Eine Geschichte die das Leben schrieb!

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Marco

Gast
Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil VI
Koala Lumpur - Stadt der Gegensätze

Der Oriental - Express fährt von Singapore nach Bangkok. Wir haben zunächst aber nur die Fahrkarte bis Koala Lumpur gelöst. Das Zugsabteil ist sehr geräumig. Wir sitzen auf Sesseln, die mit rotem Samt überzogen sind. Ein grosser Teil der Reise geht durch den Urwald. Faszinierend. Plötzlich mitten im Dschungel stoppt der Zug. "Was ist den jetzt. Haben wir einen Maschienenschaden?" Willi schaut zum Fenster raus und sagt: "Wir sind in einem Bahnhof!" Hä? Ein Bahnhof mitten im Urwald. Wir konsultieren die Landkarte. Weit und breit kein Dorf oder Stadt zu erkennen. Ich schaue auch aus dem Fenster. Tatsächlich ein Bahnhof. Es steigen sogar drei Personen ein.

Die Fahrt geht weiter. Schnell ist es langweilig, immer nur an Bäumen vorbei zu fahren. Da meldet sich nicht nur bei mir der Hunger. "Weisst Du, wo der Speisewagen ist?" frage ich Willi. "Nein, aber ich gehe mal auf Entdeckungstour. Bleib hier und bewache das Gepäck." Nach einer viertelstunde kommt Willi, mit dem Essen vollgepackt zu uns zurück. Phet und Noi rümpfen die Nase. "Was ist das?" "Das ist Brot und dazwischen Salat, Fleich und Sauce." Die beiden machten ein Gesicht als hätten sie eben erfahren, dass sie den Rest bis nach Koala Lumpur zurücklaufen müssten. "Wieso gehen wir nicht in den Speisewagen?" "Ich habe keinen gefunden." "Das kannst Du mir nicht erzählen. Sollen wir etwa bis Bangkok nur von Sandwitches und solchem Zeugs leben?" Da kam der Malaische Schaffner indischer Abstammung und brachte uns die Speisekarte. Das Essen wurde an unserem Platz serviert, deshalb gab es keinen Speisewagen (ich war glücklich - jetzt hat Willi auch mal was gelernt).

Am Bahnhof von Koala Lumpur wollte Willi ein Hotel buchen. Genauso wie in Singapore am Flughafen steuerte er auf die Helpdeks zu. "Warte mal, Willi unser Budget wurde in Singapore arg strapaziert. Wir buchen hier kein Hotel am Bahnhof, sondern fragen einen Taxifahrer, ob er ein billiges Hotel kennt." Gesagt - getan. Der freundliche Taxifahrer erzählte uns von einem neuen Hotel, das eben eröffnet wurde und deshalb einen günstigen Preis machen würde. So sind wir zu diesem Hotel gefahren. Das Hotel war für unseren Aufenthalt wie geschaffen. Wir hatten sogar klimatisierte Zimmer. Schon im Taxi, hatte ich das Gefühl, dass Phet meine Nähe sucht. Jetzt im Hotelzimmer gab es kein Halten mehr. Als wir so richtig in Action waren, klopfte es an der Tür. Willi wollte die Stadt erkunden. "Wir kommen gleich. Müssen noch etwas zu Ende bringen :rofl: und dann duschen."

Gleich links von unserem Hotel kochte eine Frau in einer fahrbaren Küche. Die Küche war grösser als thailändische. Nur standen keine Stühle rum. "Wo essen dann hier die Leute?" fragte mich Willi. "Gleich hier drüben. In diesem Restaurant." Das war schon komisch, um überhaupt in das Restauranr zu kommem, musste man durch die Küche laufen. Im Restaurant konnte man sich am Buffet mit allerlei Speisen bedienen und dies an der Kasse bezahlen. Die Kassiererin warf einen kurzen Blick auf den Teller und tippte den Preis in die Registrierkasse. Boaeh...für einen Teller Reis mit Seafood feinster Art bezahlte ich umgerechnet 1.20 CHF (1.9 Euro). Das Bier dazu kostete jedoch das Zehnfache.

Was kann man in Koala Lumpur anschauen? Als äusserst sehenswert bleiben mir ein hinduistischer Höhlentempel ausserhalb KL in Erinnerung. Dort muss man zuerst eine steile Treppe 200 Meter hochsteigen um in die Anlage zu gelangen. In den Höhlen nisten übrigens auch Schwalben. Die Nester die sie bauen dürfen aber im Gegensatz zu Phi Phi Inseln nicht heruntergenommen werden, denn die Schwalben helfen den Tempelwächtern die bösen Geister zu vertreiben (die Schwalbennester werden in der chinesischen Küche als Delikatesse verwendet. Deshalb kann man sie zu fabelpreisen kaufen - soll gut für die Libido sein :lol: ).

Auch das naturhistorische Museum von KL ist sehenswert. In einer Abteilung werden Körperkulturen aus der ganzen Welt dargestellt. Tatoos und Ohrringe der Weissen, aufgeschlitzte Ohren und Unterlippen der Afrikaner, sogar die "Long-Neck-Ladies" aus Nordteiland wurden detailliert erklärt. In China (ich glaube im Norosten) werden Kindern die Füsse abgebunden :heul: . Als Erwachsene haben sie dann Schuhgrösse 23. Echt grausam :zorn: .

Koala Lumpur, die Stadt der Gegensätze. Einerseits multikulturell im wahrsten Sinne. Malaysia ist ein islamischer Staat. Christen und Hindus sind jedoch grosse Minderheiten. Alle drei Religionen lebten zu dieser Zeit einträchtig zusammen. Erst in jüngster Zeit haben Fundamentalisten die Eintracht gestört (hier gibt es nicht nur Parallelen zu den Unruhen in Südthailand, sonder direkte Zusammenhänge).

Wir besuchten eine Moschee. Wir mussten uns mit Gewändern kleiden. Noi und Phet missten sogar ein Kopftuch tragen. Leider hatten wir keinen Führer, der uns Erklärungen abgab. Vor der Moschee sprach uns ein Mann an und wir diskutierten über "Gott" und die Welt. Zu Abschied sagte er: "Eigentlich verehren wir alle den selben Gott. Nur nennen wir ihn jeweils anders. Friede sei mit uns allen!" Gut gesprochen, hier gibt es nicht beizufügen.

