@wannjai: Verstehe ich es richtig, dass du Insekten ablehnst, aber Plara isst?
Ja, das ist die gegenwärtige Lage hinsichtlich meiner Eßgewohnheiten. Habe früher mehr gegessen als heute, esse aber auch gleichzeitig heute Dinge, die ich früher eher ablehnte.
Das ist das, was ich nicht nur für das Essen den Leuten empfehle, sondern auch z.B. für die Musik. Also für alle Formen sinnlichen Empfindens. Daß man offen bleiben sollte für Neues. Nicht innerlich oder sinnlich absterben sollte, indem man nur und ständig dasselbe Essen ißt, dieselbe Musik hoert.
Geschmack wird uns ja zunächst von der Mutter vermittelt. Wenn die nicht oft genug "Bahbah" gesagt hätte, würden wir schließlich heute noch alles in den Mund nehmen. So passiert es wohl den meisten mit den Insekten. Aber im Verlaufe des Lebens ändern wir uns ganz bewußt. In D in den sechzigern wurde es ploetzlich Mode, franz. Weinbergschnecken zu moegen, Froschschenkel zu goutieren. Wer das nachäffte, der konnte sich Gourmet nennen. Oder - wie es uns Dieter ausdrücken würde - der würde in Sachen "Küche" ernstgenommen.
Jedenfalls, ich habe es bald wieder sein gelassen. Wo es doch eine wichtige Schulung für Heute gewesen wäre. Im Isaan spielen Schnecken als auch Froesche eine große Rolle. Gourmands in der alten Tradition müßten ja so etwas moegen. Tun es aber nicht, oder geben es nur nicht zu. Wieder nur mal eine Menge Unehrlichkeit.
Nun bringe ich gerade in diesen Thread - Leben im Isaan - das Thema Essen immer wieder gerne ein, um den Leuten von vornhinein ihre Ängste zu nehmen. Man sieht, ich betrachte Foren im Prinzip immer noch als Institutionen der Aufklärung. Wenn wir bloß mehr Aufgeklärte hätten. Deshalb zeige ich auch die voellig neuen Optionen hinsichtlich des Essens, die sich gerade im Isaan für jederman eroeffnen, ein wenig Offenheit für das Neue und bislang Unbekannte voraussetzend. Und im konkreten Falle: Englisch-Kenntnisse.
Isaan macht frei. Wenn man - so wie ich - unter Freiheit das Ausmaß an Wahlmoeglichkeiten versteht. Weil hier eroeffnet sich eine oftmals unerwartete Vielfalt von Wahlmoeglichkeiten. Sie zu nutzen, ist wohl beraten. "Stirbt auch nicht ab" und wird nicht Gefangener seiner eingefahrenen Wege. Aber die Freiheit zur Wahl nimmt ihm keiner. So bleibt die Freude darüber, daß er ständig auswählen kann.