In Deutschland gibt es für die private Versorgung Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ), für Zahnärzte (GOZ), eine sogar für Heilpraktiker und auch der stationäre Bereich ist per Krankenhausentgeldgesetz und Fallpauschalengesetz scheinbar perfekt geregelt. Ein Blick in die Preisliste z.B. der Uniklinik München Stand 2012 ->
http://www.klinikum.uni-muenchen.de/download/de/Klinikaufenthalt/Preisliste_2012-0101.pdf zeigt das Preisniveau im Unterschied zu Thailands Spitzenkliniken. Trotz Regulierung ist die
geregelte Halsabschneiderei aber auch in Deutschland nicht zu bremsen, denn wenn nötig, kann der Behandler zusätzliche Steigerungssätze für seine Tätigkeit erheben, die auch vorm sieben bis 8fachen!! des Normalpreises nicht Halt machen. Bedingung: es muss einfach eine medizinische Begründung geliefert werden, aber auch Behandlungen zur Nachtzeit, am Wochende, mangelnde deutsche Sprachbeherrschung oder stark eingeschränkte Aufmerksamkeit des zu Behandelnden können ausreichen. Der Patient oder sein Bevollmächtigter hat dem in jedem Fall vor Behandlungsbeginn schriftlich zuzustimmen. Wer aber sollte den medizinischen Teil überhaupt überblicken?
In Thailand gibt es analoge Gebührenordnungen nicht und die privaten Kliniken können ihre Behandlungspreise und sonstigen Zusatzkosten frei festlegen. Das Bangkok Pattaya Hospital nimmt z.B. für die komfortable VIP-Suite das 3fache eines Ciang Mai Ram ->
http://www.thaihealth.co.th/hospital_dir_eng.php. Somit kann es also nur darauf ankommen sich vor Behandlungsbeginn zu informieren und am besten einen Gesamtkostenvoranschlag einzuholen. Hat man keinen Versicherer, der direkt und ohne Kostenlimit abrechnet, muß man sich unter Umständen selbst mit dem cashier rumstreiten. Hier sei gewarnt, denn ein erboster uneinsichtiger Farang wird dann unter Umständen einfach nicht entlassen und kann im schlimmsten Fall direkt in die Untersuchungszelle der örtlichen Polizei verlegt werden - ein besonders Pfiffiger wurde letzes Jahr in Suvarnabumi aufgegriffen. Glücklicherweise eskaliert es in der Praxis aber relativ wenig, da die Einrichtungen einerseits ihre meist gut zahlenden westlichen Patienten nicht verlieren möchten, die Versicherer wiederum haben umfangreiche Datenbanken aufgebaut und im extremen Zweifelsfalle wird auch schon mal die Wirtschaftabteilung der zuständigen Botschaft vorbei geschickt.
Im konkreten Fall sind die avisierten Gesamtkosten jedoch eindeutig unterschritten und ich sehe keine Chance auf Nachbesserung.