Die Fragen...

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hello_farang

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Die Jetskis koennen wir von McD bereits sehen, wie sie uebers Wasser donnern, der Verleih scheint rechts von uns zu sein. Bevor wir uns zum Strand aufmachen gehe ich erstmal pissen. Merkwuerdig, nicht nur die Pommes schmecken wie in Deutschland oder Italien, anscheinend wird weltweit auch das gleiche Putzmittel oder Parfuem in den Toilettenraeumen dieser Restaurantkette benutzt. Wenn ich es nicht besser wuesste, ich koennte gerade auch bei McD am Alexanderplatz ins Urinal schiffen. Die French Fries liegen schwer im Magen, wie immer ist mir schlecht nach dem Verzehr. Beim Haendewaschen schwoere ich mir, das dies definitiv mein letzter Besuch dieses Etablissements gewesen sein wird. Rausgeschmissene Kohle bei der guten thailaendischen Kueche. 18 Baht fuer die Portion, fuer 2 Baht mehr haette ich an der naechsten Garkueche mein geliebtes Khau pad pak bekommen.

"Lasst uns hier verschwinden, ich kann den Laden nicht mehr sehen" Tippa hat ihren dritten Hamburger nicht aufgegessen, das besorgt Malte gerade fuer sie. "Na, dann haben die das arme Rind ja nicht umsonst weggebolzt, lass es dir im Halse stecken bleiben, Alter" grinse ich ihn an waerend ihm das Ketchup-Senf-Gemisch die Mundwinkel runterlaeuft. Er guckt mich bloede an, muss dann ginsen und streckt mir die Zunge raus, darauf eine der kleinen Gurkenscheibchen "Iss och mit vegi, du Sack!"

Die grossen Schilder mit der durchgestrichenen Zigarette interessieren mich nicht, stecke mir eine an und versuche so, den komischen Duft aus der Toilette zu vertreiben. Den Angestellten ist es egal, oder die haben eh genug zu anderes zu tun. Aber natuerlich dauert es keine vier Zuege, da dreht sich eine englischsprachige Frau um die 40 zu mir rum "Sorry Sir, this ist a no smoking restaurant" Von Akzent her tippe ich auf die Ostkueste der U.S.A., vielleicht New York oder Conneticut. Blicke sie mit toten Augen an, so wie das Viech seinen Schlachter angeschaut haben muss, kurz bevor es durch seine Hand in ein neues Leben katapultiert wurde. Man ist die fett, und haesslich. Den glimmenden Stengel im Mundwinkel laechele ich verstaendnisvoll, klopfe eine Kippe halb aus der Verpackung und biete sie ihr an. Die Reaktion ist so, wie ich es vermutet habe. Sie dreht sich weg, und stopft sich wortlos weiter ihr junk food rein.

Erst draussen, und als wir aus dem Blickfeld sind, lachen sich Malte und Tippa kaputt. Sie haut mir auf die Brust "Koja you can not make. Everytime joking" "Tilak, you saw I can do" Wir gehen langsam auf die beachroad, weil es einfach keine Luecke gibt im Verkehr. Mit Blick zu den ankommenden Autos und Mopeds gleichmaessigen Schritts einfach weiter, die werden schon ausweichen. Was in Paris am Arc de Triomphe oder auf der Suk in Bangkok klappt, das funktioniert auch hier wieder. Zaudern oder gar Stehenbleiben waere verhaengnisvoll. Stehende Ziele werden schwerer erkannt als bewegliche, das ist das ganze Geheimnis an der Sache.

Drueben angekommen zieht sich Tippa die Flip-Flops aus, und Malte seine Turnschuhe. Ich behalte die Treckingschuhe an, ist mir viel zu umstaendlich das raus und rein, Sand an den Fuessen, aufscheuern, nee. Ins Wasser will ich sowieso nicht, die Gefahr von einem Jetski platt gemacht zu werden ist hoeher als eben von einem Moped. Es sind vielleicht achtzig Meter den beach runter, da liegen einige der Wassermotorraeder und Schwimmwesten am Ufer. Steuern darauf zu und bald erkenne ich Tong, der mit einem jungen Touristenpaar redet.
 
