Früher in Thailand

Diskutiere Früher in Thailand im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; Gibt es eine Fortsetzung? Kaum zu glauben, dass dies noch gar nicht so lange her ist. Hört sich an wie eine Erzählung aus dem letzten Jahrhundert...
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seven

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Gibt es eine Fortsetzung? Kaum zu glauben, dass dies noch gar nicht so lange her ist. Hört sich an wie eine Erzählung aus dem letzten Jahrhundert. Genau genommen ist es dies ja auch. :rofl:
 
Didel

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Pfalz und CEI
@ Mang-gon-Jai

Bitte, bitte , bitte weitermachen.
Wann kommt Teil 5 :???: :nixweiss:

Ist toll zu lesen :super:


Gruss Didel
 
fusch1

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@ MGJ
Wirklich faszinierend deine Erzählungen; damals war ich 3Jahre alt :-)
Weiter bitte
 
Simmi

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jo jo, bitte mehr davon...
 
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Nelson

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Hallo MgJ,

ich warte auch schon sehnsüchtig auf Teil 5!!! :P

Gruß, Nelson
 
Bökelberger

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MgJ, da kann ich Nelson nur zustimmen !
 
Mang-gon-Jai

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Teil 5

Das Essen hier draußen in den Reisfeldern war äußerst schmackhaft und erstaunlich preiswert. Den genauen Preis weiß ich nicht mehr, aber soweit ich mich erinnere, hat es 3 Baht pro Person gekostet.
Damals war einfach alles recht preisgünstig. Viele Dinge kosteten nur wenige Satang (100 Satang = 1 Baht). Ich besitze noch einige 1-Satang Stücke. Satangs gibt es heute praktisch in Thailand nicht mehr. „Mai mii tang“, sagen auch heute noch manche Leute, wenn sie kein Geld haben (in etwa „ich habe keinen einzigen Satang“).
Zurück ging es mit dem Boot in Richtung Bangkok. Dort befanden wir uns plötzlich auf einem „Thalat nam“, einem schwimmenden Markt.
Verkäufer und Käufer befanden sich in kleinen Booten. Es wurde gefeilscht und die erworbenen Waren wurden über die niedrigen Bordwände gereicht. Meist handelte es sich um Obst und Gemüse.
Es gab damals etliche schwimmende Märkte in Bangkok. Es waren echte Märkte für die Einheimischen. Sie waren nicht für die Touristen inszeniert wie der heutige Markt in Damnoen Suduak.
Wir verließen das Boot und mein Führer/Fahrer besuchte mit mir einen großen Tempel. Es sei der heiligste Tempel, sagte er mir. In diesem Tempel befände sich die heiligste und wichtigste Buddha-Statue der ganzen Welt.
Auf keinen Fall dürfe ich diese Buddha-Statue fotografieren, warnte er mich. Fotografieren würde mit dem Tode bestraft.
Der Tempel hieß „Wat-pra kheo“. Ihr kennt ihn ja alle.
Aber es war damals alles ganz anders. Nur wenige Besucher waren im Tempel - Touristen fast gar nicht. Es kostete auch keinen Eintritt und offizielle Führer gab es auch nicht.
Ungehindert hatten wir die Möglichkeit, alles zu besichtigen. Es schien keine verschlossene Räume zu geben.
Die vielen Buddha-Statuen hier, wie auch im Wat Pho, standen frei. Heute befinden sie sich hinter Sicherheitsglas. Heute kann man auch Postkarten vom Emerald-Buddha kaufen.
Ich saß lange auf den Stufen vor einem Bhoot und betrachtete die eindrucksvolle Anlage. Ein etwa 10 jähriger Junge setzte sich zu mir und sprach in der fremden Sprache auf mich ein. Ich schenkte ihm mein Frühstücksei, welches ich in meiner Fototasche mit mir herumtrug und er aß es mit Genuss.
 
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MrLuk

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Das einzig Wahre an einer Geschichte, ist das was der Zuhörer (Leser) glaubt.... :rofl:
 
Mang-gon-Jai

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@MrLuk
Das einzig Wahre an einer Geschichte, ist das was der Zuhörer (Leser) glaubt... :rofl:
???
Es ist wirklich wahr!
 
