waanjai_2
Senior Member
Themenstarter
Wie sähe die wohl aus?
In diesen Stunden, wo die Militärs das Sagen haben und sich die Reaktionäre schon vorausschauend über jeden toten Rothemden - nur ein totes Rothemd ist ein gutes Rothemd - zu freuen scheinen, fällt ja auf, dass da kaum mehr Politiker da sind in Thailand. Alle irgendwie wegen Songkran unabkömmlich oder schon jetzt sturzbesoffen. Selbst von Abhisit weiß man nicht mehr so genau, ob er noch nüchtern anzutreffen ist.
Es ist halt Sanuk angesagt. Und die allein schon genetisch für den Dienstboten-Job geborenen Isaaner - die in Wirklichkeit zumeist aus Bangkok und Umgebung kommen - kriegen jetzt einen aufs Haupt. Für all die Aufmüpfigkeit, die sie gezeigt haben. Das widerspricht doch Tradition und Religion.
Die Pheu Thai-Partei als größte Oppositionspartei im Parlament hat zumindest einen Ansatz gestartet. Sie verlangt eine Sondersitzung des Parlaments. Würde ja in Deutschland, aber auch in jeder anderen westlichen Demokratie eine schiere Selbstverständlichkeit sein. Wir haben sogar eine eigenständige Notstands-Gesetzgebung. Nur soviel zu den Selbstverständlichkeiten in Demokratien. Da würden Automatismen losgetreten.
Die Oppositionspartei stellt ein 5-Punkte-Programm auf, mit der sie meint, könnte (weiteres) Blutvergießen vermieden werden.
1. The government must stop using force and violence against people.
2. A joint Parliament meeting must be convened urgently to find a way out of the country´s deepening division.
3. Should the government ignore the two above demands, the Pheu Thai Party will mobilise more protesters into Bangkok.
4. The media must present neutral coverage as biased reports are dangerous. The party cannot accept the government´s muzzling of information. It demands that the government allow the public to get two sides of the story.
5. Thais across the country, no matter what political colour they belong, must resort to peaceful solutions.
Quelle:
http://www.nationmultimedia.com/2009/04/13/politics/politics_30100438.php
Mir persönlich gefällt Punkt 1 derzeitig noch nicht. Da müßte stehen: Alle Seiten müssen sofort alle Gewaltätigkeiten einstellen. Da wäre aber wohl - als Moratorium - leicht auf dem Verhandlungswege zu erreichen.
Ansonsten könnte und sollte man mit diesem Vorschlag nicht nur leben, sondern insbesondere auch Vermittlungserfolge erzielen.
Das Parlament in Thailand muß wohl eingreifen. Weil alle anderen Institutionen, denen ansonsten gebetsmühlenartig immer gerne ihre Integrationsfähigkeit unter Thais unterstellt und gutgeschrieben wird, einfach "nicht liefern". Blackouts sozusagen.
Ob die Zeit noch ausreicht, zurück zu einer Linie der Vernunft zu finden? Oder müssen erst Tote auf der Bahre liegen, auf dass die Schadenfreude ein Ende hat?
Nachbemerkung:
Ich wäre allen potentiellen Diskutanten sehr verbunden, wenn sie vor einem Diskussionsbeitrag sich kurz überlegen würden, ob er zu der Ernsthaftigkeit des hier behandelten Themas paßt. Danke für´s Lesen.
edit: link
In diesen Stunden, wo die Militärs das Sagen haben und sich die Reaktionäre schon vorausschauend über jeden toten Rothemden - nur ein totes Rothemd ist ein gutes Rothemd - zu freuen scheinen, fällt ja auf, dass da kaum mehr Politiker da sind in Thailand. Alle irgendwie wegen Songkran unabkömmlich oder schon jetzt sturzbesoffen. Selbst von Abhisit weiß man nicht mehr so genau, ob er noch nüchtern anzutreffen ist.
Es ist halt Sanuk angesagt. Und die allein schon genetisch für den Dienstboten-Job geborenen Isaaner - die in Wirklichkeit zumeist aus Bangkok und Umgebung kommen - kriegen jetzt einen aufs Haupt. Für all die Aufmüpfigkeit, die sie gezeigt haben. Das widerspricht doch Tradition und Religion.
Die Pheu Thai-Partei als größte Oppositionspartei im Parlament hat zumindest einen Ansatz gestartet. Sie verlangt eine Sondersitzung des Parlaments. Würde ja in Deutschland, aber auch in jeder anderen westlichen Demokratie eine schiere Selbstverständlichkeit sein. Wir haben sogar eine eigenständige Notstands-Gesetzgebung. Nur soviel zu den Selbstverständlichkeiten in Demokratien. Da würden Automatismen losgetreten.
Die Oppositionspartei stellt ein 5-Punkte-Programm auf, mit der sie meint, könnte (weiteres) Blutvergießen vermieden werden.
1. The government must stop using force and violence against people.
2. A joint Parliament meeting must be convened urgently to find a way out of the country´s deepening division.
3. Should the government ignore the two above demands, the Pheu Thai Party will mobilise more protesters into Bangkok.
4. The media must present neutral coverage as biased reports are dangerous. The party cannot accept the government´s muzzling of information. It demands that the government allow the public to get two sides of the story.
5. Thais across the country, no matter what political colour they belong, must resort to peaceful solutions.
Quelle:
http://www.nationmultimedia.com/2009/04/13/politics/politics_30100438.php
Mir persönlich gefällt Punkt 1 derzeitig noch nicht. Da müßte stehen: Alle Seiten müssen sofort alle Gewaltätigkeiten einstellen. Da wäre aber wohl - als Moratorium - leicht auf dem Verhandlungswege zu erreichen.
Ansonsten könnte und sollte man mit diesem Vorschlag nicht nur leben, sondern insbesondere auch Vermittlungserfolge erzielen.
Das Parlament in Thailand muß wohl eingreifen. Weil alle anderen Institutionen, denen ansonsten gebetsmühlenartig immer gerne ihre Integrationsfähigkeit unter Thais unterstellt und gutgeschrieben wird, einfach "nicht liefern". Blackouts sozusagen.
Ob die Zeit noch ausreicht, zurück zu einer Linie der Vernunft zu finden? Oder müssen erst Tote auf der Bahre liegen, auf dass die Schadenfreude ein Ende hat?
Nachbemerkung:
Ich wäre allen potentiellen Diskutanten sehr verbunden, wenn sie vor einem Diskussionsbeitrag sich kurz überlegen würden, ob er zu der Ernsthaftigkeit des hier behandelten Themas paßt. Danke für´s Lesen.
edit: link