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hello_farang

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Als er uns erblickt winkt er, ein Laecheln im Gesicht. Das Paar dreht sich zu uns um um zu schauen, wen er in der Ferne begruesst. Malte fragt mich noch schnell: "Tong ist der Bruder von...?" "Von Bam, mit seinem Motorrad habe ich mich aufs Maul gepackt" "Alles klar" Zwischen uns und den Jetskis liegen drei farangs um die Zwanzig mit Weihnachsmannmuetzen in Liegestuehlen, die sich ihren Biervorrat in einer Kuehltasche mitgebracht haben. Auch sie winken uns zu, mehr aus Spass oder weil sie nicht gesehen haben, das wir gar nicht sie meinen als wir Tongs Gruss erwidern. "Ho Ho Ho" toent es, als wir an ihnen vorbeigehen, wem von uns dreien das wohl gilt? Ich haette nicht schlecht Lust, ihnen mit meinen schweren Schuhen in die Kloeten zu treten. Andererseits kann ich den Deppen auch nicht verdenken, das sie sich ueber den Anblick von Tippa freuen, also lass ich es. Und was sie dann bringen ist genial. Haben sich Schilder gemalt, auf denen wie beim Eiskunstlaufen Zahlen zwischen Eins und Zehn stehen, Tippa bekommt zweimal die 10 und einmal 9 gezeigt. Ich muss lachen, und mit einer abwertenden Handbewegung deute ich ihnen, das sie nicht ganz dicht sind. Sogar Tippa laechelt verlegen, denn es ist eine nett gemeinte Anmache wo sich jemand mal etwas ueberlegt hat. Sie lachen und prosten uns freundlich zu, dann wird die naechste Frau benotet, die uns gerade entgegenkommt.

Umarme Tong, und stelle ihm Malte vor. Natuerlich will Tong wissen wie meine Schulter aussieht, also meine ich zu Tippa, sie soll mir mal helfen mit dem T-Shirt. Mache einen Buckel, und sie zieht es mir ueber den Kopf. Von der Wunde an der Schulter ist der Thai beeindruckt, ist sehr schnell verheilt. Er kennt sie ja auch noch offen. Aber dann kommt die Frage, was denn mit meinem Ruecken passiert ist? Ich grinse ihn an "Ask Tippa", und er versteht sofort. Sie laechelt wieder, und als ob es noch nicht genug Kratzer waeren zieht sie ihre Krallen ein weiteres Mal drueber. Strecke mich und werde augenblicklich um zehn Zentimeter groesser. Die drei Weihnachtsmaenner haben zugesehen, und pfeifen in unsere Richtung. Ich drehe mich um, der Typ der eben nur neun Punkte vergeben zeigt nun auch eine 10. Ich frage mit Handzeichen ob mir oder Tippa, die Hoechstpunktzahl gehoert natuerlich ihr.

Das farang-Paar hat mittlerweile die Schwimmwesten angelegt, Tong muss den Jetski ins Wasser schieben und anlassen. Kurze Einweisung, dann brettern die beiden los und wir haben Zeit fuer ein Gespraech. Er meint, heute Abend ist eine Party in der Naehe von Chalong, mal wieder hat irgendein Kumpel Geburtstag. Die Wegbeschreibung ist so verworren, das sogar Tippa nicht durchsteigt. Also tauschen wir die Handynummern aus und verabreden, das wir ihn anrufen wenn wir am Chalong-Kreisel sind, er kommt dann hin und holt uns ab. Mit einem Augenzwinkern sagt er Malte, das Bam auch hinkommt, er weiss also nicht, das ich mit seiner Schwester... Frage ihn, ob sie heute gar nicht arbeiten muss? Doch, aber nur bis 21:00 Uhr, eben wegen der Party. Wann startet das Fest? Er schaut auf die Uhr "In two hours", es ist gerade mal halb drei. Oje, dann sind die Gaeste ja bereits vollkommen strack, wenn wir da abends einreiten. Ich erkundige mich, ob wir noch ein paar Leute mitbringen koennen, natuerlich herzlich gerne. Rufe Harkan an "Hi, habt ihr Bock auf eine thailaendische Gebutstagsfeier heute abend?" "Au ja, keine Frage. Wann?" "Na ich denke wir werden so gegen acht hinfahren, aber wir kommen eh gleich rueber ins Seaview, koennen wir ja in Ruhe besprechen" "Muessen wir Geschenke besorgen?" "Kauft einfach ein paar Flaschen von dem Reisschnaps" "Gut, wenn du das sagst..." Bei dem Wort Lao Khao zuckt ein zustimmendes Laecheln ueber Tongs Gesicht.