Mang-gon-Jai

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Teil 6

Erst abends kamen wir in mein Hotel zurück. Und dort kam der Schock.
Ein großer Bus war vorgefahren und brachte eine recht große Reisegruppe – Deutsche, Neckermänner.
Lärmend überfluteten sie das Hotel und besetzten den Coffee-Shop. Es gab damals noch nicht viele Reisegruppen, aber die wenigen reichten mir bereits (eigentlich ungerecht, oder?).
In der Empfangshalle standen um einen Tisch ein paar Sessel. Hier war es ruhiger und hierhin setzte ich mich. Ein junger Australier saß ebenfalls dort, umgeben von etlichen hübschen Thailänderinnen.
Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir recht viel von Land und Leuten. Er war schon recht lange in Thailand und sprach sogar ein paar Brocken Thai.
Er bestellte zwei Bier für uns indem er einfach eine der Frauen schickte und diese ging anstandslos das Bier holen und servierte es uns. Sie selbst bekam nichts.
„Du musst hier nichts selbst machen“, belehrte er mich. „Die Frauen hier sind recht willig.“
Das nächste Bier bestellte ich. Auch ich beschloss eine der Frauen zu schicken. Der Australier übersetzte und eine hübsche Thai ging die Getränke holen. Zwei Bier und für die Frau eine Cola.
Meine Großzügigkeit hatte zur Folge, dass diese Frau sich zu mir setzte. Sie hieß Samrak.
Samrak war wirklich ausnehmend hübsch. Sie trug ein festliches weißes Kleid. Über und über war es mit Pailletten bestickt und von Goldfäden durchwirkt. Ich komme auch heute noch ins Schwärmen, wenn ich an Samrak denke.
Als sie ihre Cola ausgetrunken hatte, ergriff Samrak meine Hand und zog mich aus dem Hotel auf den gegenüber liegenden Essensmarkt und ich ließ mich gerne ziehen.
Dort entdeckte ich endlich, wie wohlschmeckend die thailändischen Gerichte sind.
Samrak saß neben mir und bemühte sich, mich zu bedienen. Sie schenkte mir das Bier ein und reichte mir das Glas. Sie legte mir die besten Stücke auf den Teller und kam dabei selber kaum zum Essen.
Samrak verbrachte die folgende Nacht bei mir und war ab dem nächsten Morgen meine Führerin.
Zwar hatten wir Sprachprobleme, aber mit Händen und Füßen klappte die Verständigung irgendwie. 50 Baht wollte sie für ihre Tätigkeit pro 24 Stunden haben.
 
