Einsam in der Fremde

Diskutiere Einsam in der Fremde im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; Einsam in der Fremde Einsam wandere ich im Morgengrauen durch das Dorf. Einsam mit meinen Gedanken. Ein streunender Hund mit zersaussten Fell...
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Chonburi's Michael

Gast
Einsam in der Fremde

Einsam wandere ich im Morgengrauen durch das Dorf. Einsam mit meinen Gedanken. Ein streunender Hund mit zersaussten Fell weicht von der Mitte der Strasse als er meine schleppende Schritte hoert. Er wedelt mit dem Schwanz als Guten Morgen Gruss und folgt mir einige Schritte. Er macht kehrt. Hat Angst wohin der Einsame Fremde seine Schritte lenkt. Ich winke den Streuner als Abschied.

Einsam. Ich fuehle mich leer. Auch der Bananenstrauch am Wegesrand laesst die Blaetter haengen. Kleine gruene Bananen versuchen sich aufrecht zu halten. Das Tor zum Tempel weit offen. Ich werfe einen Blick voller Neugier hinein. Die Hunde haben sich eine Schlafmulde in den verstaubten Vorplatz gegraben. Sie blinzeln und legen die Schnauze wieder auf ihre Vorderpfoten. Nichts stoert sie. Einsame Ruhe und doch voller Leben.

Was mache ich hier in der Fremde an einem Ort der mich Einsam fuehlen laesst.? Die Morgenschwuele durchnaesst mein Shirt. Schweissperlen brennen in meine Augen. Die Haende sind nass. Ich bin einsam. Der kleine Tempelteich ist gefuellt mit Wasserrosen die noch nicht ihre Blueten geoeffnet haben. Es scheint als verstecken sie sich vor mir. Vor mir, den Fremden. Einsam und nicht alleine und doch einsam.

Ein Streuner schleicht sich vorsichtig naeher. Ich spuere seine Angst und Einsamkeit. Er kommt auf mich zu, in der Hoffnung das ich ihn beachte, und fuer einen Augenblick seine Einsamkeit vertreibe. Ich spreche kein Wort. Meine Hand die vor Angst zittert beruehrt sein borstiges Fell. Er leckt meine Hand, vorsichtig, als Dank. Einsam der Streuner und ich. Und fuer einen Augenblick sind wir eins. Eins mit den Gefuehlen.

Einsam. Nur fuer einen Augenblick an einem Morgen in der Fremde.

Chonburis Michael,
geschrieben an einem Morgen im Mai 1996 in Khon Kaen.
 
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MrPheng

Gast
eine schöne Geschichte, klingt sehr poetisch, ;-D

so müsste man schreiben können.
Meine Bedenken richten sich an den Author:
was wäre passiert, wenn der Hund gebissen hätte, wenn er gar die Tollwut gehabt hätte. Sind es diese Begegnungen wert, trotzdem solch ein Risko einzugehen?

Gruß MrPheng
 
C

Chonburi's Michael

Gast
Eine jede Begegnug hat was an sich das wir nicht vorhersehen koennen.

Die Erfahrung kommt mit dem Tun. Das Lied der Einsamkeit machte uns vorsichtig und doch vertraut. Nicht der Hund ist gefaehrlich sondern der Biss. ;-)

Es gruesst Michael der manchmal poetisch veranlang ist, doch fuer die grosse Kunst der Welt, ein unbedeutender "Streuner" ist. ;-D
 
M

Marco

Gast
@Michael

Und wieder eine sehr einfühlsame Geschichte von dir :super: :bravo: .


Chonburi´s Michael" schrieb:
....doch fuer die grosse Kunst der Welt, ein unbedeutender "Streuner" ist. ;-D
Ich wäre dir aber äusserst dankbar, wenn du nicht in zwei verschiedenen Foren, zwei Teile von ein und demselben Gedanken posten würdest :baeh: . Das wird mir sonst auf die Dauer zu stressig, alle Teile zusammenzusuchen :lol: ;-) .

:byebye: Marco
 
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MrPheng

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Marco, auf einen Klick mehr oder weniger kommst doch jetzt auch nicht mehr an. Entscheidend ist doch das ich den Klick überhaupt finde.

es ist nicht Packmeck, es ist poetisch, und das zählt ;-D
 
FarangLek

FarangLek

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Chonburi's Michael" schrieb:
Einsam. Nur fuer einen Augenblick an einem Morgen in der Fremde.
:super:

Noch mehr solcher Geschichten in diesem Stil und ich fange an zu Weinen...

