Keine Reaktion, keine Frage, überhaupt kein Interesse.

Diskutiere Keine Reaktion, keine Frage, überhaupt kein Interesse. im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Re: Das andere Thailand-NEWS Ich kann das zwar jetzt nicht begründen, aber so scheint es mir doch zu sein. In meiner Arbeitsstelle ist eine...
M

mrhuber

Gast
Re: Das andere Thailand-NEWS

Welcher Thai würde auch gegenüber einem Farang so etwas äußern und damit sein eigenes Land der Kritik von Ausländern aussetzen?
Ich kann das zwar jetzt nicht begründen, aber so scheint es mir doch zu sein.
In meiner Arbeitsstelle ist eine Thailänderin beschäftigt, in einem wissenschaftlichen Institut, sie bereitet ihre Doktorarbeit vor. Spricht perfektes deutsch, kam vor ca 10 Jahren hier her. Letztes Jahr, in meiner Euphorie, erzählte ich ihr, ich würde nun das erste mal nach Thailand reisen. Ich war mir sicher, es würde sich ein kleines Gespräch darüber ergeben, sie würde sich darüber freuen oder ich bekäme ein paar Tipps oder so.
Weit gefehlt. Keine Reaktion, keine Frage, überhaupt kein Interesse. Sie weiß so gut wie nichts über mich aber meidet mich seitdem merklich.
Schiebt sie mich sofort in die gewöhnliche Schublade oder ist es die Tatsache, daß sie zu den wenigen Privilegierten gehört?
Keine Ahnung, es ist jedenfalls eine deutliche Abgrenzung. Sie will den Klassenunterschied verdeutlichen, vielleicht sogar zu ihren Landsleuten.
Alles nur Spekulation von mir, kann sich wer hier das erklären?

Bester Gruß
Karlheinz
 
I

Iffi

Gast
Re: Das andere Thailand-NEWS

Schiebt sie mich sofort in die gewöhnliche Schublade oder ist es die Tatsache, daß sie zu den wenigen Privilegierten gehört?
Karl Heinz, stell die Frage doch mal von dir weg und auf sie gerichtet:

"Was könnte ihr vermeintliches Unwohlsein bei dem Gedanken begründen, dass ein ihr bekannter Kollege in ihr hervorruft, indem er sich mal Thailand anschaut."

Vielleicht liegt es auch an deiner Erwartungshaltung, nachdem du dich dahingehend geoutest hast. Vielleicht hast du geglaubt, erhofft und eben erwartet, dass sie nun besonders freundlich zu dir sein werde, z.B. durch freiwillig angezettelte Diskussionen über Thailand, durch ein Angebot, dir Tipps zu geben und überhaupt durch einige Hinweise über ihr Heimantland.

Wenn ich dich richtig verstehe, hat sie das nicht getan und verhält sich wahrscheinlich dir gegenüber genauso wie vorher. Und das "Meiden" spielt sich vielleicht nur in deinem Kopf ab, halt wegen deiner Erwartungshaltung.

Falls letzteres zutreffen würde, könnte ich es bestätigen. Hatte mal eine zeitlang eine Thai-Assisstentin. Seit vielen Jahren schon "eingeschweizt". Als sie dann erfuhr, dass ich jahrelange Thailand-Erfahrung habe, wäre ich auch fast in die "Erwartungs-Falle" getappt. Ihr Verhalten gegenüber mir veränderte sich nämlich nicht im Geringsten, was mich zunächst etwas erstaunte. Keine Gespräche über Thailand, kein gar nichts. Auch habe ich es in einem leichten egozentrischen Anflug (wieso ist sie soo zu mir? Was habe ich ihr getan?) in einem gewissen Masse persönlich genommen.

Nachdem ich mein Erstaunen oder jegliche Erwartungshaltung einfach abgelegt hatte, besonders meine Ich-Bezogenheit, kam sie eines Tages zu mir und hat das Thema von sich aus angefangen.

