Bangkok - In der Nacht auf Dienstag ist in Bangkok unter dramatischen Umständen Christoph "Kiko" Prinz zu Hohenlohe (49) gestorben. Prinz zu Hohenlohe, der zu Europas Hochadel und Jetset gehörte, saß seit vergangener Woche in Haft: Er wurde am Flughafen von Bangkok verhaftet, weil er sein abgelaufenes Visum selbst verlängert und damit gefälscht hatte.
Ans Todesbett des Prinzen mit liechtensteinischem Pass waren auch seine berühmte Mutter Ira von Fürstenberg (66) geeilt und sein Bruder Hubertus, der Sänger und ehemalige Ski-Rennfahrer. "Als ich ihn am Sonntag noch sah, ging es ihm schlecht, doch er wirkte putzlebendig", sagte Hubertus Prinz zu Hohenlohe gegenüber der Berliner Morgenpost. "Die Ärzte können sich nicht erklären, dass man so schnell kollabieren kann."
Wahrscheinlich hatten die harten Haftbedingungen den fülligen Christoph gebrochen. Der "Freigeist", so sein Bruder, war zuvor in Dubai und Manila gewesen und soeben von einer Wellness-Kur aus Krabi zurückgekehrt.
Dann der Gefängnisschock. "Kiko" saß in völlig überfüllten, stinkenden Zellen. Die ersten zwei Tage im Polizeigefängnis, dann vier Tage im Bang-Kwang-Zentralgefängnis. "Am Samstag", so Hubertus Prinz zu Hohenlohe, "ging es mit seiner Gesundheit bergab, er kam ins Hospital." Zu spät. "Christoph brauchte Insulin. Er lag in einem Zuckerkoma. Hinzu kam eine Infektion in der Lunge, der Blutdruck stürzte, plötzlich versagten alle Organe." In der Nacht auf Dienstag habe ihm das Hospital noch um 1.00 Uhr per Telefon versichert, alles sei stabil. Um 3.00 Uhr habe eine Dame angerufen und wortwörtlich gesagt: "I am pleased to tell you that your brother has passed away." (Es freut mich, ihnen mitzuteilen, dass ihr Bruder gestorben ist.) "Wahrscheinlich wollten sie nur freundlich sein", sagt zu Hohenlohe. "Das ganze ist ein total blöder Zufall. Mein Bruder war nie vorbestraft, doch die Beamten gingen strikt nach Büchern vor, ohne Gefühl." Seine Mutter Ira hatte Christoph noch Essen ins Gefängnis gebracht und ihn ermuntert, er solle sich nicht so aufregen. Dieser, so Hubertus, habe sich nichts weiter gedacht mit der Fälschung des Visums. Er wusste nicht, dass darauf in Thailand bis zu sechs Jahre Haft stehen. Hubertus: "Christoph hatte eine Wohnung in Hawaii reserviert. Den ersten Flug hatte er verpasst. Er hatte Angst, den Flug noch mal zu verpassen. Die Reservation und Anzahlung wären verfallen. Er dachte, er ändere es selber, das blöde Datum." Was der Grenzbeamte sofort bemerkte. "Ob ich wütend bin?", fragt Hubertus zu Hohenlohe nachdenklich. "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass im Jahr 2006, wenn man auf den Mond fliegen kann, noch sechs Jahre Haft drohen und man eine überfüllte Zelle mit Mördern aus Burma und Kambodscha teilen muss, nur weil man am Visum rumgekritzelt hat."
Auch die Schweizer Botschaft in Bangkok, die für liechtensteinische Staatsbürger zuständig ist, hatte sich nach bestem Vermögen für eine Freilassung von zu Hohenlohe eingesetzt, wie die Botschaft bestätigte. Selbst die italienische Botschaft schaltete sich ein - ohne Erfolg. Dabei hätte zu Hohenlohe problemlos ausreisen können: Er hätte bei der Ausreise bloß zehn Euro Strafgebühr bezahlen müssen für jeden Tag, den das Visum abgelaufen war.
Prinz Christophs Großmutter ist Clara Agnelli (86), die das Milliarden-Paket der Fiat-Familie kontrolliert. Seine Mutter Prinzessin Ira soll die heimliche Geliebte von Fürst Rainier III von Monaco gewesen sein nach dem Tod von dessen Frau Grace Kelly.