Ob Deine Geschäftsidee rentabel ist oder nicht kann und möchte ich nicht beurteilen. Aber ich kann Dir grob Zusammengefasst aufzeigen, was so eine Firma in Thailand alles für Auflagen und Kosten mit sich bringt.
Es kommen normalerweise zwei Modelle infrage:
- Mit einem thailändischen Partner (Freundin, Frau, Freund) kann man eine Partnership limited gründen. Diese Rechtsform ähnelt der Kommanditgesellschaft. Nachteil dieser Rechtsform ist, dass einer der Gesellschafter unbeschränkt, d. h. mit Geschäfts- und Privatmögen haftet (Vollhaftung). Die Haftung des anderen Partners ist auf die Gesellschaftseinlage beschränkt (limited partner). Die formalen Pflichten sind hinsichtlich Sozialversicherung, Buchführung, monatliche Steuer die gleichen wie bei der Rechtsform der Co. Ltd.
- Die Co. Ltd. ist eine der GmbH ähnliche Rechtsform. Die Haftung ist auf die eingezahlten Geschäftseinlagen begrenzt. Der Vollhafter ist hier die Company mit ihrem Gesellschaftsvermögen. Mindesteinlagekapital für die Firmengründung sind 1 Mio. THB, von denen 25% einbezahlt werden müssen. Die Kosten für die Gründung einer „Company limited“ bewegen sich bei seriösen und mit Ausländern vertrauten Kanzleien zwischen 30K – 40K Baht.
Für die Gründung einer Co. Ltd. sind mindestens drei Personen (Shareholders) erforderlich. Sollten man also eine aussichtsreiche Idee haben und eine Co. Ltd. gründen wollen, dann sind hierfür mindestens drei Personen erforderlich. Das können beispielsweise zwei Ausländer sein und ein Thai oder ein Ausländer und zwei Thais. Grundsätzlich sind die Shareholderrechte zu 51 % bei(m) thailändischen Teilhaber(n). Man kann maximal 49% des Geschäftsanteils beanspruchen. Die Gründung einer eigenen Firma berechtigt NICHT zur Arbeit.
Pro Ausländer, der in der Co. Ltd. arbeiten will, ist eine Kapitaleinlage von 2 Mio. Baht erforderlich. Die Kosten für eine WP liegen bei 16K – 25K Baht jährlich.
Sollten man als Ausländer in der Firma arbeiten, wird hinsichtlich der Besteuerung und der Sozialausgaben ein monatliches Einkommen von 50K Baht zugrunde gelegt, auch wenn man effektiv nur 25K Baht Einkommen auszahlen lässt.
Von den 600K Baht Mindestjahreseinkommen abzugsfähig sind dann beispielsweise:
- 40% vom Einkommen allerdings nicht mehr als 50K Baht
- Ein persönlicher Freibetrag in Höhe von 30K Baht
- Sozialversicherungsbeiträge von 750 Baht monatlich (Arbeitnehmeranteil) oder 9K jährlich
- Versicherungen 1200 Baht.
Das entspricht einem zu versteuernden Einkommen in Höhe knapp 500K Baht. Es gäbe noch weitere Abzugsmöglichkeiten wie z. B. 15K Baht pro Kind, 30K Baht für thailändischen Ehegatten, Kosten für Ausbildung, Darlehenszinsen etc. die aber nicht bei jedem zutreffend sind.
Details dazu findet man hier:
::Personal Income Tax::
Für jeden Ausländer, der in der Firma arbeitet, müssen mindestens vier Thais beschäftigt werden. Möchten zwei Ausländer in der Firma arbeiten, müsste diese Firma bereits acht Thais beschäftigen und ein registriertes Firmenkapital von 4 Mio. Baht nachweisen.
Der gesetzliche Mindestlohn in Thailand beträgt seit Jan. 2013 300 THB täglich. Verstösse hiergegen werden mit überaus empfindlichen Geldstrafen geahndet. Das heisst, wenn man als einziger Ausländer in der Firma arbeiten würde, müsste man pro Thai ein Mindestgehalt von 300 THB täglich bei einer Arbeitswoche von sechs Tagen bezahlen. Vier Thaiangestellte würden demnach mit mindestens 28,8K Baht monatlich & Sozialversicherungsbeiträge zu Buche schlagen.
Man braucht eine richtige Geschäftsadresse, die nicht in einem Appartementhaus ist. Man muss Räumlichkeiten mieten, in dem man ein klar ausgewiesenes Büro betreibt. Theoretisch kann man im Geschäftshaus gleichzeitig wohnen, wenn es über mindestens 2 Ebenen verfügt. Dies sollte man bei der Auswahl eines Hauses unbedingt berücksichtigen, sofern man eventuelle Doppelkosten für die Miete eines anderweitigen Büros vermeiden möchte.
Man wird eine monatliche Buchführung machen müssen (selbst bei kleinsten Einnahmen) und diese ebenfalls monatlich beim Revenue Department einreichen. Da man das in der Regel nicht selbst macht, wird man einen Steuerberater benötigen. Wenn man eine Firma hat, dann wird man sehr akribisch Buch führen müssen und die Steuerbeamten werden überaus unflexibel sein, wenn die Belege für Einnahmen und Ausgaben nicht exakt die vorgeschriebene Form erfüllen.
Eine Firmengründung ist relativ einfach. Sinn macht diese nur bei einer wirklich guten Geschäftsidee und bei einer realistischen Gewinnaussicht. Ansonsten ist eine Co. Ltd. in der Folge eine reine finanzielle (...und evtl. auch psychische...) Belastung.
Hier noch ein hilfreicher Link
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