Integrierte Ethnien?

Diskutiere Integrierte Ethnien? im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; @DisainaM Du schreibst, die Mon sind als Thai vollstaendig in die Gesellschaft integriert (Topic: Wer weiss ...) Dabei faellt mir ein, dass letzte...
Jinjok

Jinjok

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@DisainaM
Du schreibst, die Mon sind als Thai vollstaendig in die Gesellschaft integriert (Topic: Wer weiss ...) Dabei faellt mir ein, dass letzte Woche in der Nation geschrieben wurde, dass die Bergstaemme im Norden bis heute immer noch nicht den Thaipass bekommen haben, weil sich die Kommisionen in Bangkok nicht einigen koennen (wollen). De facto sind sie nur geduldete Auslaender im Land in dem sie Generationen leben.

Sind die Mon da eine besondere Ausnahme? Ich war uebrigens letzten Sonntag auf Koh Kret in Nonthaburi wo die Mons eine ganze Insel vom Koenig zur Niederlassung und Ausuebung ihrer Handwerke bekommen haben. Ist ganz huebscher kram, den die so herstellen koennen. Um die ganze Insel fuehrt ein Weg der links und rechts mit Buden und Staenden gesaeumt ist.

Vieles des angeotenen findet man auch zum doppelten Preis auf den oberen Etagen der MBK wieder. Besonders haben es mir Raeucherkerzen in zig verschiedenen Dueften angetan. Tannenduft war uebrigens nicht dabei. Erstaunlich war auch, was die Leute aus einfachsten Mitteln wie Ton, Zweigen oder gar Plastikabfaellen fuer huebsche kleine Schuckgegenstaende herstellen koennen.

Also wie ist das mit den Mons in Thailand?
Jinjok
 
K

KLAUS

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Hi Jinjok,
ich musste erstmal die Beitraege nochmals lesen, bevor ich nun denke "verstanden " zu haben,
also die junge Frau von Monton, hat mit den Bergvoelkern nichts zu tun, denn sie ist Thai, wie geschrieben steht...!
Dann kam die Frage nach den Mon oder Mohn, da war ich nicth sicher, was gemeint war, die Volksgruppe der MON aus dem ehemaligen MON-Reich,
oder der Bergstamm der HMONG?
Nun denke ich, DisainaM, meinte die Hmong die von den Thais auch geringschaetzig Meo genannt werden, was man aber besser vermeiden sollte!!
Nun zum Problem der Bergvoelker insgesamt, es gibt etwa 6 Hauptgruppen und viele kleine ethnische Gruppen dazu.
Ich hatte ja vor langer Zeit immer mal ueber diese Voelker geschrieben.
Die Bergvoelker leben meisst ueber 3 bis 4 Generationen teilweise noch laenger hier auf thailaendischem Gebiet, meisst im Norden und an der burmesischen Grenze liegen ihre Doerfer und Siedlungen.
(Ein besonderes Problem sind ausserdem die Minderheiten, die bereits ueber 20 bis fast 30 Jahre in Lagern hausen)
Es sind anerkannte Fluechtlinge ohne jegliche Rechte)
Gerade hat mir eine deutsche Medizinstudentin, die Gelegenheit hatte ein solches Lager aufzusuchen, darueber berichtet, es sind menschenunwuerdige Zustaende, fern jeden Menschenrechts und das unter den Augen der UNO!!
Aber zurueck zu den Bergstaemmen, welche in Siedlungen hier leben, diese Menschen sind geduldet und werden NICHT anerkannt, einige
denen es gelungen ist durch Bildung, die Thaisprache und mehr zu lernen und sich fuer ihre Volksgruppe einsetzen,z.B. damit sie die Thaistaatsangehoerigkeit bekommen, werden von den Behoerden verfolgt, bedroht und auch schon mal eingesperrt!
Von den Gewaltakten der Thais unter Aufsicht und "Anleitung" der Behoerden, habe ich ja bereits berichtet.
Zudem ist es so, dass die Korruption, die bereits bis in die einzelnen Doerfer reicht(der Dorfvorsteher macht gemeinsame Sache mit den Behoerden) eine ordentliche Behandlung der Menschen dort sehr erschwert.
Es gibt bereits die Moeglichkeit, die Staatsangehoerigkeit als Angeheoriger eines Bergvoelkes zu erlangen, dies ist den Meissten, weitaus Meissten aber verwehrt, weil sie die Antraege die dazu eingereicht werden muessen garnicht ausfuellen koennen, magels Schreibkenntnisse, wer aber genug Geld hat, bekommt diese Unterlagen fertig und hat die Chance auf Einbuergerung.
Das kostet schon etwas, keine Kleinigkeit!
Ich durfte, es war ein besonderer Anlass, mal einen Buergermeister der Hmong zu Hause besuchen, es war ein offizieller Empfang, er ist Buergermeister einer Kleinstadt unweit von Chiangmai, so erzaehlte er uns, dass er sich freut hier Buergermeister zu sein und sich bemueht fuer die Interessen der Bergvoelker zu arbeiten, er bedauerte auch, dass die Kultur der verschiedenen Voelker dort zerstoert wird, wo die Menschen gezwungen sind ihren Kulturkreis(Dorf) zu verlassen.
So erzaehlte er uns, dass sein juengster Sohn, der eine Thaischule besucht, die Sprache der Hmong nicht mehr beherrscht, wenn er in der Familie Hmong spricht, muss der aeltere Sohn ihm uebersetzen!
Denn, in Thaischulen darf NUR Thai gesprochen werden, so verlernen die Kinder ihre Kultursprache, zumindest, wenn sie ausserhalb der Gemeinschaft gross werden.
Deshalb ist die Pflege der eigenen Kultur in Verbindung mit der Bildungsmoeglichkeit sehr bedeutsam fuer den Erhalt dieser Kulturen!!
Insgesamt muss man sagen, dass die Bergvoelker in ihrer Vielfalt eine Bereicherung der Region sind, leider jedoch NICHT die voelkerrechtliche und menschenrechtliche Anerkennung finden in Thailand und das mit voller Absicht der Regierenden!!
Da koennen auch die da und dort vorhandenen Projekte auch des Koenigshauses nichts dran aendern, das ist ein "Tropfen auf den heisen Stein" und wird eher als "Alibifunktion" benutzt durch die Behoerden.
das Thema ist sehr vielfaeltig, deshalb nur ein kleiner Abriss davon hier...:-)
Gruss Klaus
 
