Die Geschichte vom Reistopf!

Diskutiere Die Geschichte vom Reistopf! im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Misttrauen! Meine Frau und ich sind keine religiösen Eiferer, aber die Feiertage werden bei uns streng beachtet Alle. An Feiertagen braucht man...
J

Jakraphong

Gast
Misttrauen!

Meine Frau und ich sind keine religiösen Eiferer, aber die Feiertage werden bei uns streng beachtet Alle.
An Feiertagen braucht man nicht zu arbeiten, und außerdem sorgen sie für Abwechslung in kulinarischer Hinsicht.
Um nur ein Beispiel zu nennen:

Am Longkranfest ist es geboten, bestimmte Speisen dreimal in eine schmackhafte Chillisauce zu tunken, ehe man sie verzehrt. An Wochentagen tunkt man in der Regel nicht einmal, einmal. Was für ein Wunder, dass ich heute, als es soweit war, an meine Frau die folgenden Worte richtete:
"Ich habe eine großartige Idee Son. Wir wollen im Sinne unserer kultureller Überlieferungen einen Reisabend  abhalten, zu dem wir unsere lieben Freunde Patham und Thum einladen. Ist das nicht die schönste Art, diesen Feiertag zu begehen?"

"Wirklich?" sagte Son. „Noch schöner wäre es, von ihnen eingeladen zu werden. Ich denke gar nicht daran, eine riesige opulente Mahlzeit anzurichten und nachher stundenlang alles wieder sauberzumachen. Geh bitte zu Patham und Thum und sage ihnen, dass wir sie sehr gerne zum Reisabend eingeladen hätten, aber leider geht’s diesmal nicht, weil ... lass mich nachdenken ... weil unser elektrischer Reisdampftopf geplatzt ist, oder weil der Schalter, mit dem man die Hitze einstellt, abgebrochen ist und erst in zehn Tagen repariert werden kann, und deshalb müssen sie uns diesmal einladen ...

Ich beugte mich vor dieser unwidersprechlichen Logik, ging zu Patham und Thum und deutete an, wie schön es doch wäre, den Reisabend in gemeinsamer familiärer Gemütlichkeit zu verbringen.
Laute Freuderufe waren die Antwort.

"Herrlich!" jubelte Thum. "Einfach wunderbar deine Idee!"
Nur schade, dass es diesmal bei uns nicht geht. Unser elektrischer Reisdampftopf ist geplatzt, dass heißt, der Schalter, mit dem man die Hitze einstellt, ist abgebrochen und kann erst in zehn Tagen repariert werden. Das verstehst du doch Jak?

Ich brachte vor Empörung kein Wort hervor.
"Wir werden also zum Reisabend zu euch kommen", schloss Thum unbarmherzig ab. "Gut?"

"Nicht gut", erwiderte ich mühsam. "Es klingt vielleicht ein bisschen seltsam, aber auch unser elektrischer Reisdampftopf ist dahin. Eine wahre Schicksalsironie. Ein Witz der Weltgeschichte. Aber was hilft’s ..."

Patham und Thum wechselten ein paar stumme Blicke. "In der letzten Zeit", fuhr ich einigermaßen verlegen fort, "hört man immer wieder von geplatzten oder defekten Reisdampftöpfen. Sie platzen im ganzen Land. Vielleicht ist mit dem Elektrizitätswerk irgendetwas nicht in Ordung."
Langes, ausführliches Schweigen entstand.
Plötzlich stieß Thum einen heiseren Schrei aus und schlug vor, unsere gemeinsamen Freunde Pohh und Milam in die geplante Festlichkeit einzubeziehen.

Es wurde beschlossen, eine diplomatische Zweier-Delegation (rein männlich Art) zu Pooh und Milam zu entsenden. Ich machte mich mit Patham unverzüglich auf den Weg.

