@x-pat
Zu Management in Th kann ich nur beschränkt etwas sagen. Trotz offiziell Manager, war ich eigentlich immer eher der Kopf eines Familienbetriebes und somit auch Mädchen für alles. Ich habe selten Fehler systematisch aufgearbeitet und hatte in den entscheidenden Momenten oft viel Glück oder auch die richtigen Freunde an der Seite. Hier in Th hat man oft viele unsichtbare Mitspieler, seien es die Nachbarn, oder auch die Gäste (im Bungalowbetrieb), die sich dann für die ach so armen und ausgebeuteten Angestellten einsetzen, oder sie nur f... wollen und dafür mehr Freizeit rausschinden wollen. Die Geschäftskonkurrenten sind natürlich auch ein Faktor, doch eigentlich nur, weil sie mit härteren Bandagen kämpfen.
Ich habe eine sehr lange Liste von Anekdoten und Erfahrungen, die ich vielleicht mal aufschreibe, wenn ich nichts mehr zu tun habe. Ob sie für jemanden anderen hilfreich sind, bezweifele ich, da gerade in diesem Land Handeln nach Schema F (Plan) nicht funktioniert.
Nach meiner Erfahrung gibt es zwei haupt Handlungslinien: Man verbündet sich mit den Mächtigen, zeigt Zähne, trumpft auf, und zeigt sich dabei großzügig gegenüber seinen Verbündeten (Konkurrenten) - bedeutet natürlich, dass man auch genügend Geld haben muss - und lässt sich nie in die Karten sehen, - oder man hält sich sehr bedeckt, macht einen auf Freund mit fast jedem, zeigt Gefühle, jedoch nie seinen Ärger, ist gerne bereit einige Schritte zurückzutreten ohne sich von seinem Ziel abbringen zu lassen und kann sich durchaus mal als heroischer Kämpfer zeigen, ist nachsichtig mit seinen Angestellten, sucht Freundschaft mit ehrlichen sauberen Persönlichkeiten, spricht öffentlich über seine Feinde nicht schlecht, oder besser gar nicht...
Ich merke schon, ich kann das nicht richtig zu Papier bringen, schließlich bin ich auch kein Dozent.
Ich habe die zweite Handlungsvariante gewählt und bin damit trotz vieler Fehler gut gefahren.
Und dabei habe ich schon fast jede brenzlige Situation durchgemacht (Geschäftsnachbar bricht mir eine Rippe, versteckt einen Reissack voll Gras bei mir unter dem Bungalow während der jährlichen Drogenkontrolle, Landlord und Bruder wollen mich nach drei Jahren aus dem 10 Jahre Vertrag raushauen - mit einem neuen 3jährigen Vertrag und doppelter Pacht kann ich noch mal bleiben, Familienangehörige von Angestellten tauchen mit Kanone auf und wollen Betriebspolitik mitbestimmen, Immigrationpolice und andere Behörden waren da eher harmlos. Ich bin auch später in dem Ort geblieben und habe weitere Geschäfte gemacht und bin heute selbst mit meinen früheren Feinden gut Freund. Und die Ironie ist, letztes Jahr haben aus dieser Gemeinschaft und Nachbarschaft drei unterschiedliche Thais jeweils Teile unseres Geschäftes zu gutem Geld abgekauft.
Richtiges Management, im Sinne von Boss sein und andere arbeiten lassen, muss und will ich noch lernen, da es für den Lebensabend noch nicht ganz reicht und ich nur für Fun selbst arbeiten möchte.
Eine richtige Firma möchte ich aus den von dir oben beschriebenen Gründen nicht mehr haben und denke mal, dass ich in der glücklichen Lage bin auch ohne auszukommen.
Gruß