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Danke Klaus für die interessanten Informationen. Und fasst ohne Smilies... :)

Sanuk
 
DisainaM

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Zunächst macht es einen Unterschied, ob jemand Meo oder Mohn ist.
Die Meo und die Yao haben da etwas anderes Aussehen, als die Mohn.

Wenn wir von Volksgruppen sprechen, müssen wir unterscheiden zwischen den integrierten Volksgruppen, wo die Kinder z.B. vor 40 Jahren in einer Stadt aufgewachsen sind, einen Beruf gelernt haben, und seit langer Zeit in der Thaigesellschaft integriert sind, trotzdem sie von der Abstammung einer ethnischen Gruppe, wie den Mohn angehören;

und den noch nicht integrierten Gruppen, die als Bergvölker zurückgezogen gelebt haben.

Nehmen wir z.B. die Karen in Thailand, wo viele sehr gut gestellt in Bangkok leben. Demgegenüber stehen vielleicht geflüchtete Bergvölker der Karen aus Burma, die in thailändischen Flüchtlingslagern leben.
Diese Flüchtlinge haben keinen Thaipass, wohl aber ihre thailändischen Blutsbrüder, die seit Generationen das Leben in den Bergen aufgegeben haben, und wo viele durch Teakholzgeschäfte, Diamantenschmuggel und andere Geschäfte sehr reich geworden waren.


Trotzdem aber viele in der Thaibevölkerung integriert sind, kam es trotzdem oft vor, das bei der Vergabe von Spitznamen eben Namen, wie
Mohn, Meo, Yao, Chin/Yin usw. vergeben wurden.
Daher die Frage.

Wenn wir die thailändische Bevölkerung sehen, sehen wir bei vielen Menschen ihre Zugehörigkeiten, wie man in Europa einen Türken vom Schweden erkennen kann.
Der eine hat halt einen malayischen Einfluß im Gesicht, der andere einen chinesischen Einfluß, ein anderer hat wiederum kambodschanische Gesichtszüge, beim nächsten sieht man vietnamesische Gesichtszüge, der andere hat indische Augen, der nächste hat ein typisches Yunan-Gesicht usw.
Wenn dann derjenige auch noch Yün heißt, erübrigt sich oft die Frage.

