7. Teil
Ein Traum in Grün-Weiss-Blau.
Koh Chang, eine Insel zum Verlieben !
Foto: Sonnenuntergang auf Koh Chang. Foto ist mir
freundlicherweise von Member Big-Chang überlassen worden.
Am nächsten Morgen ging es in der Früh los, um die andere – sehr viel weniger touristenmäßig frequentierte Seite der Insel kennen zu lernen. Wir fuhren also wieder mit unserem Jeep zu unserem Ausgangspunkt, der Ferrystation und von da aus dann weiter in süd östliche Richtung.
Ein Besuch, einer von mehreren dort befindlichen Wasserfälle, war auch hier auf dieser anderen Seite der Insel nicht vorgesehen.
Ich hatte in Abstinents Reisebericht vernommen, dass der Zugang für Thais 20 Baht und für Farangs gerade mal das „Zehnfache“ also 200 Baht betragen sollte. Nein, solch unverschämten Farangzuschläge sind mir dann doch zu viel und mache ich aus Prinzip nicht mit ! Da bleibt für mich in Koh-Chang Wasserfall eben Wasserfall, genauso wie beispielsweise in Pattaya Aquarium, eben Aquarium bleibt. Da kann jeder denken wie er will drüber, für mich sind solche vollkommen überzogenen Preisaufschläge jedenfalls nicht mehr akzetabel !
Zudem hieß es in dem Bericht von Frank, dass es zu bestimmten Zeiten durchaus vorkommen kann, dass der Wasserfall alles bietet, nur eben kein Wasser ! Dafür aber die zehnfachen Wasserrechnung ! Nein Danke !
Foto: erste kleinere Abfahrt hinter der Ferrystation,
in Richtung östliche Seite der Insel.
Also ging es nur mit dem Jeep weiter nach Süden. Hier auf der Ostseite der Insel, ist es in der Tat noch sehr viel ruhiger, als auf der Gegenüberliegenden. Das liegt zum einen an den wenig vorhandenen touristischen Infrastrukturen in Form von Hotels, Restaurants etc, und zum anderen an den nur ganz spärlich zu findenden Sandstränden. Nichtsdesdotrotz ist die Gegend einfach wunderschön, und zuweilen fühlt man sich wie ein motorisierter Robinson Crusoe. Das hat doch auch was. Traumhafte und wirklich atemberaubende Vegetation tut sich einem da zum Teil auf, bisweilen mit einer herrlichen Sicht auf das Meer und das gegenüberliegende Festland. Also Freunde, wenn ihr mal auf der Insel und zugleich motorisiert seid, tut euch das bitte unbedingt an.
Foto: Koh-Chang, Ostseite, Kokusnussernte live. Auf dem
Foto leider relativ schwer zu erkennen.
Foto: Motorisierte Weggenossen findet man auf der Ostseite
nur äusserst selten an.
Ziemlich im Süden - ich schätze mal 10 – 15 Kilometer bis zum südlichsten Punkt der Insel – teilt sich die Straße. Wir entschlossen uns, links abbiegend zu ein paar ausgeschilderten Resorts und dem „Long Beach“ zu folgen. Auch hier gab es eine Menge Sehenswertes zu bestaunen, so wird beispielsweise hier in der Gegend relativ viel Fischzucht betrieben.
Erst begann alles eigentlich ziemlich harmlos, die Strasse war recht gut zu befahren und so passierten wir rasch auch die verschiedenen kleineren Resorts, von denen das ein- oder andere für individuell Reisende sicher eine gute Adresse darstellen würde. Danach ging es auf einer offenbar ziemlich neu fertiggestellten Strasse wieder mal recht abenteuerlich eine Serpentine hoch. Mir blieb keine andere Wahl, ich musste wieder mal den 1. Gang unseres Jeeps auf seine Betriebstüchtigkeit testen.
Foto: Fischzucht auf Koh-Chang.
Foto: harmlose Wegstrecke. Noch...
