M
Marco
Gast
Eine Geschichte die das Leben schrieb! Teil VI
Koala Lumpur - Stadt der Gegensätze
Der Oriental - Express fährt von Singapore nach Bangkok. Wir haben zunächst aber nur die Fahrkarte bis Koala Lumpur gelöst. Das Zugsabteil ist sehr geräumig. Wir sitzen auf Sesseln, die mit rotem Samt überzogen sind. Ein grosser Teil der Reise geht durch den Urwald. Faszinierend. Plötzlich mitten im Dschungel stoppt der Zug. "Was ist den jetzt. Haben wir einen Maschienenschaden?" Willi schaut zum Fenster raus und sagt: "Wir sind in einem Bahnhof!" Hä? Ein Bahnhof mitten im Urwald. Wir konsultieren die Landkarte. Weit und breit kein Dorf oder Stadt zu erkennen. Ich schaue auch aus dem Fenster. Tatsächlich ein Bahnhof. Es steigen sogar drei Personen ein.
Die Fahrt geht weiter. Schnell ist es langweilig, immer nur an Bäumen vorbei zu fahren. Da meldet sich nicht nur bei mir der Hunger. "Weisst Du, wo der Speisewagen ist?" frage ich Willi. "Nein, aber ich gehe mal auf Entdeckungstour. Bleib hier und bewache das Gepäck." Nach einer viertelstunde kommt Willi, mit dem Essen vollgepackt zu uns zurück. Phet und Noi rümpfen die Nase. "Was ist das?" "Das ist Brot und dazwischen Salat, Fleich und Sauce." Die beiden machten ein Gesicht als hätten sie eben erfahren, dass sie den Rest bis nach Koala Lumpur zurücklaufen müssten. "Wieso gehen wir nicht in den Speisewagen?" "Ich habe keinen gefunden." "Das kannst Du mir nicht erzählen. Sollen wir etwa bis Bangkok nur von Sandwitches und solchem Zeugs leben?" Da kam der Malaische Schaffner indischer Abstammung und brachte uns die Speisekarte. Das Essen wurde an unserem Platz serviert, deshalb gab es keinen Speisewagen (ich war glücklich - jetzt hat Willi auch mal was gelernt).
Am Bahnhof von Koala Lumpur wollte Willi ein Hotel buchen. Genauso wie in Singapore am Flughafen steuerte er auf die Helpdeks zu. "Warte mal, Willi unser Budget wurde in Singapore arg strapaziert. Wir buchen hier kein Hotel am Bahnhof, sondern fragen einen Taxifahrer, ob er ein billiges Hotel kennt." Gesagt - getan. Der freundliche Taxifahrer erzählte uns von einem neuen Hotel, das eben eröffnet wurde und deshalb einen günstigen Preis machen würde. So sind wir zu diesem Hotel gefahren. Das Hotel war für unseren Aufenthalt wie geschaffen. Wir hatten sogar klimatisierte Zimmer. Schon im Taxi, hatte ich das Gefühl, dass Phet meine Nähe sucht. Jetzt im Hotelzimmer gab es kein Halten mehr. Als wir so richtig in Action waren, klopfte es an der Tür. Willi wollte die Stadt erkunden. "Wir kommen gleich. Müssen noch etwas zu Ende bringen
und dann duschen."
Gleich links von unserem Hotel kochte eine Frau in einer fahrbaren Küche. Die Küche war grösser als thailändische. Nur standen keine Stühle rum. "Wo essen dann hier die Leute?" fragte mich Willi. "Gleich hier drüben. In diesem Restaurant." Das war schon komisch, um überhaupt in das Restauranr zu kommem, musste man durch die Küche laufen. Im Restaurant konnte man sich am Buffet mit allerlei Speisen bedienen und dies an der Kasse bezahlen. Die Kassiererin warf einen kurzen Blick auf den Teller und tippte den Preis in die Registrierkasse. Boaeh...für einen Teller Reis mit Seafood feinster Art bezahlte ich umgerechnet 1.20 CHF (1.9 Euro). Das Bier dazu kostete jedoch das Zehnfache.
Was kann man in Koala Lumpur anschauen? Als äusserst sehenswert bleiben mir ein hinduistischer Höhlentempel ausserhalb KL in Erinnerung. Dort muss man zuerst eine steile Treppe 200 Meter hochsteigen um in die Anlage zu gelangen. In den Höhlen nisten übrigens auch Schwalben. Die Nester die sie bauen dürfen aber im Gegensatz zu Phi Phi Inseln nicht heruntergenommen werden, denn die Schwalben helfen den Tempelwächtern die bösen Geister zu vertreiben (die Schwalbennester werden in der chinesischen Küche als Delikatesse verwendet. Deshalb kann man sie zu fabelpreisen kaufen - soll gut für die Libido sein
).
