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Azrael
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Singapur/Bangkok (dpa) - Es war nur eine Meldung von 19 Zeilen. Doch für Thailands Regierung war sie Anlass genug, zwei Reporter des angesehenen Magazins «Far Eastern Economic Review» (FEER) beinahe auszuweisen, weil es darin um Missstimmung zwischen dem Königshaus und Ministerpräsident Thaksin Shinawatra ging. Erst kürzlich wurde eine Ausgabe des renommierten britischen «Economist» verboten, jetzt lässt Bangkok einem Zeitungsbericht zufolge die Konten kritischer thailändischer Journalisten überprüfen. Einst für seine in Asien ungewöhnliche Pressefreiheit und politische Toleranz gerühmt, ist in Thailand eine Schlacht zwischen Mächtigen und Medien entbrannt. Und nach Meinung vieler scheut die Regierung dabei kaum ein Mittel.
Zwar nahmen Bangkoks Offizielle am Donnerstag den Rauswurf der beiden langjährigen «Review»-Mitarbeiter zurück, nachdem sich das Magazin wie verlangt entschuldigte. Doch die große unabhängige Tageszeitung «The Nation» hatte schon am Vortag ihre Ansichten über den Regierungschef, Milliardär und Telecom-Tycoon per Karikatur kund getan: Auf einem mit Geldsäcken beladenen Dinosaurier reitet Thaksin über die Titelseite - mit einem Hitler-Bärtchen unter der Nase. «Er zeigt eine klassische Diktatoren-Mentalität, die keine Kritik zulässt», befindet ein westlicher Journalist, der seit Jahren im Land ist.
Der amtliche Vorwurf, die FEER-Reporter Rodney Tasker und Shawn Crispin seien eine «Gefahr für die nationale Sicherheit», und die drohende Ausweisung erregten auch über die Grenzen des Königreichs hinaus Aufmerksamkeit. Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» appellierte an den Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN) gegen solche «Zensur und Einschüchterung» vorzugehen. Diplomaten der US- Botschaft in Bangkok nannten es eine «ernste Angelegenheit», sollten Journalisten wegen kritischer Berichte des Landes verwiesen werden. In Washington zeigte sich das Außenministerium «besorgt».
Für das «Asian Wall Street Journal», das wie die FEER zur New Yorker Dow-Jones-Gruppe gehört, liegen die Hintegründe für die harte Hand des erst seit gut einem Jahr amtierenden Premiers klar: «Jeder weiß, dass die Regierung diesen Kampf (mit den Medien) sucht, um von eigenen Versäumnissen abzulenken», analysierte ein Kommentator der Zeitung. Wegen einer Reihe wirtschaftspolitischer Schnitzer sei die Popularität des selbst ernannten Reformers auf dem Tiefpunkt. Ausländische Investoren mieden Thailand, weil der Premier sie nur herumschubse. «Die Antwort von Herrn Thaksin ist, die Überbringer der schlechten Botschaft heftigst zu schelten», meint das Blatt.
Vertreter der äußerst scharfzüngigen und deshalb von westlichen Kollegen hoch gelobten thailändischen Presse kennen das schon länger. So wurden sie von der Regierung zu einer Sitzung mit dem Thema «Reform und Verbesserung der Effizienz der Medien» gerufen, «was offenbar heißt, dass man nettere Dinge über Herrn Thaksins Politik sagen soll», wie das «Wall Street Journal» mutmaßt. Erst vor wenigen Tagen stoppte die unabhängige thailändische «Nation»-Mediengruppe jede politische Berichterstattung auf ihrem Fernsehkanal, bis sie wieder «frei und ohne Drangsalierung» arbeiten könne.
Inzwischen soll sich der Premier sogar des Behördenapparats bedienen, um missliebige Reporter zu durchleuchten. Nach einem Bericht der Zeitung «The Nation» ist eine Liste mit den Namen von 34 Journalisten und Medienorganisationen an das Anti-Geldwäsche-Büro gegangen sein mit dem Auftrag, deren Konten zu prüfen und der Regierung Bericht zu erstatten. «Sollte der Ministerpräsident den Auftrag dazu erteilt haben, hat er sein eigenes Grab geschaufelt», meint der Kolumnist der Zeitung «Thai Post», Roj Ngnammaen.