"Hör zu, alter Junge", sagte ich gleich zur Begrüßung und klopfte Pooh freundschaftlich auf die Schulter. "Wie wär’s mit einem gemeinsamen Reisabend?

Großartige Idee, was?“
"Wir könnten einen elektrischen Reisdampfkocher mitbringen,  falls euer zufällig geplatzt sein sollte", fügte Patham vorsorglich hinzu. "In Ordnung? Abgemacht?"

"In Gottes Namen." Pooh’s Stimme hatte einen leicht sauren Beiklang.
"Dann kommt ihr eben zu uns. Auch meine Frau wird sich ganz bestimmt sehr freuen, euch alle zu sehen."

"Pooh!" Eine schrille Weiberstimme schlug schmerzhaft an unser Trommelfell. Pooh stand auf, da er vermutete, dass seine Frau in der Küche etwas von ihm haben wolle, und entfernte sich. Wir warteten in düsterer Vorahnung.

Als er zurückkam, hatten sich seine Gesichtszüge deutlich verhärtet.
"Auf welchen Tag fällt eigentlich dieser Reisabend ?" fragte er.
"Es ist der Vorabend des Longkranfestes", erläuterte ich höflich. "Eine unserer schönsten kulturellen Überlieferungen."

"Was für ein Schwachkopf bin ich doch!" Pooh schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. "Jetzt habe ich vollkommen vergessen, dass an diesem Tag unsere Wohnung saubergemacht wird. Und neu gestrichen. Wir müssen anderswo essen gehen. Möglichst weit weg. Schon wegen des Gewürzgeruchs."

Patham sah mich an. Ich sah Patham an.
Man sollte gar nicht glauben, auf was für dumme, primitive Ausreden ein Mensch verfallen kann, um sich einer freundschaftlichen Verpflichtung zu entziehen. Was blieb uns da noch übrig, als Pooh in die Geschichte mit den geplatzten Reiskochern einzuweihen?
Pooh hörte gespannt zu.
Nach einer kleinen Weile sagte er:
"Das ist aber eine rechte Gedankenlosigkeit von uns! Warum sollten wir ein so nettes Paar wie Wirat und Doi von unserem Reisabend ausschließen?"

Wir umarmten uns einander herzlich, denn im Grunde waren wir Busenfreunde, alle drei. Dann gingen wir alle drei zu Wirat und Doi um ihnen unseren Plan für einen schönen, gemeinsamen Reisabend zu unterbreiten.

Wirad und Dois Augen leuchteten auf.
Wirad klatschte sogar vor Freude in die Hände:
"Fein! Ihr seid alle zum Reisessen bei uns eingeladen!"
Wir glotzten. Alle? Wir alle? Zum Reisessen? Nur so? Da steckt doch was dahinter!
"Einen Augenblick", sagte ich mit gesammelter Stimme.
"Seid ihr sicher, dass ihr auch eure Wohnung meint?"
"Was für eine Frage!" "Und euer Reisdampfkocher funktioniert?"
"Einwandfrei!"
Ich war fassungslos. Und ich merkte, dass auch Patham und Pooh von Panik ergriffen wurden.
"Die Wände!" brach es aus Pooh hervor. "Was ist mit euern Wänden? Werden die gar nicht gestrichen?"

"Lasst die Dummheiten", sagte Wirad freundlich und wohlgelaunt.
"Ihr seid alle zum Reisabend  bei uns, und fertig."

Völlig verdattert und konfus verließen wir Wirads Haus. Selbstverständlich werden wir zum Reisabend nicht hingehen.
Irgendwas ist da nicht in Ordnung, und so leicht kann man uns nicht hineinlegen. Keinen von uns. Wir bleiben zu Hause. So, wie sich’s im Sinne unserer schönsten kulturellen Überlieferungen gehört.

übersetzt von Jakraphong

Und die Moral von der Geschicht,
Trau dem besten Freunde nicht, oder doch?