Gruß,
farang-lek
 
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abstinent

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@ michael

du hast da eine eindrucksvolle momentaufnahme recht treffend in worte verpackt! das können so markant nicht viele.
große kunst ist es vielleicht nicht, aber ehrlich und nicht aus kommerziellen gründen bunt ausgekleidet!

ich mag solche anekdoten sehr, nur weiter so!

ciao :wink:

"abstinent" :cool: , auch streuner
 
dawarwas

dawarwas

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@MrPhaeng,

"Meine Bedenken richten sich an den Author:
was wäre passiert, wenn der Hund gebissen hätte, wenn er gar die Tollwut gehabt hätte. Sind es diese Begegnungen wert, trotzdem solch ein Risko einzugehen? "


Was waere gewesen, der Mensch haette den Hund getreten, geschlagen oder sonst was? Das Risiko lag bei beiden.

Die waren sich doch aehnlicher als man es zu denken wagt.

Aber beide waren Einsam. Dann macht man schon manchx Sachen, die man sonst nicht machen wuerde.

Schoen das auch jemand x die andere, die Kehrseite, von LOS (die Medallie) beschreibt. Ich glaube so fuehlen sich sehr viele Farangs dort.

@CM,
schoner Bericht. :bravo:
 
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Chonburi's Michael

Gast
Auf der Suche

Uebermuedet, jeder Knochen schmerzt. Der Bus hat angehalten. Eine kurze Pause. 12 Stunden ein Gefuehl wie in einem Eischrank. 5.30 Uhr in der frueh. Raus aus dem Bus die steifen Glieder strecken. Die Luft ist kalt. Die Menschen im Bus erheben sich langsam. Folgen mir aus dem Bus. Eine Zigarette zum waermen angezuendet. Das open Restaurant ist eine Tankstelle um unsere Energie fuer den erwachenden tag aufzufuellen. Ein Service des Busunternehmens. Die WC’s sind hinter dem Restaurant. Eine lange Menschenschlange hat sich gebildet. Ich, der Auslaender, wird von einem aelteren Mann an einem Platz im Restaurant gefuehrt. Eine Reissuppe steht schon bereit. Darinn eine gekochte Artischocke und ein wenig gebratenes Schweinefleisch. Der Geschmack des geroesteten Knoblauch macht diese Suppe zum exotischen Essen. Exotisches Essen in einem exotischen Land. Ich gehe raus. Moechte die Natur und den Duft tief in mich verspueren. Ein Maedchen folgt mir. Ihr Alter schaetze ich auf sieben, acht oder neun. Ihre Haut dunkelbraun, die Augen sind zwei Sterne in einem Gesicht das gezeichnet von einer Hasenscharte ist. Sie steht da. Beobachtet mich wie ich meinen Blick zu den Bergen in der Ferne richte. Die Berge kriechen aus dem Morgennebel. Ich fliege. Ich fuehle. Ich traeume. Ihre Blicke brennen auf meinen Koerper den ich unter einer dicken Wolljacke verstecke.
Sie schaut mich an. Ich laechle und sie laeuft von mir weg. Ich bin auf der Suche nach dem „Was ist was mich an Thailand faszieniert“. Ich hoffe hier in der Natur und weit weg vom Trubel eine Antwort zu finden.

Die Menschen draengen mich in den Bus reinzusteigen. Wir haben noch eine 2 stuendige Fahrt vor uns. 2 Stunden auf dem Weg zu einem Platz, wo ich eine Antwort zu finden hoffe.

Chonburi’s Michael
geschrieben im Bus nach Mae Hong Son.
 
DisainaM

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Wünsche Dir einen weiten Blick,

wenn Du oben, beim Doi Kon Mu stehst.
 
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Chonburi's Michael

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Nur mal Nachgedacht

Die Sprache ist sicher ein wichtiger Teil um etwas zu Verstehen. Wenn ich an meine Anfangszeit denke wollte ich gut Thai sprechen. Ich wollte an den Bars die Gespraeche belauschen den ich war der Meinung das die Thais nur ueber Auslaender schimpfen. Dies jedoch stellte sich als Trug heraus, denn es spielte sich nur alles in meinen Kopf ab. Natuerlich hat so manche Aeusserung von den Auslaendern mein Vorurteil gebildet. Man kommt jedoch schnell dahinter das nicht alles der Wahrheit entspricht was einem so erzaehlt wird.

