Gesundheit und Versicherungsschutz in Thailand

Diskutiere Gesundheit und Versicherungsschutz in Thailand im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Ist egal, das ist lange her... In den dreissiger Jahren war es vielleicht ein OFFIZIERS-KASINO:
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Kurgast zu Pattaya
In der Ausgabe September 2013 von "Finanztest" werden Krankenversicherungen für Langzeit-Auslandsreisen getestet. Die Würzburger schneidet darin sehr gut ab. Nicht zuletzt, weil sie die Kostenübernahme für die Krankennachsorge (Reha usw.) erweitert hat.
 
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Kurgast zu Pattaya
Die Problemkonstellationen "ohne Krankenversicherung", aber auch "unterkrankenversichert" in Thailand werden hier angesprochen.

Aber mit der Würzburger Versicherung von BDAE ist man sicher nicht unterversichert, oder?? :) :wai:
 
joachimroehl

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Markgrafenheide
a) die Würzburger Versicherung leistet zeitlich unbefristet ohne Leistungsbegrenzung

fa19-2013_35.jpg

b) der Fall von Koh Samui wäre besser gelöst, wenn unser schwäbischer FARANG einfach in einer Patientenverfügung* festgehalten hätte, dass er in einem solch hoffnungslosen medizinischen Fall auf sämtliche Maßnahmen der Wiederbelebung von künstlicher Beatmung bis zur Ernährung per Magensonde verzichtet. Damit kann eine untragbar schwere Last von ihm selbst, den nächsten Angehörigen und den behandelnden Ärzten genommen werden.

* Patientenverfügung - Bundesgesundheitsministerium
-> http://www.bmj.de/SharedDocs/Downlo..._Textbausteine_pdf.pdf?__blob=publicationFile
 
thedi

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Manchakiri, Khon Kaen
Zwei interessant Fälle, die schlussendlich vor allem eins zeigen: Krankenversicherungen hätten in beiden Fällen kein Problem gelöst. Ganz im Gegenteil - je mehr Geld vorhanden ist, desto länger das sinnlose leiden.

Der Fall von Thomas wird noch viel detaillierter in einem Blog von seinen sich aufopfernden Freunden geschildert. Thomas ist wundgelegen, die Wunden werden nach Aussage der Ärzte nie mehr heilen. Er liegt im Wachkomma. Niemand weiss ob er noch etwas mit bekommt, ob er leidet oder einfach wie ein Blumenkohl dahin vegetiert. Sicherheitshalber wird er mit Morphium still gelegt.

Der Fall ist tragisch. Sehr belastend für seine Freunde, die schlussendlich nicht den Mut haben...

Beide Beispiele demonstrieren für mich eher, dass für diese beiden Patienten eine Patientenverfügung wichtiger gewesen wäre als eine Krankenversicherung.

Also abgesehen von pro und contra Krankenversicherung --- zur Vervollständigung dieses Themas sei hiermit ein weiterer wichtiger Aspekt erwähnt: Patientenverfügung


Mit freundlichen Grüssen

Thedi
 
joachimroehl

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Markgrafenheide
Falsch, denn mit einer Krankenversicherung entscheidet man sich im Vorfeld etwas Geld monatlich abzugeben, um im Notfall beste Behandlung und Versorgung zu bekommen. Sollte die Situation jedoch medizinisch hoffnungslos sein, greift die Patientenverfügung und sichert ein ruhige und schmerzfreie Erlösung.
 
xxeo

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Kurgast zu Pattaya
Eine Patientenverfügung für Deutschland und/oder für Thailand? Gibt es so etwas auch in Thailand, wie ist denn dort die Rechtslage?

Generell, klare Sache: Eine PV sollte sein, auch wenn das Thema und die Beschäftigung damit vielen unangenehm ist. Noch viel schlimmer ist die Vorstellung, einem Zombie gleich an Apparate angeschlossen zu sein und lange künstlich am Leben erhalten zu werden.

