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Marco
Gast
Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil XVII
Phet und ihr Chef!
„Wie bist Du Noi losgeworden?“ Willi litt, das konnte man an seiner Mimik und an seiner Körperhaltung ansehen. „Als wir in Bangkok angekommen sind, haben ich ihr gesagt, dass ich mit ihr nichts mehr zu tun haben will. Sie solle in den Isaan zurückkehren und mich in Ruhe lassen.“ „Warum hast Du das nicht schon bei ihr zuhause gesagt?“ „Du spinnst wohl, ich bin ja nicht lebensmüde. Die Sippe hätte mich solange bedroht, bis ich eingelenkt hätte. Zudem weiss man nie, wie eine Thailänderin reagiert, wenn sie ihr Gesicht verloren hat.“ „Ja, das sehe ich ein, aber wieso bist Du nach Pattaya zurück gekehrt? Hast Du keine Angst, dass Noi Dich hier findet?“ Vielleicht hätte ich das nicht sagen sollen, aber ich machte mir schon Sorgen um ihn. Willi zuckte ein wenig mit den Schultern und sagte: „Vielleicht hast Du recht und es ist besser, wenn ich nach Bangkok oder nach Koh Samui gehe. In welchem Hotel wohnst Du?“ „Im gleichen, als wir hier angekommen sind. Komm mich morgen früh besuchen, dann können wir über alles sprechen. Ich muss jetzt zurück ins Hotel, Phet erwartet mich.“
Als ich zum Hotel lief, machte ich mir über die Situation so meine Gedanken. Willi hatte mich in Koala Lumpur nicht so behandelt, wie ich es von einem Freund erwarte. Zu seiner Entlastung muss ich ja anfügen, dass Liebe blind macht und das soll sein Verhalten erklären. Entschuldigen kann es aber sein Verhalten mir gegenüber nicht. Darüber müssen wir dann noch sprechen, wenn wir mal mehr Zeit und Abstand haben.
Im Hotel angekommen wartete schon Phet auf mich. Sie war nervös und berichtete mir, dass ihr Chef sie rausgeschmissen habe, weil sie so lange weg blieb. Das konnte jedoch nur ein Vorwand sein, da es ja üblich ist, dass Angestellte ihren Farang - Freund begleiten, solange er in Thailand ist. Kurzentschlossen ging ich mit Phet zu ihrem Chef. John war Amerikaner und schon seit 6 Jahren in Pattaya. Ich sagte zu Phet, sie solle uns alleine lassen. Für John und mich bestellte ich erstmal einen doppelten Whisky. Nach dem dritten Whisky verstanden wir uns schon sehr gut und John erklärte mir, dass er sich in Phet verliebt hat. Da sie mit mir in die Ferien ging und sich so gegen ihn entschieden habe, könne er sie nicht weiter beschäftigen.
Aha, so sah es also aus. Wie es nach meinen Ferien konkret aussah, hatte ich mit Phet noch nicht besprochen. Dann und wann hatte ich mir kurz mal Gedanken gemacht, aber eine Lösung hatte ich noch nicht bereit. Auf dem Rückweg zum Hotel besprach ich mit ihr die Situation. Ich schlug ihr vor, zu ihren Eltern nach Hause zu reisen und dort in die Englischschule zu gehen. Doch in ihrem Heimatdorf hatte es keine Englischschule. Daraufhin vertagten wir dieses Thema auf den nächsten Tag und widmeten uns selbst.
Am nächsten Tag sind wir dann erstmal an den Strand gegangen. Eigentlich hatte ich mich gefreut, im Meer zu baden. Doch von baden keine Spur. „In dieser Brühe bekommt man ja allerlei Krankheiten!“ warnte mich Phet. So lagen wir am Strand, ich in der Sonne und Phet im Schatten in das Badetuch eingewickelt (und ich dachte, das sei nur nach dem Duschen so). Bald schon, war es Phet langweilig. Wir gingen ins Hotel zurück und ruhten uns erstmal aus. Dann ist Phet in ihr Zimmer gegangen, um frische Wäsche zu holen.
Jetzt hatte ich endlich mal Zeit, mich mit mir und meiner Situation zu befassen. Aus der Minibar nahm ich ein Bier (zum Glück war meine Mutter nicht da, denn sie hat mir Alkoholkonsum vor dem Mittagessen verboten) und setzte mich im Schatten auf den Balkon. Ich blickte über einen Teil von Pattaya und sah auch das weite Meer. Da fielen mir das Lieblingszitat meines Philosophieprofessor ein:
Philosophieren bedeutet zuallererst, gegen die eigene Dummheit zu kämpfen.
(André Glucksmann, französischer Philosoph)
So kämpfte ich gegen meine Dummheit und es gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Wenn ich damals den Harry Potter gekannt hätte und den Professor Dumbledore, dann hätte ich das Denkarium ausgelehnt, um Ordnung in meine Gedanken zu bekommen.
So schmerzte mir aber bald der Kopf und seit diesem Tag verstehe ich, wenn meine Mia sagt: „Nok huu“.
Das hatte alles keinen Wert. Ich war von und mit meinen Gefühlen zu Thailand und zu Phet überfordert. Kennt ihr dieses Gefühl der Ohnmacht und der ’Wissenlosigkeit’? Zum Glück war da noch die Minibar. Sie war am Ende meines Nachdenkens leer und ich voll (es war noch nicht mal 12:00 Uhr mittags).
Ich hasse Pattaya! In der nächsten Folge.
Phet und ihr Chef!