Diese kleine Geschichte habe ich allen denen gewidmet, die sich heute irgenwie über irgendwas geärgert haben oder aber enttäuscht sind oder sonst irgendwie traurig geworden. Eigentlich, ist es eine traurige Geschichte, aber irgendwie finde ich sie doch wieder lustig.
In diesem Sinne, ein schönes Wochenende und nehmt euch nicht immer alles so fürchterlich zu Herzen.
Bye, Bye



Letzte Änderung: Jakraphong am 01.03.02, 22:01
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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Danke Jakrapong,
für die lustige, ernste und unglaubliche Geschichte :super:
ich habe mich gerade köstlich amüsiert.
Auch deinen Nachsatz habe ich gelesen, es stimmt schon, viel zu oft ärgert man sich über etwas/jemanden und sieht die Dinge zu eng.
Etwas mehr Gelassenheit brächte uns oft weiter...
ups jetzt wird´s aber philosophisch :schaem:

Letzte Änderung: MichaelNoi am 01.03.02, 21:57
 
A

Airport

Gast
@ JAK,
soll ich dass jetzt so verstehen, dass es mit der Einladung zum Essen nix wird, weil euer Reistopf defekt ist, ihr die Wohnung neu streicht und sowieso keinen sehen wollt ???????
:lol:  :redface:   :rolleyes:  usw....

In diesem Sinne....
[move:5c7acd8b76]FAAG JAI BAI ISSAAN   !!!![/move:5c7acd8b76]

Dann packe ich meinen "Sakabüa" halt wieder weg....:lol:

Letzte Änderung: Airport am 01.03.02, 22:25
 
O

onnut

Gast
wadee tuk khon,
erst "droht" khun natong mit seinem sakabüa.
und jetzt auch noch der sportskamerad airport.
irgendwo hab ich doch auch noch so ein ding?
onnut
 
K

KLAUS

Gast
Hi Jakra,
ich lese ja selten hier geschichten, aber Deine habe ich mir reingezogen, und sage danke, es war ein Vergnuegen...:-)
Aber nun hat sich eine Frage aufgetan:
Was oder wer ist ein "SAKABUEA"..:-)
Ist das was gefaehrliches??
Habe ich das etwa im hause , ohne es zu wissen??:-)
Gruss Klaus
 
O

onnut

Gast
wadee klaus,
ich befürchte fast,diese sache wird die forum-mitglieder das ganze wochenende kosten.
es werden suchtrupps im ganzen bundesgebiet unterwegs sein,um jedes wat zu durchsuchen.
im rahmen der gleichheit unter gleichen sollte jeder einen SAKABÜA haben.
sollten nicht alle fündig werden,würde ich vorschlagen das natong seinen SAKABÜA im rotationsprinzip jedem mitglied zur verfügung stellt.
Airport darf seinen zur zeit behalten,er muss ja noch die frankfurt galaxy motivieren.
onnut
 
K

KLAUS

Gast
Hi onnut...:-)
??????????????????????????
Gruss Klaus
 
J

Jakraphong

Gast
Hallo Klaus,
Ich kann dich nicht länger leiden sehen. Mit Sicherheit hast du einen im Haus, einen Sakabüa, vielleicht auch zwei??? lol. Wie groß er ist kann ich allerdings von hier aus nicht erkennen. Es ist ein bzw. der Stößel, mit dem die Fauen aus Asien ihre Körner stoßen. Die Chillikörner meine ich.
So lieber Klaus jetzt schau mal im Schrank ob ihr einen Mörser habt im Haus?
Gruss Jak

Alles klar?
 
