Die Zeit gestaltete sich jetzt für mich angenehmer, wenn auch latent immer noch Benz im Hinterkopf rumspukte. Ich hoffte, sie ein für alle mal hinter mir gelassen zu haben. Der Ton ihrer emails blieb zornig und unversöhnlich. Sie nahm mir die story mit „Chiang Mai“ nicht ab, vermutete aber auch, dass ich Kho Samui bereits verlassen hätte.
Ich freute mich, sie hatte offensichtlich die Spur verloren. Ich hütete mich jedoch davor, in Euphorie auszubrechen, der Respekt war zu groß.
In ihrer email erwähnte Benz natürlich auch, dass sämtliche Freunde in Thailand über mich informiert waren, egal wo ich hinginge, ob nach Bangkok oder Phuket, überall „big friends“.
Ich habe mich tatsächlich dabei ertappt, dass ich nervös reagierte, wenn ich glaubte, dass mich jemand über Gebühr lange ansah. Ich sah schon Gespenster...
Am nächsten Tag ging mein Flieger frühmorgens nach Phuket. Ich kam sicher am Airport an und peilte die Lage. Nix zu sehen, nur wenige Leute, die auf den Abflug warteten. Ich checkte schleunigst ein. Sonst wartete ich immer bis zum zweiten Aufruf, aber im Wartebereich fühlte ich mich einfach sicherer, da kam sie nicht herein...
Nach dem kurzen Flug schnappte ich mir mein Gepäck vom Band und ging nach draußen. Erfreulicherweise war mein Taxi schon da, so dass ich flott zum Laem-Sai nach Kata kam. Hier wollte ich noch ein paar Tage ausspannen und dann wieder in den Isaan, um Dao noch einmal zu treffen. Ich erzählte Khun Noi, was Sache ist, sie erinnerte sich noch an Benz... Ich bat sie, falls Benz sich melden sollte, mich zu verleugnen, sie nickte mir zu.
Tatsächlich hat es zwei Tage später einen Anruf von Benz gegeben, die Khun Noi ausfragte, ob ich da sei oder gebucht hätte. Unfassbar...aber wahr. Khun Noi hat dicht gehalten.
Dann kam endlich der Tag, an dem ich Dao wieder sah und noch allerhand in und um Chumphae erlebte. Es waren durchweg positive Erlebnisse, Benz tauchte nicht mehr auf.
Schließlich war auch dieser Urlaub zu Ende und ich flog heim, unbehelligt von den thailändischen Beamten und nicht von Benz aufgespürt. Als der Flieger sich steil in den Himmel schraubte machte sich neben dem Bedauern, Thailand wieder verlassen zu müssen auch die Gewissheit breit, Benz hinter mir gelassen zu haben.
Ich habe oft darüber nachgedacht, warum sie so darauf erpicht war, mit mir zusammen zu sein. Sie hatte ja zu dem Zeitpunkt einen heiratswilligen Freund...
Wieder zuhause, konnten wir uns auf einen moderateren Ton ihrer emails einigen. Sie hatte mir ja voraus gesagt, dass Buddha mich meiner gerechten Strafe zuführen würde und auch sonst allerhand Probleme auf mich zukämen. Da dies alles nicht eintraf und ich davon gekommen war, wurde ihr Ton von einer mail auf die andere wieder freundlich.
Das konnte sich aber auch schlagartig ändern. Da sie ja jetzt in festen Händen war, habe ich ein wenig gemogelt und ihr ähnliches von mir berichtet und schickte ein paar Fotos von meiner guten Freundin Ying und mir, die vorletztes Mal gemacht worden waren.
Die Antwort war hanebüchen: „I know this Lady, she is working at bar in samui. I remember her, but forget name. She still working here. She is not good for you”
Ying war seit 4 Jahren nicht mehr auf samui gewesen, auch hatte sie nie in einer Bar gearbeitet…Böse Benz...
Ja, es war und ist schwierig sich in die Gedanken von Benz herein zu versetzen und ich weis dass sie sich niemals ändern wird. Als ich im Mai/Juni wieder nach Los flog bekam ich vorher noch einige mails von Benz, dass sie mich liebe und dass ich sie unbedingt treffen müsste. Sie hatte Zeit bis zum 27. Mai, an diesem Tag kam Patrick...
Ich war zu dieser Zeit mit Eh-Eh zusammen und wir waren Ende Mai auf Samui im Palm-Island-Hotel. Eh-Eh wusste von Benz und von dem, was vorgefallen war.
Eines Abends saßen wir im Internet-Shop und studierten auf sawadee die Preise für ein Hotel in Bangkok. Ich war ziemlich vertieft und registrierte nichts bis sich eine Hand auf meinen Rücken legt. Ich drehte mich überrascht um, „hello, how are you“ gurrte Benz. Es hat mir fast den Sessel unter dem Hintern weggeschlagen und ich malte mir aus, was passieren könnte.
Aber Benz nahm mich in den Arm und hauchte mir einen Kuss auf die Wange, dann sagte sie hallo zu Eh-Eh und nahm diese auch in den Arm, sprach mit ihr. Ja, sie würde bald heiraten, Patrick stände übrigens draußen.
Ich schaute raus und sah einen gut aussehenden Mann, der uns zulächelte. Der arme, was mag auf ihn noch zukommen... Benz ging dann wieder, nicht ohne mich noch zwei- bis dreimal in den Arm zu nehmen. Sie hatte Eh-Eh vorher um Erlaubnis gefragt, mich nicht... Bei der letzten Umarmung hauchte sie mir ins Ohr „I miss you, I need you“ Good luck with patrick entgegnete ich.
Das war das letzte Mal, dass ich Benz gesehen habe. Noch in der Nacht hat sie mir eine sms geschickt „I will love you and wait for you all time“
Seit dem 22.10. ist sie angeblich wieder in Frankreich, hat sie mir jedenfalls gesimmst. „It is not so far away from germany...“
Das war es mit der Benz und meiner unglaublichen Geschichte, die sich tatsächlich so abgespielt hat.