Auch das naturhistorische Museum von KL ist sehenswert. In einer Abteilung werden Körperkulturen aus der ganzen Welt dargestellt. Tatoos und Ohrringe der Weissen, aufgeschlitzte Ohren und Unterlippen der Afrikaner, sogar die "Long-Neck-Ladies" aus Nordteiland wurden detailliert erklärt. In China (ich glaube im Norosten) werden Kindern die Füsse abgebunden
. Als Erwachsene haben sie dann Schuhgrösse 23. Echt grausam
.
Koala Lumpur, die Stadt der Gegensätze. Einerseits multikulturell im wahrsten Sinne. Malaysia ist ein islamischer Staat. Christen und Hindus sind jedoch grosse Minderheiten. Alle drei Religionen lebten zu dieser Zeit einträchtig zusammen. Erst in jüngster Zeit haben Fundamentalisten die Eintracht gestört (hier gibt es nicht nur Parallelen zu den Unruhen in Südthailand, sonder direkte Zusammenhänge).
Wir besuchten eine Moschee. Wir mussten uns mit Gewändern kleiden. Noi und Phet missten sogar ein Kopftuch tragen. Leider hatten wir keinen Führer, der uns Erklärungen abgab. Vor der Moschee sprach uns ein Mann an und wir diskutierten über "Gott" und die Welt. Zu Abschied sagte er: "Eigentlich verehren wir alle den selben Gott. Nur nennen wir ihn jeweils anders. Friede sei mit uns allen!" Gut gesprochen, hier gibt es nicht beizufügen.
Auf der Rückfahrt zum Hotel diskutierten Noi und Phet - für thailändische Verhältnisse - laut und heftig. Willi und ich versuchten zu schlichten. Ohne Ergebnis. "Willi, wir gehen erstmal auf unsere Zimmer und versuchen heraus zu bekommen was los ist. Dann telefonieren wir." Als ich die Zimmertüre zu machte begann Phet zu weinen. "Was ist denn los?" "Nichts, lass mich." Ich hatte mich relativ gut auf unsere Reise vorbereitet. So wusste ich, dass Thais Probleme verdrängen. Es hatte keinen Sinn, Phet weiter auszufragen. Ich danchte, sie solle sich erstmal beruhigen. Später können wir dann darüber Sprechen. Ich nahm sie einfach in die Arme. Sie heulte.
Ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende? Es geht bestimmt weiter.
Koala Lumpur - Stadt der Gegensätze
Der Oriental - Express fährt von Singapore nach Bangkok. Wir haben zunächst aber nur die Fahrkarte bis Koala Lumpur gelöst. Das Zugsabteil ist sehr geräumig. Wir sitzen auf Sesseln, die mit rotem Samt überzogen sind. Ein grosser Teil der Reise geht durch den Urwald. Faszinierend. Plötzlich mitten im Dschungel stoppt der Zug. "Was ist den jetzt. Haben wir einen Maschienenschaden?" Willi schaut zum Fenster raus und sagt: "Wir sind in einem Bahnhof!" Hä? Ein Bahnhof mitten im Urwald. Wir konsultieren die Landkarte. Weit und breit kein Dorf oder Stadt zu erkennen. Ich schaue auch aus dem Fenster. Tatsächlich ein Bahnhof. Es steigen sogar drei Personen ein.
Die Fahrt geht weiter. Schnell ist es langweilig, immer nur an Bäumen vorbei zu fahren. Da meldet sich nicht nur bei mir der Hunger. "Weisst Du, wo der Speisewagen ist?" frage ich Willi. "Nein, aber ich gehe mal auf Entdeckungstour. Bleib hier und bewache das Gepäck." Nach einer viertelstunde kommt Willi, mit dem Essen vollgepackt zu uns zurück. Phet und Noi rümpfen die Nase. "Was ist das?" "Das ist Brot und dazwischen Salat, Fleich und Sauce." Die beiden machten ein Gesicht als hätten sie eben erfahren, dass sie den Rest bis nach Koala Lumpur zurücklaufen müssten. "Wieso gehen wir nicht in den Speisewagen?" "Ich habe keinen gefunden." "Das kannst Du mir nicht erzählen. Sollen wir etwa bis Bangkok nur von Sandwitches und solchem Zeugs leben?" Da kam der Malaische Schaffner indischer Abstammung und brachte uns die Speisekarte. Das Essen wurde an unserem Platz serviert, deshalb gab es keinen Speisewagen (ich war glücklich - jetzt hat Willi auch mal was gelernt).
