Eine Fahrt durch den Issaan

Diskutiere Eine Fahrt durch den Issaan im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; Gleich geht´s weiter:) wie lange ist gleich? ;) ............... schaue hier fast jede stunde rein;) ungeduldiger gruss heini:)
heini

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Gleich geht´s weiter:)

wie lange ist gleich? ;)

............... schaue hier fast jede stunde rein;)
ungeduldiger gruss heini:)
 
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gruffert

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Mangonjai

Nette Story, vor allem Deine Mitreisenden sind lustig geschildert. Jeder der mal mit einer Thai Frau unterwegs war, wird sich an aehnliche Anekdoten erinnern.
Schade ist nur, dass Du so wenig ueber den Isaan selbst schreibst. Vom Phanom Rung waere doch mehr zu berichten, als die verunglueckte Bierbestellung. Auch waere interessant welche Staedte ihr auf der Route besucht hast, und was dort erwaehnenswert waere.
Uebrigens sind es von Phanom Rung bis zu mir nur 40 km. Ich haette mich gefreut wenn Du mit Deiner Truppe mal hier vorbeigekommen waerst.

Guenther
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@gruffert
Vom Phanom Rung waere doch mehr zu berichten, als die verunglueckte Bierbestellung.
Jaaa, ich bin ja noch gar nicht da! Es ist doch erst der Vorabend. Am nächsten Morgen geht´s zum Khmer-Tempel und darüber berichte ich natürlich ausführlich.

Ich hatte überlegt, dich zu treffen. Doch mit meinem Harem wollte ich dir nicht zur Last fallen.

Viele Grüße

Mang-gon Jai
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Eine Fahrt durch den Issaan (6)


Hier hatten wir die letzte Nacht gewohnt​

Am anderen Morgen standen wir früh auf. Heute wollten wir die alte Khmer-Tempelanlage auf dem Khao-Phnom-Rung besichtigen. Bei Sonnenaufgang waren wir bereits auf dem Berg. Ich war davon ausgegangen, dass so früh morgens noch keine Touristen dort oben sind. Mit dieser Vermutung hatte ich Recht.
Wir waren die ersten, die an diesem Tage die Eintrittskarten lösten.
„Wiele?“, fragte die Verkäuferin der Eintrittskarten, da sie aus ihrer Position, in einer kleinen Bude, uns nicht alle sehen konnte.
„Khon sam khon lää nung Farang – Drei Personen und ein Farang“, antwortete ihre Kollegin.
Sind Farang keine Personen???:lol:

Wir waren wirklich allein in der großen Tempelanlage.
Später dann fielen sie jedoch in Scharen ein, besonders die Japaner.
Fotografieren Japaner eigentlich alles? Dass sie die Tempelanlage fotografieren, kann ich ja verstehen, ist ja auch wohl normal.
Aber sie fotografieren die Bäume und Sträucher, einen alten Rasenmäher, das Gras und die Erde. Am liebsten fotografieren sie sich gegenseitig. Zu Hause sehen sich dann wohl die Bilder an und wissen dadurch, wo sie gewesen sind. Als ich einmal nicht aufgepasst hatte, haben sie sogar mich fotografiert. Toll, jetzt stecke ich wohl in irgendeinem japanischen Fotoalbum oder bin Star einer Diavorführung.

Der Khao-Phnom-Rung ist ein alter, erloschener Vulkan. Auf seiner Kuppe befindet sich die wohl großartigste Khmer-Stätte Thailands.
Die Anlage symbolisiert, entsprechend dem hinduistischen Weltbild, den Sitz Shivas auf dem Berg Meru (Krailasa).



Über eine etwa 200 Meter lange Prozessionsstraße gelangt man zum grandiosen Treppenaufgang.





Nach mühevollem Aufstieg steht man dann vor dem Hauptheiligtum zwischen vier rechteckig angelegten, mit Seerosen bewachsenen Teichen. Sie symbolisieren die vier heiligen Flüsse des indischen Kontinents. Es ist wirklich beeindruckend.
Symbolisch gesehen ist der maiskolbenförmige Prang der Anlage der kosmologische Gipfel am Ende der Prozessionsstraße.



