Eine kleine Radtour am Mehkong entlang.

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Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Eine kleine Radtour am Mehkong entlang.

Ich stehe heute gegen 5 a.m. auf .
Auch die Hühner sind schon munter und freuen sich auf den Tag und hoffen ,
dass sie heute nicht in der Suppe enden.

Meine Ausrüstung steht unter dem Motto ,deutscher Perfektionismus ,
d.h.Sportrad mit 12 Gang Schaltung Mad in Taiwan ,Radhose mit Ledereinsatz ,Radhandschuhe ,Sportschuhe und Wasserflasche.


 
MenM

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@ Otto :rofl:

Very Impressive deine profi ausruestung ! :O
Bin kein kenner der marken fahrraeder, aber trotzdem :super:

Und jetzt mach mal weiter mit deinen report ! :computer:

MFG :wink:
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Vorbereitung :
Hintern dick mit Vasuline eincremen ,die anderen freien Hautteile mit Sonnenschutzcreme der Stufe 20 verwöhnen ,denn sicher ist sicher und ein Sonnenbrand ist immer schmerzhaft .

Mit prüfenden Blick schaue ich gegen den Himmel.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M24.jpg

Dicke ,dunkle Wolken ,aber es will einfach nicht regnen,
ein Grund die anstrengende Radtour mit reinem Gewissen zu verschieben ,insbesondere da mein Beinbruch erst vor 6 Monaten stattfand und ich immer noch nicht weiss ,
wie weit ich das Sprunggelenk belasten kann.

Es geht los und die ersten km sind wie immer am Schwersten ,
besonders weil noch die 2 Flaschen Lao Bier vom Vorabend im Körper stecken.

Es kommt mir vor ,als ob das Eisen in meinem Fuss etwas quitscht.
Ja in meinem Fuss sind Alu-Teile drin während das Rad aus einfachem ,rostenden ,schweren Eisenblechen hergestellt wurde.

Erst geht es durch den verschlafenen Ort Sang Khom ,wo mir einige Hunde bellend hinterherlaufen.
Am Markt vorbei ,wo reges Treiben herscht und fleissig gehandelt und geschnattert wird.
In Sang Khom sind die Thais etwas unfreundlich ,bzw wortkarg denn es gibt in diesem Ort einige Guest Haeuser und dementsprechen auch Farangs

Dann einige Mönche am Wegrand ,die in ihren orangfarbenen Umhängen und der Opferschale in der Hand ein farbenfreudiges Bild an diesem tristen Morgen in mir erwecken.

Es geht rauf und runter ,aber die Hügel sind zuerst nicht so hoch und der angenehme Morgenwind ,mit Nebelschwaden vermischt ,ersetzt bei mir den Kühler am Auto.

Da wieder Auffahrt auf einem größeren Hügel und dort geht es schon wieder runter und danach wieder rauf.
Oh verdammt ,warum hat man denn hier keine Brücke für mich gebaut ,wo doch Thaksin alle Menschen in Thailand glücklich machen will.

Dann komme ich durch ein paar kleinere Dörfer wo einige ältere Leute vor der Hütte sitzen ,Essen zubereiten oder sich am Feuer etwas aufwärmen.

Auch einige Kinder sind schon unterweg und diese rufen und winken mir lautstark zu
" Faaraanng , Hellooo"
Dieser Ruf verfolgt mich während der ganzen Fahrt und wird später Begleitmusik in meinen nächtlichen Träumen sein.

Andere Kleinkinder haben Angst und verkrischen sich hinter einer Hecke.

Liegt wohl an meinem Bart ,der bei den Thailändern oft unbeliebt ist und schnell mit einem Hippy oder Gängster in Verbindung gebracht wird.

Die Strasse ist teils gut ,teils mit Löschern ,Steinen und Sand gespickt.