Wenn einer meiner Schueler (Erwachsener mit guter Berufsausbildung) sagt: „Gestern habe ich einen Farang gesehen, weiss ich das er nicht abwertend meint, sondern einfach nur einen „nicht Thailaender“. Es ist auch nicht schoen als „Alien“ bezeichnet zu werden. Jedoch ist es ganz normal das „Auslaender als Alien“ im Englischen bezeichnet werden. Wenn einer meiner Schueler (Kinder und Jugendliche) Farang sagen ist es auch nicht boes gemeint.
Gehe ich auf den Markt und ich hoere die Marktfrauen sagen, Farang, weiss ich das dies auch nicht boes gemeint ist.
„Farang“ ist nicht Hochthai. In der Umgangssprache wird Farang aber meist nicht abwertend eingesetzt.

Ueber Touristen sich zu aeussern ist auch so ein Ding. Wenn jemand nach Thailand kommt wird er schon meistens von vornherein als Sextourist bezeichnet. Hat jemand ein junges Maedchen an der Hand, wird es auch als K..........r bewertet. Wenn ich mit der 9 jaehrigen Cousine meiner Frau am Strand von Bang Saen spaziere, werde ich auch oefters von Auslaendern ein wenig komisch angeschaut.(Oder ich meine es zumindest). Die Thais finden das ganz normal. Vieleicht haben sie weniger Vorurteile oder sie merken am ganzen Geschehen dass dies eine Familiaere Beziehung ist.

Thailand kennen? Vieleicht ist es schwierig Thailand wirklich kennenzulernen. Wo soll man anfangen Thailand kennenzulernen?. Welcher Urlauber macht sich die Muehe ein Urlaubsland zu verstehen? Ist ja nicht Sinn und Zweck eines Urlaubes. Hat man eine Partnerin, dann ist es sicher von Vorteil auch das Land kennenzulernen. Was soll man Kennenlernen? Meine Erfahrungen verglichen mit den Erfahrungen anderer sind sicher unterschiedlich.

Was sind „Menschen mit geringer Schulausbildung“. Zaehlt man die Schuljahre? Wenn eine Bardame, 4-6 Jahre zur Schule ging, jedoch von Kind auf gelernt hat, wie man mit den Menschen umgeht, wie man das Leben meistert mit den wenigen Dingen die man hat, so verdient sie vollen Respekt. Auch ist die Menschenkenntniss ist sehr ausgepraegt. Was unterscheidet eigentlich die geringeren Schulausgebildeten mit den besser Ausgebildeten?
 
C

Chonburi's Michael

Gast
Lucky Man

Michael, you’re a lucky man, sagen meine Thainachbarn. Ich schaue entgeistert. Warum bin ich ein gluecklicher Mann? Als ich acht war, bin ich auf den Nachhauseweg mit einem aelteren Schueler aneinander geraten. Wir haben uns gepruegelt. Ich unterlag Arnold den keiner mochte. Zu Hause wurde ich nochmals verpruegelt, da ich mich mit Arnold gepruegelt hatte. Guenter, der Nachbarsjunge hatte Mitleid mit mir und sagte ich waere ein Ungluecksrabe. Warum fragte ich ihn. Warum glaubst du das ich ein Ungluecksrabe bin? Er wusste keine Antwort. Naechsten Tag auf den Schulweg sah ich Arnold. Er hinkte beim gehen.

Ich faste meinen Mut zusammen und wartete auf ihn. Ich fragte was er habe. Arnold sagte das sein Vater ihn mit seinem Guertel verpruegelt hatte, weil er sich mit mir, den schwaecheren pruegelte. Ich musste lauthals lachen. Er schaute verduzt und ich befuerchtete schon er wuerde zornig werden, so sagte ich schnell, das auch ich verpruegelt worden waere und zeiget meinen Ruecken, der schon einige blauen Flecken hatte. Ach wir sind schon so Ungluecksraben, meinte Arnold. Ich fragte ihn warum er glaubte das wir Ungluecksraben waeren. Es hatte doch alles einen Sinn. Jetzt stellte er mir die Frage, welchen sinn ich darinn sehe.
Ganz einfach. Haetten wir uns nicht gepruegelt und waeren wir von unseren Eltern nicht verpruegelt worden, glaubst du das wir jetzt miteinander sprechen wuerden.

Arnold und ich wurden gute Freunde. Arnold lebt jetzt in Australien wo er mit seinem Zwillingsbruder Karl in Sydney ein Hotel betreibt. Arnold war auch der Schiffskoch auf dem „Traumschiff“ aus der bekannten TV-Serie.