Auf der Rückfahrt zum Hotel diskutierten Noi und Phet - für thailändische Verhältnisse - laut und heftig. Willi und ich versuchten zu schlichten. Ohne Ergebnis. "Willi, wir gehen erstmal auf unsere Zimmer und versuchen heraus zu bekommen was los ist. Dann telefonieren wir." Als ich die Zimmertüre zu machte begann Phet zu weinen. "Was ist denn los?" "Nichts, lass mich." Ich hatte mich relativ gut auf unsere Reise vorbereitet. So wusste ich, dass Thais Probleme verdrängen. Es hatte keinen Sinn, Phet weiter auszufragen. Ich danchte, sie solle sich erstmal beruhigen. Später können wir dann darüber Sprechen. Ich nahm sie einfach in die Arme. Sie heulte.



Ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende? Es geht bestimmt weiter.
 
nokopie

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@khontingtong

Geh bitte weniger Skifahren und schreib dafür weiter.

MfG, Nokopie
 
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Marco

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Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil VII


Als das Heulen in Schluchzen überging began Phet zögerlich zu sprechen. Ihren Worten konnte ich entnehmen, dass sie mit Noi einen heftigen Streit hatte. "Um was ging es?" "Noi will Willi heiraten und hat mir gesagt, ich solle Dir nicht über Noi´s Vorleben erzählen." "Warum regst Du Dich denn so auf?" "Weil Noi verheiratet ist. Willi denkt, dass sei der Bruder von Noi. Zudem meint Willi, dass Noi in einem Büro als Sekretärin arbeitet." "Halt mal, eines nach dem Anderen. Noi ist verheiratet?" "Ja, und Willi denkt es sei ihr Bruder." Das war für mich ein riesen Schock. Ich hatte Willi noch nie so glücklich und ausgeglichen erlebt, wie auf unserer derzeitigen Reise. "Wo arbeitet denn diese Noi?" "Sie arbeitet in der selben Go-Go Bar wie ich. Wenn Willi wieder zuhause ist kommt ihr nächster Boyfriend, um mit ihr seine Ferien zu geniessen." "Bist Du Dir sicher, dass das stimmt?" Hätte ich besser nicht gefragt, es war schon gesagt. "Entschuldige, ich zweifle Deine Aussage nicht an. Ich kann einfach kaum glauben, dass Noi so schlecht ist." "Noi ist nicht schlecht, alle Thailänderinnen reagieren so, wie es die FARANGS von uns erwarten."

"Ich erwarte von Dir, dass Du immer ehrlich zu mir bist, egal was immer geschieht. Leere Versprechungen und Lügen hasse ich." "Ich werde versuchen, Dich nie zu belügen." Da klingelte das Telefon. Das kann nur Willi sein, dachte ich mir. "Hallo, bist Du es Willi?" "Ja, ich bin´s. Ich weiss jetzt, warum unsere Frauen gestritten haben. Phet wollte das selbe T-Shirt wie Noi kaufen. Deshalb haben sie sich gezankt. Typisch Frauen, ist ja bei uns in Europa nicht anders."

Jetzt hatte ich nicht nur ein grosses Problem sondern gleich mehrere. Erstmal wollte ich ganz allein über die verzwickte Situation nachdenken. So lief ich durch die Strassen von Koala Lumpur und versuchte folgende Fragen zu beantworten:

- Gesetzt der Fall, Phet lügt, soll ich das ganze verharmlosen und gute Mine zum bösen Spiel machen?
- Gesetzt der Fall, Phet lügt nicht, wie soll ich mich gegenüber Willi und Noi verhalten?
- Wieviel bedeutet mir Phet überhaupt?
- Wieviel bedeutet mir Willi?
- Gesetzt der Fall, die Geschichte stimmt, soll ich Willi einweihen?

Ich kannte Willi jetzt schon eine Weile. Als guter Freund wusste ich auch schon, dass er bis jetzt nur Pech in der Liebe hatte. Einmal, als wir - nicht mehr ganz nüchtern - über Gott und die Welt gesprochen hatten, hat mir Willi folgendes erzählt: "Ich bin mit Noi sehr glücklich. Sie ist genau die Frau, die ich immer gesucht habe. Bei meiner ersten Reise nach Thailand habe ich eine Frau kennengelernt, die mich betrogen hat. Bei meiner zweiten Reise, hat sich mich nicht wie abgemacht am Flughafen abgeholt. Meine Nachforschungen haben ergeben, dass sie "Du-weisst-schon-was-für-eine" ist und anstatt mich abzuholen, ist sie mit einem Deutschen nach Hongkong geflogen. Noi ist in dieser Beziehung ganz anders. Sie ist mir treu, sie liebt mich und ich liebe sie."

Je länger ich über die Situation nachdachte, desto mehr brummte mir der Schädel (ehrlich es war das Nachdenken und nicht das Bier).

Was hättet Ihr an meiner Stelle getan :nixweiss: ?


khontingtong, der noch heute Zweifel hat.
 
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quaxxs

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Was soll man sagen ? Eine Geschichte, die das Leben schrieb. Du erzählst sehr ehrlich und nachvollziehbar - weiter so... :bravo:

Auf der anderen Seite frage ich mich bei den Geschichten immer, ob ich noch zusammen bekomme, was vor einem Jahr geschah, geschweige den vor 10 - 15 Jahren... :hilfe:
 
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Marco

Gast
Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil VIII
Getrennte Wege!