Über eine Nagabrücke, der Schlangenkörper bildet das Geländer, gelangt man in das Hauptheiligtum.
Hier liegt der Stier Nandi, das mythische Reittier Shivas.
Einmal im Jahr, zu Songkran, scheint die aufgehende Sonne im hinteren Teil der Anlage, im Gopura, durch alle 15 dort befindlichen Tore.

Schon im frühen 10. Jahrhundert begann man mit dem Bau dieser Anlage. Sie liegt an einer fast vollständig zerstörten Jahrtausende alten Straße, die ins heutige Kambodscha, zur Tempelanlage Ankor-Wat führt.


Langsam, völlig allein, streiften wir durch diese großartige Anlage. Ich spürte eine gewisse Ergriffenheit. Auch meine Frauen schienen beeindruckt. Das sonst dauernde Schwatzen war heute nicht zu hören.


Dann füllte sich die Anlage. Scharen laut schreiender Touristen übernahmen die Herrschaft der Anlage. Wir gingen.
Etwas weiter unten lag der große Parkplatz auf dem auch unser Auto stand. Hier herrschte jetzt Volksfeststimmung.
Um den Parkplatz herum waren Restaurants aufgebaut. Etliche Stände mit kitschigen Andenken gab es. Losverkäufer priesen ihre garantierten Gewinnlose an. Jetzt war es besser, zu fahren.

[align=right:31ced30406]Bald geht´s weiter[/align:31ced30406]
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Jinjok
Darauf hat der Moderator sicher keinen Einfluß. Die Probleme mit der Forums-Software konnte nur Visitor lösen.
Da hast du Recht. Ich habe leider keine Möglichkeit, etwas zu ändern.


Gruß

Mang-gon Jai
 
W

woody

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Hallo MGJ

Ich freue mich, dass Du gesund wieder zurück bist.
Deine Reiseerzählung habe ich bis hierhin verfolgt und bin schon gespannt auf die nächste Fortsetzung.
Es ist bedauerlich, dass Deine Jindi nicht mit Dir zusammen fliegen konnte, aber ich hoffe, Du findest einen Möglichkeit, damit Sie möglichst schnell folgen kann.

gruss woody
 
G

gruffert

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Hallo Mangonjai

Sorry, ich war wohl wieder mal zu ungeduldig. Schoene Beschreibung der Tempelanlage und vor allem sehr schoene Bilder. Mach mal weiter so!

Guenther
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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Hallo MGJ,
Phanom Rung haben wir heuer gleich nach unserer Hochzeitsfeier in Ban Khog What besucht ( etwa 50 Km Autofahrt ). Mir fiel zwar auf, dass es plötzlich steil den Berg hinaufging , aber dass es sich dabei um einen alten Vulkankegel handelt, hat mir keiner gesagt. Das erklärt jetzt auch die Verwendung von Lavagestein beim Bau von Phanom Rung.
 
M

mehling

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MGJ

Schön, daß du nochmal da bist.
Dein Reisebericht gefällt mir sehr gut, auch dein Schreibstil...dein Bericht erinnert mich sehr an eigene Erlebnisse beim reisen mit Thais in Thailand...

Mehling
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Eine Fahrt durch den Issaan (7)