Noch heute leben in Yünan die Gemeinschaft der Dai, die sich über Thailand, Laos und Vietnam erstrecken. Wegen der Heiratspraxis wurde über Jahrtausende in der gleichen Volksgruppe geheiratet, deshalb sind die genetischen Unterschiede auch so ausgeprägt.
 
K

KLAUS

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Hi DisainaM,
ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob wir uns durch die verschiedene Schreibweise missverstehen, da meine Frau derzeit unterwegs ist, kann ich sie auch nicht genau befragen, ich weis nicht, ob Du mit der offiziellen(regierungsamtlichen) schreibweise der Hmong auch die MOHN meinst?
Das Volk der MON hat ja eine eigene Geschichte und ist nicht mit den Bergvoelkern zu vergleichen...
Wegen der MEO, da kann ich mich erinnern, dass meine Frau meinte, als wir bei den Hmong waren, dass sie faelschlicherweise und als Abwertung auch als MEO bezeichnet werden, aber das bekommen wir noch raus...:-)
Kann ja auch ein Missverstaendnis sein, was ich lange mit mir rumtrage...:-)
Es leben derzeit so etwa 300.000 Menschen aus verschiedenen ehtnischen Gruppen hier , besonders im Norden, die sozialen Probleme sind sehr gross, was gesundheitliche Betreuung, Ernaehrung und besonders Bildung betrifft.
So wird , der von mir erwaehnte Buergermeister der ein Hmong ist, sicher zu der Gruppe gehoeren, die bereits vor langer Zeit integriert werden konnten, denn auch der gewisse Wohlstand(Haus) und natuerlich die erlangte Position, weisen sehr darauf hin.
Die bereits lange intregierten Gruppen sind auch kein Problem,
sondern eben die NICHTintegrierten, darum muesste sich der Staat und vorallem die Gesellschaft kuemmern!!
Es ist ja auch ein Umweltproblem, zwar leben die Voelker in den Bergen mit der Natur, jedoch, dadurch werden auch Probleme entwickelt, besonders dadurch dass diese Voelker eben nicht gefoerdert werden, sie sind auf der Suche nach Nahrung, oft gezwungen, die Natur zu schaedigen, Alternativen haben sie selten!
Die Behoerden tun da so gut wie nichts, ausser Repressalien...!!
Gruss Klaus
 
DisainaM

DisainaM

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Hallo Klaus,

zu Deinen Fragen,

Das Volk der MON hat ja eine eigene Geschichte und ist nicht mit den Bergvoelkern zu vergleichen...
korrekt, die Mon sind schon lange in die Thaigesellschaft integriert, und es gibt heute keine Mon-Bergbevölkerung mehr.

Sehr wohl aber gibt es die Bergbevölkerung der Hmong, wobei dahinter die Bevölkerung der Blauen Meos befindet.

Ob sich die Bevölkerung der Weißen Meos auch Hmong nennen, möchte ich bezweifeln, doch bin ich mir da nicht sicher.

Ursprünglich stammen die Meo, Yao, Lahu, Akha und Lisu aus Yünan, wobei die Meo und Yao beide eine Sprache haben, die zu den sinotibetischen Sprachgruppen gerechnet werden, wogegen die Sprachen der Lahu, Akha und Lisu zu den tibeto-birmanischen Sprachfamilien gezählt werden.

Die Sprache der Karen ist mit keiner der vorher genannten Sprachgruppen verwandt. Auch fehlen in der Karenkultur vollständig chinesische Kulturelemente.
Die Kultur der Karen ist beeinflußt von Burmesen, Mon und Thai.
 