Zwar nahmen Bangkoks Offizielle am Donnerstag den Rauswurf der beiden langjährigen «Review»-Mitarbeiter zurück, nachdem sich das Magazin wie verlangt entschuldigte. Doch die große unabhängige Tageszeitung «The Nation» hatte schon am Vortag ihre Ansichten über den Regierungschef, Milliardär und Telecom-Tycoon per Karikatur kund getan: Auf einem mit Geldsäcken beladenen Dinosaurier reitet Thaksin über die Titelseite - mit einem Hitler-Bärtchen unter der Nase. «Er zeigt eine klassische Diktatoren-Mentalität, die keine Kritik zulässt», befindet ein westlicher Journalist, der seit Jahren im Land ist.
Der amtliche Vorwurf, die FEER-Reporter Rodney Tasker und Shawn Crispin seien eine «Gefahr für die nationale Sicherheit», und die drohende Ausweisung erregten auch über die Grenzen des Königreichs hinaus Aufmerksamkeit. Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» appellierte an den Verband Südostasiatischer Staaten (ASEAN) gegen solche «Zensur und Einschüchterung» vorzugehen. Diplomaten der US- Botschaft in Bangkok nannten es eine «ernste Angelegenheit», sollten Journalisten wegen kritischer Berichte des Landes verwiesen werden. In Washington zeigte sich das Außenministerium «besorgt».
Für das «Asian Wall Street Journal», das wie die FEER zur New Yorker Dow-Jones-Gruppe gehört, liegen die Hintegründe für die harte Hand des erst seit gut einem Jahr amtierenden Premiers klar: «Jeder weiß, dass die Regierung diesen Kampf (mit den Medien) sucht, um von eigenen Versäumnissen abzulenken», analysierte ein Kommentator der Zeitung. Wegen einer Reihe wirtschaftspolitischer Schnitzer sei die Popularität des selbst ernannten Reformers auf dem Tiefpunkt. Ausländische Investoren mieden Thailand, weil der Premier sie nur herumschubse. «Die Antwort von Herrn Thaksin ist, die Überbringer der schlechten Botschaft heftigst zu schelten», meint das Blatt.
Vertreter der äußerst scharfzüngigen und deshalb von westlichen Kollegen hoch gelobten thailändischen Presse kennen das schon länger. So wurden sie von der Regierung zu einer Sitzung mit dem Thema «Reform und Verbesserung der Effizienz der Medien» gerufen, «was offenbar heißt, dass man nettere Dinge über Herrn Thaksins Politik sagen soll», wie das «Wall Street Journal» mutmaßt. Erst vor wenigen Tagen stoppte die unabhängige thailändische «Nation»-Mediengruppe jede politische Berichterstattung auf ihrem Fernsehkanal, bis sie wieder «frei und ohne Drangsalierung» arbeiten könne.
Inzwischen soll sich der Premier sogar des Behördenapparats bedienen, um missliebige Reporter zu durchleuchten. Nach einem Bericht der Zeitung «The Nation» ist eine Liste mit den Namen von 34 Journalisten und Medienorganisationen an das Anti-Geldwäsche-Büro gegangen sein mit dem Auftrag, deren Konten zu prüfen und der Regierung Bericht zu erstatten. «Sollte der Ministerpräsident den Auftrag dazu erteilt haben, hat er sein eigenes Grab geschaufelt», meint der Kolumnist der Zeitung «Thai Post», Roj Ngnammaen.
Aber trotzdem Schande über mich, hab den alten Thread vergessen, sonst hätt ich´s da dran gehängt....und ich wollte schon was in der Art schreiben "Jinjok, war mal schneller als du", mein Gott, peinlich, peinlich