So gesehen bin ich ein Lucky Man, oder nicht?
 
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Chonburi's Michael

Gast
Ich weine nicht

Sonntag abend. Ein Anruf. Michael ich bin gut in Thailand angekommen. Wetter ist schoen. Die Frauen wie ich dir schon zu Hause schilderte. Die Menschen hier freundlich wie immer. Ach, komm doch. Hast lange genug getrauert. Ich fahre jetzt zu meiner auf mich wartenden Frau. Sie konnte mich nicht abholen. Ich rufe dich noch an. Ueberlege es dir, Michael. Tut, tut, tut, ... Die Verbindung war gecancelt.

Ach mein Freund in Thailand. Warum kannst du mich nicht in Ruhe lassen. Ich habe sie geliebt. Ich vermisse sie so schrecklich. Keine konnte so wundervoll romantische Geschichten erzaehlen waehrend wir die Baugrube von Hand aushoben fuer unser gemeinsames Haus. Warum fuhr ich weg. Ist Geld wirklich alles. Warum musste sie sterben und nicht ich. Ich, der unwichtig in dieser Welt ist. Unsere Tochter braucht doch ihre Mutter und nicht einen Vater der ein Traumer ist der meint alle Menschen sind gut. Einen Vater der ein Spinner ist.
Ach mein Freund, ich werde dir nach Thailand folgen. Ich mochte wieder auf andere Gedanken kommen. Ortswechsel sozusagen.

Ich warte schon 3 Tage, kein Anruf. Endlich am 4. Tag der Anruf. Michael, dein Freund ist in Bangkok mit dem Moped veruenglueckt. Er starb auf der Stelle.
Mein Freund, jetzt vermisse ich dich genauso wie meine Frau.

Ich sitze hier, die Aircon an. Die wirbelt den Staub auf. Ach brennt das in den Augen. Nein, meine geliebte Frau, ich weine nicht. Es ist nur der Staub. Ja, ich weiss du willst nicht das ich zuviel nachgrueble.
 
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Chonburi's Michael

Gast
Licht der Welt

20.Juni 1982, 17.05 Uhr. Ich nervoes und keinen klaren Gedanken faehig. Die Sonne stand tief. Angenehmes Licht. Licht der Welt. Eine Spatz sass auf den Zweig eines Apfelbaumes. Die kleinen runden schwarzen Augen glaenzten im Licht der Welt. Ich freute mich. Er war ein Bote des Zerbrechlichen und doch so stark.

Die Fahrt war einer Ewigkeit gleich. 65 Kilometer. Die laengste Fahr meines Lebens. Die Autofahrer schienen meine wichtige Mission zu spueren. Ich hatte immer einen Fahrstreifen frei. Ein Dankesgebet als ich ankam.

Die Menschen vertanden meine Aufregung nicht und versuchten mich zu beruhigen. Ich wollte eine Zigarette. Freundlich aber bestimmt wies eine sanfte Stimme auf das Rauchverbot hin. Zigarette Achtlos zerknuellt und in den mattglaenzenden Metalleimer verschwinden lassen.

Bitte sie muessen jetzt in diesen Raum. Bitte ziehen sie sich diesen gruenen Mantel an. Ja, die Kappe auch.
Ich war nicht faehig die Baender zu verknoten. Hilfreiche Haende machten dies fuer mich. Hoffentlich wird mir nicht schlecht. Ich betrat den Raum. Grelles Licht. Licht der Welt, empfing mich. Es roch so streng, das ich schwindlig wurde. Atmen sie tief durch. Es ist ganz natuerlich.

Es dauerte 3 Stunden. 3 Stunden der Ewigkeit. Dann kam sie, ein zartrosa nacktes Maedchen. Mein Maedchen, welches das Licht der Welt erblickte. Ein Schrei. Ein Schrei war die Begruessung.

Meine geliebte Tochter, vor 22 Jahren kamst du. Ich sehe es noch vor mir. Ich liebe Dich. Mein Licht der Welt.
 
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Chonburi's Michael

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Fuer einen meiner Freunde

Nichts ist so schwer das nicht die Erinnerungen an das Schoene betrueben koennte. Das Leben ist Veraenderung. Es kann sich nur veraendern, wenn wir diese Veraenderung zulassen und nicht festklammern. Etwas Loslassen bedeutet auch fuer das Neue das kommt bereit zu sein, die Chance sich zu aendern und die Moeglichkeit Dankbar zu sein. Freimachen von den Sorgen, Kummer, Leid und die Unsicherheit.