K

KLAUS

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Hi DisainaM,
da bin ich ja froh, dass die Meo tatsaechlich gleich den Hmong sind, zumindest einer der Gruppen gleich, was wer ich ma versuchen naeher auszubekommen, weil, ich interessiere mich aus verschiedenen Gruenden sehr fuer die Bergvoelker deren Kultur und Leben sowie besonders deren lebensumstaende heute...:-)
Ich mag uebrigens die Lisu (Lisaw) sehr gerne, kann das garnicht so rationell begruenden, eher gefuehlsmaessig, sie sind aufgeschlossen in ihrer Art und die bunte freundlich stimmende Kleidung tut sicher auch was dazu...:-)
Neben den von Dir genannten Hauptgruppen, gibt es noch etliche kleine ethnische Gruppen, die oft nicht groesser sind wie ein oder zwei Doerfer...:-)
Die verschiedenen Bergvoelker haben auch unterschiedliche
Religionszugehoerigkeiten, sogar innerhalb einer Familie, da kann ich wieder das Beispiel des Buergermeisters aus der Kleinstadt nehmen, er sprach vom Buddhismus, sie, die Frau und Mutter bekannte sich als Christin, was aber in der Familie funktionierte, so hatte ich den Eindruck..:-)
Viele Bergvoelker wurden bereits vor sehr langer Zeit(teilweise ueber 100 Jahre) christlich missioniert, so kann es vorkommen, dass in einem Bergdorf eine Kirche steht und "daneben die Gluecksschaukel"
alles kein Problem, dann gibt es die rein animistisch orientierten Voelker und auch einige die buddhistisch gepraegt sind, wobei der Animismus in allen Voelkern verwurzelt ist, wie eben in ganz Thailand auch.
Wer mal Gelegeneheit hat, sollte sich in die abgelegenen Bergdoerfer begeben, dort gibt es viel Interessantes zu sehen und erleben, nicht zu verwechseln mit den touristisch aufgemotzten Bergdoerfern wo "Neckermann" hingekarrt wird...:-)
Leider geht immer mehr von dieser kultur verloren, aber das ist ja ein weltweites problem und schwer vermeidbar, besonders da wo dann Interessenkonflikte entstehen, wie hier im norden.
Gruss
Klaus
 
DisainaM

DisainaM

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@ Klaus,

es ist eigentlich nicht allzu kompliziert, ein Meo Gesicht von einem Mon Gesicht zu unterscheiden.
Die Meo haben eine wesentlich hellere Hautfarbe als die Mon, wobei ihre Augen einen leicht schlitzförmigen Ansatz haben.

Bei den Mon findet man oft eine etwas angedunkelte Haut (noch nicht dunkel !!!), und eine etwas ovale Kopfform.

[hr:bf33a11da3]

Die Christianisierung der Karen vor über 100 Jahren in Burma durch englische Missionare ist IMO ein etwas trauriger Vorgang.
Der Preis, den sie damit gezahlt haben, findest Du noch heute,
nämlich ihre Vertreibung aus Burma und ihr Leben in thailändischen Flüchtlingskamps.
Als burmesische Flüchtlinge sind sie in Thailand zwar geduldet,
doch haben sie als Nicht-Thais natürlich keinen Anspruch auf die thailändische Staatsbürgerschaft.

Als nach dem II.Weltkrieg die Engländer ihre Kolonie aufgaben, und Burma in die Unabhängigkeit entliessen, gingen die neuen Herren mit großer Brutalität gegenüber der gesamten Verwaltung vor.
Die Engländer hatte die Verwaltung nämlich nur mit Halb-Burmesen besetzt, also den Kindern, die die Engländer mit burmesischen Frauen erzeugt hatten.
Diejenigen, wo sich die Väter abgewendet hatten (die Meisten), mußten in Burma zurückbleiben. Wurden sie bei den Engländern bevorzugt behandelt, gegenüber den normalen Burmesen, änderte sich das nach der Unabhängigkeit grundlegent.

Die nächste Gruppe, die den Hass des neuen Burma erlebten, waren die christianisierten Karen. Noch heute hat man ihnen die Christianisierung nicht verziehen, und jagt sie deshalb über die Grenze nach Thailand.
Eine Perversion in der Sache, zum Teil setzen die burmesischen Machthaber dafür Karenstämme ein, die nicht zum Christentum übergetreten waren.

[hr:bf33a11da3]

Das Leben der Bergvölker in Thailand ist von folgendem Problem gekennzeichnet :

Entweder sie behalten ihre Kultur, und führen ein Museumsleben, zur Freude der Touristen, die sie besuchen, und die dann ihre Haupteinnahmequelle sind, da sich aufgrund des Klimawandels ihre bisherige Selbstversorgung nicht mehr aufrechterhalten läßt.

Oder sie verlassen die Bergdörfer, und lassen sich von der Thaigesellschaft assimilieren.
Dann geht zwar ihre Kultur verloren, aber sie (ihre Kinder) können ein menschenwürdiges Leben führen.
 
