Ich weiß nicht ob Jemand von euch Jungs ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, aber in letzter Zeit wird mir immer bewusster, bzw., fällt mir immer mehr auf wie sehr doch Jeder einfach nur glaubt was er möchte. Ein Teil von dieser Weisheit war bekannt, ich meine die Erdbewohner sind von allerlei Couleur, haben diverse Hintergründe, eine verschiedene Bildung und leiden unter verschiednen Langzeitfolgen diverser Kindheitstraumas etc. Das macht die Verständigung und das Vermitteln von scheinbar eindeutigen Botschaften natürlich nicht immer leicht - das ist bekannt. Was mir aber erst in letzter Zeit anlässlich von Gesprächen und Forendiskussionen bewusst geworden ist, ist dass die Leute bestimmte Dinge einfach nicht wahrhaben- und verstehen wollen. Es ist wohl immer ein wenig eine Frage der Intelligenz, des Allgemeinwissens und letztlich auch des Umfeldes von dem der Einzelne stammt und in dem er sich bewegt, - und doch ist da meist ein enormer Widerstand gegenüber Informationen und Erkenntnissen, die nicht ins vorgefasste Konzept zu passen scheinen. Und dabei ist es ganz egal wie gut man sich ausdrückt, die Sachverhalte erklärt oder demonstriert- wenn der Gutste nicht verstehen will, dann ist alles vergebliche Liebesmüh.
Es scheint so eine Art Überlebensinstinkt des Intellekts zu sein, in erster Instanz erst einmal keine "fremden oder abenteuerlichen Elementen" neben dem etablierten Konzept zu dulden. Eine ziemlich verflixte Sache, würde ich sagen.
Aber das ist nicht alles, es kommt noch besser: die meisten Leute wissen ausserdem gar nicht was sie alles so angesammelt haben an Meinungen, Überzeugungen Und Ansichten die sie dann bei Gelegenheit wiederum gerne verzapfen. Und wo die ganzen Daten die sie zeitweise so abspulen eigentlich herstammen, das haben sie meist längst vergessen. Alles was sie so registrieren, wo- und von wem auch immer, das wird schlicht gespeichert und ab dann als eine Art intellektuelles Eigentum gekennzeichnet. So ist es dann auch immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, wenn es mal wieder Jemand fertigkriegt Dir deine eigenen Geschichten bereits eine Woche später mit der grössten Überzeugung und Leidenschaft zu verkaufen versucht. Da kannst du natürlich nicht widersprechen
Aber schlagen wir diese beiden geläufigen "intellektuellen Notstände" einmal zusammen, - was haben wir dann? Wir haben Individuen, die am laufenden Band Informationen registrieren sammeln und kategorisieren. Der Teil der anspricht und ins Konzept passt (was nichts anderes ist als durch die Frage "good for me or not?" geprüft und für brauchbar und nützlich empfunden,- oder abgelehnt). Dieser Teil wird dann schlichter Hand "meine Meinung und mein intellektuelles Eigentum" gelabelt und steht in wenigen Sekunden bereits zum Abruf bereit. Ganz so als wäre das immer so gewesen, als ob das im eigenen Hirnstrang gewachsen wäre. Aber der selbe Input verhindert auch "ab sofort" dass irgendwelche "nicht gut für mich und meine Einstellung" Daten das Konzept kompromittieren. Das geht so schnell, das glaubst du nicht!
Und diese beiden Routinen haben obendrein absolute Priorität beim Verhalten und stehen scheinbar eindeutig vor Flexibilität, Objektivität und Toleranz. Dieser "konzeptuelle Schutz", der wohl vom Ursprung her der Erhaltung einer gewissen psychischen Stabilität und stärke dienen soll, wird aber schnell zum grössten Feind der Objektivität. Gut, man könnte sich jetzt natürlich die Frage stellen, weshalb eine mit immer neuen Informationen angereicherte Leere überhaupt schützen? Aber so ganz ohne irgend einen Gehalt herumlaufen...dann ist es doch besser mit ausgeborgtem und second hand ausgestopft als leer, oder?
Ich meine du merkst es einfach irgendwann, wenn du mit Jemandem im Gespräch bist, wann und wo diese Mechanismen einrasten, welche Schuppen da aus den Haaren fallen. Du merkst irgendwie welche Qualität diverse Äusserungen haben, wie lange sie intus waren, ab sie zumindest ansatzweise geprüft wurden, gereift haben oder wie sehr sie vom "Eigentümer" weiterverarbeitet und abgeglichen wurden. Irgendwann hast du den Bogen raus und machst den Unterschied zwischen gerade aufgeschnappten Phrasen, Neuigkeiten vom Vorabend, den gerade umgeschriebenen Googelergebnissen - und den wirklichen Überlegungen und Erkenntnissen die ihre Zeit gebraucht haben um so veräussert zu werden. Na gut das sagt nicht alles über deren Qualität aus, aber zumindest hebt sich die eine oder andere Einzelanfertigungen dann doch deutlich von der Massenware ab. Und vor allem: nur Ehre wem Ehre auch gebührt...
Das Thema, ich weiß...
Je eben, das Thema ist dabei nebensächlich, bzw. austauschbar. In anderen Worten: die beschriebene Routinen treffen auch auf die Äusserungen zur Klimafrage, die CO2 Lüge, die Bedeutung des Begriffs Verschwörungstheoretiker und auf andere Dinge zu, die hier angesprochen wurden.
Nur ein kleiner Realitycheck am Rande, für Erwachsene und Fortgeschrittene...
