Dem General geht es wohl eher, wie auch den Bangkokern, darum, dass die Garküchen nicht überall Straßen und Gehwege blockieren.
Um was es dem General wirklich geht, dazu habe ich meine eigene Theorie. Die blockierten Gehwege sehe ich eher als willkommene Ausrede und Ablenkung. Ich denke, es geht ihm um die Kontrolle allgemein. Da gibt es eine "Lebensform" die chaotisch ist, aber irgendwie funktioniert, die er aber nicht im Griff hat (auch schmiergeldmäßig nicht). Das ist für einen Militär nicht hinnehmbar. Wie gesagt, so sehe ich das (ich glaube einfach nicht, dass der Nasenbohrer sich ernsthaft Gedanken über blockierte Gehwege macht).
Die Plastiksäckchen muss man nicht zwingend am Straßenrand kaufen. Das kann auch beispielsweise auf Märkten stattfinden oder anderen dafür vorgesehenen Orten.
Das ist meiner Meinung nach ein zu theoretischer Ansatz. Ordnung in das dztg. System zu bringen, bedeutet, dass das Essen teurer wird. Das wissen die Bangkoker natürlich. Einen Essenstand auf einem offiziellen Markt aufzustellen, bedeutet Bürokratie, bedeutet Papierkram (ein nicht unerheblicher Anteil der Street Vendors kann gar nicht richtig lesen), bedeutet höhere Schmiergeldzahlungen, weil jetzt nicht nur für's Wegschauen (in der Regel der Polizei) bezahlt werden muss, sondern für das Bekommen einer Lizenz bei einem staatlich legitimierten Handaufhalter. Würde das Militär für's Wegschauen etwas einstreifen können anstatt der Tam Luat, wäre das ganze Thema gar nicht aktuell!
und ganz wichtig: Jetzt sind die Street Vendors genau dort, wo sie das meiste Geschäft machen, nämlich dort, wo ihre Kunden ohnedies vorbei gehen, auf den großen Durchzugsstraßen, in der Nähe von Skytrain und Metro. In Zukunft muss man sich dort hinstellen, wo man (je nachdem was man bereit ist unter dem Tisch zu zahlen) hingeschickt wird, das ist irgendwo abseits der Menschenströme. Viele werden da durch den Rost fallen, weil sie schlechte Plätze zugewiesen bekommen oder weil der Platz völlig abseits der Gehrouten liegt.
Wenn aber die Hausfrau in BKK nach Arbeitsschluss erst einen Umweg machen muss, um sich Essen zu kaufen, das noch dazu dann teurer sein wird (weil höhere Nebenkosten), dann wird in Zukunft mehr zu Hause gekocht werden. Street Vendors verlieren dann ihr Einkommen, der Stress am Abend steigt bei denen, die jetzt zuerst kochen müssen statt sich nach dem Arbeitstag zu entspannen und auch die Umweltbelastung steigt, wenn in jedem Haushalt wo nun selbst gekocht wird, das Kochhgeschirr gespült werden muss, inkl. Spülmittelverbrauch, wo es vorher nur einen solchen Spülgang (ev. 2-3x zwischendurch) nach zig Kochvorgängen bei den Streetvendors gab.