K

KLAUS

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Hi DisainaM,
ein wenig moechte ich Deinen Bericht noch ergaenzen:
Die von den Thai,s ausgebeuteten Touristendoerfer, machen einen vergleichsweise geringen Teil aus von den Gesamtvoelkern, die hier im Norden leben.
Ausgebeutet von den Thai,s, die an diesen Doerfern in Form mafiaartiger Strukturen verdienen.
Besonders auffaellig ist dies zu beobachten bei den "Long Neck"
in der Naehe von Maehongson.
Wuerden die einkommenden Touristengelder fuer diese Gemeinschaft, dieser gemeinschaft auch insgesamt zugute kommen, koennte es eine wohlhabende Gemeinde sein, die ihre Traditionen pflegen koennten, ohne soziale Sorgen, sie koennten zum Beispiel eine ordentliche Schule bauen(bei meinem letzten Besuch, liegt aber schon etwas zurueck) gab es es eine windschiefe Bambushuette , zwei kleine Raeume, die nur durch eine halbhohe Trennwand geteilt waren, Ein "Lehrer" unterrichtete alle Altersgruppen der unteren Stufe etwa bis 4 oder 5 Klasse, es fehlte an allem keine ausreichenden Stifte, Buecher sowieso kaum und Schreibhefte gab es auch nicht!
So kann man das in fast allen Doerfern beobachten, wenn ueberhaupt eine "Grundschule" vorhanden ist, dann in einem sehr desolaten Zustand und unzureichend ausgeruestet!
Bildung stoert, meinen die Behoerden, wer dumm bleibt kann ja auch keine Rechte einfordern, die wenigen, die es schaffen, muessen mit Repressalien rechnen, wie schon berichtet.
Die meissten Bergstaemme leben abgeschieden , ohne Chance auf Zukunft fuer ihre Kinder!
Selbst den paar Touri-Doerfern geht es unwesentlich besser, was Bildung und Rechte angetrifft, lediglich zu Essen haben sie ausreichend, meisstens...
Es fehlt an allem in den Bergen, besonders im Winter, der bald wieder naht!
Aber , wie Du schon schreibst, die Thais kuemmert es nicht,
dabei bemerken sie nicht, dass sie sich selber schaden auf lange Sicht...!
Es ist schon schwierig, auf der einen Seite ist die Kultur der Bergvoelker erhaltenswert, auf der anderen Seite benoetigen sie dringend Hilfe, die diese Kultur in Gefahr bringt, gute Konzepte sind da gefragt...!
Die in den Fluechtlingslagern lebenden Menschen haben es auf andere Art sehr schwer und es ist grausam zu sehen, wie Thailand mit diesen Menschen seit Jahrzehnten! umgeht!!!
Und der Rest der Welt schaut zu!!
Diese Probleme werden noch lange ungeloest bleiben muessen, das ist mehr als nur bedauerlich!!!
Dabei habe ich die vielen anderen Missstaende, wie fehlende
Gesundheitsfuersorge, ueberhaupt medizinische Versorgung und Hygiene
noch nicht angesprochen, das wuerde sicher hier auch zu sehr ins Detail gehen...
Gruss Klaus
 
G

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Original erstellt von KLAUS:
Besonders auffaellig ist dies zu beobachten bei den "Long Neck"
in der Naehe von Maehongson.
Eventuell komme ich damit etwas vom Thema ab, aber als ich "Long Neck" las konnte ich nicht widerstehen.

Hier ein Bericht von Rainer Krack der dieses Dorf resp. diese "industrie" wie folgt und wie ich meine sehr treffend beschreibt:

"Schlicht abstossend finde ich die Gaffer-Touren zu den sogenannten "Langhals-Frauen" vom Volk der Padaung. Die Frauen verlängern ihre Hälse traditionell durch das allmäliche Umlegen von immer mehr Halsreifen, bis der Hals auf girafföse Weise langgestreckt ist. Früher wurden die Touristen in die Heimatdörfer der Padaung auf der burmesischen Seite der Grenze geführt, um ihnen diese Sensation vorzuführen. Heute -es lebe die Geschmacklosigkeit- sind die Frauen in einem Dorf auf der Thai-Seite untergebracht, wo man sie gegen eine hohe Eintrittsgebühr begaffen darf - wie in einem Zoo. Es ist wohl debattierbar, wer verabscheuenswürdiger ist: die Leute, die so einen entwürdigen Zirkus organisieren oder die, die unbedingt ein Foto mit Langhals-Frauen haben müssen."

