HIV immer noch auf Platz 1

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Conny Cha

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Kondome gibt es kaum

Aids ist die häufigste Todesursache in Thailand, im Jahr 2003 starben dort etwa 58 000 Menschen an der Immunschwächekrankheit. Zurück bleiben über 300 000 Aids-Waisen. Ein Projekt der Malteser hilft.

Angst kann sich Diana Peters nicht leisten. Nicht hier. Nicht vor Aids. Die Erfurterin lebt seit sieben Monaten in Thailand, leitet dort ein Aids-Hilfsprojekt des Malteser Hilfsdienstes. Berührungsängste mit HIV-Infizierten kennt die Diplom-Soziologin nicht. Nicht mehr. Vorsichtig, ja, das ist sie. Das muss sie auch sein. Doch Angst ist etwas anderes als Vorsicht.

Was HIV tatsächlich bedeutet, weiß in der Kleinstadt Mae Sariang und den umliegenden Dörfern im Nordwesten Thailands kaum jemand. Auch nicht, wie man sich mit dem Virus ansteckt, sich vor ihm schützen kann. Dort, an der Grenze zu Burma, mitten im Urwald, von Bergen umgeben, ist Aids so weit weg wie Achterbahnen und Zuckerwatte. In den Gedanken der Einheimischen zumindest. Die Realität sieht anders aus: Etwa sechs Prozent der Grenzbevölkerung sind mit dem Aids-Virus infiziert, die Dunkelziffer liegt weit höher.

Diana Peters wohnt mitten in Mae Sariang, mit den 4000 Einwohnern für sie eher ein Dorf. Ihr kleines Haus ist von Reisfeldern umgeben. Wo die Stadt aufhört, fängt der Urwald an. Und mit ihm ein undurchschaubares Dickicht von kleinen Bergdörfern.

Dort leben vor allem ethnische Minderheiten, Flüchtlinge aus Burma, Vietnam, Tibet. Sie leben seit Generationen in der Gegend, hunderte von Jahren mögen es schon sein.

Fernab der nächsten großen Stadt, ohne Infrastruktur, Verkehrsmittel und Straßen ist die Gesundheitsversorgung katastrophal. Von der dringend nötigen Aids-Aufklärung ganz zu schweigen. Kondome gibt es in den Bergen kaum zu kaufen. Und wenn, dann sind sie für die arme Bergbevölkerung nicht erschwinglich.

Diana Peters und ihre zehn thailändischen Kollegen wollen das Unwissen verringern, wollen informieren und beraten, auf- und erklären. Helfen, der Diskriminierung von AidsKranken entgegen zu wirken. Schlimm und grausam ist das, sagt Diana. Mit HIV-infizierten Kindern will keiner spielen, von den kranken Erwachsenen niemand etwas kaufen. Und der Virus wird immer weitergegeben, weil das Wissen fehlt.

Der Kreislauf, so die 27-Jährige, ist oft der gleiche. Ein Familienvater infiziert sich bei einer Prostituierten mit Aids, steckt seine Frau an, das gemeinsame Kind wird mit dem Virus geboren. Der Mann stirbt, die Frau prostituiert sich, um zu überleben, das Kind bleibt bei den Großeltern.

Auch Pi Lung Pai Puek lebt bei ihrer Großmutter, die Vier-jährige ist mit dem HI-Virus infiziert. Der Vater des Mädchens ist verschwunden, die Mutter tot, gestorben an Aids. Doch das weiß Pi noch nicht. Sie ist eine von über 300 000 Aids-Waisen in Thailand, nennt ihre Großmutter Mama. Oma La weiß, dass ihre Enkelin HIV-positiv ist. Und dass sie sterben wird. Dass man durch die Krankheit immer schwächer wird, stark abnimmt, Flecken bekommt. Mehr weiß sie nicht.

Das Projekt von Diana Peters - die EU finanziert es mit einer Million Euro - unterstützt Kinder wie Pi, bietet Schulstipendien und hilft betroffenen Familien mit Kleinkrediten. Mit dem Geld bezahlt Pis Großmutter das Schulgeld, die Schuluniform und einen Teil des Essens. Es sind nur ein paar Euro, für La ist es jedoch ein Vermögen. Ohne das Geld des Aids-Hilfsprojektes könnte sie sich und Pi nicht ernähren.

Seit ingesamt 25 Jahren arbeitet der Malteser Hilfsdienst nun schon in Thailand, das Aids-Projekt startete im Juni 2002. Es geht nicht um eine medizinische Versorgung. Vielmehr stehen Information und Beratung im Fokus der Arbeit. Strukturen sollen geschaffen werden, so- dass nach Ende der insgesamt dreieinhalb Jahre im nächsten November Einheimische die Arbeit von Diana und ihren Helfern fortführen können.