Übel, schwerer Herzinfarkt mit gerade 46 Jahren, und dann noch eine Wiederbelegung nach 20 Minuten... Aber welcher Arzt will es verantworten, jemanden sterben zu lassen, auch wenn schwerste körperliche Folgen praktisch sicher zu erwarten sind.
 
thedi

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Manchakiri, Khon Kaen
Ein Spital kann hier nicht lebenserhaltende Apparaturen abschalten. Aber sie können Patienten zur weiteren Pflege nach Hause entlassen. Auch wenn sie durchaus sehen, dass es dort diese Apparaturen nicht hat.

Ich glaube nicht dass eine Patientenverfügung in Thailand rechtlich irgend etwas Wert wäre. Da hier aber hoffnungslose Fälle von den Spitälern gerne nach Hause entlassen werden, können die Verwandten und Freunde dann die nötigen Schritte mit gutem Gewissen unternehmen ... vielmehr unterlassen.

Das wichtigste ist, dass sie im klaren sind, was Dein Wille wäre.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi
 
joachimroehl

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Stimmt leider wieder nicht und da es vor Jahren durch die Presse gegangen ist, kann ich hier etwas anschaulicher berichten: der für die Zeitung FARANG tätige Markus, bekannt unter dem Synonym Stoney der Stadtstreicher, hatte sich in Thailand wie auch immer eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten eingefangen. War zwar krankenversichert, aber mit begrenzten! Deckungssummen. Als nach längerer Krankheit und einigen Tagen Aufenthalt im Bangkok-Pattaya-Hospital weitere Zahlungen der Versicherung ausblieben (die versicherte Schadenssumme war komplett aufgebraucht, die Angehörigen in Bayern nicht flüssig) gab es die kurze Information, dass am nächsten Morgen die Herz-Lungenmaschine abgeschaltet werden würde. So kam es dann auch.
 
sanukk

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Suite, Superior oder Deluxe
No money, no honey, so einfach ist das.
Das gilt in Thailand sicherlich nicht nur in Krankenhäusern.

Abschalten kann manchmal auch Erlösung sein.
 
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Kurgast zu Pattaya
No money, no more living.

Das trifft für die Thais ohnehin nur allzu oft zu, aber - wie ich häufig lese - auch für Farang, die für die Kosten für ärztliche Versorgung oder Krankenhausaufenthalt nicht aufkommen können. Manche könnten zurück nach Europa fliegen, wollen das aber in vielen Fällen nicht.


Einen Flug-Rückholdienst wie die DRF Luftrettung bieten auch die Johanniter ihren Mitgliedern. Allerdings bloß für Reisen bis zu drei Monaten pro Jahr, bei medizinischer Notwendigkeit und für Personen mit Hauptwohnsitz Deutschland.
 
joachimroehl

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Markgrafenheide
Das nennt man selbst gewähltes langsames Dahinsiechen und die Anverwandten können ohne Willenserklärung nicht mal die Schläuche rausziehen. Neben den über 30000€ Krankenhauskosten fallen jeden Monat weitere Pflegekosten von 23000 THB allein für die Krankenschwester an. Wäre er heimgeflogen worden, läge er kostenfrei in einem Hospiz* und die Angehörigen würden nicht hoch verschuldet zurück gelassen.


*http://www.aok.de/nordost/leistungen-service/hospiz-65798.php
 
A

Antares

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@Joachim @All

Die Angehörigen werden, in diesem Fall, nicht "hoch verschuldet" zurück gelassen. Die Kosten werden kontinuierlich durch Spenden gedeckt. Das ist mehr im ersten Teil des Berichtes abgehandelt.

Joachim kannst Du hier, basierend auf deinen Erfahrungen und deinem Wissen kurz darlegen was mit dem Patienten geschehen wäre wenn er:

A eine Langzeit Reise KV

B eine Expat KV bei einem Europäischem Anbieter

bei Zeiten abgeschlossen hätte?
 
xxeo

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Und, Zusatzfrage, noch einmal konkret: Weiß jemand, ob es eine Patientenverfügung nach deutschem Vorbild/nach deutscher Rechtslage auch in Thailand gibt - und ob sie im Ernstfall auch beachtet wird?

