K
Kali
Gast
Ich auch nicht, wobei es einer vernünftigen Ansicht schon sehr nahe kommt, wenn man den ´Isaan´ weg lässt, wie allerdings bereits erwähnt wurde.Ich könnte mir nicht vorstellen ein dummes Isaanmaedel zu heiraten, das hier mit der Erwartung antanzt, das Geld in D waechst auf dem Baum.
Doch auch wenn ´man´ es sich nicht vorstellen kann, um mal die verallgemeinernde Form zu wählen, gibt es durchaus Dinge im Leben eines jeden einzelnen, die seine bisherige Vorstellungskraft sprengen, odda ? ;-D
Nun lese ich allerdings auch Grundsätzliches bezüglich harter Bandagen und vor die Tür zu stellender Koffer heraus. Manchmal weiß man vor lauter ´Koffervordietürstellen´ allerdings schon gar nicht mehr so recht, wessen Koffer derzeit eigentlich draußen stehen.

Die Crux scheint mir die (mangelnde) Fähigkeit zu sein, solche Erwartungshaltung zu problematisieren, wobei ich diesen Mangel nicht einseitig auf die beschränkt wissen möchte, die solche Erwartungshaltung verinnerlicht haben. Erwartungshaltung wird von irgendjemandem oder irgendwas provoziert, oft auch von denen, die als Farang in Thailand den (An-)schein erwecken, dass das Geld in Farangien in der Tat auf den Bäumen wachsen würde. Dazu kommt die Propaganda, die in Thailand daselbst betrieben wird, von Nachbarinnen, Freundinnen, Verwandten, von denen, die bereits selbst in irgendeiner Form abgeerntet haben - oder zumindest davon träumen. Verbunden mit der - gar nicht so dummen - Intention, erst einmal einen Status Quo, also den des Verheiratetseins zu schaffen, um dann so nach und nach den
entsprechenden Forderungskatalog zu präsentieren.
Umso größer dann natürlich die Enttäuschung, dass eigentlich bereits Schluss is´ mit lustich, da die Realität bei den meisten eben anders aus sieht.
Dem ist sich zu stellen, auf eine individuell behutsame Art, ungeachtet vielleicht noch der besonderen Empfindlichkeiten der angeheirateten südostasiatischen Ehehälfte. Auch Konsequenz ist angesagt, wenn auch nicht auf die mitunter gewohnt bewährte Holzhammermethode, mit der man vielleicht einen amerikanischen Manager in die Knie zwingen könnte. Da ist Sensibilität gefragt, Einfühlungsvermögen, Abpassen des richtigen Augenblickes, Geduld und nochmals Geduld.
Jede Beziehung erfordert aufgrund ihrer Einzigartigkeit auch ihre besondere Strategie. Darum meine bescheidene Meinung, dass es nur ein Vorteil sein kann, wenn man(n) Interesse für die Geschichte seiner Angeheirateten nicht nur heuchelt, sondern tatsächlich zeigt. Kein sozialpädagogisches Plattmachen seines Gegenübers, sondern feinfühlige Darlegung der allgemeinen und finanziellen Situation, möglichst untermauert durch ihre eigenen Erfahrung wie Einteilung selbst verdienten oder erhaltenen Geldes, auf jeden Fall unmissverständliche Klarlegung der eigenen pekuniären und emotionalen Grenzen.
Ein manchmal schwieriges Unterfangen, weil anscheinend wirklich einige mit einer knallharten Gefühlskanone arbeiten, wie tagelangem Schmollen, Liebes- und Beischlafentzug bis hin zur Androhung, das magere Salär durch eigenes (An)Schaffen aufbessern zu wollen.
Meine eigene Erfahrung ist sicherlich kein allgemeingültiges Rezept. Zunächst hatte ich mich mit Suays Hilfe eingehend mit ihrer Geschichte und ihren Lebensgewohnheiten in Thailand auseinandergesetzt, wir hatten in wer weiß wie vielen ´Brainstormings´ ihre und meine Erwartungen abgeklopft, nicht in einem strukturierten Rahmen, sondern mit viel Humor und Sanuk gewürzt. Wenn ihr ein Thema unangenehm war, haben wir es erst einmal zurückgestellt, entweder kam sie ein paar Tage später selbst damit raus, oder ich hatte es noch einmal vorsichtig angesprochen. Und alles, ohne sie unter Druck zu setzen oder vor anderen bloß zu stellen, weil Vertrauen ihre wohl größte Erwartung an mich war.
Natürlich hat auch sie noch ihren Traum, dass wir evtl. später gemeinsam in einem kleinen Häuschen in Thailand zumindest eine Zeit lang im Jahr leben können, wobei sie auch an eine zukünftige ´Heimat´ für ihre Tochter und den für Ende Januar zu erwartenden Enkelsohn denkt. Das deckt sich allerdings auch mit meinen Vorstellungen und unseren finanziellen Möglichkeiten, und wird mit Sicherheit innerhalb der nächsten vier Jahre realisiert werden können.
Ich hatte allerdings auch mal mit massivem Druck gearbeitet, als diese sporadische Sauferei kein Ende nehmen wollte. Noch vor unserer Hochzeit hatte ich sie vor die Alternative gestellt: Ich oder der Sprit. Nun, ich war ihr wohl wichtiger.

Ansonsten wären es in der Tat ihre Koffer gewesen, die vor der Tür gestanden hätten, auch, wenn ich gelitten und sie sehr vermisst hätte. Bei aller Zuneigung und Liebe zu ihr bin ich nicht bereit, meine eigenen Grenzen über Gebühr zu strapazieren.
Anm:
Komme gerade nach Hause - meine Jattin leicht ziemlich betüddelt im Bett. Das letzte Mal vor vier Monaten anlässlich eines Geburtstages.
Nun, mit diesen Zeitabständen kann ich leben...
´pi: mai, oder auf neudeutsch ´Neujährchen´ mit Freundinnen, oder so...

Khun_MAC
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