Die Erfurterin fällt auf in Thailand. Mit ihren blonden Haaren und den 1,84 Meter Körpergröße ist sie eine Exotin. Seit April ist sie in Mae Saraiang und schnell erwachsen geworden in den letzten Monaten. Die Erlebnisse sind prägend, der kulturelle Unterschied manchmal kaum zu überwinden. Doch Asien ist nach wie vor Dianas Traum, war es schon immer. Indien, Vietnam, Sri Lanka. Bereits während ihres Soziologie-Studiums in Bamberg und Trier war sie mehrmals in Asien, kennt und liebt die vielen Unterschiede. Kein Land ist wie das andere. An das Essen hat sie sich inzwischen gewöhnt.

Die Soziologin spezialisierte sich im Hauptstudium in Trier auf Entwicklungshilfe, bei einer Nichtregierungsorganisation wie dem Malteser Hilfsdienst zu arbeiten, das war immer ihr Ziel. Als Assistentin für das Aids-Projekt hatte sie angefangen, in Köln, während eines Praktikums beim Auslandsdienst der Malteser. Jetzt ist sie die Managerin.

Ein großer Schritt für Diana, der viel Verantwortung mit sich gebracht hat. Sie kümmert sich um Personalfragen, um die Finanzen, koordiniert Einsätze. Die Arbeit ist nicht einfach, und manche der Geschichten treiben ihr Tränen in die Augen. Doch sie ist glücklich in Mae Sariang, liebt die Herausforderung und hat ihren Vertrag bis zum Ende des Projektes im November 2005 verlängert.

Wenn sie Pi sieht, dann weiß Diana auch, warum sie auf Lebkuchen und Weihnachtsmärkte verzichtet.

Das kleine Mädchen mit dem eckigen Haarschnitt strahlt, wenn es von der Schule erzählt. Was die Lehrerin ihnen alles beigebracht hat, wie viel Spaß das Lernen macht.

Dann nimmt Diana das Kind auf den Arm, drückt es ganz fest. Vorsichtig zwar, doch von Berührungsangst keine Spur.

30.11.2004 Von Steffi DOBMEIER
 
Conny Cha

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01.Dezember 2004

Gefängnisse als "HIV-Fabriken"

Asiatische AktivistInnen warnen vor weiterer Ausbreitung der Seuche -Kritik an medialer Darstellung der Kranken

Bangkok - Mit landesweiten Veranstaltungen haben asiatische Staaten am Welt-Aids-Tag vor einer weiteren Ausbreitung der Immunschwächekrankheit gewarnt und zu Solidarität mit Infizierten aufgerufen. In den Medien würden HIV-Infizierte häufig als promiskuitiv und verantwortungslos dargestellt, kritisierten Aktivisten am Mittwoch in Taiwan. Aids-Organisationen in Indonesien und Thailand wiesen auf einen dramatischen Anstieg der Infektionen bei Gefängnisinsassen hin.

Gefängnisse seien regelrechte "HIV-Fabriken", kritisierte Elizabeth Pisani von Family Health International in Jakarta. Schlechte medizinische Versorgung, Drogenmissbrauch und ungeschützter Geschlechtsverkehr sind nach Ansicht der Aids-Aktivisten für eine Infektionswelle unter den Häftlingen verantwortlich. In Indonesien waren im vergangenen Jahr fast ein Viertel der Gefängnisinsassen HIV-positiv, wie die nationale Aids-Kommission mitteilte. Auch in Thailand und Kambodscha wurde eine Ausbreitung der Krankheit in Gefängnissen beklagt.

Über eine halbe Million Opfer 2004

Die Immunschwächekrankheit hat in Asien in diesem Jahr bisher 540.000 Menschen das Leben gekostet. In Thailand, einem der am stärksten betroffenen asiatischen Länder, war am Mittwoch eine Demonstration durch die Hauptstadt Bangkok geplant. In Tokio sollten auf einem Konzert zu Gunsten von Aids-Aktivisten 20.000 Flugblätter und Kondome verteilt werden.
Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiierte Welt-Aids-Tag rückt in diesem Jahr vor allem das Schicksal betroffener Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt. Weltweit sind inzwischen rund 47 Prozent der 45 Millionen HIV-Infizierten Frauen. (APA/AP)
 
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01.Dezember 2004

Gefängnisse als "HIV-Fabriken"

Asiatische AktivistInnen warnen vor weiterer Ausbreitung der Seuche -Kritik an medialer Darstellung der Kranken

Bangkok - Mit landesweiten Veranstaltungen haben asiatische Staaten am Welt-Aids-Tag vor einer weiteren Ausbreitung der Immunschwächekrankheit gewarnt und zu Solidarität mit Infizierten aufgerufen. In den Medien würden HIV-Infizierte häufig als promiskuitiv und verantwortungslos dargestellt, kritisierten Aktivisten am Mittwoch in Taiwan. Aids-Organisationen in Indonesien und Thailand wiesen auf einen dramatischen Anstieg der Infektionen bei Gefängnisinsassen hin.