Die Formulierung einer Patientenverfügung ist ja juristisch eine äußerst knifflige Sache. In Deutschland muss jedes Wort genau stimmen. In Thai wird kaum jemand guten Gewissens etwas unterschreiben, was ihm seine Holde Pi-mal-Daumen übersetzt. Aber auch im Englischen wäre ich da sehr unsicher.

:wai:
 
joachimroehl

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Bei A zu monatlich 33€ ist der Rückflug ebenso wie bei B zu 153€ mitversichert. Wer sich eine der beiden Varianten nicht leisten kann, wählt den Rettungsflug des Deutschen Roten Kreuz zu 18€ jährlich, darf allerdings maximal sechs Monate am Stück in Thailand bleiben.

Für die Patientenverfügung kenne ich keine Rechtsgrundlage in Thailand, allerdings hilft sie den Angehörigen im Falle des Falles dennoch die richtige Entscheidung zu treffen und zwingt keinen Schicksal zu spielen.

Anmerkung: solche Unvernünftigen und ihre Fälle provozieren die thailändischen Behörden eines Tages in deutscher Manier einen Krankenversicherungszwang einzuführen. Schlecht für diejenigen, die bei den Privaten abgelehnt werden und über Rettungssysteme oder Freunde ihr eigenes ganz privates Hilfsnetz ohne die Versicherungen aufgebaut haben.
 
thedi

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Manchakiri, Khon Kaen
privates Hilfsnetz ohne Versicherungen aufgebaut

Sehr diplomatisch ausgedrückt. .....Ihr privates Hilfsnetz ohne Versicherungen aufgebaut haben:lachen::lachen::lachen::lachen::lachen::lachen:
Ich glaube Du missverstehst da etwas.

Gerade der Fall Thomas zeigt, dass das durchaus funktionieren kann. Er war sehr populär, hatte einen grossen Freundeskreis den er aktiv aufbaute. Er war weder griesgrämig noch knauserig oder 'cheap Charlie' - ganz im Gegenteil. Auch ohne Versicherungsgesellschaft hatte er so ein Hilfsnetz im Rücken.

Auch ich baue auf ein Sicherheitsnetz ohne Versicherungsgesellschaft. Das beruht einerseits auf einem nicht zu mageren finanziellen Polster bei einer Thai Bank und anderseits auf der Sippe meiner Frau, mit der ich nicht nur sehr gut auskomme - sondern mich als Mitglied anerkannt weiss. Im Verlauf der letzten 20 Jahre habe ich da mehr investiert in Schulgelder, Hilfe beim Hausbau, Unterstützung bei Spital und Arztkosten, Festen oder Brautgeldern von Neffen als ich in demselben Zeitraum für Krankenversicherungsprämien ausgab. Seit zwei Jahren bin ich nun von letzterer Pflicht befreit - und verlasse mich nun ganz auf meine eigene Art mich hier abzusichern.

Krankenversicherungs-Prämien könnte ich sowieso nur für mich, meine Frau und Tochter aufbringen. Einspringen werde ich aber für eine viel grössere Sippe. Das läuft alles auf etwas tieferem Niveau ab als in DACH. Aber es funktioniert so und ehrlich gesagt, mir ist es so wohler: ich würde lieber von meinen Verwandten betreut als in einem 5-Stern Spital an Schläuchen angeschlossen bleiben, bis die Fall-Limite der Versicherung aufgebraucht wurde. Auch wenn letzteres allenfalls ein paar Wochen länger Wachkomma bedeuten würde.

Ein privates Hilfsnetz ohne Versicherungsgesellschaft aufzubauen, ist mit nichten billiger - und bedingt sicherlich einiges mehr an persönlichem Einsatz - aber dafür kann es auch mehr Freude machen.


Mit freundlichen Grüssen

Thedi
 
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