Als ich ins Hotel zurückkam wusste ich immer noch nicht, was ich tun sollte. Phet hatte sich soweit beruhigt, dass sie bereit war mit mir Essen zu gehen. Ich telefonierte mit Willi. „Ich möchte die Sache ein wenig beruhigen und mit Phet alleine Essen gehen. Habt ihr etwas dagegen?“ „Keine Spur, vielleicht ist es besser so, dann können sich die hitzigen Thaitemperamente wieder abkühlen.“ „OK, dann sehen wir uns morgen beim Frühstück.“ „Ja, aber hör zu, egal was passiert, wir sind und bleiben Freunde.“ „...Ja,...... natürlich.“ (Ich hoffte, dass er mein Zögern nicht wahrgenommen hat). Sch....., dachte ich, die Sache wird immer komplizierter.

Phet und ich fuhren mit dem Taxi in ein Koreanisches Restaurant (der Name weiss ich nicht mehr). Das Essen war wunderbar, die Stimmung jedoch gedrückt. „Ich weiss wie Du Dich jetzt fühlst. Mach Dir keine Sorgen. Es kommt, wie es kommen muss.“ „Du hast gut reden. Willi ist mein Freund und ich habe ihn gern. Was soll ich tun?“ „Das musst Du selbst wissen. Dabei kann ich Dir nicht helfen.“

Nach dem Essen fuhren wir zum Hotel zurück. Nach der Dusche hatte ich jedoch keine Lust auf kuscheln. Ich trank noch ein oder zwei Biere und versank in meine Gedanken. Irgendwann mal bin ich eingeschlafen.

Ich spürte, wie mein Kleiner ganz gross war. Ich blinzelte. Draussen war es schon hell. Phet lächelte mich an. „I like smoke“ sagte sie verschmitzt. Na dann, rauch mal und wenn ich ganz wach bin reiten wir ne Runde.

Im Restaurant trafen wir uns zum Frühstück. Phet und Noi würdigten sich keines Blickes. Willi hat dies nicht bemerkt (und ich dachte, ich sein naiv). Er schmiedete Pläne für den heutigen Tag. „Wir können ein Auto mieten und nach Melaka fahren. Dies ist eine Stadt am Meer und ist unter verschiedenen Einflüssen aus Europa gebaut worden. Man soll dort erkennen, dass Engländer und Holländer früher einmal Malaysia besetzten.“ „Glaubst Du wirklich, dass wir gemeinsam einen Ausflug machen sollten? Ich denke, es ist das Beste, wenn wir zwei einen längeren Spaziergang zusammen machen. Allein!“ „Was ist denn los, ich dachte, dass die Streitigkeiten zwischen Noi und Phet beigelegt seinen.“ „Überhaupt nicht. Es geht auch nicht um Noi und Phet, sondern um Noi und Dich. Komm, wir gehen rüber zum Park.“

Im Park setzten wir uns auf eine Bank. „Willi, Du bist mein Freund und Du wirst es immer bleiben. Von einem Freund erwarte ich absolute Ehrlichkeit. Wie denkst Du darüber?“ „Ich denke genau gleich. Und, .... auch Du bist mein Freund.“ „Danke für Deine offenen Worte. Ich hoffe, niemand kann unsere Freundschaft zerstören.“ „Sag mal, was ist eigentlich los? Warum willst Du mit mir alleine sprechen? Ich will Noi nicht so lange alleine lassen. Weißt Du, gestern haben wir uns entschlossen, zu heiraten. Wenn wir wieder in Pattaya bereiten wir die Hochzeit vor. Im Juli komme ich wieder her und dann wird geheiratet. Ach ich bin so glücklich. Ich war noch nie mit einer Frau zusammen, der ich grenzenlos vertrauen konnte. Dies kann ich bei Noi. Sie ist ja so süss!“

Einen Moment geriet mein Entschluss ins Wanken. Hatte ich mir doch vorgenommen, Willi reinen Wein einzuschenken. Und jetzt sitzt er hier und lobt Noi über alles. Was hättet Ihr an meiner Stelle getan?

„Hör zu Willi, Noi ist nicht die, für die Du sie hälst.“ „Wie meinst Du das? Hat Dir etwas Phet erzählt, Noi sei bereits verheiratet. Noi hat mir gesagt, Phet sei auf ihr Glück eifersüchtig und sie wolle uns auseinander bringen?“ „Ich kann einfach nicht glauben, dass Phet so etwas tun würde! Noi arbeitet auch nicht als Sekretärin, sondern in der selben Go-go Bar wie Phet. Es geht mir nicht darum, Euch auseinander zu bringen, kehren wir nach Pattaya zurück und klären sie Sache.“ „Natürlich willst Du und Phet uns auseinender bringen. Bist Du auf mein Glück eifersüchtig?“ Willi bekam einen roten Kopf und an seiner Stirn traten die Adern hervor. Ich wollte ihn beruhigen. „Willi, bleib ruhig, wir sind gute Freunde und das soll auch so bleiben. Wenn es Dir missfällt, sage ich zu dem Thema kein Wort mehr. Was hättest Du mir aber gesagt, wenn die Sache später rausgekommen wäre und ich Dich nicht gewarnt hätte?“ „Ich bleibe nicht ruhig, meine Noi ist ein gutes und anständiges Mädchen. Sie ist bestimmt nicht so eine wie Deine Phet!“

Bum, das sass. In diesem Augenblick habe ich realisiert, dass ich für Phet mehr als nur Zuneigung empfinde. Aber irgend ein guter Engel hielt mich davon ab, Willi eins auf seine Nase zu geben. Stattdessen kehrte ich zum Hotel zurück und besprach mich mit Phet. „Was soll ich tun? Meine Freundschaft zu Willi hat eine herben Schlag erlitten. Bitte sprich mit Noi.“ „Das habe ich versucht, sie lässt jedoch nicht mit sich reden. Sie drohte mir sogar.“ „Wie hat sie Dir gedroht?“ „Sie sagte, wenn sie durch mich ihren Willi verliere, hetze sie ihre Brüder (die Echten) auf mich. Diese würden mir dann mein Gesicht mit Messern bearbeiten.“

Das war genug. Ich stampfte zu Willi und Noi’s Zimmer. Auf mein heftiges Klopfen öffnete Willi die Türe. „Deine ach so zarte und so gute Noi hat Phet mit körperlicher Gewalt gedroht. Ich verstehe nicht, warum Du so blind vor Liebe bist. Siehst du denn nicht, in welches Verderben Du rennst?“ „Geh, und lass Dich nie wieder blicken! Auf so einen Freund kann ich sehr gut verzichten! Du bist ein mieses Ar...loch!“
„Na gut, ich gehe und lasse Dich in Ruhe. Aber bevor Du heiratest oder etwas unüberlegtes tust überprüfe die Papiere der Noi sehr genau. Stell Erkundigungen über Sie an. Ich bitte Dich, überstürze nichts!“ „Hau ab und lass uns endlich in Ruhe!“ Ich ging. Erst auf mein Zimmer. Dort packten wir unsere Koffer, bezahlten an der Rezeption die Rechnung und nahmen ein Taxi zum Flughafen.