Seitdem flachsen wir am Angfang von gemeinsamen Meetings (Sie hat inzwischen einen anderen Chef) etwas auf Thai herum, zur Belustigung der anderen Teilnehmer und zur Nährung der Gerüchteküche... ;-)
 
M

mrhuber

Gast
Re: Das andere Thailand-NEWS

@micha

vielleicht fürchtet die Dame in eine Schublade geschoben zu werden?
klar, ist genauso naheliegend. Mein Verhalten ihr gegenüber läßt allerdings (jedenfalls von meiner Seite), dieses Ansinnen bestimmt nicht aufkommen. Vielleicht übersehe ich, wie sensibel die Sache selbst schon sein kann.
Ich dachte nur, ich sähe da einen kleinen Zusammenhang mit dem Thema.

Bester Gruß
Karlheinz
 
M

mrhuber

Gast
Re: Das andere Thailand-NEWS

@Iffi,

da kannst Du recht haben, dachte gleich darüber nach, als ich die Antwort von Micha las. Die Erwartungs-Falle ist gar nicht so leicht zu erkennen, auch wenn man meint, sich gegen die Ich-Bezogenheit genügend zu wehren.
Erstaunliche Antworten, die mich wieder mal veranlassen, an eine weitere Perspektive zu denken.
Ärgert mich manchmal nicht selbst drauf zu kommen.

Bester Gruß
Karlheinz
 
M

MrLuk

Gast
@Iffi und mrhuber...

Man sollte sich allgemein vorsehen mit den "Besonderheiten" die man mit Thailändern, die in unseren Breitengraden leben verbindet.

Es geht um die Geschichte mit der Heiligen Kuh, die man nicht anbeten sollte. Denn die Kuh ist zwar heilig - aber dann wieder etwas minderwärtiges zugleich, halt eben nur eine Kuh!

Jede Besonderheit die man einer ethnischen Gruppe, einem Menschen zuordnet der verschieden ist, ist bereits ein "Fehler". Menschen die ein Handikap-, oder ein Gebrechen haben können es meistens auch überhaupt nicht ausstehen wenn sie übertrieben freundlich behandelt werden...denn mit diesem Verhalten grenzt man sie bereits aus!

Gipfeln, ich wiederhole: gipfeln kann solche "positive" Unterscheidung in etwas das ich gar nicht zu benennen weiß! Ich habe vor längerer Zeit einen amerikanischen Film aus den 60gern gesehen. Ein im Antirassismus engagierter Afroamerikaner besichtigte einmal eine Art Heim für unterdrückte "Schwarze" in Amerika. Opfer vom Kukluxklan, von Weißen vergewaltigte Frauen, zu Krüppeln geprügelte Jugentliche, fanden in diesem Heim Zuflucht. Es war von einer Gruppe sehr engagierter reicher Weißer gegründet worden. Der engagierte Antirassist war neugierig geworden über diese (zu der Zeit) fast undenkbare Einrichtung, die auch vor der Öffentlichkeit geheimgehalten wurde.

Auf den ersten Blick war diese Einrichtung ein fantastisches Projekt. Die Leute die dort Zuflucht gefunden hatten, waren wieder glücklich und es fehlte ihnen scheinbar an nichts. Nach einem langen Gespräch mit den Leitern des Hauses, mußte der Mann jedoch nach draußen rennen und sich übergeben! Sehr subtil aber dennoch unverkennlich, wurde ihm bewußt daß diese Leute (von der Art und Weise wie sie über diese notleidenden Menschen afrikanischer Herkunft redeten), eigentlich nichts anderes taten als mit viel Liebe eine Art Tierasyl zu betreiben!!!

Seither bin ich sehr, sehr forsichtig, wenn ich andere oder "fremde" Menschen als etwas besonderes betrachte...

Ich hoffe daß mir keiner mein gewagtes Beispiel in die falsche Ecke schiebt - in die ich es nicht beabsichtigt habe. Es ist ein extremes Beispiel, das nur veranschaulichen soll - wie weit Besonderheiten, die man (in diesem Fall einer unterdrückten Rasse) zumisst, führen können. In diesem Zusammenhang, sollte man es als extrem radikales Beispiel sehen, als das es gedacht war! Ich habe es hier nicht als direkten oder indirekten Vergleich aufgeführt.
 
Micha

Micha

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@Sir’s

nach meiner bescheidenen Erfahrung kann ich nur sagen, die Sensibilität auf Verallgemeinerungen in Richtung Thailand und die entsprechenden Reaktionen darauf ist um so größer bzw. sind um so ablehnender, je höher die Gesprächspartnerin gesellschaftlich angesiedelt ist.