Zange

Zange

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@onnut
Also was ist denn jetzt ein sakabüa?
Ich bin der Meinung, das ein sakabüa so eine Art Mörserstößel ist, mit dem die die Frauen ihr som tam kleinstoßen. Zumindest meine Frau nennt das so. Sieht aus wie ein abgeschnittener kleiner Baseballschläger. Das dazugehörige Gefäß nennt sie kropp.
Oder verstehe ich da was falsch??
Zange
 
Zange

Zange

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@Jak
da bin ich ja beruhigt. Hatte mir schon ernsthafte Gedanken gemacht.
Zange
 
A

Airport

Gast
SAKABÜA ist natuerlich zweideutig gemeint !! :lol:

In diesem Sinne.......
[move:560b34b8a0]FAAG JAI BAI ISSAAN        !!!!!!!![/move:560b34b8a0]
 
K

KLAUS

Gast
Hi Jak, danke fuer die Aufklaerung..:-)
Und ich dachte schon da ist was "unanstaendiges" dran..:-)
Also einen Stoessel mit Gefaess dazu haben wir auch...
Da wir zu Hause deutsch sprechen, ist mir dieser Begriff noch nicht unter gekommen...;-), man lernst doch nie aus, sogar hiwer im Forum gibt es kostenlos "Unterricht"..:-()
Danke noch mal und allen die solch Ding im Haus haben, wuensche ich gut stossen,...:-)
oder muss man da eher stoesseln zu sagen??:-)
Na wie auch immer, hauptsache es schmeckt...:-)
Gruss Klaus
 
J

Jakraphong

Gast
alles klar Zange?
Der Klaus wollte bestimmt wieder ein zweideutige Meinung von mir hören.Man könnte das Gerät auch falsch interpretieren.
z.B. Kannst du mal meinen Sakrbüa für kurze Zeit in der Hand halten?
Mein Gott was erzähle ich da?
Mhhhm

Letzte Änderung: Jakraphong am 02.03.02, 16:08
siehste Zange ich habs gewusst., der Klaus hat einen zu Hause.


Letzte Änderung: Jakraphong am 02.03.02, 16:09
 
A

Airport

Gast
@JAK,
ich wusste ja garnicht das Du so EINERbist??
Darf ich ihn auch mal halten?? :love:  :lechz: :lecker:  :lol:

In diesem Sinne......
[move:b5775b8efd]FAAG JAI BAI ISSAAN  !!!!!!!!!![/move:b5775b8efd]
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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Gut, wieder was für mein Wörterbuch :-)
Welche sind denn nun bessser ? Die aus Ton , oder die aus Marmor :???:
Der wissbegierige Michael
 
J

Jakraphong

Gast
Miachel, die aus Kokosnussbaumholz sind die härtesten.
Achte beim Kauf immer auf Naturprodukte, wie meine Zahnpasta, gelle
Alles klar
Jak
Ps. das glaubt mir wieder kein Schwein.?

@ Peter, Peter lol
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Ein Sakabüa darf, wenn der Mörser nicht genutzt wird, keinesfalls im Mörsergefäß (khom oder krop) stehen bleiben.
Meine Kurze hatte das einmal gemacht und dafür von ihrer Mutter eine schallende Ohrfeige bekommen. Begründung: Das sieht unanständig aus.

Gruß
 
J

Jakraphong

Gast
Es soll Zeiten gegeben haben, da musste eine junge Frau oder ein Mädchen für eine zeitlang im Kloster leben, wenn ihr das Missgeschick passierte, dass ihr ein Sakabüa zerbrach.
Das "Ding" hat was.
Ohoh

Letzte Änderung: Jakraphong am 02.03.02, 16:31
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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@Jakra,
Dschai Jen Jen :-)
aus Kokosnuss also, ist die innen so glatt, das man sie gut reinigen kann ?

@ Mangon,
:lol:  ...und er bewegt sich doch !
 
O

onnut

Gast
wadee grosser drache,
als fazit:
wenn der sakabüa steht,ist das unanständig!
auch wenn er aus kokosnussholz ist!
jetzt ist mir einiges klar,yim yim
onnut
sakabüa-fan

Ps: Jakra,
deine zahncreme ist nicht die marke Herbal?
 
Thema:

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