habt ihr keine Laoten für solche Arbeiten, wie hier z.b. die Burmesen oder Shan-Leute. Man kann hier aussuchen, entweder pro Tag an die 170 Baht - oder man bestellt einfach eine Burmesen-Gruppe und zahlt pro Rai ca 800 Baht. Die kommen dann in einer grossen Gruppe, je nach Grösse des Reisfelds und sieht recht schnell fertig.
Udon ist ja nicht allzuweit von Laos (Nong Khai) entfernt, ich glaube näher als hier nach Burma (Mae Sai)
Jein, es gibt zwar laotische Gastarbeiter, aber die sind nur interessiert an Jobs, wo sie mindestens 10 Tage Beschäftigung haben. Um völlig neue Arbeiter über die Grenze zu bekommen, müßte meine Frau bei der Amphoe sich erst als Arbeitgeber mit bestimmten Garantieleistungen melden.
Die Familien seien halt kleiner geworden im Isaan. Waren früher bei jeder Reisernte gut 6 oder mehr kräftige Mitarbeiter zur Hand und konnte man mit denen Felder von 60 Rai locker bewirtschaften, so sind es heute deutlich weniger. Da aber die Reisernte halt zeitlich zusammenfällt - ob Isaan oder Laos - gäbe es da keine großen Austausche zwischen kleineren Landwirtschaften. Kinder würden heute zur Schule gehen müssen - und dies auch länger als früher. Also fielen die auch nun aus.
So käme es zu dem Phänomen, dass im Familienverband "Mithilfe" zur Pflicht würde. Halt einmal im Jahr zur Erntezeit. Und die Familien wären ausgelastet mit den Feldern der eigenen Familie bzw. Sippe. So bis etwa dem 25.11. Bis dahin will aber keiner so richtig warten, weil viel Reiskörner nun schon zu Boden fielen. Plus beim dann wieder möglichen maschinellen Mähen noch mehr.
Meine Frau richtet sich darauf ein, wieder wie in alten Zeiten, selbst ins Feld zu gehen. Mit ihren Töchtern, Sohnemann ist z.Zt. in Bangkok. Hat heute schon die zum Binden der Garben erforderlichen Bambus-Streifen(?) gekauft. Die müssen nun ins Wasser, damit sie weich werden und wie Kordel benutzt werden können. Dies ist übrigens auch der Grund, warum die Reisbauern beim Schneiden Schutzhandschuhe anhaben. Hier ein Bild von der "zukünftigen Kordel":
Im Hintergrund unser "Steintisch"-Arrangement auf der Veranda. Nochmals:
Zum Schneiden hat man mich erst gar nicht eingeplant. Aber ich darf wohl folgendes machen: Reisdiebstahl - Diebstahl von gebündelten Garben geschnittenen Reises von den Feldern über Nacht - ist neumodisch zu den negativen Seiten zu raschen sozialen Wandels hinzu gekommen. Hätte es früher nicht gegeben. Aber durch nur durch Populisten real auch umgesetzte Sozialpolitik wäre es halt zu Verarmungserscheinungen gekommen. Selbst die Landflucht kann man so oder so sehen:
Das Industrieproletariat in Bangkok sind doch schon längst Tagelöhner. Und zwar entwurzelte, d.h. nun auch ohne Land. Bei denen ist nix mit Subsistenz-Wirtschaft etc.
Also werde ich wohl mit dem Tuktuk ständig zwischen Haus und Reisfeld pendeln und Reisgarben transportieren. Und das ohne Work Permit.
Bevor es wieder musikalisch heiter wird, gibt es also noch viel zu tun. Und wenn ich wirklich mit dem Tuk Tuk die Garben nach Hause bringen werde, dann sind wieder alle Flegel, die mich kennen gefragt, ob sie mit-Dreschen wollen. Dreschflegel. Mal sehen, ob ich hier wieder eine landesweite Einberufung organsiere.
Heute abend gab es dies:
Unten sieht man die Frucht des diejährigen Toskana-Besuchs: Die linguine ai funghi porcini ala meine Frau. Fand sie gut und leicht nachzumachen. Zumal wir hier Pilze en masse haben, die wie Steinpilze schmecken.
Daneben links die zwei Reis-Sorten: schönen und Klebe-, rechts davon ein thail. Gericht (warum thai? weil mit Sojasauce gemcht, Erbsen mit Gung), dann jede Menge kalte Gerichte inkl. der allerkleinsten Gungs plus wieder Rohkost und Gemüse mit nam prik.
Die Spaghetti waren für meine Enkeltochter und für mich. Sie ißt halt Farang-Food einfach lieber als Thai-Essen.