Auf dieser Strecke am Mehkong entlang fahren nur wenige Autos ,kaum Laster ,aber dafür viele Moped .

http://mitglied.lycos.de/somsack/M17.jpg
http://mitglied.lycos.de/somsack/M19.jpg
http://mitglied.lycos.de/somsack/M36.jpg
 
I

Iffi

Gast
In Sang Khom sind die Thais etwas unfreundlich ,bzw wortkarg denn es gibt in diesem Ort einige Guest Haeuser und dementsprechen auch Farangs
@Otto,
deine Art, die Welt zu interpretieren, wird ja immer interessanter. :wink:

Aber diese dumme Bemerkung von mir ist eigentlich unpassend, was das Gesamtbild deiner Schilderung betrifft. Deine "Stimmungsbilder" werden immer besser. :super:
 
C

CNX

Gast
Hallo Otto,

schöner Bericht. Vermisse allerdings das Foto von Dir im "kleinen blauen" :lol:

Gruss
C N X
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Hallo Iffi !
Ich schreibe so ,wie ich es empfinde und erlebe ,
aber freue mich immer sehr wenn ihr alle andere Erfahrungen gemacht haben und es mir hoeflich mitteilt. :-)

Otto
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Räder sind hier eher selten ,denn in Thailand verliert man schnell sein Gesicht ,wenn man per Drahtesel unterwegs ist.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M18.jpg

Man gilt als arm und wir Farangs natürlich als geizig ,da man annimmt ,
wir wollen die 30 Bath für den Bus sparen. Kieniao !

Viele Mopedfahrer sind sehr kontaktfreudig und fahren zum Teil auf gleicher Höhe ( 5 cm Abstand ) und wollen mir eine Unterhaltung aufzwingen.
"Were are you go--what ist your name--were are you coms from--
were is your girlfriend--do you like Thailand --can you eat spicy Thai food ?"--how long you live in Thailand.

Immer die gleichen Sätze und Fragen ,es wird langsam langweilig in den vielen Jahren wo ich hier lebe.

Sie sollten sich doch mal zur Abwechslung andere Fragen überlegen und auch etwas Abstand halten ,sonst komme ich in Bedrängnis.

Unangenehm ist es immer ,wenn ich gerade einen steilen Hügel emporstrampele ,mir dabei schon die letzte Luft ausgeht und der Schweiss in strömen rinnt und dann kommt so ein Cowboy neben mich gefahren und will mit mir englische Konversation halten um sein practise Englisch zu machen.

Warum denn gerade hier bei der Steigung ?

Ich werde dann immer etwas wild und der Thai zieht erschreckt von dannen.
Ist ja nicht meine Absicht unhöflich zu sein ,aber Fingerspitzengefühl ist wohl hier ein Fremdwort.

Dann nehme ich mir immer vor ,wenn ich mal 2 Thais in einer eindeutigen Situation beim Turteln erwische ,
sie auch zu stören und nach der Uhrzeit zu fragen.

Aber alles no problemo ,nur Beobachtungen im gelobten Lande.

Vorbei an kleinen Strohhütten ,vereinzelt auch Holzhütten ,einem kleinen Tempel und dann ist mein liebster Freund ,der Mehkong direkter und ständiger Begleiter neben dieser Strasse.

Ja ,es soll nach Pak Schom gehen einem Nachbaramphör in 64 km Entfernung.

Wenn jemand denkt ,jetzt wird die Landschaft langweilig ,der teusche sich.



http://mitglied.lycos.de/somsack/M14.jpg
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heini

heini

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Kummerland
Warum denn gerade hier bei der Steigung ?

Ich werde dann immer etwas wild und der Thai zieht erschreckt von dannen.
Ist ja nicht meine Absicht unhöflich zu sein ,aber Fingerspitzengefühl ist wohl hier ein Fremdwort.
otto... das siehst du falsch ;-)
die wollen dich den berg hochziehen....... brauchst dich doch nur einzuhaken. :lol:
gruss heini

PS
würde auch gerne ein foto von dir in der radlerhose sehen! ;-)
 
M

mrhuber

Gast
Räder sind hier eher selten
Tag Otto,
im letzten Urlaub machte ich meiner Aoy den Vorschlag, nachdem wir ein Bike hatten und dazu für einen Tag auch ein Auto, wir könnten uns ja noch ein Fahrrad ausleihen.....
Kugelrunde, vollkommen verwirrte Augen ruhten auf mir, bis die vor Kichern kaum zu verstehende Antwort kam: "No gasoline"!