Gefängnisse seien regelrechte "HIV-Fabriken", kritisierte Elizabeth Pisani von Family Health International in Jakarta. Schlechte medizinische Versorgung, Drogenmissbrauch und ungeschützter Geschlechtsverkehr sind nach Ansicht der Aids-Aktivisten für eine Infektionswelle unter den Häftlingen verantwortlich. In Indonesien waren im vergangenen Jahr fast ein Viertel der Gefängnisinsassen HIV-positiv, wie die nationale Aids-Kommission mitteilte. Auch in Thailand und Kambodscha wurde eine Ausbreitung der Krankheit in Gefängnissen beklagt.

Über eine halbe Million Opfer 2004

Die Immunschwächekrankheit hat in Asien in diesem Jahr bisher 540.000 Menschen das Leben gekostet. In Thailand, einem der am stärksten betroffenen asiatischen Länder, war am Mittwoch eine Demonstration durch die Hauptstadt Bangkok geplant. In Tokio sollten auf einem Konzert zu Gunsten von Aids-Aktivisten 20.000 Flugblätter und Kondome verteilt werden.
Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiierte Welt-Aids-Tag rückt in diesem Jahr vor allem das Schicksal betroffener Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt. Weltweit sind inzwischen rund 47 Prozent der 45 Millionen HIV-Infizierten Frauen. (APA/AP)
 
DisainaM

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Zum heutigen Welt Aids Tag ließ die indische Regierung verlauten :

Jeder Inder bekommt ein Kondom.

Insgesamt werden 1.5 Millarden Kondome verteilt.

Ob es sich um wiederverwendbare Kondome handelt,
wurde nicht erwähnt.
 
M

MartinFFM

Gast
Hier mal eine kleine Geschichte (leider ist sie wahr)

Als ich vor kurzem in Thailand war hab ich mich öfters mit meinem Bungalow-Nachbarn unterhalten. Er erzählte mir, daß er halt mit den Kondomen so seine Probleme hat, weil hat ungewohnt usw. und es ihm überhaupt keinen Spaß macht. Man hat ihm förmlich am Gesicht angesehen, daß er es am liebsten 'ohne' gemacht hätte, er nur noch einen kleinen 'Schups' von außerhalb braucht. Den er natürlich von mir nicht erhalten hat.

Eines Tages sah ich ihn mit einem Deutschen, der wie ich dann erfahren hatte in Pattaya lebt, auf seinem Balkon sitzen und sich unterhalten. Das mithören war wegen der paar Meter kein Problem. Und dieser Halb-Einheimische hat dann sinngemäß verlauten lassen:

"Ich habe mich gestern Abend noch mit ein paar befreundeten Ärzten und Apothekern unterhalten und die sagen alle, daß das Risiko einer HIV-Ansteckung nur dummes Gerede und Panikmache wäre. Das wäre alles nicht so schlimm und man sollte sich einfach keine Gedanken darüber machen und es bedenkenlos 'ohne' machen." :O

Jeden weiteren Kommentar darüber kann man sich ja wohl sparen.
 
C

Chak2

Gast
Ohne die krankheit an sich relativieren zu wollen, möchte ich doch einige Fakten zurechtrücken. Zum einen ist HIV bestimmt nicht "immer noch" auf Platz 1 der Todesursachen, sondern seit 2003, und laut UNDP ist
Epidemic now leading cause of death among Thai young adults
Insgesamt ist immer noch Krebs die Todesursache Nr. 1, in erster Linie Leber-, danach Lungenkrebs.
 
C

Chak2

Gast
Eh, deinen Kommentar kann ich jetzt nicht so ganz deuten, Rawaii.
 
R

Rawaii

Gast
Ob immer noch oder jetzt erst, tatsache ist das ich auch noch nie von soviel ansteckungen und toten hier gehoert hab wie dieses jahr.... :fertig:
 
C

Chak2

Gast
Wie dem auch sei, ich wollte es ja auch nicht verharmlosen. Und du weißt ja, was du zu tun hast.
 
Thema:

HIV immer noch auf Platz 1

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