Er fragt Malte, ob er Lust auf eine Runde Jetski hat? Klar, wieviel? "For my friends for free" Auf thai erkundigt er sich bei Tippa, ob sie auch moechte. Sie weiss nicht so recht, druckst rum. Malte redet auf sie ein, das sie zusammen fahren. Tong ist verbluefft, wie gut der farang die thailaendische Sprache beherrscht. Ploetzlich quatschen alle drei auf thai, bis ich mich einmische "Hey hey, phut ang grit. Phom mai kautschai" Ein Kauderwelsch aus thai, englisch, und deutsch hebt an, Tippa fragt mich ob sie mit Malte fahren darf. Wenn du willst, na klar Schatz. Aber halt dich gut fest, der Spinner faehrt so rasant Jetski wie sonst Moped. Er hat sich die obligatorische Schwimmweste bereits angezogen, kramt seine Handy, die Geldboerse, und seine Kippen raus, steckt alles in seine Einkaufstuete. Tippa gibt mir ihr Handy und das Portemonnaie, sogar in der Rettungsweste macht sie eine tolle Figur, denn durch das klobige Ding kommt ihr Po richtig schoen zur Geltung. Kaum hat sie hinter Malte Platz genommen dreht er am Gashebel, und die beiden schiessen davon. Tippa faellt dabei fast runter, weil sie sich zu mir umgedreht hat um zu winken. Hase, ich habe dir doch eben gesagt du sollst dich gut festhalten, oder?

Die drei Weihnachtsmaenner haben anscheinend mitbekommen, das ich Deutscher bin, denn es kommt ein Spruch "Ey, der klaut dir deine Freundin!" Ich grinse "Keine Angst, irgendwann geht denen der Sprit aus, und sie kommen zurueckgeschwommen". "Ich wuerde meine Freundin ja nicht mit einem anderen losfahren lassen" "Das ist kein anderer, sondern ein guter Kumpel. No problem in dieser Hinsicht. Ich kann nur nicht, weil ich ein Schluesselbeinbruch habe" Weil Tong sich um ein ankommendes Jetski kuemmern muss, gehe ich rueber zu den Zipfelmuetzen und setze mich in den heissen Sand. "Willst du ein Bierchen?" Da sage ich doch nicht nein, bekomme eine angenehm kalte Dose Chang gereicht. Stossen an, die uebliche Woher-Frage, die drei sind aus Hamburg und zum ersten Mal in Thailand. "Man, deine Schulter sieht aber heftig aus, wie hast du das denn geschafft?" "Motorradunfall, normal oder?" "Und deine Nase hast du dir dabei auch gebrochen?" "Noeoe, die ist so schief weil ich mich gerne mal pruegele" Einer von ihnen ist Rettungssanitaeter und meint, das man die Schulter in Deutschland operiert haette, und wo ich denn nach dem Unfall war? "Hier im Patong hospital. Auf eine OP hatte ich damals keine Lust, nachdem ich den Roentgenraum gesehen habe. Ausserdem: Wer will schon gerne unters Messer im Urlaub? Das wird schon verheilen. Und wenn nicht, dann lasse ich es mir in drei Monaten in Deutschland eben nochmal brechen und neu fixieren mit Titanschiene und Schrauben" Der Sani hat einen guten Blick "Dein Jochbein sieht auch ungewoehnlich aus, da fehlt doch was...?" "Jupp, das hat es auch zerlegt beim Unfall" "Heftig, wie crass bist du denn drauf?" Ich ueberlege kurz, dann sage ich ihnen, das sie fuer das ´HoHoHo´ vorhin fast was auf die Fresse bekommen haetten. "Und haette ich da nicht zweimal die Zehn gesehen, dann..." Prosten uns lachend zu, den Kunden der nur neun Punkte gegeben hat frage ich, weshalb? Mein Blick fixiert seine Augen, er wird etwas unsicher "Naja, ich stehe auf einen grossen Busen, aehhh" "Mein Guter, hast du dir meine Freundin genau angesehen? Ihre Proportionen stimmen perfekt. Jetzt bloss nicht frech werden" "Nein, ich habe ja auch die 10 Punkte nachgereicht" "Wieso eigentlich?" Er meint, nachdem er meinen zerkratzten Ruecken gesehen hat wurde ihm einiges klar, und deshalb hat er nachgebessert. "Zeig nochmal", ich drehe ihnen den Ruecken zu und sie muessen erstaunt lachen. "Das muss doch weh tun?" "Ja, und?" grinse ich zurueck.
 