Mang-gon-Jai

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Teil 7

50 Baht pro 24 Stunden? Vielleicht sollte ich das einmal erklären:
Samrak war eigentlich keine Prostituierte. Klar, sie „ging“ mit mir für Geld. Selbstverständlich schlief sie nachts auch in meinem Bett, aber das war nur ein Teil ihrer Aufgaben. Übrigens war die Benutzung von Kondomen damals nicht üblich.
Ich hatte sie also gemietet. Das bedeutete, dass ich 24 Stunden über sie verfügen konnte. Sie war sozusagen Tagelöhner. In der Zeit, die ich sie gemietet hatte, stand mir ihre gesamte Arbeitskraft zur Verfügung. Sie hätte auf dem Reisfeld geschafft, die Wohnung gereinigt, das Essen gekocht und die Wäsche gewaschen. All dieses war mit den 50 Baht abgegolten.
Auch heute noch, wo ja alles viel teurer geworden ist, beträgt im Issaan die übliche Entlohnung für Tagelöhner etwa 100 Baht pro Tag.
So, wie ich die Arbeitskraft von Samrak gemietet hatte, hatte ich automatisch auch ihren Körper gemietet. Auf Wunsch schlief sie also auch mit mir. Dabei empfand sie natürlich nichts für mich. Das änderte sich allerdings später, denn wir blieben recht lange zusammen.
Am nächsten Morgen zogen wir also gemeinsam durch Bangkok. Wenn Samrak erst einmal begriffen hatte, wohin ich wollte, oder was ich gern sehen wollte, organisierte sie alles erforderliche.
Sie kümmerte sich um Autos und Boote. Hier möchte ich noch einmal daran erinnern, dass die Boote damals das Hauptverkehrsmittel waren. Die ganze Stadt war von Kanälen unterschiedlicher Größe durchzogen. Das Leben spielte sich auf dem Wasser ab.
Am Menam gab es sogar Siedlungen aus Booten auf denen Leute ihr Leben lang lebten und gelebt hatten.
Der Menam selbst war auch ganz anders als heute. Er war nicht begradigt. Große Schilfinseln trieben den Strom hinunter in Richtung Meer und große Fische (Flussdelfine?) konnte manchmal gegen Abend darin sehen. Das Wasser war lehmig braun.
Als Erstes fuhren wir zum Phukhao thong mit dem Wat Sakhet auf seiner Spitze. Der anstrengende Aufstieg wurde durch eine wunderschöne Aussicht über Bangkok belohnt. Der Phukhao thong war damals die höchste Erhebung im flachen Bangkok und man konnte recht weit ins Land sehen, da die Sicht durch keine Wolkenkratzer verbaut war.
Zu Fuss ging´s in Richtung Wat-pra kheo und Wat Pho. Wir überquerten den Phamane Platz, der damals ein riesiger (größter?) Wochenmarkt war.
Den Wat-pra kheo, den ich ja schon kannte, ließen wir aus und gingen weiter zum Wat-Pho, wo mich ein älterer Mönch ansprach.
Er verstand etwas englisch und freute sich, es nutzen zu können. Dieser Mönch, er stellte sich als Stellvertreter des Abtes vor, zeigte mir den gesamten Tempel. Er trug Schlüssel für alle Räume bei sich und schloss auch bereitwillig alles auf.
Selbst die Wohnungen der Mönche durfte ich besuchen und wurde dort bewirtet.
Samrak musste allerdings draußen warten, die Mönchswohnungen waren tabu für sie.
Bewirten hieß, dass ich allein essen und trinken musste. Die Mönche leisteten mir zwar Gesellschaft und stellten viele Fragen über das ferne Germany, durften allerdings nicht mit mir zusammen essen.
Sehr lange blieben wir in diesem riesigen Tempel. Es war schon fast dunkel, als wir zur Chinatown aufbrachen.
Engste Gassen gab es dort. Und dort gab es den Diebesmarkt. Diesen Markt gibt es auch heute noch, aber das Angebot hat sich gewaltig gewandelt.
Damals sollte man, wenn einem etwas gestohlen worden war, tatsächlich die Chance gehabt haben, sein Eigentum hier zurückkaufen zu können.
 
Jinjok

Jinjok

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@MangGon
Hier kann ich mich gleich mal revanchieren ;-)
Du schreibst: Als Erstes fuhren wir zum Phukhao thong mit dem Wat Sakhet auf seiner Spitze.

Der Wat Saket liegt zu Füssen des des Pukhao Thong. Welchen Namen der ihn krönende Chedi trägt, weiß ich jetzt aber auch nicht.
Jinjok
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Jinjok
Jetzt hast du mich aber ins Grübeln gebracht.
Du hast Recht. Der Wat Sakhet liegt unten. Meines Wissens befindet sich der goldene Hügel auf dem Gelände dieses Wats (Wat Sakhet ). Der Chedi auf dem goldenen Hügel ist danach Bestandteil des Wat Sakhet. Einen eigenen Namen hat er meines Wissens nicht.
Hier kann ich mich aber natürlich irren. Warten wir mal die Reaktionen der anderen Forenteilnehmer ab.

Gruß

Mang-gon Jai
 
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Nelson

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Hallo MgJ,

die von Dir geschilderte "24h-Versorgung" habe ich auch sehr schnell schätzen gelernt.

Wenn die oft zitierte "Chemie" stimmt, gibt es nichts schöneres, als Thailand mit einer netten Begleiterin zu erkunden. Ich machte das bisher mit zwei verschiedenen Mädels über jeweils mehrere Wochen.

Die Kosten betrugen im Jahr 2001:

Täglich 200 Baht Barfine, 500 Baht für die Lady plus Kost und Logis plus das eine oder andere kleine Geschenk ( keine Goldkette sondern sehr preiswerte Klamotten ). Beide Seiten waren damit recht happy!!!

Gruß, Nelson
 
Thema:

Früher in Thailand

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