Wobei man freilich nur von jenen unfreundliche und deutliche Worte zu hören bekommt, mit denen man gut und länger bekannt ist.

Als ich vor 14 Jahren meine (für meine Verhältnisse) übergroße Freundin mit ein paar thailändischen Worten das erste Mal anstammelte blickte sie mich ruhig und gerade an und antwortete mir mit ruhiger klarer Stimme:
„Ik bin keine Thailänderin, ik bin Chinesin, deutsche Menschen denken Thailänderinnen sind sehr schlecht“
 
Monton

Monton

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Hallo Karlheinz
Habe auch fast Ähnliches erlebt.

Abgesehen von meiner „ich Bezogenheit“(Erwartungsfalle), die auch ich im Nachhinein kritisch sehe.

Könnte es sein dass das absichtliche und zur Schau getragene Unbeteiligtsein nichts anderes als eine nüchtern – flache Motivierungskunst zur Offenbarung ist? :lol:

Oder…..

Vielleicht aber auch ein bisschen Eitelkeit um das zwar innerlich blitzende, aber äußerlich unbewegte fast mit Ruhe zu verwechselndes Erscheinungsbild zu erhalten. :lol:

Gruß Monton
 
M

mrhuber

Gast
@Micha
um so größer bzw. sind um so ablehnender, je höher die Gesprächspartnerin gesellschaftlich angesiedelt ist.
darauf wollte ich hinaus, bzw. das dachte ich als erstes.
Aber man muß eben immer mit mehr Möglichkeiten rechnen.

@MrLuk,
dieses Prinzip ist mir klar, wie so viele, im Kopf. Wenn man das nur könnte, im richtigen Moment immer das richtige auch anzuwenden, ich meine, daß einem Zusammenhänge vorher klar wären. Es würde einem im Leben vieles erleichtern, gerade so Situationen, die sich selbst auslösen, ohne daß einer die dirkte Triebfeder, möchte mal sagen, erkennt.

Bester Gruß
Karlheinz
 
M

mrhuber

Gast
@Monton
ich möchte nicht wissen, wie wievielen Tricks man immer wieder auf sich aufmerksam machen will, manchmal auch, ohne es zu merken. Routine und Menschenkenntnis kann dazu beitragen oder auch vollkommen verkehrt lenken.
Man ist eben nie mit allen Wassern gewaschen, und das ist auch gut so.

Bester Gruß
Karlheinz
 
Micha

Micha

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Hallo Mr Huber,

wünsche Dir, dass Du die Freundschaft dieser oder einer vergleichbaren Frau gewinnst. Denn dann brauchst Du keine große Erfahrung und kein besonderes Einfühlungsvermögen mehr, um festzustellen woran Du bist. Klare Worte und u. U. sogar blaue Flecken auf dem Arm machen dann jedes Rätselraten überflüssig.

Für jemanden wie mich z. B., der nicht mit übermäßiger Erfahrung und auch nicht mit dem Einfühlungsvermögen eines Kali gesegnet ist, ist so eine langjährige platonische Freundschaft besonders im Hinblick auf die manchmal sehr schwere Ergründbarkeit der thailändischen Denkweisen, ein riesiger Segen.
 
M

MrLuk

Gast
@mrhuber,

Was ich eigentlich indirekt sagen wollte ist:
Die Ichbezogenheit ist ein normales Phenomen - aber man kompromitiert die Welt so oder so damit, sozusagen jeder für sich sobald man diese Welt betritt. Wir sind ja keine Heiligen sondern Menschen. Wenn die Ichbezogenheit einmal keine Rolle mehr spielt, dann können wir immer noch andere Fehler machen. Im Buddhismus heißt es nicht umsonst daß wir es nicht vermeiden können, Schulden in unserem Leben zu machen. Denken wir etwas gutes zu machen, tun wir oft das Falsche. Das einzige was wir tun können ist diese Schulden so gering wie möglich zu halten.

Bei deinem "Erlebnis" oder deiner Erfahrung ist ja eigentlich nichts passiert - du hast die Frau ja höchstens verlegen gemacht, und nicht verletzt! Soviel Risiko muß man eingehen können, um sich und seine Motive besser kennenzulernen, um so die anderen besser zu verstehen - oder?
 
Thema:

Keine Reaktion, keine Frage, überhaupt kein Interesse.

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