Allein – zu zweit unterwegs! In der nächsten Folge.
 
phimax

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...Thailänderinnen reagieren so, wie es die FARANGS [...]erwarten...
Darum sollte man(n) auch keine falschen Erwartungen haben oder machen :cool:

Michael
 
phimax

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quaxxs said:
Auf der anderen Seite frage ich mich bei den Geschichten immer, ob ich noch zusammen bekomme, was vor einem Jahr geschah, geschweige den vor 10 - 15 Jahren...
Ist doch gar nicht wichtig, weil es halt eine Geschichte ist ;-)

Es steht dem Autor frei, wieviel Wahrheit oder Fiktion er verwendet.
Wichtig ist einfach der Spass beim lesen und das dabei Bilder im eigenen Kopf entstehen; nicht wie im Fernsehn oder im Kino.

Na ja, und die besten Geschichten schreibt halt das Leben :cool:

Also, falls du einen Drang verspuerst, lass ihn hier einfach raus ;-D
Real oder fiktiv, vollkommen egal.

Michael
 
didl69

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Hallo,

SUPER geschrieben :bravo:

Nur da
khontingtong said:
Dort packten wir unsere Koffer, bezahlten an der Rezeption die Rechnung und nahmen ein Taxi zum Flughafen.
darum und hoffentlich ohne den lesefluss zu stoeren, hier fuer die, die die Tour mit dem Zug machen moechten ein paar Termine im Fernsehen.

am
7.2.04 - 213.239.198.226/TvGuideDetail.php3?ID=636862549
13.2.04 - www.klack.de/TvGuideDetail.php3?ID=640266233
15.2.04 - www.klack.de/TvGuideDetail.php3?ID=645948191

die erste muesst ihr in die Adressenleiste kopieren


So jetzt kann´s weiter gehen ;-)
 
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Marco

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@quaxxs


Auf der anderen Seite frage ich mich bei den Geschichten immer, ob ich noch zusammen bekomme, was vor einem Jahr geschah, geschweige den vor 10 - 15 Jahren...
Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Vor allem wenn ich mal wieder eine Biografie lese. Es ist aber erstaunlich, wieviele Detail in unserem Gehirn gespeichert sind. Parallel zum Schreiben schaue ich meine Urlaubsfotos an. Ist schon erstaunlich, wie man die Reise nochmals erlebt.
Die Gefahr besteht darin, dass mein Gehirn unliebsames verdrängt und nicht wiedergibt.



@Alle

Danke für die Blumen, es geht gleich weiter. Muss erstmal meine Kinder trocknen (steigen eben aus der Badewanne)

Khontingtong
 
nokopie

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@Khontingtong

Eine Supergeschichte :bravo: , mach weiter so. Bin schon gespannt. Hoffentlich sind die Kids bald aus der Wanne.

MfG, Nokopie
 
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Marco

Gast
Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil IX
Allein – zu zweit unterwegs!


Am Flughafen angekommen versuchten wir das nächste Flugzeug nach Bangkok zu buchen. Für diesen Tag war jedoch alles ausgebucht. Die Dame am Schalter bot uns Tickets nach Phuket an. „Kennst Du Phuket?“ „Ja, Phuket liegt in Thailand. Ich war jedoch noch nie dort.“ „Nun, gehen wir also in ein Abenteuer, wo der Ausgang ungewiss ist.“ Die Tickets wurden gekauft und schon zwei Stunden später flogen wir gegen Thailand zu.

Die Landung in Phuket war so hart, dass ich dachte das Flugzeug breche auseinander (die Landungen sind jeweils so hart, weil die Landebahn kurz ist und der Pilot möglichst früh aufsetzten muss um nicht über das Ende hinaus zu fahren. Habe ich bei meinem zweiten Phuket - Aufenthalt von einem Piloten erfahren).

Vor dem Flughafen warteten einige wenige Taxis. Phet verhandelte mit einem Fahrer über den Preis. „Komm, der bringt uns nach Patong. Er kennt auch ein billiges Hotel.“ So fuhren wir los. Ich sah, dass wir einen Wald durchquerten. „Hast Du gesehen, dass alle Bäume in einer Reihe gepflanzt wurden?“ Fragte ich Phet. „Ja, der Taxifahrer sagt es seinen Gummibäume. Siehst Du die Schalen die an den Bäumen hängen? Dort läuft der Gummisaft raus.“ Das war interessant. Etwas später sind wir auf die Hauptstrasse eingebogen. Schon bald musste ich mich um mein Leben fürchten. Die Phuketianer fahren sehr schnell und ohne auf den Gegenverkehr Rücksicht zu nehmen. Äusserst Gefährlich wird es, wenn ein Farang nach europäischen Massstäben Auto fährt (Deshalb fahre ich immer nach Phuket – Style, was aber meine Mia nicht gefällt :zorn: und mich mit – nicht druckbaren – Ausdrücken belegt).

