Zitat Antibes:
Thaimax,
dieses Problem ist europaweit, allerdings nicht in dieser deutschen Härte gegenüber den Vätern. Deine Beiträge diesbezüglich schätze ich.
Danke, ja, Unterhaltsregelungen gibt es europaweit, die "deutsche Härte" jedoch ausser in Deutschland nur mehr in Österreich, selbst die Schweiz, die jahrelang am schlimmsten war, geht jetzt zumindestens den Weg, dass man Geschiedenen ohne Sorgerecht nicht mehr in den wirtschaftlichen Abgrund stösst.
Es ergeben sich noch andere Möglichkeiten zur Unterhaltsregelung. Zum Beispiel kenne ich hier ein Frau, die sich nicht mehr an den Namen des Vaters erinnert. Das mag bei der ersten Meldung etwas peinlich wirken, erleichtert im Nachgang einiges. Allerdings ist der Vater immer erpressbar.
Diesen Weitblick von wegen der Erpressbarkeit werden allerdings die wenigsten haben. Kommt es zu so einer Regelung gibt man als geschiedener Vater der Mutter des gemeinsamen Kindes ja trotzdem Geld, nebenbei bekommt die Mutter aber Unterhaltsvorschuss vom Amt. Kommt es zum Streit zwischen den beiden steht das Ergebnis auf jeden Fall fest. Die Vater muss den Unterhalt der vergangenen Jahre nachbezahlen + den laufenden Unterhalt bezahlen. Die Mutter hat mit keinerlei Konsequenz zu rechnen, darf sowohl das Geld behalten, das der Vater ihr bezahlt hat, und den Unterhaltsvorschuss natürlich auch, weil den ja der Vater bezahlen muss.
Diese Regelung, die tatsächlich auf den ersten Blick wie das Gelbe vom Ei aussieht kann den finanziellen Supergau werden (Unterhaltsschulden werden nämlich unter das Existenzminimum gepfändet. - Wie man dann legal überleben kann erschliesst sich mir nichtmal im Ansatz.
Ich hörte zudem von einem anderen arbeitslosen Pärchen, die nicht zusammenleben und sich die elterliche Sorge geteilt haben. Die Tochter lebt im Wechsel eine Woche bei Papa und dann wieder bei Mama. Dadurch entfällt der Unterhaltsvorschuss und beiden wird vom Arbeitsamt der volle Unterhalt bezahlt. Schulden fallen also für keinen der beiden Elternteile an.
Ja, alles geht, die Voraussetzung dafür ist aber, dass Mutti auch möchte. Versteht man sich nach der Trennung gut gibt es auch selten Probleme.
Es liegt aber absolut nicht in der Hand des nicht sorgeberechtigten Elternteils(das ist in über 90% der Fälle der Vater), wenn Mutti nicht möchte kann sie dem Expartner das Leben zur absoluten Hölle machen, ohne dass man ein rechtliches Mittel zur Gegenwehr hätte.
Das ist für mich sehr einseitig, nicht selten entstehen nach einer Trennung Rachegefühle, diese auszuleben stellt für Frauen kein Problem dar, sie erhalten vom Steuerzahler alle dafür notwendigen Mittel um den Ex zu ruinieren. Argumentiert wird natürlich immer mit dem "Kindeswohl".
Nokhu schrieb:
Ich würd´s genauso machen. Und ich hätte garantiert kein schlechtes Gewissen, denn....
Wer in diesem Land "Gewissen" zeigt, hat schon verschissen.
Ich denke, dass in so einem Fall niemand ein schlechtes Gewissen haben sollte. Wenn der Staat, an den man jahrelang die Hälfte seines Einkommens in Form von Steuern und Sozialabgaben bezahlt, auf einmal der Meinung ist meine eigenen Interessen nicht mehr zu schützen ist es einfach nur das Logischste, dass es sich mit der Abgabenzahlerei ab diesem Zeitpunkt erledigt hat. Es wäre ja eine Perversität sondersgleichen, dass ich die Hälfte meines Einkommens unter anderem dafür bezahle, dass Leute ohne Arbeit ein Auskommen haben, ich aber dann trotzdem noch für eine einzelne Person zusätzlich in die soziale Verantwortung genommen werde, und zwar für eine Person, mit der ich offensichtlich ja nichts mehr zu tun haben möchte, oder die mit mir nichts mehr zu tun haben möchte, weil es eben eine Trennung gab.
Wenn dann noch eine Weigerung betreffen eines Vaterschaftstests kommt ist der Ofen sowieso mal komplett aus, man lässt sich ja eh viel gefallen, aber irgendwann muss halt mal Schluss sein.
Es ist ja in Österreich der gleiche Schmarrn, wieviel Leid und Unrecht dieses vorgebliche "Wohl des Kindes" schon verursacht hat glaubt man erst, wenn man mit betroffenen Leuten zu tun hatte. Also mit Obdachlosen.