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hello_farang

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"Gegenfrage: Wuerdest du diesem Maedchen etwas verbieten?" "Ja, mit anderen Maennern Jetski zu fahren" "O.k., gut gekontert" Zerquetsche die Bierdose und frage nach der Muelltuete. Haben sie nicht, Jungs das sollte hier am Strand aber sein! Also stecke ich das Altmetall in ihre Kuehlbox, zu den noch vollen Bieren. "Bleibt sauber, und danke fuer die Erfrischung!", ich gehe zurueck zu Tong. Gemeinsam warten wir auf die Rueckkehr von Malte und Tippa, die weit draussen munter ihre Runden drehen. "Where is Dam?" "He buy some food, there he comes" Blicke in die Richtung, in die er weist, und tatsaechlich kommt ein mit mehreren Tueten bepackter grinsender Dam den Strand entlang. "Hi Koja, what do you do here in Patong?" "Sawat dii khrap my friend, I´m waiting for my girlfriend and my brother. And for some food" lache ich ihn an, wir geben uns die Hand. "Oh, you cannot eat, its all meat and fish", seinem Gesichtsausdruck nach wuerde er am liebsten gleich nochmal losgehen um mir was zu holen. Ich beruhige ihn, das es nur ein Witz war, also das mit dem Essen. Die Jungs scheinen Hunger zu haben, denn der Inhalt der Tueten wird ausgepackt und schon geht es los mit futtern. Beim Klebreis greife ich dann doch zu, nachdem Dam ihn mir zweimal hingehalten hat. Wo Tippa und Lek sind will er wissen. Tippa sitzt das draussen auf einem eurer Jetskies, zusammen mit meinem anderen brother Malte, nicht Lek. Er macht grosse erstaunte Augen "Malte is here?!" "Khrap", habe keine Ahnung woher die beiden sich kennen, zeige raus aufs Meer. Jedenfalls stopft er sich schnell noch ein paar Bissen in den Mund, und geht dann noch kauend zu einem der Jetskies.

Mit einem Kavalierstart katapultiert er sich ueber die ersten Wellen am beach, um danach wie ein DLRG-Retter im Einsatz davonzubrausen, auf die beiden zu. "BaBaBoBo?" gucke ich Tong an, er muss lachen und nicken. Wir erkennen, wie sich die Sportgeraete umkreisen, um dann in einem Affenzahn den Horizont entlang zu donnern, Richtung Strand abzudrehen, und uns entgegenzukommen. Mit einem feinen knirschenden Geraeusch schieben sich die beiden Ruempfe parallel in den Sand. Die drei steigen ab, ziehen die Westen aus, Malte und Dam umarmen sich und klatschen ab. Tippa ist pudelnass, als sie vor mir steht erinnert sie mich irgendwie an Ursula Adress in ´James Bond jagt Dr. No´, ernster Blick, nasse Haare, und supersexy. Nur das sie etwas mehr an hat als das Bondgirl, wenn auch hauteng. Ich schnappe mir eines der Handtuecher der beiden Thais, und lege es neben mich, damit sie sich setzen kann. "Uii, Malte is crazy!" ist ihr erster Kommentar, mit ihrem Fuss spritzt sie gespielt empoert etwas Sand gegen seine Beine. "Mai sanuk? I told you before, he drive same style like with the motocyce" "Sanuk maag maag" sie gibt mir laechelnd einen Kuss und drueckt sich an mich, froestelt etwas. Malte springt gleich nochmal in Meer, um eine Runde zu schwimmen, Dam muss bereits die naechsten Gaeste abfertigen. Tong der alte Charmeur reicht Tippa ein weiteres Handtuch, was sie sich umlegen soll um nicht zu frieren.

Die Sonne besorgt den Rest, und nach ein paar Minuten ist meiner Kleinen nicht mehr kalt. Auf ihrer Jeans zeichnen sich weisse Salzlinien ab, als sie trocknet. Ich finde das sieht klasse aus, fuer Tippa ist es eine mittlere Katastrophe. So kann man doch nicht rumlaufen, sie will sofort nach Hause sich umziehen. Auf mein Angebot, das sie ja meine eben gekaufte Camel-Hose anziehen koenne, ernte ich nur empoerte Ablehnung. Tong und ich grinsen sie zwar aufmunternd an, aber natuerlich wird sie sich hier am Strand nicht die Jeans ausziehen. Also ist Aufbruch angesagt, Malte wird bestimmt auch alleine zurueck finden. Wir nehmen unsere Einkaufstueten, verabschieden uns von Dam und Tong, und gehen zum Moped. Den Weihnachtsmaennern nicke ich noch zu, die sind bereits wieder dabei Noten zu vergeben.