Außerdem wieder ein klasse Bericht, freue mich auf mehr!

Bester Gruß
Karlheinz
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Danke ,heini ,fuer den Tipp.
Darauf bin noch gar nicht gekommen.

Mal sehen wie ich dann Verwirrung stifte ,wenn ich mich ranhaenge und das Gleichgewicht versuche zu halten. :hilfe:
--
Bei der naechsten Fahrt kann ja einer von euch mitkommen und von mir ein Foto schiessen ,natuerlich mit Hose und Rad. :lol:

Otto
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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Hallo Otto,
klasse Hose, nur das Käppi...
Alle Achtung, mit dem Rad durch Thailand stelle ich mir sehr gefährlich vor. Ich denke, dass die Autofahrer da noch viel weniger Rücksicht auf einen nehmen als hierzulande.
Mich würde das auch reizen, kann man sich in Los einigermaßen brauchbare Räder leihen, oder sollte man liebr gleich eines kaufen.
 
alhash

alhash

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Michael,

in der Provinz wirst Du wohl schwerlich ein Fahrrad leihen können, es sei denn Nachbars verrostetes Schlachtross. Ich denke, ein Kauf wäre angebrachter.

@Otto,

"aber freue mich immer sehr wenn ihr alle andere Erfahrungen gemacht haben und es mir hoeflich mitteilt."

Ach weißt Du, diese Erfahrungen sammelst Du ja schon, ich lehne mich zurück und goutiere Deinen Bericht :lol:

Fand den Bericht auch sehr schön :super:

Ein entspannter
AlHash
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Teil 3


Der Mehkong windet sich wie ein Wurm im Fluchtstadium und an fast jeder Stelle sieht die Natur anders aus ,teils unberührt wie eine Jungfrau ,

Mal reißendes Wasser ,Strudel ,Stromschnellen ,wo man das Plätschern und Gurgeln des Wassers weit hören kann.
Dann wieder ein leises ,unscheinbares dahingleiten ,seuseln.

Das Ufer mal mit Felsen und grossen Steinen versehen ,dann wieder kräftig ,grünes Gras ,Schilf , Bäume und Sträucher.
Wenn jetzt noch blauer Himmel wäre ,dann hätte ich ein tolles Panoramabild.

Dort ein kleines Dorf ,ein paar Huetten ,viele Hunde auf der Strasse ,die auch ,wie in Deutschland ,
etwas gegen Radfahrer haben.
Ja ,Hunde sind international und haben keine Sprachprobleme wie die Zweibeiner.

Ein kurzer Tritt mit einem Bein und sie halten Sicherheitsabstand ,bellen aber umso lauter.

Winkende Kinder ,betelnusskauende Omas ,Farmer die mit Geräten auf der Schulter ,
oder mit einem Kleinsttraktor mit grossem Schaufelrad sich zur Arbeit auf's Feld begeben.
Diese Schaufeltraktoren sind "gut" für die Strassen und alle Jahre wieder ,so vor den Wahlen ,müssen die unzähligen Löscher in der Strasse notdürftig mit Teer und Schutt gefüllt werden ,
bis zur nächsten Wahl .
Auch ein Thai mit einer Grasmaschine ist am Wegesrand am werkeln .
Das ohrenbeteubende Knattern der Maschine ist weit zu hören.

Hier rischt es nach verbranntem Reis und da ist schon eine helgrau/gelbliche Rauchwolke zu sehen.

Ein anderes Mal brutzelt etwas undeffinierbares auf einem Holzkohle-Grill und die schwarzverkohlte Kruste deutet an ,dass die Grillzeit schon weit überschritten ist.
Von der wackeren Köchin natürlich keine Spur.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M41.jpg
http://mitglied.lycos.de/somsack/M49.jpg



http://mitglied.lycos.de/somsack/M51.jpg
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http://mitglied.lycos.de/somsack/M53.jpg

Hier mal ein Plastikschüsselverkäufer der seinen Bauchladen auf dem Moped verstaut hat und an jedem Hauseingang sein Glück versucht.



