Ein Erlebnis mit einem staatlichen Unternehmen namens TOT, das einer Thaisoap in nichts nachsteht.
Mit einem im Dorf ansässigen Holländer sprach ich über Internetzugang, Festnetz etc. Da der Holländer einen Festnetzanschluss wollte, fragte er mich, ob wir nicht mal zur TOT fahren sollten, um einen solchen zu beantragen. Ich sagte ihm, dass das wohl aussichtslos sei, da ich vor 3 Jahren in einem Forum von einem Farang las, der eine Odyssee hinsichtlich Festnetz hinter sich hatte, aber keinen Anschluss bekam.
Nach dem Motto, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, machten wir uns mit Ehefrauen im Februar 2010 auf und fuhren zum Hauptgebäude der TOT in Korat. Als wir das Großraumbüro im 2.OG betraten, konnten wir uns ein Bild von der effizienten Arbeitsweise des Unternehmens machen. Einige Mitarbeiter plauderten gemütlich, andere schliefen in relaxter Stellung, nur wenige beschäftigten sich mit ihrem PC. Nach der üblichen Begrüßung, nahmen die Schläfer eine etwas geordnete Bürohaltung ein.
Nachdem unsere Ehefrauen das Anliegen in der Landessprache vorgetragen hatten, da von den ca.30 anwesenden Mitarbeitern keiner etwas der englischen Sprache mächtig war, wurde uns mitgeteilt, dass sich in unserem Dorf keine Leitung befindet. Unser Einwand, dass jedes Dorf über zumindest einen Festnetzanschluss verfügt ( den hat der wohlhabendste Mann unseres Dorfes, seines Zeichen Geldverleiher) und es zumindest 2 uns bekannte Telefonzellen gibt, wurde nach einiger Zeit der Beratung abgeschmettert mit der Begründung: das läuft über Satellit. Wegen des Gesichtsverlustes, konnten wir natürlich weder Lachen noch Doppeldoof zeigen und gingen nach weiterem Palaver unverrichteter Dinge von dannen.
Der Holländer schrieb dann eine E-Mail an den Vizechef in Bangkok und schilderte nochmals unser Begehr. Nach 5 Wochen erhielten wir immerhin eine kompetente Antwort, in der man sich natürliche für die lange Antwortzeit entschuldigte und uns darauf hin wies, dass der nächste Internetknoten 5km von unserem Dorf entfernt sei und Internet nur per Satellit zu empfangen ist (Wunderbar, wussten wir vorher auch schon). Im weiteren Inhalt der Mail ging man auf ein Festnetz gar nicht ein, sondern versuchte uns den Satellitenanschluss zu verkaufen.
Wir haben uns für das Schreiben höflich bedankt und nochmals auf unseren Wunsch eines Fixed Telephon hingewiesen, um dann in Erwägung zu ziehen, ein Angebot der TOT zum Internetzugang per Telefonleitung näher zu treten.
Das innerhalb von 2 Wochen eingehende Antwortschreiben hatte den Tenor, es gibt keine Leitung zum Dorf, basta.
Jetzt kommen wir zum Ende der Thaisoap: Um ihr Argument zu festigen, wurden die beiden Telefonzellen kurzer Hand abgebaut. Wir haben dann der TOT per Mail zu ihrer pragmatischen und effektiven Problemlösung gratuliert und seit dem nichts mehr gehört.