Unterhalb des Khao-Phnom-Rung gibt es eine weitere Anlage - Muang tham. Muang tham ist etwas jünger als die Tempelanlage auf dem Berg. Sie hat wohl einst als Verwaltungssitz gedient. Hier gibt es etliche (künstliche) Seen.
Einer dieser Seen ist gewaltig. Rechteckig, mit einer Kantenlänge von 1.200 Metern. Wenn man bedenkt, dass es damals keine Bagger und Kräne gab, ist das schon beeindruckend. Einen solchen See mit Hacke und Spaten auszubuddeln, ist schon was. Die haben sicher tagelang gearbeitet. :lol:
In der alten Ruinenstadt gibt es ebenfalls vier Wasserbecken. Diele sind L-förmig angelegt.
Erst vor kurzer Zeit hat man festgestellt, dass diese Becken unterirdische Verbindungen mit den umliegenden Seen haben. Man konnte also in der Anlage in den kleinen Becken den Wasserstand der außenliegenden Seen ablesen.
Wozu das alles?
Schon vor langer Zeit waren die Khmer in der Lage, ihre Reisfelder künstlich zu bewässern. Dazu also die Seen. Über ein kompliziertes System von Kanälen und Rohrleitungen gelangte das Wasser auf die Felder. Aus diese Weise war es möglich, drei Ernten pro Jahr einzubringen. Dieses Verfahren verschaffte den Einwohnern Wohlstand, leider jedoch auch Neid.
Noch eine Nacht blieben wir in dem Resort. Es war stürmisch und regnete. Der Wind heulte und rütteltet an Fenstern und Türen. Dann klopfte es an unserer Tür.
Draußen standen Noi und Tap.
„Gua, pii jöö. Norn kondiao mai dai – Wir haben Angst, es gibt viele Geister. Wir können allein nicht schlafen.“
So lagen wir also wieder zu viert in einem Bett. Kaum dass sie sich in Sicherheit fühlten, waren sie nicht mehr ängstlich und auch nicht müde und es wurde erneut bis zum Morgen geschwatzt.
Also starten wir am anderen Tag recht spät. Unser neues Ziel war Khao-Jai

Heute fuhren wir die breiten Strassen entlang. Da gibt es nicht viel zu berichten. Am späten Nachmittag näherten wir uns unserem Dschungel.
Wir mir bekannt war, sollte es innerhalb des Nationalparks keine Übernachtungsmöglichkeit geben. Man müsse außerhalb des Parks wohnen. Von dort aus kann man dann Touren in den Nationalpark unternehmen.
Wie nicht anders zu erwarten, waren die Unterkünfte außerhalb des Khao Jai verhältnismäßig teuer. Außerdem wollte ich auch nachts im Urwald sein, möglichst allein und ohne Betreuer.
Kurz gesagt, wir fuhren am späten Nachmittag in den Park hinein. Sehr schnell erfuhren wir dann, dass man durchaus im Khao Jai übernachten / wohnen kann. Am einfachsten in Zelten. Wir entschlossen uns also zu zelten.


In zwei solcher Zelte wohnten wir.

Hier hatte ich allerdings meinen Reisegefährtinnen gegenüber noch gewaltig Überzeugungsarbeit zu leisten.
Es gibt richtige Campingplätze dort. Zelte werden vermietet – richtig prima.
Wir mieteten zwei Zelte, die ich allein aufbauen musste. Ein Zelt für Jindi und mich, eins für Noi und Tap.

Falls ihr das nachmachen wollt, solltet ihr es euch wirklich genau überlegen. In einem Zelt, welches tagelang in tropischer Hitze steht, herrschen Temperaturen, die an einen Hochofen erinnern. Trotzdem müssen die Türen (Reißverschlüsse) stets dicht geschlossen bleiben. Die Gefahr, dass sich Viehzeug wie Skorpione, Thakarp oder Schlangen in euer Zelt schleicht, ist recht hoch und eine Kobra ist nicht der richtige Bettgenosse.
Falls ihr im Khao Jai übernachten wollt, würde ich euch wirklich das Wohnen in Häusern empfehlen.
Sicher kennt ihr die Aussagen, dass man im Khao Jai nicht wohnen kann. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Die Aussage müsste Lauten: Es gibt keine Hotels im Khao Jai (mehr).
Viele Wildhüter sind in dem riesigen Park beschäftigt. Sie wohnen mit ihren Familien in kleinen Holzhäusern im Wald. Sie sind sehr daran interessiert, ihre Häuschen zu vermieten. Für diese Zeit ziehen sie dann zu einer befreundeten Familie.
Im Khao Jai gibt es Dörfer. Eines habe ich selbst gesehen. Auch die Bewohner dieser Dörfer sollen ihre Behausungen liebend gern an Touristen vermieten.


Um uns herum war dichter Dschungel.