Leider entdeckte ich diesen Bericht erst nach meinem Besuch. Ich kann seine Beobachtungen nur bestätigen. Mir tut es leid dagewessen zu sein. Selbstverständlich sieht das jeder Veranstalter von Nord-Thailand Rundreiesen etwas anders.

Sanuk
 
K

KLAUS

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Hi,
vielleicht ist es sinnvoll, noch ein paar Details zu schreiben, wie das funktioniert...
Die Maedchen, die heute gezwungen werden in diesem Dorf(ab 5.Lebensjahr) diese Ringe anzulegen, da bekommen die Eltern und Familie eine "Kopfpraemie", sind mindestens 2 oder 3 Frauen der
Familie bestueckt, reicht das fuer den Lebensunterhalt dort.
Eine weiteren Tochter kann das dann erspart bleiben...
Uebrigens koennen die "Long-Neck" diese Ringe spaeter nicht wieder ablegen ohne weiteres, da die Hals und Muskelstruktur, das nicht zulaesst...
uebrigens, nicht der Hals wird "biologisch" gesehen "laenger",
sondern die Ringe druecken sich in die Schultern ein, was dann diesen "Effekt" des "Langen Halses" hervorruft...
Die horrenden "Eintritte" kassieren die mit der Organisation betrauten Leute, auch das Tourunternehmen hat nichts davon, ausser, dass sie das Angebot in einer Reise realisieren, der Hintergrund beginnt schon in den Laendern, wo die Reisen gekauft werden, also auch in D!!
Das mal noch als Ergaenzung...
Gruss Klaus
 
G

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Hallo Klaus,

wenn ich es richtig verstehe, würde die "Tradition" schon lange nicht mehr existieren, liesse sich damit keine Geld verdienen!?!

Sanuk
 
K

KLAUS

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Hi,
ja das ist wohl richtig!!!
Sicher hast Du auch die Frauen mit den anderen Verstuemmelungen dort gesehen?
Diese langen riesigen Ohrloecher und die abgeschnuerten Beine?!
Das wird dort auch noch zur Schau gestellt, jedenfalls damals als ich mal dort war...?
Gruss Klaus
 
DisainaM

DisainaM

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Naja, früher waren diese Ringe aus Gold, doch die wurden dann ausgetauscht gegen Billigmaterial.

Die Organisation, die mit den Eintrittsgeldern Geschäfte machen, sind übrigens christliche Karen mit Thaipass.
Sie haben 'es arrangiert', das das Flüchtlingslager dieser burmesischen Karenflüchtlinge wie ein Touristendorf aussieht, wo sie auch am Verkauf der angebotenden Souveniers verdienen.

Den burmesischen Karen hat man gesagt, sie würden durch ihren Einsatz der gemeinsamen Sache dienen, da ein Teil der Eintrittsgelder wieder nach Burma retour geht, an ...

Das Problem der thailändischen Bergvölker ist ähnlich, wie das Problem in Ländern, wie Nepal, wo der Hochlandtourist durch seine Zahlungen für schöne Stickereien die dortige Kultur völlig auf den Kopf gestellt haben.
Wer mit ein paar Geschäften mit Touristen mehr verdient, als mit 6 Monaten Arbeit (viele dieser Gemeinschaften kannten überhaupt kein Geld, sondern hatten ihre Waren durch Tauschgeschäfte umgesetzt),
ist doch klar, das alle sich auf die Touristen einstellten.

Letztendlich war das ja auch die Entwicklung in anderen Gegenden, wo am Ende schließlich die Töchter gen Pattaya verkauft wurden.
 