„Wie bist Du Noi losgeworden?“ Willi litt, das konnte man an seiner Mimik und an seiner Körperhaltung ansehen. „Als wir in Bangkok angekommen sind, haben ich ihr gesagt, dass ich mit ihr nichts mehr zu tun haben will. Sie solle in den Isaan zurückkehren und mich in Ruhe lassen.“ „Warum hast Du das nicht schon bei ihr zuhause gesagt?“ „Du spinnst wohl, ich bin ja nicht lebensmüde. Die Sippe hätte mich solange bedroht, bis ich eingelenkt hätte. Zudem weiss man nie, wie eine Thailänderin reagiert, wenn sie ihr Gesicht verloren hat.“ „Ja, das sehe ich ein, aber wieso bist Du nach Pattaya zurück gekehrt? Hast Du keine Angst, dass Noi Dich hier findet?“ Vielleicht hätte ich das nicht sagen sollen, aber ich machte mir schon Sorgen um ihn. Willi zuckte ein wenig mit den Schultern und sagte: „Vielleicht hast Du recht und es ist besser, wenn ich nach Bangkok oder nach Koh Samui gehe. In welchem Hotel wohnst Du?“ „Im gleichen, als wir hier angekommen sind. Komm mich morgen früh besuchen, dann können wir über alles sprechen. Ich muss jetzt zurück ins Hotel, Phet erwartet mich.“
Als ich zum Hotel lief, machte ich mir über die Situation so meine Gedanken. Willi hatte mich in Koala Lumpur nicht so behandelt, wie ich es von einem Freund erwarte. Zu seiner Entlastung muss ich ja anfügen, dass Liebe blind macht und das soll sein Verhalten erklären. Entschuldigen kann es aber sein Verhalten mir gegenüber nicht. Darüber müssen wir dann noch sprechen, wenn wir mal mehr Zeit und Abstand haben.
Im Hotel angekommen wartete schon Phet auf mich. Sie war nervös und berichtete mir, dass ihr Chef sie rausgeschmissen habe, weil sie so lange weg blieb. Das konnte jedoch nur ein Vorwand sein, da es ja üblich ist, dass Angestellte ihren Farang - Freund begleiten, solange er in Thailand ist. Kurzentschlossen ging ich mit Phet zu ihrem Chef. John war Amerikaner und schon seit 6 Jahren in Pattaya. Ich sagte zu Phet, sie solle uns alleine lassen. Für John und mich bestellte ich erstmal einen doppelten Whisky. Nach dem dritten Whisky verstanden wir uns schon sehr gut und John erklärte mir, dass er sich in Phet verliebt hat. Da sie mit mir in die Ferien ging und sich so gegen ihn entschieden habe, könne er sie nicht weiter beschäftigen.
Aha, so sah es also aus. Wie es nach meinen Ferien konkret aussah, hatte ich mit Phet noch nicht besprochen. Dann und wann hatte ich mir kurz mal Gedanken gemacht, aber eine Lösung hatte ich noch nicht bereit. Auf dem Rückweg zum Hotel besprach ich mit ihr die Situation. Ich schlug ihr vor, zu ihren Eltern nach Hause zu reisen und dort in die Englischschule zu gehen. Doch in ihrem Heimatdorf hatte es keine Englischschule. Daraufhin vertagten wir dieses Thema auf den nächsten Tag und widmeten uns selbst.
Am nächsten Tag sind wir dann erstmal an den Strand gegangen. Eigentlich hatte ich mich gefreut, im Meer zu baden. Doch von baden keine Spur. „In dieser Brühe bekommt man ja allerlei Krankheiten!“ warnte mich Phet. So lagen wir am Strand, ich in der Sonne und Phet im Schatten in das Badetuch eingewickelt (und ich dachte, das sei nur nach dem Duschen so). Bald schon, war es Phet langweilig. Wir gingen ins Hotel zurück und ruhten uns erstmal aus. Dann ist Phet in ihr Zimmer gegangen, um frische Wäsche zu holen.
Jetzt hatte ich endlich mal Zeit, mich mit mir und meiner Situation zu befassen. Aus der Minibar nahm ich ein Bier (zum Glück war meine Mutter nicht da, denn sie hat mir Alkoholkonsum vor dem Mittagessen verboten) und setzte mich im Schatten auf den Balkon. Ich blickte über einen Teil von Pattaya und sah auch das weite Meer. Da fielen mir das Lieblingszitat meines Philosophieprofessor ein:
Philosophieren bedeutet zuallererst, gegen die eigene Dummheit zu kämpfen.
(André Glucksmann, französischer Philosoph)
So kämpfte ich gegen meine Dummheit und es gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Wenn ich damals den Harry Potter gekannt hätte und den Professor Dumbledore, dann hätte ich das Denkarium ausgelehnt, um Ordnung in meine Gedanken zu bekommen.
So schmerzte mir aber bald der Kopf und seit diesem Tag verstehe ich, wenn meine Mia sagt: „Nok huu“.
Das hatte alles keinen Wert. Ich war von und mit meinen Gefühlen zu Thailand und zu Phet überfordert. Kennt ihr dieses Gefühl der Ohnmacht und der ’Wissenlosigkeit’? Zum Glück war da noch die Minibar. Sie war am Ende meines Nachdenkens leer und ich voll (es war noch nicht mal 12:00 Uhr mittags).
Ich hasse Pattaya! In der nächsten Folge.

. Wir Schweizer sagen dazu: Gut Ding will Weile haben.

@tingtong du solltest auf jedenfall weiterschreiben und dich nicht entmutigen lassen, find die geschichte echt gut, und ich bin bestimmt nicht der einzige.
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