Nun, wir wohnten jedenfalls in Zelten.
Ganztägig waren Affen um uns herum. Vorsicht, die Viecher klauen! Sie klauen blitzartig alles, was ihr aus der Hand legt. Beim Zeltaufbau haben sie mir doch tatsächlich einen Hammer geklaut. `Thua khamoi` hat sie Jindi daraufhin getauft.
Abends, wenn die Sonne untergegangen ist, sind die Affen verschwunden. Man hört Nachtvögel und Geräusche anderer Tiere im dichten Wald. Tap hörte sogar einige Geister heraus.
Nachts, stockdunkel, ist es schön im Wald. Trotzdem hatte ich etwas Zweifel, ob wir nicht ein großes Wagnis eingingen. Etwa 50 Tiger und ca. 100 Elefanten soll es in den Wäldern geben. Auch andere große Wildtiere, wie Bären und Wildbüffel gibt dort in großer Zahl.
Doch sie ließen uns in Ruhe. Lediglich ein Rudel recht großer Hirsche besuchte uns in der Nacht. Trotzdem war mir etwas wohler, als der Morgen graute. Meine Mäuse schliefen noch, als ich den ersten Spaziergang im Dschungel unternahm.
Erst ging ich die befestigten Wege entlang, doch der Wald reizte mich und so traute ich mich auf die schmalen Trampelpfade und drang in den Wald ein.


Früh morgens im Wald
Es ist phantastisch. Dichter Nebel lag im Wald. Überall die fremden Stimmen um mich herum. Schaurige Stimmen. Ich kann verstehen, dass die Einheimischen an Geister glauben.
Dann traf ich auf einen kleinen Fluss, der sich träge durch den Wald schlängelte.


Ein kleiner Fluss im Wald.

Überall Affen, die mich genau beobachteten und mich den anderen Tieren lautstark ankündigten. Eine Kobra lag am Rand des Trampelpfads und machte keinerlei Anstalten, zu verschwinden. Ich musste erst ein Stück morsches Holz nach ihr schmeißen.
Vor mir ein Baum, der über und über mit Lianen behangen war. Eine Liane bewegte sich, eine Ngu Lüam, ein Python.
Langsam folgte ich den träge fließenden Fluss. Große Fische waren in dem grünen Wasser. Hin und wieder konnte ich sie sehen.
Dann hörte ich Wasser rauschen. Ich näherte mich einem Wasserfall.
Schließlich sah ich, wo das Wasser in die Tiefe stürzte. Von hier oben aus war es nicht gut zu erkennen. Ich wollte nach unten.
An Wurzeln und Lianen hielt ich mich fest, stolperte und strauchelte mehrfach und kam trotzdem heile unten an.
Über mir hatte sich das Blätterdach nahezu vollständig geschlossen. Es war dunkel hier unten und kalt.



Unter dem dichten Blätterdach, fast im Dunklen, konnte ich den Wasserfall betrachten.

Das abstürzende Wasser des kleinen Flusses erzeugte einen kalten Nebel, der zu mir herüberdrang. Ich fror.
Über glitschige Steinplatten kletterte ich ganz langsam zum Ufer des Flusses. Direkt vor mir stürzte das Wasser aus der Höhe herab.
Lange saß ich dort und beobachte den Wasserfall. Irgendwie hatte ich etwas ganz Neues entdeckt und trotzdem war es vertraut.
Ein Nichts, nur ein Wasserfall und trotzdem irgendwie ergreifend.


[align=right:3203f5e6f1]Bald geht´s weiter[/align:3203f5e6f1]
 
Loso

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Wow...wenn man das so liest wird der Monitor gradezu zur Zeitmaschine...
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Eine Fahrt durch den Issaan (8)

Als ich zu unseren Zelten zurückkehrte wurde ich bereits erwartet. Meine Frauen hatten bereits Frühstück bereitet. Außerdem hatten wir einen Gast. Ein junger Ranger war bei uns. Unverkennbar hatte er ein Auge auf Tap geworfen und diese zog auch alle Register ihrer Flirtkunst.
Der Ranger, er hieß Tschang, bot uns an, uns mit seinem Jeep den Khao Jai näher zu zeigen.
Wir nahmen einige Lebensmittel mit und fuhren in Gebiete, die sonst für Touristen gesperrt sind. Tschang kannte sich wirklich gut aus. Wir sahen Elefanten, Büffel, Phythons und jede Menge weitere Tiere. Bis er uns gegen Mittag wieder an unseren Zelten ablieferte. Er hatte Dienst und konnte sich bis zum Abend nicht weiter um uns kümmern.

