Lupus" said:
Man ging auch einkaufen, wenn man nicht wirklich viel brauchte, einfach nur der geselligkeit wegen. Der Stammtisch der deutschen Hausfrau fand damals noch vor dem Mittagessen in den deutschen Supermaerkten statt.
Mittlerweile gibt es viel weniger kleine, dafuer ein paar groessere Ketten. Man ist anonym beim einkaufen und mal froh, wenn man ein bekanntes Gesicht entdeckt.
Zeit fuer Smalltalk ist auch nicht mehr da. Selbst wenn man mal kurz mit der Kassiererin lamentiert wird hinter einem boese geschaut anstatt mitgetratscht...
Ja, die Tante Emma-Läden sind zumeist weg. In D. Aber hier haben wir sie noch in Form einer großen Anzahl von kleineren und größeren Talads. Einige Morgens, viele erst Abends. Da gibt es all das, was Du so vermißt.
Ist schwer zu formulieren: Aber ich finde die Erwartung auf eine zügige "Abfertigung" wird durch die Anonymität der Gesamtorganisation des Supermarktes - aller Abläufe dort - von der Selbstbedienung, von der "beratungs-freien" Auswahlentscheidung, von der Lagerhallen-Atmosphäre selbst produziert. Wäre alles weniger unpersönlich, würden die Abläufe wohl auch kaum als monoton und langweilig empfunden.
Machen wir uns nichts vor: Der Supermarkt ist in der Provinz in Thailand noch immer das Paradies, das Konsum-Paradies. Die schiere Auswahlmenge, die meterlangen Regale voller Waren, alles was man im Fernsehen gesehen hat, alles gibt es.
Also muessen wir mit ausgewählten Mitgliedern "Dorf-Jugend" ab und zu einmal in die Supermärkte Udons - Ist wie der Besuch in Disney-Land - zumindest für die Kinder. Eben doch noch ein ziemlich neue Welt, im Fernsehen schemenhaft gesehen. Also gibt es die wirklich. :-)
P.S. Ich weiß ja nicht, ob hier einer Fehlbeobachtung unterliege: Aber ich kann mich kaum daran erinnern, in den Supermärkten je Mönche als Kunden gesehen zu haben. Während man sie auf den Talads sehr wohl sieht. Ist vielleicht schon die Anhäufung von so schrecklich vielen Waren in einem Warenkorb eigentlich schon verwerflich - aus deren Perspektive?