Wie Du, kann ich auch nur aus meiner Sicht operieren und Wahrnehmungen preisgeben - versuche aber möglichst wenig, andere zu verletzen. Anscheinend habe ich Dich und ich entschuldige mich dafür.
Mache Dir keine Gedanken, dass Du mich verletzt haben koenntest. Keine Entschuldigung notwendig hierfuer. Bin sehr dickfellig in dieser Hinsicht. Wollte mit meiner Anwort auch nur eine falsche Vorstellung bezueglich meiner Person richtigstellen. Moechte keine Schuhreklame oder so etwas in's Haus geschickt bekommen, wenn da ein Geruecht kursiert, dass ich ein verwoehntes Modepueppchen sei.
Hm, Deine Vorstellung im Portal habe ich irgendwie versaeumt, hatte ja hier auch einige Monate Pause eingelegt. Aber ich schaue mal. Ziehe es in der Tat vor zu wissen, mit wem ich eigentlich plaudere. Dient meiner Meinung nach viel eher einem konstruktiven Dialog, als das es schadet, obwohl hier natuerlich auch die Meinungen auseinanderdriften.
Ja, es ist wohl offensichtlich so, dass MEINUNGEN oftmals in den falschen Hals bekommen werden und als Angriff auf die eigene Person gewertet werden. Somit ist es meiner Meinung nach wichtig, zu klassifizieren, dass es sich nur um eine persoenliche Ansicht handelt.
Hatten ja vor kurzem auch die Thematik, dass z. B. Polygamie und Hippielebensphilosophie absolut nicht MEIN Ding sind. Da sind manche wie die Springteufel aus der Kiste gekommen. Ob ich meine, dass ich was besseres sei, Betbruder, konservatives Fossil und so. Hey, dabei habe ich nur geschrieben, dass manches nicht MEINE Welt sei, sonst nichts.
Beim Pinguin kann ICH PERSOENLICH nachvollziehen, dass er im Haus geblieben ist. Haette ich genauso gemacht. Das ist konform mit MEINER Philosophie und das ist konform mit MEINEM Thailand. Wieder Selbstdarstellung? Natuerlich, da ich ja nicht fuer das ganze Land oder die ganze Welt sprechen kann. Dass der Pinguin lieber nicht die Hilfe von Anderen in Anspruch nehmen moechte kann ICH auch nachvollziehen. Geht mir genauso. Hatten wir ja auch schon mal darueber interessiert. Gaebe MIR ein Gefuehl in eine Art Abhaengigkeit zu geraten, eine Verpflichtung irgendwann kompensieren zu muessen. Verpflichtungen machen meiner Meinung aber wieder total unfrei. Rechte kommen ja auch nie ohne Pflichten. Versuche daher meine Verpflichtungen natuerlich so niedrig wie moeglich zu halten, indem ich so wenig wie moeglich Rechte in Anspruch nehme.
Ist hier in Thailand auch unter greng djai bekannt. Andere Leute mit eigenen Problemen nicht nerven zu wollen. Dies mag nun absolut im Gegensatz zum sozialen Gedanken stehen, obwohl dieser aber in Asien und Thailand auch existent ist. Man sollte geben (tambuhn, borijak) weil man es gerne moechte, nicht weil man verpflichtet dazu ist oder gar Vorteile dadurch gewinnen moechte. Selbst hier ist mit Vorsicht zu agieren, damit der Empfangende moeglicherweise nicht das Gefuehl bekommt in Abhaengigkeit zu geraten oder gar das Gesicht zu verlieren. Manche Zeitgenossen ist das natuerlich egal, die heimsen ein, was sie kriegen koennen. Sind das ganze Leben nur auf Persilscheine aus. Aber nicht meine Welt. Empfaende ich als entwuerdigend.
Das Prinzip des traditionellen Buddhismus basiert ja eigentlich auch darauf. Ein Moench bittet nicht, bedankt sich nicht sondern akzeptiert was man ihm gibt oder nicht gibt. Er hungert lieber, als dass er bittet. Klingt hart und aus zivilizerter Sicht vielleicht sogar verantwortungslos oder idiotisch, aber es geht ja darum sich von Begehren und Wuenschen zu befreien. Sich von Enttaeuschungen und Gier zu bewahren. Da passt es dann wieder voll und ganz wie die Faust auf's Auge. Nein, man muss jetzt nicht Moench sein, um diese Technik in seinem Leben zu verwenden, sondern kann hier auch als nicht Robentraeger Nutzen ziehen.