Ich kenne sehr viele Nationalparks (in anderen Ländern). Meist fährt man mit dem Auto auf befestigten Straßen durch den Park und versucht, Tiere zu treffen und zu beobachten. In den meisten Fällen ist das Verlassen des Fahrzeugs verboten. Dieses Verbot soll der Sicherheit der Touristen dienen.
Ganz anders im Khao-Jai. Hier wird man geradezu aufgefordert, allein oder zu zweit durch den Wald zu streifen. Alles sei völlig ungefährlich, so wird einem versichert. Irgendwie verstehe ich das nicht, denn immerhin gibt es dort frei lebende Tiger, Elefanten, Büffel, große Schlangen, Leoparden usw.
An zweiten Abend, als wir mit Tschang am Lagerfeuer saßen, gab er auch zu, dass es in der Vergangenheit einige tragische Begegnungen zwischen Mensch und Tier gegeben habe. Dieses sei allerdings nur sehr selten, versicherte er.

Es war kurz nach Mittag. Tschang hatte Dienst. Also zog ich mit meinen drei Frauen allein los. Alle trugen wir jetzt lange Jeans und festes Schuhwerk. Sogar Tap hatte sich von ihrem heißen Höschen getrennt.
Erneut wichen wir von den befestigten Straßen ab und folgten schmalen Pfaden in den Dschungel. Es war eine andere Gegend, nicht die, die ich bereits kannte.


Wieder im Wald
Wieder wurden wir vom Geschrei der Affen angekündigt. Außer Affen sahen wir jedoch kein größeres Tier.
Wir begegneten einem Ranger.
„Rawang, ping – Vorsicht, Blutegel“, sagte er.
Langsam und vorsichtig gingen wir weiter. Der Pfad war so schmal, dass wir lediglich hintereinander gehen konnten. Ich war an der Spitze, Jindi bildete den Schluss.
Dann kamen wir an ein Gebiet, in dem es weder Bäume noch Büsche gab. Eine große Wiese lag vor uns, von dichtem Buschwerk umgeben.
Wenn ich hier von Wiese spreche, so ist das vielleicht nicht ganz richtig. Der Boden bestand nicht etwa aus Gras, sondern aus kleinen Blattpflanzen.
Die Wiese stand etwa 1 – 2 cm unter Wasser.
„Rawang, ping – Vorsicht, Blutegel“, sagte Jindi jetzt auch.
Ich hockte mich hin und betrachtete den Boden. Tatsächlich sah ich einen oder zwei dieser ekligen Tiere.
Aber was sollte uns passieren. Wir trugen alle festes, geschlossenes Schuhwerk und Strümpfe. Zwischen Strümpfen und Jeans geb es keine unbekleidete Stelle. Also schritt ich langsam auf die feuchte Wiese. Jindi zuckte die Schulten, folgte jedoch.
Nein, wir waren ausreichend ausgerüstet. Die kleinen Blutegel konnten ja wohl kaum die Schuhe und Strümpfe hochklettern.
Wir waren fast auf der Mitte der Wiese angekommen, als ich einen kleinen Stich am linken Arm spürte. Unwillkürlich griff ich zu und hatte einen Blutegel in der Hand. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich bereits über und über voller Blutegel war. Ich verstehe bis heute nicht, wie die Tiere es geschafft hatten, bis zu meinen Armen heraufzukriechen. Überall an meinem Körper hatten sich die glitschigen Würmer festgesaugt. Auch die Frauen saßen voller Egel und Noi und Tap begannen fürchterlich zu kreischen.
Im Laufschritt ging es zurück zum Waldrand. Hier war es trocken, hier gab es keine Blutegel.