Die Einfachheit der Hütte spielt im Isaan keine Rolle ,Hauptsache die Sattschüssel ist funktionsbereit und haellt die Bude zusammen.



Leider konnte ich hier kein Wasser tanken ,auch wenn die Flaschen verlockend dreinblicken.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M56.jpg

Da ein paar Marktfrauen ,die schnatternd zusammenstehen und dort ein paar Enten ,die watschelnd die Strasse überqueren.
Auch ein Schwein mit schwarzen Streifen verweilt am Strassenrand und schaut dem Treiben ,mit seinen Glubschaugen ,interessiert zu.

Links von mir erstreckt sich ein grüner Hügel ,spärlich mit Bäumen bewachsen.
Ja der Raubholzabschlag war hier vor ein paar Jahren noch üblich und die Aufforstung geht langsam voran.
Wenn ich an das Holzdach meiner Datscha denke bekomme ich ein schlechtes Gewissen.

Dort mal ein Reisfeld und die grünen Reispflanzen spiegeln sich in ihrem Wasserbad wieder.



http://mitglied.lycos.de/somsack/M43.jpg
 
W

woody

Gast
Otto, mit der Radtour hast Du mich wieder mal total überrascht, sowas habe ich nicht für möglich gehalten, aber es sieht so aus, als ob es einfacher wäre, als am Rhein entlang zu fahren, ich kann es kaum glauben: ´mit dem Fahrrad am Maekong entlang´. :super:
 
M

Mandybär

Gast
Hallo Otto,

Hut ab !!! :super:

Das sind genau die Berichte die mich noch die restliche Zeit bis zu meinem Abflug rüberretten.

Danke für die Mühe

Mandybär
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Teil 4


Gemüse und Tabak wird in dieser Gegend angebaut und dann wachsen noch unzähliche wilde Bananenbäume mit ihren fescherartigen ,grossen ,grünen Blättern,
teils mit roter ,spitzer Frucht die eine leckere Beigabe zum Laap ist
( Isaan-Salat/Kräuter mit gehacktem Fleisch ,oder Fisch ).Mmm ,Lecker!!!

Eine Brücke überquert einen kleinen Bach ,der seinen feuscht-nassen Inhalt in die Mutter aller Fluesse ergiesst.
Das dunkelbraune Wasser des Bach's vereinigt sich schnell mit den hellbraunen Fluten des wilden Mehkongs.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M44.jpg

Der Mehkong und die Strasse winden sich oft auch wie eine Schlange ,immer parallel zueinander.
Nach einer starken Bogenkurve geht es plötzlich wieder Richtung südwest.

Wenn nicht gerade ein kleiner Ort vor mir liegt ,dann geniesse ich die wohltuende Ruhe ,die hier überall herscht und die nur durch das vereinzelte Dröhnen einen Speedbootmotor's aus Laos unterbrochen wird .
Das Boot schiesst auf dem Fluss vorbei und dann ist wieder Ruhe.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M58.jpg



Ja auf Lao Seite gibt es kaum Strassen in dieser Umgebung und die Laoten sind auf Transportboote angewiesen ,um von einem Ort zum anderen zu gelangen.

Man sitzt in diesen länglichen ,schmalen Booten hintereinander wie auf einem schnellen Moped ,mit Mopedhelm ,
angewinkelten Beinen und steif ,vorgebeugtem Rücken.Am Besten währen noch Schalldämpfer auf den Ohren.

Wenn der Bootsführer mal auf eines dieser Felsen und Riffe ,die meistens unter Wasser liegen , aufläuft gibt es garantiert Tote.

Was noch feht ,um solche Unfälle spektakulär auszuwerten ist ,eine Bild Zeitung in Laos.

Die Speedboote fahren von Vientiane ,der ruhigen ,verträumten Hauptstadt von Laos nach Pak Lai ,und dann ab und zu weiter nach Luang Prabang.

