Mr_Luk
Senior Member
Themenstarter
Es ist kein neues Thema, es gibt viele Standpunkte - Wahrheit und Lüge (Unwahrheit) kann man fein säuberlich zerlegen... darüber argumentieren - Halt, im Grunde kann man die Lüge am besten differenzieren:
Notlüge, Lüge zum eigenen Schutz (sogar juristisch legal) im Gegensatz zum Meineid, andere Personen betreffend. Lügen im Interesse seiner Partei oder einer ganzen Nation (Politik). "Schummeln" in geschäftlichem Interesse, Lügen um die Senibilität einer Drittperson zu respektieren (Krankheitsfall), und, und, und...
Für die Wahrheit braucht man keine Differenzierung, weil die Wahrheit die Wahrheit ist! Zumindest kann man die Wahrheit als vermitteln unverfälschter Informationen, Aussagen definieren. Sie aber auch im Gegensatz zur Lüge definieren. Zumindest gibt es überprüfbare Informationen, wie: "Ich besitze ein Auto dieser Marke" "mein Wohnsitz ist dort und dort", Ich habe die und die Nationalität", "ich habe so und soviel Geld bei mir". Dies sind Fakten- und sie werden entweder richtig oder (mehr oder weniger) verfälscht wiedergegeben. Auch wenn sich die Wahrheit subjektif und differenziert auslegen lässt, eine Menge Sachverhalte bleiben trotztem davon "verschont" und sind zur Not auch nachprüfbar.
Wenn jemand die Wahrheit sagt, dann lügt er nicht, er verfälscht die Aussage, die er machen will nicht; zumindest nicht absichtlich.
Wie wir sehen braucht der Begriff Wahrheit trotzdem den Gegensatz des Begriffs Lüge, um überhaupt eine Existenzberechtigung zu haben. Wahrheit und Lüge entstehen aus einer Polarität heraus. Beide können ohne ihren Gegenpol nicht existieren. Oder sagen wir so, Wahrheit wird nur zur Wahrheit wenn sie keine eindeutige Lüge ist. Anderenfalls ist alles nur eine Aussage mit subjektivem (vieldeutigem Charakter). Die Absicht ist glaube ich letzten endes der bedeutendste Faktor der entscheidet was Wahrheit und Lüge differenziert.
In letzter Zeit beschäftigt mich die Frage wie ich mit der Unwahrheit, der Lüge um mich her umgehen soll - und wie ich (aktiv) darauf reagieren soll. Ob ich weiterhin bei der Wahrheit bleiben soll, oder ob ich mich der Tendenz irgendwie anpassen oder anschliessen soll. Nach dem Motto: "ich bin doch nicht blöd!"
Es ist schon frappierend, wie man auf Schritt und tritt beschummelt wird. Man könnte fast glauben man befände sich im Jahrhundert des Schummelns. Sei dies nun in den Medien, Reklame, kommerzielle Spielfilme, Politik, Pseudoinformation über's Netz, politisierte Aktualität, - oder auch bei persönlichen Kontakten kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren es würde alles verdreht und verzerrt, behauptet ohne zu überprüfen, - und manchmal ebenso bewusst gelogen dass sich die Balken biegen. Das Zeitalter der Information, im Besonderen das Internet bringt ebenfalls eine neue Form des Schummelns mit sich. Da kann man sich tatsächlich in einer halben Stunde eine kleine Doktorarbeit zusammen-googeln, wenn man etwas Übung darin hat. Es gibt einen gleitenden Übergang zwischen Wissen und zusammengoogeln, - was natürlich vor- und nachteile hat. Fakten sind leichter zu überprüfen, - aber neuerdings machen nicht mehr "kleider Leute" sondern googeln macht auch schon mal Leute!
