaftliches Konfliktpotential geschaffen,
wo Nationalisten nach dem Rückschnitt des Wildwuches wetterten.
2008 war dann das Jahr, wo man für 1 Euro 55 Baht bekam, was Thailand für die Touristen sehr billig machte,
manche Rentner leichtsinnigerweise mit schmaler Polsterung auf der Rippe, zur Thailand-übersiedlung bewog,
die dann später, beim Wechselkurs von 1 Euro 35 Baht erlebten, wie denn das ist, wenn man wie ein Ausländer behandelt wird, der einen Tritt bekommt. (manche von denen hatten in den guten Jahren angefangen, sich sozial zu betätigen - tragische Lebensläufe)
Parralel mit der Verschlechterung des Wechselkurses gab es eine Entwicklung, dass speziell Auslands-Deutsche Infrastrukturangebote von einem Massenexodus betroffen waren. Traditionsgastronmomien, wie Otto, aber auch Schweine Dieter in Pattaya, also betriebe, die es seit Ende der 80ger Jahre in Thailand gab, strichen die Segel, bauten ab, oder zogen in den Isaan, wo sich noch letzte "pockets of restistance" von Deutschen eingegraben hatten.
wenn ich heute 40.000 thb oder >1000 euro fuer maintenance service bezahle, erwarte ich auch einen hohen standard und nicht nur pfusch reperaturen.wenn ich in einem guten restaurant einen salat essse und er kostet 390 thb, erwarte ich eben neben olivenoel, blasamico etwas brot, das sind europ preise- bei einem salat fur 60/80 thb erwarte ich das eben nicht.
die grosse Gier und der Wettlauf nach dem Geld, führte in den Touristengebieten zu dem Verschwinden eines realistischen Preis-Leistungsangebotes,
zu einer reinen Pfusch-Kultur, die das ganze Land beherrscht.
Das Land ist geprägt vom Agrarhandel, wer eine Frucht kauft, Geld gegen Ware gibt, der weiss, dass er sein Geld niemals wieder zurück bekommt. Eine Verkäuferin, die das tun würde, würde vermutlich symbolisch entmündigt werden, keiner würde sie noch ernst nehmen.
Das Fatale ist aber, wenn eine Agrarhändler-Kultur zur Warenhändler-Kultur überführt wird,
denn ohne entsprechende Schulung im Bewusstsein,
sind die Menschen nicht im Stande, einen globalen Warenhandelsstandard zu erfüllen.
Beispiel ; Händler verkauft einen technischen Artikel eines ausländischen Markenherstellers samt Garantie.
Ware geht nach 10 Monaten kaputt, Händler nimmt die Ware, ist aber 2 Monate nicht im Stande, den defekten Artikel zur regional Verwaltung des Konzerns, nach Singapore einzuschicken, sondern gibt dem Käufer schliesslich einen anderen defekten Artikel (wohl eines anderen Käufers) zurück. Nach Direktkontakt mit Singapore, sagen die sofort, kein Problem, an uns zurück schicken, sie kriegen von uns neuen Artikel als Ersatz.
Für den normalen th. Käufer ist diese Arbeit, des selber versendens fast schon etwas, wie dem Kunden sein Geld wieder zu geben,
Garantieversprechen werden grundsätzlich als game show angesehen, man denkt grundsätzlich in der Dimension von Stossgeschäften.
02.12.1968HANDEL / STOSSBETRUG
Zuschlagen und abhauen
HANDEL / STOSSBETRUG: Zuschlagen und abhauen - DER SPIEGEL 49/1968
nein, der Händler haut nach dem Verkauf nicht körperlich ab, sondern er steht dem Käufer nach abgeschlossendem Kauf mental einfach nicht mehr zu Verfügung, und blockiert jede Einigung, wenn es um einen defekten elektrischen Artikel mit Garantieanspruch geht.
(zu den Ausnahmen zählen powerbuy, it-City, und die Bangkok-Zentralen von einigen überregionalen Vertriebsketten)
Wenn nun die Pattaya Stadtverwaltung das Wartungsproblem von defekten Überwachungskameras in die Medien zerrt,
so sind das eben diese Garantieversprechen, an die sich der Verkäufer dann nicht halten will oder kann,
weil das ganze Geschäft, mit der rückgezahlten Provision, bereits abgewickelt ist, und er an einer einseitigen Verschlechterung seines Finanzanteils nicht bereit ist, denn dafür hat er ja die Provision zurück gezahlt, dass er mit Nervereien aus dem Vertrag in Ruhe gelassen wird.
Handwerkerpfusch ist ansonsten ein Dauerthema,
man braucht kein tolles Haus mit toller Installation, wenn man nachher keine Leute findet, die das -ordnungsgemäss- in Schuss halten.
Der erste Elektriker kommt, und macht nicht nur eine Pfuschreparatur, sondern schneidet haufenweise "defektes Kabel" raus, das er "entsorgt", weil es ihm nur um Kupferdiebstahl geht. Der Maler bringt sein Material selber mit, er hat haufenweise Farbeimer dabei, die er abrechnet, nur befindet sich in den Eimern gestreckte Farbe, die halt nach 2 Jahren den nächsten "Wasserfarbenanstrich" braucht.
es herrscht überall bei Handwerkern eine Mentalität des Folgenlosen Stossbetruges, Handynummern sind selten lange aktiv und werden gewechselt, Firmenadressen und schriftliche Angebote gibt es bei Handwerkern nicht, keiner hat einen Firmenstempel, Quittungen sind alle mit einem leerem Adressfeld ausgestellt, es herrscht Piratenkultur in Quittungs und Rechnungswesen.
Was die Restaurants angeht, sie sind erstmal Anlaufpunkt von zahllosen Abkassieren, das Lokal darf, bevor es sein erstes Brot verkaufen darf, unzählige Herrn, die Lizenzen für Musik, Rettungsausgänge, Polizeinotrufbereitschaft, örtlichen Tempel, örtliche Feuerwehr, örtliche Jugendgang, die einem die anderen Jugendgangs vom Hals hält, und dafür sorgt, das unmittelbar vor dem Restaurant Eingang sich kein Motorradvermieter breit macht,
der dann nur noch einen schmalen Weg den Gästen lässt,
mit anderen Worten, das Restaurant kann gar nicht schutzlos günstig operieren, weil sich sofort eine Herrschar an Parasiten breit gemacht hat.