Am Bahnhof von Koala Lumpur wollte Willi ein Hotel buchen. Genauso wie in Singapore am Flughafen steuerte er auf die Helpdeks zu. "Warte mal, Willi unser Budget wurde in Singapore arg strapaziert. Wir buchen hier kein Hotel am Bahnhof, sondern fragen einen Taxifahrer, ob er ein billiges Hotel kennt." Gesagt - getan. Der freundliche Taxifahrer erzählte uns von einem neuen Hotel, das eben eröffnet wurde und deshalb einen günstigen Preis machen würde. So sind wir zu diesem Hotel gefahren. Das Hotel war für unseren Aufenthalt wie geschaffen. Wir hatten sogar klimatisierte Zimmer. Schon im Taxi, hatte ich das Gefühl, dass Phet meine Nähe sucht. Jetzt im Hotelzimmer gab es kein Halten mehr. Als wir so richtig in Action waren, klopfte es an der Tür. Willi wollte die Stadt erkunden. "Wir kommen gleich. Müssen noch etwas zu Ende bringen
und dann duschen." Gleich links von unserem Hotel kochte eine Frau in einer fahrbaren Küche. Die Küche war grösser als thailändische. Nur standen keine Stühle rum. "Wo essen dann hier die Leute?" fragte mich Willi. "Gleich hier drüben. In diesem Restaurant." Das war schon komisch, um überhaupt in das Restauranr zu kommem, musste man durch die Küche laufen. Im Restaurant konnte man sich am Buffet mit allerlei Speisen bedienen und dies an der Kasse bezahlen. Die Kassiererin warf einen kurzen Blick auf den Teller und tippte den Preis in die Registrierkasse. Boaeh...für einen Teller Reis mit Seafood feinster Art bezahlte ich umgerechnet 1.20 CHF (1.9 Euro). Das Bier dazu kostete jedoch das Zehnfache.
Was kann man in Koala Lumpur anschauen? Als äusserst sehenswert bleiben mir ein hinduistischer Höhlentempel ausserhalb KL in Erinnerung. Dort muss man zuerst eine steile Treppe 200 Meter hochsteigen um in die Anlage zu gelangen. In den Höhlen nisten übrigens auch Schwalben. Die Nester die sie bauen dürfen aber im Gegensatz zu Phi Phi Inseln nicht heruntergenommen werden, denn die Schwalben helfen den Tempelwächtern die bösen Geister zu vertreiben (die Schwalbennester werden in der chinesischen Küche als Delikatesse verwendet. Deshalb kann man sie zu fabelpreisen kaufen - soll gut für die Libido sein
).Auch das naturhistorische Museum von KL ist sehenswert. In einer Abteilung werden Körperkulturen aus der ganzen Welt dargestellt. Tatoos und Ohrringe der Weissen, aufgeschlitzte Ohren und Unterlippen der Afrikaner, sogar die "Long-Neck-Ladies" aus Nordteiland wurden detailliert erklärt. In China (ich glaube im Norosten) werden Kindern die Füsse abgebunden
. Als Erwachsene haben sie dann Schuhgrösse 23. Echt grausam
. Koala Lumpur, die Stadt der Gegensätze. Einerseits multikulturell im wahrsten Sinne. Malaysia ist ein islamischer Staat. Christen und Hindus sind jedoch grosse Minderheiten. Alle drei Religionen lebten zu dieser Zeit einträchtig zusammen. Erst in jüngster Zeit haben Fundamentalisten die Eintracht gestört (hier gibt es nicht nur Parallelen zu den Unruhen in Südthailand, sonder direkte Zusammenhänge).
Wir besuchten eine Moschee. Wir mussten uns mit Gewändern kleiden. Noi und Phet missten sogar ein Kopftuch tragen. Leider hatten wir keinen Führer, der uns Erklärungen abgab. Vor der Moschee sprach uns ein Mann an und wir diskutierten über "Gott" und die Welt. Zu Abschied sagte er: "Eigentlich verehren wir alle den selben Gott. Nur nennen wir ihn jeweils anders. Friede sei mit uns allen!" Gut gesprochen, hier gibt es nicht beizufügen.
Auf der Rückfahrt zum Hotel diskutierten Noi und Phet - für thailändische Verhältnisse - laut und heftig. Willi und ich versuchten zu schlichten. Ohne Ergebnis. "Willi, wir gehen erstmal auf unsere Zimmer und versuchen heraus zu bekommen was los ist. Dann telefonieren wir." Als ich die Zimmertüre zu machte begann Phet zu weinen. "Was ist denn los?" "Nichts, lass mich." Ich hatte mich relativ gut auf unsere Reise vorbereitet. So wusste ich, dass Thais Probleme verdrängen. Es hatte keinen Sinn, Phet weiter auszufragen. Ich danchte, sie solle sich erstmal beruhigen. Später können wir dann darüber Sprechen. Ich nahm sie einfach in die Arme. Sie heulte.
Ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende? Es geht bestimmt weiter.
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(Nudelsuppe). Ich erzählte Phet, was der Deutsche gesagt hatte. Sie war ausser sich und sagte, dies sei eine grosse Beleidigung für Thailand. Er dürfe so was nicht sagen. (Etwa eine Woche später erzählte uns Nam [die süsse Bedienung] dass er sich mit ein paar jungen Thais angelegt hat und schwer verletzt in Spital eingeliefert wurde. Ich mag das keinem Gönnen, aber im ersten Moment habe ich geschmunzelt) Wir sind dann am Strand entlang gelaufen. Vermutlich habe ich mich damals in Phuket und in Patong besonders verliebt. Noch heute zieht es mich bei jedem Trip nach Thailand hierher. Sorry, ich bin wohl ein wenig abgeschweift. 