In Patong sind wir im Hotel Summer – Breeze abgestiegen. Es ist ein ruhiges Hotel vis a vis Hotel Swiss Garden. Erstmal duschten wir. Ich war gerade am Einseifen, als Phet zu mir unter die Dusche kam (eigentlich machen das die Thais nicht, also wertete ich es als besonderes Zeichen von Vertrauen und Zuneigung :cool: ). So muss sich also eine Body – Schaum – Massage anfühlen dachte ich. „Mach weiter, das ist das Beste, was ich je erlebt habe!“

Nach diesem Erlebnis erkundeten wir die nähere Umgebung des Hotels. In unserer Seitenstrasse gab es viele kleine Bars. Da ich Durst hatte gingen wir in eine Bar, die Shark hiess. Die hübsche Bedienung brachte Phet eine Flasche Wasser und mir ein Singha. Ich sah einen älteren Mann die Bar betreten, der etwa 55 Jahre alt war. Er trug weisse Socken, Sandalen, kurze Shorts und ein schlampiges T-Shirt. Um seinen dicken Bauch hatte er eine Tasche gebunden. Er setzte sich auf den Barhocker und bestellte in Deutsch ein Bier. Die hübsche Bedienung (sie heisst Nam) verstand nur Bier und fragte deshalb zurück: „You wan Singh, Chang ol Tubolg?“ „Was laberst Du da, bring mir ein Pils, aber plötzlich!“ „Solly, me dont no“. Das Gesicht des Deutschen lief rot an und er fluchte: „Warum - Du - nicht - verstehen. Ihr solltet mal einen Deutschkurs machen, ihr Schlitzaugen.“ Nam, sah mich verstört an, als bitte sie mich um Hilfe. Das weckte den Beschützer in mir und ich wandte mich an den Gast: „Warum sind sie so unhöflich? Die Dame hat ihnen nicht getan.“ „Diese dreckige Nutte wirste wohl nicht Dame nennen.“ Anstatt die Bar zu verlassen, habe ich mich mit diesem (entschuldigt) Idiot angelegt. „Sie sind ein verfre......, dum... Schwe..! Warum bleiben sie nicht zuhause. Dort würden sie sich nicht so aufführen. Sicherlich sind sie ein Angestellter, der von seinem Chef unterdrückt wird. Voller Komplexe. Und jetzt kommen Sie hierher und spielen den grossen Macker!“ „Du kriegst gleich was auf die Schnauze!“ Phet zog mich am Ärmel aus der Bar. Sie hatte erkannt, dass das Ganze in einer Schlägerei ausarten konnte. Schnell hatte sie unsere Getränke bezahlt.

Draussen gingen wir Richtung Strand. Am Strand assen wir ghutiau :lecker: (Nudelsuppe). Ich erzählte Phet, was der Deutsche gesagt hatte. Sie war ausser sich und sagte, dies sei eine grosse Beleidigung für Thailand. Er dürfe so was nicht sagen. (Etwa eine Woche später erzählte uns Nam [die süsse Bedienung] dass er sich mit ein paar jungen Thais angelegt hat und schwer verletzt in Spital eingeliefert wurde. Ich mag das keinem Gönnen, aber im ersten Moment habe ich geschmunzelt) Wir sind dann am Strand entlang gelaufen. Vermutlich habe ich mich damals in Phuket und in Patong besonders verliebt. Noch heute zieht es mich bei jedem Trip nach Thailand hierher. Sorry, ich bin wohl ein wenig abgeschweift.

Am nächsten Morgen haben wir uns einen Wagen gemietet (Suzuki – Jeep) und sind nach Phang Nga gefahren. Nachdem wir die Stadt passiert hatten, fragte Phet nach dem Weg zum James Bond Felsen. Ein Junge führte uns zu einer Bootsanlegestelle. Phet sagte: „Steig in das Boot da, ich handle noch den Preis aus.“ Als ich das Boot betreten wollte, staunte ich nicht schlecht. „In diesem Boot fahre ich keinen Meter. Das wird in kurzer Zeit Leck schlagen und untergehen :heul: .“ Phet lachte. „Steig ein, die wissen schon was sie tun.“ Und los ging´s. Zuerst fuhren wir auf einem Fluss, der von Mangrovenwäldern gesäumt war. Am Ufer hatten die Dorfbewohner Holzhütten aufgestellt. Schäbig, schief und wackelig standen diese auf Pfählen. Doch so schäbig sie auch aussahen, jede Hütte hatte eine Fernsehantenne auf dem Dach.

Jetzt fuhren wir aufs offene Meer. Vor uns erhoben sich riesige Felsen aus dem Wasser. Was für ein Schauspiel. Bis zu 300 Meter ragten die Berge senkrecht in die Höhe. Dies ist wohl der schönste, wunderbarste aber auch sonderbarste Ort, den ich jemals besucht habe. Das ist ein Naturschauspiel sondergleichen. Nachdem wir die James Bond Insel besucht haben (hey, der Felsen ist ja gar nicht hohl – die Glastüre ist auch nicht da!) sind wir weitergefahren.

Das Mittagessen haben wir in einem Dorf der Seezigeuner eingenommen. Das Dorf ist im Meer, auf Pfählen gebaut. Die Seezigeuner sind Moslems. Sie haben auf einer Insel, gleich hinter dem Dorf eine Moschee gebaut. Wir hatten jedoch keine Zeit, diese zu besuchen. So fuhren wir mit dem Boot zurück. Die Rückfahrt mit dem Auto war wie immer ein eigenes Abenteuer (Phuket drives crazy).

Am Abend assen wir im Patong Sea-Food Center. Das Restaurant liegt an der Thaweewong Road, die am Strand entlang läuft. Es ist das beste Restaurant in Patong (von den Preisen will ich hier nicht berichten). Phet bestellte Spaghetti und zum Nachtisch Banana – Fritter (und ich dachte, Thais essen ausschliesslich Thaifood. Jedesmal wenn wir hier sind bestellt Phet das Selbe). Ich weiss nicht mehr was ich als Hauptgang hatte. Das Dessert werde ich wohl nie mehr vergessen. Auch ich nahm Banana – Fritter. Plötzlich legte Phet mir ihre Hand auf meinen Unterarm und sah mir gaaaanz tieeeef in die Augen (macht sie heute noch, wenn sie etwas ganz furchtbar teures geschenkt bekommen will) und säuselte: „You mally me?“




Und es kam anders als Ihr denkt! In der nächsten Folge.
 
