Socrates010160
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Du hast natürlich Recht @socrates, musst aber auch zugeben dass gerade in Thailand die finanzielle Situation eines Menschen schon eine sehr gewichtige Rolle spielt - um Welten schwerer wiegend als z.B. in Deutschland. Offen oder gar "prahlend" zur Schau getragener Reichtum erntet in D (zu Recht !) meist nur Verachtung; in Thailand hingegen rutscht man dann vor einem reichen Sack schon mal gerne auf den Knien herum.
ich habe dieses Verhalten weder in meinem Bekanntenkreis, noch in der Verwandtschaft meiner Frau erlebt.
ihr Onkel ist Leiter einer Polizeidienststelle.. hatte ein Grundstück mit Thai-Haus und noch einem Nebengebäude. Seine Frau hatte einen kleinen Recyclingbetrieb...
seine Kollegen waren/ sind korrupt, haben große Häuser, dicke Autos usw.... nach 15 Jahren Ehe gab es jeden Tag Krach, weil er ihr zu wenig Kohle nach Hause brachte... er sollte sich ebenfalls bestechen lassen.
Er ist aber ein durch und durch ehrlicher Typ und schoss lieber seine Frau in den Wind... Sein Haus wurde verkauft, die Kohle geteilt.
seit 2 Jahren verkauft sie in einem der nächsten Villages auf der Straße gebundene Blumenkränze und lebt in einem Bretterverschlag.
Du wirst in Thailand jede menschliche Schwäche und Stärke erleben, wie in jedem anderen Land auch. Nur aus der Armut zu schließen, dass Menschen käuflich sind, sehe ich nicht.
Als ich mit 16 Jahren von zu Hause auszog um meinen eigenen Weg zu gehen, schlief ich unter einer Brücke und hatte nichts... ich begann einige Wochen später meine Lehre und schlief im Winter im Aufenthaltsraum meines Lehrbetriebes... ein Jahr später ging ich ins Kolpinghaus.. bis ich volljährig war und meinen eigenen Mietvertrag unterschreiben konnte.
Es ergaben sich unzählige Möglichkeiten an Geld zu kommen , die einfach, jedoch nicht legal waren. Nichts, aber auch wirklich nichts hätten mich dazu bringen können, mir auf irreguläre Art und Weise Geld zu beschaffen oder mich bei jemanden ein zu schleimen, der mehr hatte als ich...
ich weiß folglich, was es bedeutet arm zu sein... und dennoch seine Würde zu bewahren.
jens
