Komisch Jupiter,
Ich dachte immer, ein Hype um eine Aktienwert entsteht dadurch, dass einer den Wert als "cool" vorstellt, sich damit eingedeckt hat und dann ein Haufen anderer denken, das ist die Aktie, di+e jeder haben muss. Also wird die Aktie gekauft wie verrueckt und steigt und steigt.
Wer seine "Erfolge" fuer sich behaelt, der handelt doch eigentlich seinen eigenen Interessen entgegengesetzt. Oder laesst mich da die Logik im Stich?
Das stimmt leider nicht und darauf sind bereits 1999/2007 viele Kleinanleger reingefallen. Damals kam es zu einer Umschichtung der Aktien von institutionelle Anlegern zur breiten Masse. Was danach kam, wissen wir alle. Bei einem Hype kauft eben diese breite Masse, meist gesteuert durch die Öffentlichkeit/Medien, und dabei kommt es fast immer zu einem 15%-30% Klimax-Top, also eine Überhitzung des Preises, so dass eine meist grössere Korrektur folgen muss. Das ist eine der Gründe warum viele Kleinanleger nie über eine Jahresperformance von 10% rauskommen, einfach weil sie zu spät kommen und sich dabei nicht bewusst sind, dass sie in eine von den institutionelle Anlegern gestellte Bärenfalle laufen. Apple war 2015 das deutlichste Beispiel einer Umschichtung an die breite Masse mit finalem Klimax-Top Mitte Juli 2015.
Nun was steckt dahinter dass ein Aktienkurs wirklich nachhaltig steil ansteigt: Die mit Abstand grösste Quelle der Aktiennachfrage ist nicht die breite Masse, sondern die Zukäufe institutionelle Anleger, (Investmentfonds, Pensionsfonds, Hedgefonds, Versicherungsgesellschaften, grosse Anlageberatungen, Treuhandabteilungen von Banken sowie staatliche Wohltätigkeits- und Bildungseinrichtungen). Diese Grossinvestoren sind für den Löwenanteil der täglichen Marktaktivität verantwortlich. Researchberichte von Brokerhäusern und Analystenempfehlungen sind keine institutionellen Förderungen, auch wenn einige von ihnen kurzfristig einen gewissen Einfluss auf manche Wertpapiere haben können und dadurch vor allem die breite Öffentlichkeit auf eine Aktie aufmerksam macht. Eine Gewinneraktie benötigt zwar keine riesige Menge an institutionellen Besitzern, aber einige sollte sie doch mindestens haben. In einigen seltenen Fällen, in denen es um kleinere oder neuere Unternehmen geht, dürfte die Mindestzahl bei 20 liegen, auch wenn sie bei den meisten Aktien viel, viel grösser ist. Wenn eine Aktie keine professionelle Unterstützung erfährt, ist es wahrscheinlich, dass ihre Performance eher durchschnittlich ausfällt. Dies bedeutet, dass sich zumindest einige institutionellen Investoren die Aktie angesehen haben und über sie hinweggegangen sind. Selbst wenn man damit falschliegt, so ist doch ein hohes Kaufvolumen erforderlich, um einen bedeutenden Preisanstieg nachhaltig anzuregen.
Es ist auch nicht so wichtig, wie viele Institutionen eine Aktie besitzen, sondern vielmehr, welche aus der begrenzten Anzahl von Institutionen mit besserer Performance eine Aktie besitzen oder sie in letzter Zeit gekauft haben. Ausserdem ist es von entscheidender Bedeutung, ob die Gesamtzahl der institutioneller Unterstützer wächst oder sinkt. Man sollte dabei hauptsächlich auf den Trend im letzten Quartal achten. Es ist immer am besten, Aktien zu kaufen, die über mehrere Quartale starke Gewinne (EPS Q/Q > 20%) und Umsätze sowie eine wachsende Anzahl institutioneller Besitzer aufweisen.
Wenn ein institutioneller Unterstützer eine neue Position aufbaut, ist es wahrscheinlich, dass er diese Position weiter aufstocken wird, und es ist weniger wahrscheinlich, dass er sie künftig verkaufen wird. Berichte über solche Aktivitäten sind rund sechs Wochen nach Ablauf der drei- oder sechsmonatigen Berichtsperiode eines Fonds verfügbar. Sie sind für Anleger hilfreich, die in der Lage sind, die klügeren Entscheidungen zu identifizieren, und die sich mit der korrekten Analyse von Tages- und Wochencharts, Volumentrends sowie mit dem Timing auskennen. Ausserdem tauchen institutionelle Trades auf gewissen Echtzeit Nachrichtenkanälen als Transaktionen auf. Bei den meisten Unternehmen können institutionelle Käufe und Verkäufe für bis zu 70 Prozent der Handelsaktivität verantwortlich sein. Dies ist die nachhaltige Kraft, die hinter den meisten Preisbewegungen einer Aktie steht und nur so können längerfristige Kursgewinne jenseits von 30% oder auch im tripple-digit Bereich realisiert werden.
Darum ist es so wichtig dann zu kaufen, wenn das Smart-Money in eine Aktie fliesst und nicht wenn die breite Masse im Anflug ist.