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UweFFM

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jetzt lass uns nicht solange warten :hilfe:. Gruß Uwe :wink:
 
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Chak

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Es gibt doch tatsächlich Reihenweise Touristen, die sich beschweren, dass man auf der James-Bond-Insel gar nicht das im Film zu sehende Labor besichtigen kann. :lol:
 
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Kali

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..ich hatte mich auch gewundert, daß die Dreharbeiten von der 'Brücke am Kwai' bereits abgeschlossen waren... :cool:
 
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Marco

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Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil X
Und es kam anders als Ihr denkt!

Was macht eine Thai, wenn sie auf eine Frage keine Antwort geben will? Sie lächelt. Auch ich habe gelächelt. Doch es nützte nichts. Phet fragte mich nochmals: „Tirak, you mally me?“

Was tun? Wir kannten uns jetzt knapp zwei Wochen und doch kannte ich sie nicht wirklich (ich kenne sie bis heute nicht wirklich, denn sie überrascht mich auch nach über zehn Jahren noch). Auf der anderen Seite war ich nicht nur verliebt in Phet. Weshalb sonst habe ich mich in Koala Lumpur für und nicht gegen sie entschieden. Das erste Mal in meinem Leben, liebte ich eine Frau von Herzen, das erste Mal konnte ich es mir vorstellen eine Frau zu heiraten, mit ihr Kinder zu kriegen und mit ihr alt zu werden. Warum musste mir das passieren. Mir, der ich doch das Liebesleben so sehr genoss. Kein Rock war vor mir sicher. Stets behauptete ich, dass ich erst mit 40 heiraten werde. Und jetzt das, noch lange vor meinem 30ten befasse ich mich mit dem Heiraten und Kinderkriegen.

„Deine Frage ehrt mich, doch kann und will ich Dir jetzt und heute keine Antwort geben. Das muss ich mir gut überlegen.“ Damit versuchte ich erstmal Zeit zu gewinnen. Phet liess jedoch nicht locker. „Warum willst Du mich nicht heiraten?“ „Das habe ich nicht gesagt. Ich will einfach ein wenig Zeit, um nachzudenken.“ „Liebst Du mich nicht?“ „Natürlich liebe ich Dich, sehr sogar. Aber bitte lass mir etwas Zeit, um meine Gefühle zu ordnen und über die Heirat nachzudenken.“ Phet hat es akzeptiert, musste aber das letzte Wort haben. So sagte sie: „Zuviel denken macht Kopfweh!“

Die Nacht war unbeschreiblich und ihr werdet entschuldigen, wenn ich die Details überspringe. Am nächsten Morgen – es war bereits Nachmittag um genau zu sein – gingen wir an den Strand um auszuspannen und die Sonne zu geniessen. Phet schnitt das Thema Hochzeit nicht an und ich war froh darüber. Ich mietete einen Wasserbob und liess meiner überschüssigen Energie freien Lauf. Am Strand sprang der Vermieter händeringend auf und ab. Ständig rief er mir etwas zu. Doch das liess mich kalt. Ich genoss die Freiheit.

Zurück am Strand assen wir einen kleinen Thaisnak, dann liefen wir Richtung Hotel zurück. Kurz vor dem Rock Hard A-go-go auf der linken Strassenseite, dort wo jetzt das Ocean Einkaufszentrum steht, fanden wir einen Beautysalon wo man sich massieren lassen konnte. Das muss ich mal erleben. „Phet, komm, wir lassen unsere Muskeln mal so richtig durchkneten.“ „Ja, das gefällt mir“. Die Massage war 1A. Die Masseurin ebenfalls. Hier kann man sich nicht nur von körperlichen Verkrampfungen erholen. Die Seele kann hier ebenfalls baumeln und neue Kraft schöpfen.

Nach dem Nachtessen im Patong Seafood Center gingen wir ins Hard Rock Cafe und danach ins Rock Hard. Später gingen wir auf einen Schlummertrunk zu meiner Lieblingsbedienung (Mann ist die süss) in die Shark – Bar. Hier traf ich Roberto, ein italienischer Expat. Mit ihm bin ich schnell in’s Gespräch gekommen. Natürlich schwärmten wir von Thailand, den Thailadies und von natürlich Phuket. „Ja Roberto, Du hast es gut, Du arbeitest im Paradies. Da werde ich ja ganz neidisch.“ „Brauchst Du nicht, kannst ja auch hier her auswandern und Dir eine Existenz gründen.“ Meine Neugierde wurde geweckt. „Wie meinst Du das?“ „Schau, ich habe mir eine Bar gekauft und lebe mit den Einkünften wie ein Fürst.“ „Was? Du hast eine Bar? Eine Bier-Bar wo sich Thai – Frauen verkaufen müssen?“ Meine Bewunderung zu Roberto sackte schlagartig ab. Wie kann man seinen Lebensunterhalt mit den Leid der Thais verdienen (ja, ja, ich weiss, jetzt denkt Ihr ich sei ein Moralapostel). Trotz dieses kleinen Schockes kurbelte es gewaltig in meinem Grosshirn (das Grosshirn heisst wirklich so und hat nichts mit der Kapazität zu tun). Um Roberto nicht zu brüskieren machte ich erstmal auf small-talk. Als es Zeit war, das Bett aufzusuchen verabschiedeten ich mich bei Roberto mit einem Tarof (Tarof kommt aus dem Iran und bedeutet, dass man etwas sagt, was man nicht unbedingt so meint). „Ich werde dich in den nächsten Tagen mal an Deiner Bar besuchen. Dann kannst Du mir alles ganz genau erklären.“

Auf die Gymnastikübungen im Bett werde ich nicht weiter eingehen – ich liebe Gymnastik!


