Also noch einmal die (eigentlich) Frage: Warum ist es für FB (stellvertretend für die Datensammler) geschäftsschädigend, wenn sie ihre 'Inhaltsstoffe' öffentlich und deutlich anzeigen?
Du hast ja den Verbraucherschutz angesprochen. Der mag ja von der ideen her gut gemeint sein und manchmal macht er auch Sinn. Doch oftmals fasse ich mir an den Kopp und denke mir, wer hat sich das denn wieder ausgedacht? Weil es nämlich in vielen Fällen den Verbraucher eher schadet, aber er denkt, er sei jetzt sicher.
Ich könnte dir hierzu ein wunderbares Beispiel präsentieren. Mache ich aber nicht, weil ich nämlich gerade durch eine Regelung des Verbracherschutzes, die vor ein paar Jahren eingeführt wurde, enorm als Unternehmer profitiere. Umso mehr natürlich, dass meine Kunden selbst denken, sie würden einen Vorteil haben. Wenn jetzt der Kunde aber selbst mal nachdenken würde, würde er diesen Unsinn schnell durchschauen. Macht aber niemand. Meine Kunden können froh sein, dass ich ein sehr kundenfreundlicher Unternehmer bin und meine Kunden nicht ausnutze, aber trotzdem noch genug profitiere (ich kann sogar nicht anders, weil ich ja gesetzlich dazu gezungen werde - wie absurd).
Leider kann ich das Beispiel nicht nennen, weil es dann nicht mehr funktionieren würde.
Aber auch ansonsten sehe ich keinen Vorteil. Im Gegenteil. Dazu mal ein anderes Beispiel: ich bin gezwungen, jede Menge Pflichtinformationen auf Websites, Widerspruchs-Belehrungen bei Online-Shops zu geben. Die AGBs werden lang und länger. Das können natürlich Leute ausnutzen, die die Verbraucher täuschen wollen. Denn gerade bei so vielen Pflichtinformationen ist es ein Leichtes, einiges Hinterlästige darin zu verstecken.
Denn wer liest denn wirklich alle AGBs und anderes im Detail komplett durch? Bestimmt nicht Otto Normalverbraucher, auf den es die Schurken abgesehen haben.
Vieles verwirrt auch komplett. Ich wurde schon oft gefragt, warum ich dies und das schreibe. Es wirke so, als wenn ich dem Kunden mißtraue. Ich muß dann immer antworten, dass ich dazu rechtlich verpflichtet wäre. In Wirklichkeit könne er den ganzen Quatsch aber vergessen, da in meinem Laden noch das Wort zählt. Ich brauche keine Standardverträge und der Kunde kann sich auch auf mich verlassen.
Die ganzen Information in Nahrung etc. laden doch gerade dazu ein, die Leute zu täuschen. Man definiert eben das eine oder andere um und schon passt es wieder.
Es ist sicherlich gut gemeint, alles im Detail offen zu legen - kein Widerspruch. Doch die Art und Weise ist völlig daneben und kann dadurch erst recht schaden.
Und was soll denn Facebook offen legen? Meiner Meinung gehört es zur Allgemeinbildung und die sollte man in Schulen erwarten (inkl. der Vorteile, die die User durch das System haben). Sollte Facebook vor der Registrierung erstmal auf 100 Seiten genau erklären, wie ihr Geschäftsmodell funktioniert, wird das von 99% aller User eh ungelesen als gelesen abgehakt.
Man sollte Bildung nicht zwanghaft auf die Unternehmen verlagern. Die zahlen eh schon genug für die staatlichen Schulen. Und wenn die ihre "Kunden" nicht richtig ausbilden können, können Unternehmen auch nichts für.
Also: Bildung, Information, Verbraucherschutz: alles ja, aber mit Verstand und Sinn - also anders als jetzt.