Im Wald​
Ich riss mir Schuhe und Strümpfe, Hemd und Hose vom Körper und versuchte die Viecher vom Körper zu lösen.
Auch Jindi hatte ihre Kleidung auf den Boden geworfen.
Noi und Tap hatten hiermit Probleme. Sie versuchten, die Tiere ohne Ausziehen von Kleidungsstücken vom Körper zu lösen. Das war unmöglich.
Erst als Jindi ihnen erklärte, dass Blutegel für Frauen sehr gefährlich sein, weil sie sich in der Scheide festsaugen und dort nicht entfernt werden können, flogen auch ihre Kleidungsstücke.
Da saßen wir also und entfernten uns gegenseitig die Egel. Zum Glück hatte Tap Zigaretten bei sich. Jindi zeigte, wie man die Egel mit der Glut einer Zigarette berühren musste und diese dann schlagartig losließen.
Anders lassen sie sich kaum entfernen. Wenn sie sich erst einmal festgesaugt haben, reißen sie ehr durch als dass sie sich lösen.
Fast 40 Tiere hatte ich am Körper. Den Rekord hielt wohl Tap. An ihrem Körper gab es wohl keine Stelle an der kein Blutegel hing.
Leise vor sich hinweinend ertrug sie die Qual.
Es tut übrigens nicht sehr weh. Man merkt es kaum, wenn sie zubeißen.
Nach dem Lösen hinterlassen sie im Fleisch ein kreisrundes Loch, welches stark und lange nachblutet.
Nachdem wir von den Ping befreit waren, mussten wir noch unsere Kleidung nach Egeln durchsuchen. Auch hierbei fanden wir noch etliche dieser Parasiten.
Es war schon ein unangenehmes Abenteuer und wir verließen den Wald recht schnell.



[align=right:676f637ca6]Es geht weiter[/align:676f637ca6]
 
Loso

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@Mg-J

Oh, gut heute noch nix gegessen zu haben, dachte ich erst. Dann fingen meine grauen Zellen an zu arbeiten, da war doch was... wurde hier fündig. So gesehen müsste das ein echter Jungbrunnen für dich gewesen sein :). Sozusagen Geheimtip, ganz kostenlos. Wo genau war´n das? :lecker:

Gruss Loso
 
heini

heini

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Kummerland
tja loso;)
wenn die gezielt angesetzt werden:)
..........stelle mir allerdings gerade vor,
ungewollt in eine derartige situation zu kommen....
brrrrrrrr........... na lieber nicht!;)
 
S

sam

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hi mgj
super super bericht ist wie ein klein wenig urlaub und kann in gedanken mitreisen. dank hierfür
sam
 
Ampudjini

Ampudjini

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mittendrin
Gerade im Khao Yai Nationalpark muss es wirklich viele Pling geben. Ein Bekannter von mir wohnte mehrere Wochen dort, weil er an einem Hilfsprojekt mitgearbeitet hat und hat mir Fotos von diesen Viechern gezeigt... wirklich, alles voll damit!

Was angeblich helfen soll ist Tabak in die Socken oder Schuhe stopfen, weil Plings den Geruch nicht moegen und sich fernhalten. Das sagte mir ein Tourfuehrer in Mae Hong Son letzten August. Habe selbst allerdings keine Erfahrungen damit.

ABER: Was macht man wenn der Pling ein Raucher ist? :smoke:

;-)
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Ein toller Bericht MgJ.
Wenn ich nur auch so gut formulieren koennte.
Was fuer eine Kamera benutzt du den bei diesen scharfen Bildern ?
Wieviel Pixel?

Gruss Otto
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Nähe Hannover
Dieser Thread ist schon recht lang geworden und durch die Bilder auch recht groß. Das scheint die Ladezeiten deutlich zu verlängern.
Ich bin per ADSL mit dem Internet verbunden, da merkt man das nicht so stark. Als ich aber bei Mang-gon Noi versuchte, den Thread zu öffnen, er verwendet ISDN, sah ich erst, wie langsam der Thread geworden ist.
Aus diesem Grunde beende ich die Geschichte hier und lege einen Neuen Thread an.
Ihr findet ihn hier.
 
Thema:

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