Dieter1" said:
Machen wir und nichts vor waani, "Leben im Isaan" ist was fuer loser.
Es erstaunt mich nicht im geringsten, wenn Deutsche nichts von ihrer Heimat wissen. Schliesslich sind sie dort geboren worden und als Dumpfbacke hat man sich halt fuer nix wirklich interessiert - ausser vielleicht Fortpflanzung. Was mich allerdings wundert sind Auswanderer, die von ihrer neuen Heimat keine Ahnung haben. Also wirklich keinen blassen Schimmer und nicht nur so ein paar "Bildungsluecken". Mag sein, dass ihr ehemals dominante Motiv, das der Fortpflanzung auch hier weiterhin bestimmend bleibt.
Man sollte eigentlich von normalen Auswanderern nach Thailand beispielsweise erwarten duerfen, dass sie das Wort "Landflucht" nicht nur gehoert, sondern auch verstanden haetten. Dass es in der Tat eine lange Tradition im Norden und Nordosten von Thailand hat, zur Arbeitssuche in die Hauptstadt zu migrieren. Weil halt die Jobs z.B. im Isaan staendig knapper wurden - Stichwort erste Maschinisierung der Landwirtschaft dort. Arbeitsaufnahme in Bangkok, das war der Traum Vieler und der Alptraum der Regierungen.
Denn es gibt und gab ja zwei Kategorien von Landfluechtlingen: Diejenigen mit Landbesitz und diejenigen, die auch ihr eigenes Ackerland verloren hatten und somit besonders geeignet waren, die Rolle des Industrieproletariats in Bangkok zu uebernehmen. Die anderen - die mit Land - die konnten je wenigstens noch Subsistenz-Wirtschaft betreiben. Diese bildeten dann auch meist die Untergruppe der Landfluechtlinge, die nur temporaer nach Bangkok - sozusagen auf Montage - kommen.
Aber die enteigeneten Tageloehner, die kamen nach Bangkok auf Dauer, weil sie ja auch nichts in der Heimat hielt oder wieder anzog. Fuer die wurden dann diese Wohnsilos errichtet, die nur ein wenig geordneter aussehen als die Favelas in Brasilien. In ihrem internen sozialen Gefuege nicht mehr stark anders waren. Recife war dementsprechend in der Vergangenheit nach Bangkok das zweitgrößte Bordell der Welt.
Man hat schon frueh erkannt, dass ein staendiges Hinzuziehen grosser Bevoelkerungsteile in die Hauptstadt, Bangkok immer unregierbarer machen wuerde. Ausserdem steigen die Kosten fuer die Infrastruktur ueberproportional. Ein Problem, was man aus allen urbanen Megakonglomeraten auf der Welt her kennt. Deshalb schon seit Jahren der Versuch der thailaendischen Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik Subzentren in den Regionen Chiang Mai und Udon Thani aufzubauen. Dort ein eigenes Wirtschaftsleben aufzubauen, was die Landfluecht auch in der Tat maechtig eingedaemmt hat.
Das erklaert auch, warum bestimmte Regionen in der letzten Zeit enormes Bevoelkerungswachstum aufweisen. Hier einmal eine Zusammenstellung von petpet aus diesem Forum:
petpet" said:
Krung Thep B 6.355.144
2 Samut Prakan B 378.741
3 Nonthanburi B 291.555
4 [highlight=yellow:425066d7cc]Udon Thani NE 222.425[/highlight:425066d7cc]
5 Nakhon Ratchasima NE 204.641
6 Hat Yai S 187.920
7 Chon Buri E 183.317
8 Chiang Mai N 174.438
9 Phra Pradaeng B 171.544
Khon Kaen spielt in einer untergeordneten Liga, genau wie Düsseldorf.
http://www.citypopulation.de/Thailand_d.html
Wenn man allerdings so Thesen wie die Ausgangsthese von Dieter noch im 21. Jahrhundert formuliert, dann hat das nichts mehr mit Benachteiligungen, geringerem Zugang zu Bildungseinrichtungen in der Jugend zu tun, sondern ist wirklich die pure "Dummheit, die inzwischen zur Dumpfheit mutiert ist" (Sleepwalker).