Foto: Koh-Chang, Richtung Long-Beach. Schöne Aussichten !
Auf dieser Steigung gab es schon verdammt herrliche Aussichten zu bestaunen. Was mich etwas verwunderte, hier auf diesem Teilabschnitt begegnete uns wirklich kein Mensch mehr. Als wir den höchsten Punkt der Strasse erreichten, stockte uns beiden der Atem !
Ach du Sch_eisse !
Ab hier ging es wie auf einer Achterbahn aber ohne jede Schienenführung sozusagen im Sturzflug steil nach unten. Ich musste erstmal anhalten. Wir konnten die verschiedenen Kehren in der steilen Streckenführung sehen, und ich bemerkte gleich, dass dieses Teilstück mit nicht einer Leitplanke ausgestattet war.
Also, ich komme autofahrerisch gesehen sicher nicht in den Verdacht ein Banger zu sein, eher im Gegenteil. Aber das hier hatte es in sich und ließ unser Herz höher schlagen. Okay, wäre ich mit meinen eigenen Wagen unterwegs gewesen, hätte diese „Abfahrt“ sicher kein so großes Problem dargestellt. Statt dessen waren wir nun aber mit einem ziemlich betagten, von Fehlern nur so vollgestopften, geliehenen Jeep unterwegs. Was wäre, wenn sich neben der ganzen Klapperei, der mangelhaften Beleuchtung und einigen anderen Defiziten, in diesem Moment auch noch die Bremsen in Wohlgefallen auflösen würden ? An dieser Abfahr hätte man sein Gefährt ohne Bremsen noch nicht mal an irgendeiner Böschung zum halten bekommen, ohne „abzustürzen“. Ich überlegte auf der relativen engen Strasse umzudrehen. Dies konnte man aber mangels Platz und einer total ruckartig arbeitenden Kupplung ebenso vergessen. Da hätte in der Tat Lebensgefahr gedroht. Wir hatten also keine andere Wahl ! Da mussten wir jetzt durch, weiter nach vorne um irgendeinen Punkt finden, wo man hätte drehen können.
Ganz langsam und mit erhöhtem Pulsschlag näherten wir uns dieser Abfahrt, die eher einer kurvenreichen Skisprungschanze ohne Schnee ähnelte. Stück für Stück und Kehre für Kehre arbeiteten wir uns weiter nach unten. Dann endlich war es geschafft ! Puh ! Erstmal durchatmen !
Foto: Der höchste Punkt der Strasse. Von hier aus folgte noch
eine Rechtskehre und dann gings im freien Fall nach unten.
Foto: Achterbahnähnlicher Abstieg. Auf dem Foto weitaus
harmloser als in Natura.
Foto: Hier war die Geschichte erstmal gut überstanden,
drehen und wieder zurück.
Wir konnten weiter südlich schon den nächsten „Aufstieg“ erblicken. Daran verspürte wir aber in jenem Moment absolut keinerlei Interesse mehr, obschon ich zugeben muss, dass wir den „Long-Beach“ gerne in Augenschein genommen hätten. Aber nicht mit diesem fehlerhaften Gefährt. Wir wendeten also unsern Jeep und fuhren mit laut aufheulendem ersten Gang, den eben erst bewältigten „Abstieg“ wieder nach oben.
Foto: Nach der Aufregung hatten wir uns erstmal
einen Eiskaffee verdient.
Foto: Und mit wunderschönem Ausblick.
Gottlob ließ uns unser Vierbeiner im entscheidenden Moment nicht im Stich, dennoch mussten wir uns erstmal die Schweißperlen von der Stirn wischen. Lasst euch nicht von den eher harmlos aussehenden Fotos irritieren. Die Achterbahn ist im wahren Leben weit atemberaubender anzuschauen als auf den Pics. Als wir auf dem Rückweg eines der dort befindlichen Resorts passierten, legten wir erstmal eine Erholungspause ein und bestellten uns einen Eiskaffee.
Nächster Teil, weitere Hotelchecks und ein neuer Jeep