Im Zusammenhang mit der Stromversorgung ist mir gerade noch eine nette Episode eingefallen. (Kann ich heute sagen. Damals habe ich gekocht.)
Wir kamen damals mal zum Haus und die Elektrik hatte eine Macke. Im Wohnzimmer sind sechs Neonröhren. Ihr kennt diese häßlichen, runden 40W Röhren mit Glasschale unter der Decke. Erste Lampe eingeschaltet. Brennt. Zweite Lampe eingeschaltet. Die besinnt sich ein bischen. Brennt. Dann in die Küche. Sch...! Die Röhre glimmt, zuckt manchmal, aber will nicht. Mistding. Naja. Morgen werde ich einen neuen Starter einschrauben oder auch besser gleich die Röhre mit austauschen. Am nächsten Tag auch gleich die Reparatur gemacht und die Küche hat Licht. Na also, geht doch. Abends ist in der Küche Licht, dafür spinnen die Lampen im Wohnzimmer. Ich werde mißtrauisch und beschließe, am nächsten Tag einen Elektriker zu holen. Der sieht sich alles an und gibt uns den Rat, doch besser jemanden von den "Stadtwerken" zu holen. So einem Rat sollte man sich nicht widersetzen und wir haben ihn befolgt. Ein oder zwei Tage später kam dann der Fachmann. Er hatte nicht nur einen Phasenprüfer, wie der Elektriker, sondern einen Spannungsmesser, mit dem man berührungslos die Spannung einer Leitung prüfen kann. So etwas Schickes hätte ich auach gern. Er legte das Meßgerät an mehreren Leitungen im Haus an und zeigte mir die Anzeige. Jedesmal volle Spannung mit 220V. Auf die Frage, warum denn dann, verdammt nochmal, nur zwei odr drei lampen des abends angingen hatte er auch ganz fix eine Erklärung parat. Die Leitungen lägen ja auf der Wand. Da wir aber ein Steinhaus hätten, würde der Strom durch die Wand abgeleitet werden. Die Frage, ob dem Strom das erst jetzt aufgefallen sei, da er vorher anstandslos alles versorgt hatte, habe ich mir verkniffen und ihn dann, er war zufrieden mit sich und der Welt, nach Hause geschickt.
Abends will meine Frau bügeln. Geht aber nicht. Das Bügeleisen wird nicht richtig heiß. Der blöde Feernseher will auch nicht. Wenn ihr meine Frau kennen würdet, könntet ihr verstehen, daß eine solche Situation bei ihr etwas hervorruft, die einem Vulkan unmittelbar vor dem Ausbruch gleicht. Noch die geringste Kleinigkeit und sie explodiert. Da sollte man nichts auf den nächsten Tag schiben. Also Meßgerät und vorsichtshalber Taschenlampe geholt und angefangen. Steckdose vom Bügeleisen gemessen: 220 V., o.k. Verteilerkasten aufgeschraubt und gemessen: 220V. Alle Wohnzimmerlampen eingeschaltet. Obwohl sie nur zum Teil brannten: rd. 160 V. Wieder ausgeschaltet und Bügeleisen eingesteckt: 110 V. Nachgedacht, Ergebnis: der dämliche Stromzähler ist kaputt. Nichts für meine Künste. Die "Stadtwerke" haben ihn dann am nächsten Tag ausgetauscht. Abends hatten wir allerdings wieder keinen Strom. Der "Stadtwerker" kam wieder udn bewies mir am Zähler, daß doch alles in Ordnung war. Er hatte aber nicht mit meiner Hinterlist gerechnet, denn ich hatte mich mit isolierter Kombizange, gut isoliertem Schraubenzieher und dem Bügeleisen bewaffnet. Das habe ich dann einfah vor dem Zähler angeschlossen und siehe da: 110 V. Sein Gesichtsverlust war mir dabei völlig egal. Da war nichts mehr mit der Erklärung "Steinhaus und Strom verschwindet in der Wand". Na, er verschwand auch ganz schnell ohne eine Erklärung zu haben. Ich habe noch einmal nachgedacht. Da niemand im Ort, außer uns, Stromprobleme hatte, konnte der Fehler nur noch in dem Bereich zwischen Zähler und Hauptleitung liegen. Habe dann das Kabel dazwischen auswechseln lassen und das Problem war behoben. Seither leben meine Frau und ich dort mit voller Stromleistung udn wenn sie nicht gestorben sind ..........
Christian
P.S.
Weil ich nun einmal neugierig bin habe ich damals die Leitung zwischen Zähler und Hauptleitung vollständig abisoliert. Kein Bruch drin, kein Lunker, nichts. Fragt nicht, wieso dort der Fehler gelegen hat. Seit der Zeit gibt es für mich aber keinen Aludraht mehr. Nur noch Kupferlitze!