Ein ganz anderes Beispiel das mir zu denken gab: Gestern war einer meiner Expat-kumpel hier und hat mir sehr gönnerhaft eine gerippte Version (auf 3 SVCDs) des dritten Teils der Herr der Ringe überreicht. "Hier, das ist für dich!" Nun, gestern abend wollte ich mir dann den 'letzten Teil' ansehen. Es war aber nicht der dritte Teil sondern der zweite. Zudem gab es Thai Untertitel und die erste Scheibe hing bereits nach 10 Minuten! Und da viel mir wieder ein dass ich selbst ihm vor etwa 4 Monaten die Original DVD ausgeliehen hatte. Er hatte nicht nur das vergessen, sondern sich zudem noch einer "verbratenen Kopie" entledigt. War übrigens auch nicht das erste Mal. Naja, hier handelt es sich ja nicht direkt um eine Lüge, sondern viel eher um eine spezielle Form von Nachlässigkeit, die zu falschen Informationen führt (wenn ich es großzügig auslege). Ärgerlich ist es trotzdem, und ich weiss jetzt nicht ob ich darüber wegsehen- oder es ihm unter die Nase reiben soll.
An dieser Stelle könnte ich noch einwerfen dass man in Thailand eine ganz gegenteilige Einstellung zu Wahrheit und Unwahrheit hat. Wo man in unserer westlichen Welt im Grunde davon ausgeht, dass man es (stets) mit der Wahrheit zu tun hat, bei der sich die Lüge gelegentlich einschleicht, sieht man es in Thailand eher umgekehrt. Man hat es gemeinerhand mit der Lüge (oder auch mit Nachlässigkeit) zu tun, in der gelegentlich ein Quäntchen Wahrheit (und Mühe) enthalten ist. Eine andere Version lautet wiederum wie folgt: Man geht nicht von einer Lüge aus, sondern von einer subjektiven Einzelversion, - nicht von einer "Wahrheit" als solchen. Naja, die vorhin erwähnten (überprüfbaren) Sachverhalte machen ja oft auch nur einen geringen Teil einer Aussage aus.
Meine Frau hällt mir schon mal vor dass ich zu bedenkenlos mit der Wahrheit (sprich mit realen und unverfälschten Äusserungen) umgehen-, und mir damit (im übertragenen Sinne auch noch zuviel Mühe geben) würde. Welch Ironie... aber...
Sie argumentiert nämlich wie folgt: "wieso solltest du die Wahrheit immer preisgeben, wenn dein Gegenüber das nicht tut (die Wahrheit absichtlich verfälscht - bzw. sich gar nicht dieselbe Mühe gibt, die Dinge Wahrheitsgetreu wiederzugeben), - im Grunde oft nur nachlässig mit der Wahrheit und auch mit dir umgeht?"
Ich antworte im Prinzip so: "mir ist es wichtig dass ich bei der (meiner) 'Wahrheit' bleibe, die Anderen denken sowieso was sie wollen. Deshalb spielt es gar keine so grosse Rolle ob ich die 'Wahrheit' preisgebe oder nicht!"
Im Nachhinein frage ich mich aber auch ob ich Wahrheiten preisgeben soll, die mich in eine schlechte (nachteilige) Position bringen könnten oder nicht!? Und ab hier wird's leicht kompliziert, und wenn man so will dreckig - denn was ist nun Fakt? Bringe ich mich durch eine wahre Aussage in eine nachteilige Position, oder bin ich es ohnehin - gebe es lediglich zu - setze mich sozusagen der Wahrheit aus?
Ersteres (mich unnütz in eine schlechtes Licht oder eine Position bringen) wäre natürlich zu vermeiden, das wäre reine Dummheit. Letzteres hingegen wäre mir wiederum sehr nützlich, da ich mich der 'Wahrheit' stellen würde und somit lernen könnte...
Aber passt eine solche Einstellung noch in die "allgemeine Tendenz", ist das überhaupt noch zeitgemäss - und vor allem passt das überhaupt 'hierher'? Ich kann ja nur durch Preisgeben (m)einer 'nachteiligen' Wahrheit lernen, wenn ich eine ehrliche (und nicht etwa eine nachlässige) Reaktion bekomme. Anderenfalls werde ich ja lediglich und zusätzlich um "die Wahrheit" betrogen. Lerne im Grunde nichts (gutes). Oder ist ab einem gewissen Punkt der "Einsicht" etwa nur grosse Zurückhaltung und 'Diskretion' angesagt?
