Zu was rätst du also dem Häuslebauer in spe? Die lokalen Elektriker einfach mal machen lassen, in der Hoffnung dass die Arbeiten dann von Leuten geplant und ausgeführt werden die nicht nur Hobbybastler mit mehr oder weniger fundiertem Halbwissen sind? Den Kumpel einfliegen der vom Fach ist, und dem man als Gegenleistung für die Elektroinstallation 2 Wochen Phuket spendiert? Oder gibt es eine zuverlässige Quelle mit deren Hilfe man sich als Laie so tief in das Thema einarbeiten kann, dass man selbst in der Lage ist die Installation zu planen und die Ausführung zu überwachen?
Man kann nicht aus einem angehenden Häuslebauer und Laien in Sachen Elektrohandwerk innerhalb von 2 Monaten per Internet einen Elektriker machen, der in der Lage ist, eine Bau zu überwachen. Das funktioniert nicht. Ein Elektriker lernt sein Handwerk nicht umsonst über einen Zeitraum von 3 1/2 Jahren.
Wenn man sich schon über Elektrik per Internet informieren will, dann besser über ein fachlich ausgerichtetes Forum, wie z.B. dieses hier:
Elektro Forum Elektrotechnik - Elektronik Forum
oder dieses hier:
Index • Elektro Forum
Für die Häuslebauer in Thailand, die die Bauüberwachung nicht selbst übernehmen können, rate ich eine größere Elektrofirma zu finden, die z.B. auch Schaltschränke baut. Diese Firmen machen meist auch Industrieinstallationen und/oder haben Elektriker an der Hand, die für sie arbeiten. Nach meiner Erfahrung kann man von Elektrikern, die bei gewerbsmäßigen Installationen gearbeitet haben, einigermaßen brauchbare Arbeit erwarten. Die können dann auch einen vernünftigen Sicherungskasten bauen und ihn installieren. Die sind dann vielleicht etwas teurer als der Elektriker um die Ecke, aber wahrscheinlich auch etwas professioneller.
Wie gut die Jungs sind, lässt sich auf den ersten Blick natürlich nicht sehen, aber hier (auch wieder nach meiner Erfahrung) braucht man sich nur mal das mitgebrachte Werkzeug anzuschauen, dann lernt man auch schon was über die Kenntnisse der Elektriker. Wenn einer mit einem Schraubendreher und einem Phasenprüfer auf der Baustelle aufschlägt und sonst kein anderes Werkzeug mitbringt, dann ist das wohl eher nichts. Wenn einer mit halbwegs vernünftigem Elektrowerkzeug kommt, sogar noch ein Meßgerät dabei hat und das auch noch bedienen kann, hat man keine allzu schlechte Wahl getroffen.
Allgemeingültige Tips zu geben, ist ohnehin sehr schwer, da sich die Installationen durchaus unterscheiden können. Manchmal wird mit Einzeladern in Rohren verlegt, manchmal mit dreiadrigen Kabeln. Die Aderfarben sind dadurch nicht immer gleich und es gibt zig verschiedene Fabrikate von Steckdosen usw. usw.
Das einzige, was man da wohl generell sagen kann, ist dass in jede Steckdose drei Adern gehören, einmal Phase, ein Nullleiter und einmal Erdung. Und alle drei gehören auch angeschlossen. Das ist hier nicht immer sebstverständlich, einfach zu überprüfen und bringt schon einmal die Sicherheit, dass wenigstens alles geerdet ist.
Was man zunächst beim neuen Häusle benötigt, ist ein Elektroanschluss, der zur zu erwartenden Anschlußleistung passt. Somit sollte man sich als Laie zumindest mal die Geräte aufschreiben die man anschließen will, die Leistungen summieren und dann daraus den erforderlichen Strombedarf errechnen (kann man auch in einem Fachforum erfragen). Danach wird der Stromanschluß ausgelegt und beim Energiversorger beantragt. Die haben hier verschiedene Stufen für den maximal zulässigen Strom, immer angegeben in A (oder Amp. in Englisch).
Danach sollte man sich dann mit seinem Elektriker der Wahl auf die zu installierenden Stromkreise einigen. Bei uns ist die allgemeine Elektrik (Licht und Steckdosen) pro Stockwerk abgesichert, die Aircons und Durchlauferhitzer jeweils separat. Macht auch Sinn, da man die Geräte bei Wartung einzeln wegschalten will.
Auf Basis der Aufteilung der Elektroinstallation und der Anzahl der zu erwartenden Geräte (Aircons, Durchlauferhitzer etc.) wird dann der Sicherungskasten/Hausanschlusskasten geplant und gebaut. Den Kasten immer so bauen, dass man später noch erweitern kann (25% bis 30% Reserve).
Danach die Steckdosen in den Zimmern markieren und den Elektrikern bei der Installation über die Schulter schauen, damit auch alles was man bestellt hat eingebaut wird.
Zum Schluß Funktionstest und durchmessen, nachschauen ob die Erdung passt. Kann man evtl. auch von einem unabhängigen Fachmann durchführen lassen, oder man lässt es sich vorführen (von dem Elektriker, der mit dem Meßgerät umgehen kann).
Um eine vernünftige Installation zu bekommen, ist Kontrolle erforderlich. Deshalb sollte man auf jeden Fall vor Ort präsent sein, damit alle Wissen, dass die Arbeit überprüft wird. Einfach wurschteln lassen geht schief. Dabei ist es erstmal egal, ob man vom Fach ist oder nicht, kontrollieren und die Arbeit zeigen lassen, kann sich jeder.