Geweckt wurde ich durch ein wohliges Gefühl zwischen meinen grossen Zehen. Phet hatte mal wieder eine gute Idee. Mitten im Liebesspiel dann der Hammer! „Jetzt will ich es aber wissen, heiraten wir?“ „..hm...äh...ja natürlich.“ Ups schon zu spät. Phet hatte mich im Halbschlaf und in Trance erwischt. Sie strahlte über beide Backen. „Das muss ich gleich meiner Mutter erzählen!“ Schon hatte sie den Telefonhörer in der Hand und verbreitete die Neuigkeit in alle Welt (ein Wunder, dass RTL nicht darüber berichtete). Nach der morgendlichen Dusche assen wir das Frühstück. „Jetzt kaufen wir gleich unsere Verlobungsringe.“ „Findest Du das nicht etwas übertrieben?“ „Liebst Du mich etwa nicht?“ fragte Phet und schaute mich mit dem typischen ‚schau mir in die Augen Kleiner’ an. „Natürlich liebe ich Dich, dass bedeutet aber nicht, dass wir schon heute Verlobungsringe kaufen müssen. Lass uns die Sache langsam angehen.“ Genau das wollte sie nicht hören und wenn Phet nicht zuhören will, dass hört sie nichts (she’s my boss). „Die Bedienung hat mir erklärt, wo man schöne Goldringe kaufen kann. Iss auf, dann gehen wir dorthin.“



Verhängnisvolle Begegnung mit Mr. Ek! In der nächsten Folge.
 
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Marco

Gast
Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil XI
Verhängnisvolle Begegnung mit Mr. Ek!


Was soll man dazu noch sagen? Na ja hingehen und schauen kostet ja nichts (war wieder mal ein Fehler. Wenn meine Mia etwas sieht, dann muss es gekauft werden). Wir sind also die Bangla Road runtergelaufen bis zur Strandstrasse, der Thaweewong Road. Beim Phuket Cabana in einem kleinen Seitengässchen fand Phet den Patong Gold & Gems Shop. Etwas zögerlich betrat ich den Laden. Es ist schon erstaunlich, wie viel Gold man auf 6 Quadratmetern Verkaufsfläche ausstellen kann. Im Laden begrüsste uns ein etwa 40 jähriger Thai. „Hallo, ich bin Mr. Ek. Ich stehe Euch ganz zur Verfügung. Phet schaute sich im Laden um. Sie liess sich dutzende Halsketten (nicht Halskettchen sondern richtige Halsketten) geben. Ich habe sie noch nie so strahlen gesehen, als sie sich die Dinger anprobiert hat. Dann kamen die Handketten an die Reihe. Ich setzte mich in eine Ecke und schaute den beiden dabei zu. Mr. Ek sagte bei jedem Stück: „Das ist 5 Baht Gold, das 3 Baht Gold, das 4 ....“ Da fragte ich ihn: „Das ist aber billig, ist das echtes Gold?“ Phet und Mr. Ek lachten (habe ja schon immer gesagt, ich sei naiv). „Das ist echtes Thaigold. Das Baht ist die Gewichtsangabe des Goldes und der Preis wird nach dem aktuellen Goldpreis berechnet.“ Aha, wieder was gelernt.

Endlich, etwa nach einer halben Stunde liess sich Phet die Ringe zeigen. Sie suchte sich einen Goldring mit drei Diamanten aus. Als ich nach dem Preis fragte, glaubte ich, ich sei im falschen Film. Ich sagte Phet, dass ich nicht aus einer reichen Bankiersfamilie sei. „Vergiss es. Soviel Geld habe ich nicht!“ „Du kannst mir Deiner Karte bezahlen, ich muss jedoch noch 4% drauf tun, wegen der Gebühren“ sagte Mr. Ek. Phet schaute mich mit ihrem lieben, treuen, bittenden, ja sogar flehenden, na-ihr-wisst-schon-welchen Blick an. Wer kann schon so schönen Mandelaugen widerstehen.

Ich konnte es. War zwar hart, aber ich setzte mich durch (dies war eines der wenigen Male). Wir suchten uns dann zwei schöne gelbgold Ringe aus. Mr. Ek fragte mich richtiggehend aus: „Von wo kommst Du? Was arbeitest Du? Wie viel verdienst Du? Wie gefällt Dir Thailand?“ War richtiggehend ein Verhör. Durch die Bücher, die ich vor der Reise gelesen habe, wusste ich, dass das in Thailand zum ‚Beschnuppern’ gehört. Die Thais müssen Dich in ihr Hierarchiesystem einteilen können. Mr. Ek gefiel mir. Wir luden ihn zum Mittagessen ein. „Gehen wir ins Patong Seafood Center?“ „Nein, gleich beim Strand sind Garküchen, dort kannst Du mir eine Suppe spendieren.“

Wir hatten schnell Freundschaft geschlossen. Zum Abschied tauschten wir unsere Visitenkarten aus.
Phet war glücklich. Gleich nach dem Kauf steckten wir unsere Ringe an die Finger. Ab jetzt soll jede Frau sehen, dass der Farang vergeben ist. Den Nachmittag werde ich wohl nie mehr vergessen. Wir gingen in unser Hotelzimmer und Phet bedankte sich auf ihre eigene Art für die Verlobungsringe. Die Party unterbrachen wir nur, um an einer Garküche etwas zu essen und am Nachtmarkt Früchte zu kaufen.

Am nächsten Morgen mieteten wir ein Moped und erkundeten die Insel. Wir fuhren dem Strand entlang nach Norden. Die Strasse war in schlechtem Zustand und plötzlich stieg sie so steil an, dass Phet und ich das Mofa raufschieben mussten das war noch ein richtiges Abenteuer. Heutzutage ist die Strasse gut ausgebaut und asphaltiert). Nach etwas einer Stunde kamen wir an einen wunderschönen Strand. Es war wie im Paradies. „Halt an, ich habe Hunger. Dort unten sehe ich ein Restaurant.“ „Aber es ist erst 10:00. Mittagessen gibt es erst ab 12:00. Das Restaurant hat bestimmt noch geschlossen.“ „Hey wir sind in Thailand. Das Restaurant hat bestimmt schon auf!“ Es hatte auf. Phet ass eine Kleinigkeit, ich schwamm erstmal im Meer. Es war einfach wunderbar. Die Beach ist die schönste auf Phuket. Ich sagte zu Phet, sie solle die Wirtin fragen, wie dieser Strand heisst. Surin Beach, antwortete diese. Einfach wunderbar.