Notlüge, Lüge zum eigenen Schutz (sogar juristisch legal) im Gegensatz zum Meineid, andere Personen betreffend. Lügen im Interesse seiner Partei oder einer ganzen Nation (Politik). "Schummeln" in geschäftlichem Interesse, Lügen um die Senibilität einer Drittperson zu respektieren (Krankheitsfall), und, und, und...
Für die Wahrheit braucht man keine Differenzierung, weil die Wahrheit die Wahrheit ist! Zumindest kann man die Wahrheit als vermitteln unverfälschter Informationen, Aussagen definieren. Sie aber auch im Gegensatz zur Lüge definieren. Zumindest gibt es überprüfbare Informationen, wie: "Ich besitze ein Auto dieser Marke" "mein Wohnsitz ist dort und dort", Ich habe die und die Nationalität", "ich habe so und soviel Geld bei mir". Dies sind Fakten- und sie werden entweder richtig oder (mehr oder weniger) verfälscht wiedergegeben. Auch wenn sich die Wahrheit subjektif und differenziert auslegen lässt, eine Menge Sachverhalte bleiben trotztem davon "verschont" und sind zur Not auch nachprüfbar.
Wenn jemand die Wahrheit sagt, dann lügt er nicht, er verfälscht die Aussage, die er machen will nicht; zumindest nicht absichtlich.
Wie wir sehen braucht der Begriff Wahrheit trotzdem den Gegensatz des Begriffs Lüge, um überhaupt eine Existenzberechtigung zu haben. Wahrheit und Lüge entstehen aus einer Polarität heraus. Beide können ohne ihren Gegenpol nicht existieren. Oder sagen wir so, Wahrheit wird nur zur Wahrheit wenn sie keine eindeutige Lüge ist. Anderenfalls ist alles nur eine Aussage mit subjektivem (vieldeutigem Charakter). Die Absicht ist glaube ich letzten endes der bedeutendste Faktor der entscheidet was Wahrheit und Lüge differenziert.
In letzter Zeit beschäftigt mich die Frage wie ich mit der Unwahrheit, der Lüge um mich her umgehen soll - und wie ich (aktiv) darauf reagieren soll. Ob ich weiterhin bei der Wahrheit bleiben soll, oder ob ich mich der Tendenz irgendwie anpassen oder anschliessen soll. Nach dem Motto: "ich bin doch nicht blöd!"
Es ist schon frappierend, wie man auf Schritt und tritt beschummelt wird. Man könnte fast glauben man befände sich im Jahrhundert des Schummelns. Sei dies nun in den Medien, Reklame, kommerzielle Spielfilme, Politik, Pseudoinformation über's Netz, politisierte Aktualität, - oder auch bei persönlichen Kontakten kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren es würde alles verdreht und verzerrt, behauptet ohne zu überprüfen, - und manchmal ebenso bewusst gelogen dass sich die Balken biegen. Das Zeitalter der Information, im Besonderen das Internet bringt ebenfalls eine neue Form des Schummelns mit sich. Da kann man sich tatsächlich in einer halben Stunde eine kleine Doktorarbeit zusammen-googeln, wenn man etwas Übung darin hat. Es gibt einen gleitenden Übergang zwischen Wissen und zusammengoogeln, - was natürlich vor- und nachteile hat. Fakten sind leichter zu überprüfen, - aber neuerdings machen nicht mehr "kleider Leute" sondern googeln macht auch schon mal Leute!