Pak Lai ist ein kleiner romantischer Ort auf der rechten Mehkongseite ,
denn hier gehört Laos ,zum Leidwesen Thailand's ,beide Seiten des Mehkongs.

Thailand hat sich mal in den 80 ger Jahren etwas blamiert ,als es in einem kleinen Grenzkrieg einen Helikopter verlor ,den der kleinere Bruder Laos vom Himmel schoss.

Darum üben die Thais auch jetzt in Yasothon das Raketenschiessen.
( Siehe report abstinent )
( Hallo Thaifreunde ,nicht aufregen ,war nur ein kleiner Scherz )

Die Radfahrt geht weiter.

In dieser Gegend am Mehkong ist die Bevölkerung sehr arm und lebt oft von der Hand in den Mund und manchmal ist die Umgebung die ich durchfahre so einsam ,dass ich befürchte ,
dass wäre ein guter Platz für einen Überfall.

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Bis heute ist mir zum Glück noch nichts passiert ,denn wo es wenig Touristen gibt ,da sind die Thais freundlicher und vertrauenswürdiger ,als z.b.
im überlaufenen Pattaya ,
wo teils (schein)reiche ,weisse Weihnachtsgänse mit ihrer dicken Fotoausrüstung und hinten heraushängender Geldbörse nur so unbesorgt herrumflanieren und die grosse Beule auf der vorderen Hosenseite zeigt an ,wohin der Verstand gerutscht ist.

Auch weiss fast jeder Thai ,dass es bei einem Radfahrer nichts zu hohlen gibt ,
sind ja meistens in Thai-Augen assozial ,dreckig und stinken unangenehm nach Schweiss.

-------------------

Die kakbraunen Wassermassen des Mehkong strömen jetzt stärker daher.

In der Regenzeit führt der Fluss genug Wasser ,so dass viele Felsen unter Wasser liegen und eine grosse Gefahrt für Boote und Insassen darstellen.

Habe selbst ein 7 Meter langes ,schmales Boot in Nongkhai auf dem Fluss und muss immer sehr vorsichtig fahren ,
damit ich nicht die Motorschraube beschädige ,oder irgendwo auflaufe und kentere.



http://mitglied.lycos.de/tungsong/MschraubeStange.jpg

Mal sehen ob es diese Jahr auch wieder so ein verheerendes Hochwasser wie im letzten Jahr gibt ,aber die Regenzeit ist ja schon fast vorbei.

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2 Kinder auf ihren bunten Rädern versuchen mich zu überhohlen und als ihnen das gelingt brechen sie in schallendes Gelächter aus.
Ja ,sie sind ja noch frisch und kräftig bei den paar Meter die sie bis jetzt zurückgelegt haben ,
aber ich pfeife schon aus dem vorletzten Loch.

Bei so einer Fahrt fehlt mir der Ansporn durch einen weiteren Leidensgefährten.
Ist wie bei der Tour de France wo es auch gut ist, wenn man noch einen Arsch vor sich fahren sieht und dadurch motiviert wird.



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Oft will ich aufgeben und zurückfahren ,aber der innere Schweinehund ist oft zu besiegen.

Ja ,in der Datscha winkt das Lao Bier und ich fahre mit dem Rücken zu meiner gemütlichen Oase.

Vor mir wieder ein kleiner ,unscheinbarer Tempel neben der Strecke.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M45.jpg

Die wenigen Mönche sind oft sehr freundlich und fast immer interessiert an englischer Konversation.

Wenn ich mal eine Panne hätte ,ich könnte ohne Probleme in so einem Tempel übernachten ,habe ich ja auch schon einige Male gemacht und hier beschrieben.

Langsam werden die Beine schwerer und die Sitzfläsche fängt an zu brennen ,dampfen und glühen .

Noch eine scharfe Kurve und plötzlich habe ich mein Ziel erreicht ,
der in einem Tal liegende romantische ,kleine Ort Pak Schom ,
in guten 4 Stunden Fahrzeit.




Leider gibt es hier ,wie auf der gesammten Strecke ,nichts gescheite zu Essen ,ausser diese oft ungeniessbare Nudelsuppe -Quittiau- .