Wir sind bis Sonnenuntergang hier geblieben. Eigentlich bin ich keine Romantiker, aber diesen Sonnenuntergang.....unbeschreiblich. Die Rückfahrt ins Hotel war ein Abenteuer für sich, denn wir fuhren im Dunkeln. Im Hotel sagte man uns, Mr. Ek habe angerufen. Phet rief in zurück und sagte mir: „Ek lädt uns zum Nachtessen ein. Wir müssen um 20:00 in seinem Geschäft sein.“ „Es ist aber bereits 19:30. Das schaffst Du nie!“ Schaffte sie auch nicht, aber in Thailand ist Pünktlichkeit sowieso sehr selten. Als wir um 20:30 Ek’s Laden betraten, wurden wir herzlich begrüsst. „Wir gehen in eines der besten Restaurants der Insel. Ich zeige Euch meinen Geheimtipp.“ Wir fuhren mit Ek’s Wagen (ich musste fahren, denn Mr. Ek hat keinen Führerschein, dafür aber zwei Auto’s) zur Chalong Bucht. Dort ist das Restaurant direkt am Meer. „Hast Du schon mal Austern gegessen?“ „Nein, ich habe Seafood nicht gerne, das stinkt immer so nach Fisch.“ Da musst Du keine Angst haben. Die Waren hier sind alle frisch und riechen überhaupt nicht streng. Ich bestelle für Dich, er wird Dir schmecken.“

Und wie es schmeckte. Ek bestellte Hummer, Krebse, Austern und Fisch. Eigentlich viel zu viel für uns drei. Das macht nicht dick und ist gut für die Potenz. Auch Phet hat es geschmeckt. Es verwunderte mich, dass sie nicht auch noch die Gräte der Fische ass. Glücklich und gesättigt trank ich meinen Kaffee. Selbstverständlich wollte ich die Rechung begleichen. Aber Ek hatte bereits bezahlt. „Ich mag Dich und Deine Frau. Deshalb habe ich Euch eingeladen. Zudem ist es hier sehr billig. Du kannst mich ja ins Patong Seafood Center einladen.“ „Wieviel hast Du bezahlt?“ „320 Baht, ist doch billig, in Patong bezahlst Du mehr als das doppelte für so ein Nachtessen.“

Weit nach Mitternacht waren wir in Patong zurück. Was für ein verrückter Tag. „Wir sehen uns Morgen!“ „Morgen, wir reisen Morgen nach Bangkok. Um 10:00 gehen wir zum Flughafen.“ Ek lächelte, „O.K. ich hole Euch um 10:00 im Hotel ab.“ sagte es und liess uns mit vielen Fragen einfach stehen.

Pünktlich um 10:00 wartete Ek in der Hotellobby. „Guten Morgen, seid ihr bereit?“ „Ja, wir können losfahren.“ Als Chauffeur hatte Ek seinen Bruden mitgebracht. Nach dem Check-In assen wir im Restaurant des Flughafens. Ek versprach uns, bei unserem nächsten Phuket Besuch, uns in die Geheimnisse der Insel einzuweihen. „Warum bist Du Dir so sicher, dass wir wiederkommen?“ „Das sehe ich euch an. Wenn ich das glänzen in Deinen Augen sehe, weiss ich, dass Du nicht nur Phet sondern auch Phuket liebst.“ Wie recht er doch hatte. „Chok dii, wir sehen uns wieder!“ Hatte ich hier einen guten Freund gefunden?

Etwas 8 Monate später, Phet und ich waren schon verheiratet und wohnten in Zürich, läutete um 22:00 das Telefon. „Hallo, ich bin’s Mr. Ek. Ich mache in der Schweiz Ferien und suche eine Bleibe? Dürfen wir bei Euch übernachten?“ „Hallo Ek, natürlich kannst Du bei uns übernachten! Wann kommst Du in die Schweiz?“ „Ich bin schon da. In einer halben Stunde sind wir bei Euch.“ „Wir?“ „Ja, meine Mutter, meine Schwester und mein Freund Poh sind auch dabei, also bis dann.“ Klick, er hatte eingehängt. Jetzt hatten wir ein Problem. Wie soll man zu sechst in einer 3 ½ Wohnung übernachten? War kein Problem. Die Thais schliefen auf dem Sofa und am Boden. Sie blieben 2 Wochen und machten von unserer Wohnung aus Touren durch die ganze Schweiz. Seit diesen Tagen besteht zwischen uns eine dicke Freundschaft. Für Thais ist es nicht selbstverständlich, mit einem Farang Freundschaft zu schliessen. Deshalb bin ich sehr stolz, Ek zu meinen Freunden zählen zu dürfen. Falls jemand Gold oder Schmuck kaufen und dabei nicht über’s Ohr gehauen werden will, dem kann ich Mr. Ek nur empfehlen. Bitte richtet meine herzlichen Grüsse aus. Er ist im 2000 an eine neue Adresse umgezogen: Patong Gold & Gems 2, 143 Rat-u-Thit Road.

Ich war auf dem Flug ganz still. Ständig musste ich an Phuket, Patong und Ek denken. Phet verstand mich uns versuchte mich zu trösten. Mein Herz war so schwer, als ob ich in Trauer währe. War dies ein Vorgeschmack auf meinen Abschied von Phet, wenn ich zurück in die Schweiz fliege?

Am Flughafen stand ein Mann mit einem Schild in der Hand. Darauf stand „Mr. Marco“. „Sieh mal, bist Du da gemeint?“ „Sicher nicht. Ich kenne ja niemanden in Bangkok.“ Phet fragte den Mann, welchen Marco er denn suche. „Mr. Marco und Phet aus Phuket kommend. Ich heisse Poh. Ek ist mein Freund und hat mich gebeten, Eueren Aufenthalt in Bangkok so gemütlich wie möglich zu machen.“ Jetzt staunte ich nicht schlecht. Das ist wahre Gastfreundschaft. Oder steckte etwa Absicht dahinter?



Bangkok, die Stadt der Engel (im wahrsten Sinne des Wortes)! In der nächsten Folge.
 
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Eine Geschichte die das Leben schrieb!

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