Habe es bei den Toechtern leider schon vermehrt erlebt. Diese Ungeduld. Das Unvermoegen warten zu koennen, Selbstdisziplin zu ueben. Selbstdisziplin durch Verzicht, auch wenn dieses temporaer Misere bedeutet. Wenn man eben einmal ein paar Tage hungert oder Durst hat, okay, dann ist dieses eine Erfahrung, die einen in schwierigen Situationen lebensfaehiger macht. Nun die Toechter. Wir sind unterwegs. Auf einmal kommt ein Durstgefuehl oder Hungergefuehl auf. Hey, wir sind in einer halben Stunde zu Hause. "Ich habe aber Durst!!!" oder "ich habe aber Hunger!!!!". Jetzt. Sofort muss Loesung herbei. Absolue Leidesunfaehigkeit. Wie soll man sich da jemals von Leid befreien koennen? Unmoeglich, da der kleinste Missstand bereits Leid ausloest.
Greng djai hat fuer mich persoenlich wesentliche Bedeutung. Nein, nicht dahingehend es jedem Recht machen zu wollen sondern in dem Zusammenhang Andere nicht mit meinen Noeten zu belaestigen. Nicht nehmen zu wollen, denn nehmen kommt meiner Meinung nach immer der mit der Verpflichtung auch zurueckgeben zu
muessen. Die Japaner bezeichnen dieses als "giri". Die Verpflichtung einen Gefallen kompensieren zu MUESSEN, egal wie lange diese Rueckgabe auch dauern mag. Ein versklavendes Gefuehl meiner Meinung nach. Somit ist nach meiner Ansicht fuer den wuerdevollen Menschen das Nehmen viel schwerer als das Geben.
Jetzt kommen wir zum Kernpunkt des Problems dieses Threads. Du warst auf der Seite des Gebenden und Pinguin auf der des Nehmenden. Unter dieser Praemisse verstehe ich nun voll und ganz den Threadtitel "Fuer uns bitte keine Spenden!". Nein, nicht dahingehend, dass sich der Pinguin als Held praentieren wollte, sondern unter der Praemisse des greng djai und dafuer temporaer sogar Ungemach in Kauf zu nehmen. Letztendlich sollte man ja auch seinen Rueckschlaegen Lehren ziehen und jemand muss erst einmal leiden koennen um sich von Leid zu befreien. Wer immer nur sein ganzes Leben auf Daunenkissen gelegen hat, fuer den wird ein kleiner Missstand schnell zum Weltuntergang.
Der Pinguin hatte bereits einen recht guten Einstand im rauhen Schwellenland. Vieles sollte fuer ihn nun leichter und verstaendlichen in Thailand werden, wo er ja anscheinend von nun wohl nun leben wird. Was haette er jedoch gewonnen, wenn er zu Volker auf die Insel gegangen waere? Okay, er haette das temporaere Ungemach vermieden, aber gleichzeitig auch eine Lebenserfahrung vergeben, die er dann moeglicherweise auf andere Art in der Zukunft gemacht haette. Viele Auslaender kehren ja aus Enttaeuschung basierend auf nicht erfuellten Erwartungen frueher oder spaeter an den Ort ihrer Herkunft zurueck.
Als dies ist natuerlich auch wieder nur eine subjektive Ansicht, basierend auf subjektiven Denkkonstruktionen. Hieraus leitete sich dann auch die Ansicht ab, dass ein Prinz oder Prinzessin selbst duch dicke Matratzen hindurch schnell eine Erbse spuert, waehrend solch eine Erbse einen Anderen, der schon mal auf nacktem Boden geschlafen hat, mit Sicherheit nicht kratzen wird. Nein, kein proklamiertes Heldentum sondern einfach nur ein rationeller Gedankengang. Habe selbst schon in Daunen gelegen aber auch schon auf dem nackten Boden geschlafen. Beides hat durchaus sein Fuer und Wider. Bei staendigen Daunen haette ich persoenlich schnell das Gefuehl lebensunfaehig zu werden, meine Faehigkeit zur Selbsthilfe und zur Leidkompensation zu verlieren.
Schon wieder eine Selbstdarstellung des "Super-Tramaicos"? Manche moegen es sicherlich so auffassen, was ich nicht aendern kann und mir im Grunde auf voellig egal ist. Trotzdem werde ich immer ich bleiben, voellig unabhaenig wie negativ oder positiv mich Andere sehen. Natuerlich koennte ich hier leicht mit "Kreidestimme" schreiben und versuchen von Gott und der Welt Schulterklopfen zu ernten, doch dafuer muesste ich mich dann verbiegen, wozu ich aber nicht bereit bin, wie auch aus meiner Signatur hervorgeht.
Du siehst Pit, in mancher Hinsicht sind wir uns dann wieder aehnlich. Hier in Thailand wuerde man wohl sagen same, same but different.