Sich neu orientieren und neue Zukunftsperspektiven ausloten. Nichts erwarten, sondern das annehmen was kommt. Nicht mit Gewalt etwas nachlaufen was nicht einholbar und zurueckbringbar ist. Die Erde ist eine Kugel und es kommt zurueck was du brauchst um ein Glueckliches zufriedenes Leben im Hier und Jetzt leben zu koennen.
Selbstvorwuerfe und Groll lassen dich auf der Stelle treten. Verstaendnis fuer die neue Situation laesst die Freundschaft/Liebe wachsen und ein unsichtbares Band webt sich zu einem Seil der Achtung und des Respektes.

Weine mein Freund, reinige deine Seele. Lass die Traenen deinen Schmerz lindern. Danach lass die Sonne in dein Herz. Nimm wahr die Schoenheit deiner Umgebung. Mit jedem Atemzug spuerst du die Liebe, das Leben und die Sehnsucht, Du zu sein. Sei einfach Du. Dann bist Du, denn die Menschen lieben, und nicht deinen Schatten.
 
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Chonburi's Michael

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Ich bin ein Teich

Die Sonne hat den hoechsten Punkt erreicht. Die Luft Bewegungslos. Kein Laut - Nichts. Die Muecken liegen auf der Wasseroberflaeche und suchen vor der Hitze schutz unter den Seerosenblaettern. Zarte rosa Blueten die den Kopf ins Licht der Sonne strecken. Ich mitten drinn. Bis zum Halsansatz im Wasser das warm, ja fast schon heiss ist. Das Leben spueren. Wasser, wie kostbar bist du. Nass wie die Traenen vergossen durch Leid, Schmerz und Freude. Reinigung der Seele.

Meine Fuesse stecken im Schlamm. Schlamm als Nahrung vieler Wassertiere. Ich spuere das Leben. Tief unten ist Schlamm - das Wasser schmutzig. Nach oben wird das Wasser klar. Ich grabe meine Fuesse ein wenig tiefer. Der aufgewuehlte Schlamm truebt das Wasser. Vergleichbar mit den Menschen? Tief in der Seele hat sich Schlamm gebildet. Durch das Aufruehren kommen die trueben Gedanken. Die Traenen reinigen diese Gedanken. Wie der Regen, wenn der Himmel weint, das Wasser im Teich reinigt.

Ich bin ein Teich voller Schlamm und ich reinige taeglich.

Chonburis Michael,
geschrieben an einem Tag in Khon Kaen als ich Abschied von der Vergangenheit nahm
 
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Chonburi's Michael

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Einsam und Alleine

Manchmal fuehle ich mich einsam und alleine inmitten geliebter Menschen. Es ist ein Gefuehl das mich verwirrt. Ich suche nach etwas und weiss nicht nach was. Ich hoffe zu finden doch weiss ich nicht was ich finden will. So ploetzlich das Gefuehl gekommen ist, ist es diese Gefuehl wieder weg.
Manchmal bleibt eine Leere fuer einigen Tage. Nichts kann mich begeistern.
 
Dr. Locker

Dr. Locker

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Hallo Michael,

ich hatte wirklich Skrupel diesen Thread mit meinem Kommentar zu stoeren.

Aber ich bin fasziniert von Deinen Momentaufnahmen.

Dickes Lob...
 
MenM

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Ich MUSS auch mal dazwichen funken,
nur um zu sagen RESPEKT ! viele deine gefuhlen kann ich nachvollziehen,
nur sie so zu verworten wie du ist nicht jeder gegeben.

DANKE :super:
 
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Chonburi's Michael

Gast
All meine schoenen Erlebnisse verdanke ich meiner bezaubernden Frau Kanokwan oder auch einfach nur "May". Sie zeigte mir die Schoenheit Thailand´s und half mir Thailand lieben und schaetzen zu lernen. Wir sind seit dem 11. Maerz 2003 verheiratet. Ihre Familie hat mich in deren Herzen geschlossen. Dieses Bild entstand im November 2002 in Mae Hong Son. Das war der Monat wo May den Entschluss fasste zu meinen Heiratsantrag "Ja" zu sagen. Ein kleines Maedchen hat mir einmal erklaert: "A rose only becomes beautiful and blesses others when it opens up and blooms. Its greatest tragedy is to stay in a tight-closed bud, never fulfilling its potential." กุหลาบจะสวยงามและทำให้ผู้อื่นสุขใจ เมื่อคลี่ออกและเบ่งบานเท่านั้น โศกนาฏกรรมอันยิ่งใหญ่ของมัน ก็คือ การนิ่งอยู่ในดอกตูมที่แน่นสนิท ไม่ดำเนินตามศักยภาพของมัน