Jinjok

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@ll
Schönen Dank für die interessante Lektüre. Ich dachte mir doch, dass das einen eigenen Thread wert ist. Weiss jetzt auch noch jemand welcher Stamm auf Koh Kret bei Bangkok residiert, Hmong oder Mon?
Jinjok
 
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KLAUS

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Hi Jinjok,
es muessten die MON sein, die nicht verwandt mit den HMONG sind...:-), Die MEO jedoch gehoeren zur Gruppe der HMONG, ich hoffe, ich habe es nun richtig...:-)
ich glaube da muss ich nochmals einiges verfestigen, was die Gruppen und Untergruppen betrifft, fuer Aussenstehende sehr kompliziert...:-)
Ich werde unsere Hilltribe- Experten hier vor Ort fragen, wenn die das nicht wissen, wer sonst!
Beste Gruesse
Klaus



Letzte Änderung: KLAUS am 24.09.02, 04:24
 
Peter-Horst

Peter-Horst

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Hi,

war ja gerade in MaeHongSon kann das bis jetzt gesagte nur bestätigen.

Aber man sollte auch verstehen, das der Torismus eben eine Einnahmequelle für diese Leute ist. Und wenn es Tratition war nur Töchter die Mittwochs geboren sind, die Ringen anzulegen wird das heute eben etwas von Montag bis Sonntag ausgedeht. (Wurde uns so erzählt)

Besonders bizar ist, das man neben das "Dorf" der Long Neck gleich da "Dorf" der Big Ear gesetzt hat, damit der Tori nicht soweit laufen muss.


Gruß Peter
 
DisainaM

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Kleiner Nachtrag :

About 75% of Thailand's population are ethic Thais. Thais themselves divide into four distinct groups, each with their own dialects and to some extent their own regional customs and practices. People of Chinese origins make up about 11% of the population, most of whom are second or third generation. There are also a wide range of ethnic minorities including Malays, Vietnamese, Khmer, Mon, Semang and Moken. In the mountainous areas of the north and west there are also a wide range of ethic minority `hilltribes', including the Karen, Lahu, Mien and Hmong peoples.
www.charitychallenge.com/images/tfactfile.pdf+how+many+visas+to+Thais+are+issued&hl=de&ie=UTF-8]Quelle [/url]

Etwa 75 % der thailändischen Bevölkerung besteht aus ethnischen Thais.
Die Thais selber unterteilen sich in 4 Gruppen, wobei jede von ihnen einen eigenen Dialekt sprechen, und zum Teil auch ihre eigenen regionalen Gebräuche und Rituale praktizieren.
11 % der Bevölkerung besteht aus ethnischen Chinesen, wobei die meisten Abkömmlinge der 2. und 3. Generation sind.
Außerdem gibt es ein weites Spektrum von ethnischen Minoritäten, die hauptsächlich aus den Malayen, Vietnamesen, Khmer, Mon, Semang und Moken bestehen.
In den nördlichen und westlichen Bergregionen gibt es außerdem ein weites Spektrum von Bergvölkern, welche u.a. die Karen, Lahu, Mien and Hmong einschliessen.

[hr:b6aa62a331]

Soweit zu dem Text, stellt er doch die beiden Gruppen der Hmong und der Mon nebeneinander auf.
Noch etwas, zur Bevölkerung in Laos, wo 30 % der laotischen Bevölkerung als Lao Theung bezeichnet werden, die aus ehemaliger Malayischer und Mon-Khmer Abstammung bestehen.
50% Lao Loum (lowland Lao), 30% Lao Theung (lower-mountain dwellers of mostly proto-Malay or Mon-Khmer descent), 10-20% Lao Sung (Hmong or Mien high-altitude hill tribes) and 10-20% tribal Thais
Quelle Lonely Planet
[hr:b6aa62a331]

Am Rande eine Frage an yunike5/ROBERT,
habe in dem Link zu Deinem Fotoalbum Deine Freundin Meau gesehen.
Da sie typische Meau-Augen hat, die Frage, ob sie zufällig Meo Wurzeln hat ?

Letzte Änderung: Dauwing am 27.09.02, 13:25
 
Peter-Horst

Peter-Horst

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Hi Dauwing

hab natürlich nicht explizit nach Japaner gesucht, aber aufegfallen sind mir keine.

Kann ja sein das die sich vor den Fremden verstecken. :lol: :lol:

Aber Spaß beiseite war "nur" drei Tage dort und mir eigendlich "nur" einige "Sehenswürdigkeiten" angesehen.

Mehr über meinem Aufenthalt schreib ich in einem kleinen Bericht (hoffendlich am Wochenende) ins Forum.


Gruß Peter

Letzte Änderung: Peter-Horst am 27.09.02, 13:41
 
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