Nichts ist so fiktiv und hypothetisch wie das Morgen und somit verliert man leicht die Realtitaet aus den Augen, wenn man nicht in der Gegenwart denkt sondern ungelegte Eier visualisiert, bei denen noch nicht einmal die Legehenne das Licht der Welt erblickt hat.
Es geht mir doch um etwas ganz anderes. Klar kann jeder in der Gegenwart leben. Aber wie häufig erlebe ich dann Leute, die völlig geschockt sind wegen Überflutungen, Eurokrisen, Terroranschlägen, Rentenkürzungen, Erderwärmung, neue Technologien usw. Und dieser Schock ist völlig unnötig, weil eben ales vorhersehbar ist. Nicht auf die Minute genau, aber tendenziell.
Man stelle sich mal folgendes vor:
du gehst 1000 km spazieren. Kurz vor dem Ziel stehst du vor einem Abgrund. Zu dumm, denn genau auf der anderen Seite bedfindet sich dein ziel. Jetzt musst du 800 km zurückgehen und dann nochmal 800 km wandern, um dein Ziel zu erreichen.
Hättest du vorher aber die Weissagung auf einer Karte, bzw. bei Google Maps nachgesehen, dann hättest du dir diesen Umweg sparen können.
Klar kannst du sagen: egal, wandern macht ja Spaß. Ich genieße jeden Kilometer. Aber du hast nicht genug Proviant mitgenommen und auf dem umweg ist nichts als Wüste. Was nun? Okay, der Buddhist sagt: egal, ab ins nächste Leben. Doch was soll wohl der Wissenschafts-Gläubige sagen, der denkt, mit dem Tod sei alles vorbei? Dumm gelaufen. Und nur, weil man sich nicht auf die Zukunft vorbereitet und einfach drauf losrennt.
Also zumindest ein bisschen in die Zukunft denken, kann auch dem Heute-Lebenden nicht schaden - im Gegenteil.