Mich würde einfach mal wundernehmen was für Wani der Grund war einen U-Turn zu machen was die Einstellung zur Wahl des Wohnortes geführt hat.
Das habe ich doch schon oft in der Vergangenheit erzählt.
Ursprünglich wollten wir in der Nähe von Bangkok ein Haus bauen. Es sollte so ca 1 1/2 Stunden vom Zentrum entfernt sein. Das wäre dann wohl auf Nonthaburi o.ä. hinausgelaufen.
In all den Jahren wo wir in Koeln lebten, kamen wir aber mindestens 2 x im Jahr nach Udon. Wegen der Flugverbindung. Dort habe ich dann immer ein Auto gemietet und wir haben in einer anderen Isaan-Provinz die Eltern besucht. Dort hat meine Frau ihr erstes Haus.
Das Leben auf dem Dorf war nix für mich, also haben wir dort auch nicht geschlafen, sondern sind immer wieder spätnachmmittags nach Udon ins Hotel zurück. Und immer oefter hängten wir ein paar Tage dran, um Udon zu erkunden.
Irgendwann lag es nahe, einmal zusammen zu stellen, inwieweit unsere Freizeitaktivitäten in Udon von denen in Bangkok abwichen. In diesem Vergleich schnitt Bangkok keineswegs besser ab. In Udon haben wir bereits Konzerte besucht, da waren wir noch nie in der Impact Arena gewesen. Tanzen, jegliche Form der Live-Musik, gab's mehr in Udon als wir in Bangkok kannten. Die Palette guter Restaurants in Udon war keineswegs schlechter als in Bangkok - inzwischen war ich natürlich in den Zeiten in Koeln schon ein Fan der Isaan-Küche geworden. Die man sehr bald gut abgrenzen kann, wenn man sie von einer kompetenten Koechin gezeigt bekommt. Dennoch sind wir in Udon auch zum Italiener gegangen. Die meisten, die heute hier aufgeführt sind, gab es damals schon.
Restaurants Udon Thani: Udon Thani Restaurantsuche mit Restaurantbeschreibung, Fotos, Adresse und Geodaten | Udon-News.com
Immer mehr wurde zudem deutlich, daß die Infrastruktur in Udon besser war als vorher angenommen. Zunächst kam die Passstelle, dann die eigene Immi - hatten jahrelang nur eine Zweigstelle von Nong Khai. Das Angebot an Schulen ist in Udon ungemein groß und vielfältig. Ne Uni haben sie auch. Ne TH auch. Die Anzahl der Baumärkte war groeßer als in Khon Kaen oder in Korat. Und das alles in Null-Komma-Nix erreichbar. Keine Halbtagesreisen wegen Berufsverkehr oder so. Man kann in allen Himmelsrichtungen vom Stadtzentrum Udon wohnen, das gesamte Stadtgebiet ist dennoch in max. 25 Minuten erreichbar.
Schließlich deuteten sich eine neue Qualität an Nachtmärkten an. Es fing mit UD-Bazar an. Inkl. einer Live-Bühne, heute Chang Bühne genannt. Da sah es so aus, wie früher auf dem Suam Lum Night Bazaar.
Suan Lum Night Bazaar - Wikipedia, the free encyclopedia
Zu dem sind wir, wenn wir in Bangkok waren, häufig hingefahren. Und nur zu dem einen Nightbazaar. Nicht gleichzeitig auch zu anderen. Allein wegen dem für uns unloesbaren Ubiquitätsproblem.
Und so stellte sich heraus, daß Udon mindestens das einmal hatte, was Bangkok gleich mehrmals hat. Man diese aber als normal Sterblicher kaum alle gleichzeitig nutzen kann. Was fehlte uns in Udon, was es in Bangkok gab: Das Opernhaus? Nicht wirklich.
Shopping? Alles das Gleiche. Vom Bobae bis zum Factory Outlet europäischer Nobelmarken.
Das war die Zwischensumme.
Dann sprachen die Vorteile von Udon für sich. Die bessere Luft, der frische Wind. Halt kontinentalklimatische Aspekte. Die Menschen, die mich in Udon freundlich ansahen und mich nicht abzocken wollten. Kinder befühlten die behaarten Arme von Farangs in Udon. Die Sprache, der Thai-Isaan Dialekt, der meine Frau zu "einer der ihren" werden lies. Die prinzipielle Verfügbarkeit von Verwandtschaftsnetzwerken im Isaan. Haben aber auch Familie in Bangkok. Das Haus sollte aber per se nie allein stehen, deshalb ein Haus für mehr als die Kernfamilie.
Die Optionen. Reisanbau durch Kauf von Land. Die Finanzierbarkeit von Land und großem (>300 m²) Bungalow aus dem verfügbaren Mitteln, ohne die eigene Alterssicherung anzutasten. Einen Swimmingpool wollte ich nicht (ständig reinigen). Aber ein Tuk Tuk zum Spaß fahren. Und schon in Europa verband mich die Liebe zum Luugthung/Morlam mit dieser Region. Das war's dann an benoetigter Motivation. Der weitere Apetitt kommt mit dem Essen.
Standortwahl für einen Altersruhesitz ist ein Prozeß, kein Einfall!