Die Suppe besteht meistens aus mehreren Mah Mah Tüten die am Anfang der Woche in einen grossen ,runden Pott geschüttet werden und dann für die ganze Woche ausreicht.

Da braucht man jeden Tag nur Wasser nachschütten ,erhitzen ,kräftig umrühren und schon ist das Tageswerk vollbracht.

Selbst meine , mir angetraute Thai Frau mit ihrem robusten Betonmagen ,muss beim Genuss der Suppe manchmall passen und sitzt dann stundenlang auf dem Potte und blockiert den Abfluss.
Das tue ich mir also nicht an, aber was essen ?

Mein Sohn übrigends mag diese 5 Bath Mah Mah Suppen und isst sie manchmal sogar ungekocht aus der Tüte ,wie Kartoffelschipps.

Also ,auf so einer Fahrt habe ich immer Essprobleme und muss von mitgebrachten Vorräten leben.
Heute habe ich ausser Wasser und einigen Bonbons leider nichts dabei.

Das sieht nicht so gut aus .
 
sunnyboy

sunnyboy

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Mein Sohn übrigends mag diese 5 Bath Mah Mah Suppen und isst sie manchmal sogar ungekocht aus der Tüte ,wie Kartoffelschipps.
, das zeigt doch nur das dein Sohn Geschmack hat :super: :lol: . Deliktiere mich übrigens auch mit ein paar Tütchen pro Woche :lecker: .
Ansonsten wie immer ein klasse Bericht :bravo: .
Gruß Sunnyboy
(der in Thailand immer nur in einem bestimmten Dorf und Umgebung geradelt ist, bis jemand meinte ich sollte doch gefälligst die Honda Dream nehmen und so war es aus mit dem Radfahren :-( )
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Danke ,sunnyboy.

Ich hoffe ,ich habe keinen Pattayaner beleidigt.
Es soll ja in Pattaya auch interessierte Kultur- und Architekturtouristen geben. :lol:
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Teil 5

So gegen 1 p.m.beschliesse ich den Rückweg nach Sang Khom anzutreten ,also noch einmal 64 km.
Habe mich etwas erhohlt ,aber Rücken drueckt und Sitzfläche ist schon ziemlich rot.

Zähne zusammenbeissen und los.

Die Strecke zieht sich dahin ,wie Kaugummi den man aus dem Mund zieht.

Nach 30 km geht mir die Luft im Körper und das Wasser aus und ich bin groggi.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M32.jpg
http://mitglied.lycos.de/somsack/M33.jpg
http://mitglied.lycos.de/somsack/M57.jpg

Natürlich war ich auf dem Rückweg nicht mehr in der Lage ,weitere Fotos zu schiessen.

Ausser Quittiau ,bzw Foeh ,wie in Lao diese "leckere" Nudelsuppe genannt wird ,ist nichts aufzutreiben ,noch nicht einmal eine Wasserflasch für 5 Bath.
Mir hängt die Zunge schon fast im Gaumen und trotz Wassermangel schwitze ich wie ein Mienenarbeiter in der Grube.

Die Dörfler trinken hier aus dem grossen ,roten Regentrog mit lebender Fleischbeilage ,
aber dass will und kann ich mir jetzt nicht antun.


http://mitglied.lycos.de/lambrecht8/eDorfRegentonne2C.jpg


Auf so einer Fahrt noch ein schwächenden Dünnpfiff und ich müsste kapitulieren und einen Rotkreuz-Helikopter auf meinem Handy anfordern ,
wenn diese neuartige Ferngesprächstrommel überhaupt Signale im dieser gottverlassenen Gegend empfangen würde.

Also geht es fluchend und auf dem Zahnfleisch weiter.

Was nützt einem Geld in den Taschen ,wenn man nichts dafür kaufen kann .
Kapitalismus ohne Waren stelle ich mir schon schlimm vor.

Bergauf und bergab und mal zur Abwechslung stärkerer Gegenwind ,dass sind jetzt meine ständigen Begleiter .
Zum Glückt steht die Sonne im Rücken und wärmt meinen steifen Hals.