Kanokwan oder auch kurz May genannt, ist 28 Jahre. ich bin seit 11. Maerz 2003 mit ihr verheiratet. Sie studierte auf der Ramkamphaeng Universitaet in Major Marketing. Sie ist eine der Besten die ich kenne, was Promotion und Organization angeht.

Sie ist Chinesischer Abstammung und dementsprechend Business orientiert. Sie hat es in ihrer Familie durchgesetz, das sie einen nicht Chinesen heiratet. Das heisst auch, wenn sie eine Idee hat, setzt sie alles daran, auch diese durch/umzusetzen, wenn es fuer sie gut ist.

Wenn sie von jemanden entaeuscht wird, gilt diese Person als abgehakt und wird nicht mehr erwaehnt. Diese Person ist dann schlechte Luft fuer sie. Sie wuerde nie um jeden Preis, etwas durchsetzten, sondern auch Rat einholen und dann entscheiden. Sie ist sehr sparsam, nur wenn es fuer die Familie ist, kann sie sehr grosszuegig sein. Sie wuerde Freund nie im Stich lassen.

Sie geht auch Kompromisse ein und steckt auch zurueck, wenn es der Sache dienlich ist. Sie ist ein guter Berater und kann sich ihrem Gegenueber sehr gut anpassen. Sie hoert gut zu und versucht so lange zu fragen, bis sie es versteht. Sie ist schnell auf 180 doch 2 Minuten spaeter wieder ganz ruhig. Wenn sie mall einen Fehler macht scheut sie sich nicht auch sich dafuer zu entschuldigen.

May und ich haben sehr vieles gemeinsam was die Lebensphilosophie anbelangt. Doch fuer sie gilt: Zuerst Business dann Sanuk. Aber sie wuerde nicht auf Lebensqualitaet verzichten. Das heisst nicht, das sie Gueterorientiert ist, sondern sie liebt es Freundschaften zu pflegen. Doch in erster Linie gelte ich als ihre Familie, ihr Freund und Partner.

Sie kann sehr gut in Englisch kommunizieren und macht die Uebersetzungen fuer mein Schulprogramm und auch einiges fuer das Government.

Sie neigt mich immer zu fragen, ob es wirklich meine Freunde sind, oder nur Bekannte die ich im Internet kennenlerne. Einige Member haben mich schon besucht und May war nach anfaenglicher Aengstlichkeit, ueberrascht, das diese Leute ihr Herz am rechten Fleck haben.


Wer bin Ich

Wer bin Ich? Diese Frage kommt und geht je nach Tagesverfassung. Kenne ich mich? Liebe ich mich selbst. Ohne Selbstliebe kann ich doch niemanden lieben. Fuer Dich bin ich Liebenswert. Was heisst das schon >Liebenswert<

Bin Ich es Wert geliebt zu werden? Ist Liebe nicht nur ein Wort? Wenn du es fuer Dich empfindest, warum fuehle ich nicht dasselbe?

Du sagtst Ich moechte mein Leben mit Dir teilen. Deine Liebe ist fuer Dich stark und gross genug fuer uns zweien. Tief im Herzen verspuerst du es, das brennen des suessen Schmerzes der Sehnsucht.

Warum Ich? Warum kommt die Liebe zu mir? Ich der Dich nicht braucht. Ich der alleine sein moechte damit niemand sich Verantwortlich fuehlen muss fuer mich dazusein.

Wer bin Ich? Diese Frage kommt und geht. Es ist die Liebe die mich ruft. Liebe ist fuer Dich, fuer mich, fuer uns.

Chonburis Michael,
geschrieben in Mae Hong Son am Teich des kleinen Tempels.

Heute dem 17. Dezember 2004, zeigte mir May was es heisst Liebe zu verschenken und fuer andere dazusein. May, meine liebe Frau, ich bin ein Nichts gegen dich. Du hast wirklich wahre groesse. Du bist fuer mich „Thailand“. Du bist eine gute Freundin meiner Freunde.

Ich liebe dich.
 
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Einsam in der Fremde

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