Ein ganz anderes Beispiel das mir zu denken gab: Gestern war einer meiner Expat-kumpel hier und hat mir sehr gönnerhaft eine gerippte Version (auf 3 SVCDs) des dritten Teils der Herr der Ringe überreicht. "Hier, das ist für dich!" Nun, gestern abend wollte ich mir dann den 'letzten Teil' ansehen. Es war aber nicht der dritte Teil sondern der zweite. Zudem gab es Thai Untertitel und die erste Scheibe hing bereits nach 10 Minuten! Und da viel mir wieder ein dass ich selbst ihm vor etwa 4 Monaten die Original DVD ausgeliehen hatte. Er hatte nicht nur das vergessen, sondern sich zudem noch einer "verbratenen Kopie" entledigt. War übrigens auch nicht das erste Mal. Naja, hier handelt es sich ja nicht direkt um eine Lüge, sondern viel eher um eine spezielle Form von Nachlässigkeit, die zu falschen Informationen führt (wenn ich es großzügig auslege). Ärgerlich ist es trotzdem, und ich weiss jetzt nicht ob ich darüber wegsehen- oder es ihm unter die Nase reiben soll.
An dieser Stelle könnte ich noch einwerfen dass man in Thailand eine ganz gegenteilige Einstellung zu Wahrheit und Unwahrheit hat. Wo man in unserer westlichen Welt im Grunde davon ausgeht, dass man es (stets) mit der Wahrheit zu tun hat, bei der sich die Lüge gelegentlich einschleicht, sieht man es in Thailand eher umgekehrt. Man hat es gemeinerhand mit der Lüge (oder auch mit Nachlässigkeit) zu tun, in der gelegentlich ein Quäntchen Wahrheit (und Mühe) enthalten ist. Eine andere Version lautet wiederum wie folgt: Man geht nicht von einer Lüge aus, sondern von einer subjektiven Einzelversion, - nicht von einer "Wahrheit" als solchen. Naja, die vorhin erwähnten (überprüfbaren) Sachverhalte machen ja oft auch nur einen geringen Teil einer Aussage aus.
Meine Frau hällt mir schon mal vor dass ich zu bedenkenlos mit der Wahrheit (sprich mit realen und unverfälschten Äusserungen) umgehen-, und mir damit (im übertragenen Sinne auch noch zuviel Mühe geben) würde. Welch Ironie... aber...
Sie argumentiert nämlich wie folgt: "wieso solltest du die Wahrheit immer preisgeben, wenn dein Gegenüber das nicht tut (die Wahrheit absichtlich verfälscht - bzw. sich gar nicht dieselbe Mühe gibt, die Dinge Wahrheitsgetreu wiederzugeben), - im Grunde oft nur nachlässig mit der Wahrheit und auch mit dir umgeht?"
Ich antworte im Prinzip so: "mir ist es wichtig dass ich bei der (meiner) 'Wahrheit' bleibe, die Anderen denken sowieso was sie wollen. Deshalb spielt es gar keine so grosse Rolle ob ich die 'Wahrheit' preisgebe oder nicht!"
Im Nachhinein frage ich mich aber auch ob ich Wahrheiten preisgeben soll, die mich in eine schlechte (nachteilige) Position bringen könnten oder nicht!? Und ab hier wird's leicht kompliziert, und wenn man so will dreckig - denn was ist nun Fakt? Bringe ich mich durch eine wahre Aussage in eine nachteilige Position, oder bin ich es ohnehin - gebe es lediglich zu - setze mich sozusagen der Wahrheit aus?
Ersteres (mich unnütz in eine schlechtes Licht oder eine Position bringen) wäre natürlich zu vermeiden, das wäre reine Dummheit. Letzteres hingegen wäre mir wiederum sehr nützlich, da ich mich der 'Wahrheit' stellen würde und somit lernen könnte...
Aber passt eine solche Einstellung noch in die "allgemeine Tendenz", ist das überhaupt noch zeitgemäss - und vor allem passt das überhaupt 'hierher'? Ich kann ja nur durch Preisgeben (m)einer 'nachteiligen' Wahrheit lernen, wenn ich eine ehrliche (und nicht etwa eine nachlässige) Reaktion bekomme. Anderenfalls werde ich ja lediglich und zusätzlich um "die Wahrheit" betrogen. Lerne im Grunde nichts (gutes). Oder ist ab einem gewissen Punkt der "Einsicht" etwa nur grosse Zurückhaltung und 'Diskretion' angesagt?