Mit leerem Magen finde ich kaum noch die Kraft den Lenker richtig in der Hand zu halten und auch Müdigkeit und Erschöpfung machen sich breit.

Ja ,das schlimmste Leid tut sich der Mensch meistens selbst an.

So ,20 km vor Sang Khom entdecke ich entlich einen Thai Tante Emma Laden und fahre vor Freude fast hinein .

Die erschreckte Verkäuferin/Besitzerin verkaufte mir ,Abstand haltend , 4 Flaschen Wasser und eine Packung Kekse.
Auch ein paar saure Bonbons und eine Tüte Kartoffelchipps gehören zum 3 Gänge Menü.

Sie ist vermutlich froh ,dass ich schnell wieder weiterfahre ,denn so einen schmutzigen ,von Schweiss stinkenden Farang hat sie wohl noch nie gesehen.
Ja ,jetzt kann sie im Chor mitsingen " Farang sogapock mend"

Ein paar Meter weiter mache ich wieder halt und trinke erst einmal 2 Flaschen mit je 960 ml Inhalt auf Ex.
Mein Körper dankt es mit weitern ,unkontrollierten Schweissausbrüchen und der leere Bauch knurrt mich böse an.

Dann fahre ich noch ein paar km weiter und finde einen leeren Wellblechunterstand mit Bett und falle erschöpft vom Rad .



Jetzt mache ich mich über die Packung der süssen Keksen her .
Normalerweise nicht mein Fall ,aber in der Not frisst der Teufel Fliegen,
Als Nachtisch die salzigen Chipps.
Die Nahrung tut dem armen Magen gut und gaukelt mir das Gefühl von Sättigung vor.

Ausgestreckt auf einer Holzpritsche versuche ich zu entspannen und nicke sogar etwas ein.

Nach einer Stunde will ich weiter ,aber ich habe so meine Probleme wieder auf die Beine zu kommen.
Alles fühlt sich wie Pudding an , ist schwappelig und eingeschlafen.

Nach mehreren Anläufen und Eigenmassage krische ich wieder aufs Rad und es geht im Schneckentempo die letzten 10 km bis ans Ziel.

http://mitglied.lycos.de/somsack/M35.jpg

Gegen 6 p.m.bin ich wieder in Sang Khom ,ziehe mir noch 2 Teller gebratenen Reis mit Fleisch ,Eiern und Gemüse rein und dann weiter zu meiner Unterkunft ,die ich 10 Minuten später erreiche.

Kurz ein paar Kübel Wasser über mich geschüttet ,noch eine Flasche Bier Lao inhaliert



und danach falle ich in einen todesähnlichen Schlaf.

Das waren ca 128 km an einem Tag und das bei einer 6 monatigen Pause ,also ohne Training.

Wenn ich so etwas geschafft habe dann bin ich richtig stolz auf mich.

Am nächsten Tag ist auch das Meiste überstanden ,nur der Rücken schmerzt und das Gesäss ist etwas wundgescheuert.

Nach 3 Tagen sind alle Folgen der Radtour beseitigt und ich würde schon wieder eine neue Tour planen ,aber plötzlich hat noch einmal der Monsun eigesetzt und draussen pisst es in strömen .

Da ich keine Scheibenwischer auf meiner Brille habe ,lasse ich erst mal weitere Planungen.

Solange ich so eine Radfahrt noch ohne Folgen durchstehen kann ,solange zähle ich mich trotz meiner 50 Jahre noch nicht zum alten Eisen.

Die nächste Tour kommt bestimmt ,aber diesmal mit mehr Verpflegung im Gepäck und ohne Gegenwind.

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http://mitglied.lycos.de/somsack/M69.jpg

ENDE


Gruss

Otto
 
K

Kali

Gast
Klasse, Otto, sowas könnte ich mir für mich auch vorstellen.

Eine kleine Radtour, ne, 128 km an einem Tag - über welche Strecke würde denn eine grosse Radtour gehen :nixweiss:
 
Thema:

Eine kleine Radtour am Mehkong entlang.

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