Waerend wir durch die Strassen und Gassen von Patong laufen ueberlege ich, ob es nicht der richtige Zeitpunkt ist, mal wieder selbst zu fahren. Schliesslich ist es schon eine ganze Weile her seit dem Unfall, und das hinten sitzen finde ich ziemlich uncool. Man hat irgendwie so gar keinen Einfluss, kann nur dem Fahrer oder der Fahrerin vertrauen. Ausserdem will ich ausprobieren wie sich meine Schulter verhaelt, wenn ich die Haende am Lenker habe und bremsen muss. Wie gross wird der Druck auf die gebrochenen Knochen wohl sein? Tippa ist zwar der Meinung, das es keine gute Idee ist, aber sie gibt mir den Schluessel. Prima, somit bin ich auch die Einkaufstueten los. Bei der Maiskolbenverkaeuferin besorgen wir uns noch vier Stueck als snack im Bungalow. Sie freut sich, mit der Ration vorhin haben wir ihr einen halben Tagesumsatz beschert. Die Helmchen aufgesetzt, ich stecke den Schluessel ins Schloss, druecke auf den Anlasser, mache das Licht an. Tippa meint "You do not need light now", doch Schatzi, ich fahre immer mit Licht, egal ob nachts oder tagsueber. Faedele mich ein in den Verkehr stadtauswaerts, weit kommen wir jedoch nicht. Die Polizeikontrolle habe ich schon ganz vergessen, wir werden rausgewunken und duerfen bestimmt fuenf Minuten warten, bis wir an der Reihe sind. Tippa meint, das waere nicht passiert wenn sie gefahren waere, und ob ich die driving licence dabei habe? Klar, was denkst du denn? War noch richtiger Stress zwei Tage vor meinem Flug, denn fuer die internationale Fahrerlaubnis braucht man ja die neue EU-Fahrerlaubnis. Hatte ich natuerlich nicht, aber durch Extrazahlung war eine Ausstellung innerhalb von 24 Stunden moeglich. Ein eindeutiger Vorteil, wenn man in der Stadt der Bundesdruckerei lebt. Und wirklich traurig war ich auch nicht, als ich den haesslichen rosa Lappen gegen die Plastikkarte tauschen musste. Der Polizist hat keinerlei Beanstandungen, auch die Plakette am Moped findet seine Zustimmung. Aus dem Augenwinkel beobachte ich, wie er Tippa sehr zugeneigt zu sein scheint. Haette er nicht seine braune Uniform an, eine knackige Rechte waere meine Antwort in sein duemmliches Grinsen. Stattdessen gebe ich Gas, ein tolles Gefuehl mal wieder die Macht ueber eine Maschine zu haben. Und den Busen von Tippa im Ruecken zu spueren.

Bergrauf ist noch alles in Ordnung, aber als wir nach dem Hupen am Baum oben runter nach Karon kommen, sticht die Schulter schon ziemlich. Um ja nichts auszulassen nehme ich auch noch zwei Schlagloecher mit, ein Schmerzgefuehl als wuerde mir jemand voll gegen das Schluesselbein boxen. Aber der Blick auf den Strand entschaedigt, und der Spass am Fahren. Die Kontrolle am Kreisel ist aufgehoben, ohne einen weiteren Zwangsstop erreichen wir das ´Seaview´. Gerade als wir einbiegen kommt uns Harkan auf seinem Moped entgegen, zehn Zentimeter weniger und wir haetten uns beruehrt. Wir grinsen uns im Vorbeifahren kurz zu, "Bin gleich zurueck" hoere ich noch.
 
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hello_farang

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Zum Glueck hat Tippa nicht mitbekommen, wie knapp das eben war. Sonst koennte ich mir jetzt wieder mal was anhoeren, obwohl es nicht meine Schuld war. Noch langsamer kann man nicht in die Einfahrt fahren, sonst kippt man um. Chris und Ee sitzen vor ihrem Bungalow und chillen. Als Ee die ganzen Einkaufstueten sieht kommt sie gleich rueber, und die Maedels verschwinden in unserer Behausung. Werden mit Sicherheit die Sachen anprobieren, ich lasse sie in Ruhe und gehe zu Chris, nachdem ich mir schnell noch das Filmdoeschen vom Schrank geangelt habe. Er ahnt was ich moechte, und reicht mir laechelnd seine langen weissen OCBs. Blicke kurz nach links und rechts, niemand sonst zu sehen. Also baue ich auf der Terrasse, waerend ich ihm davon berichte, das wir vorhin die Flugtickets gekauft haben. "Wann fliegt ihr?" "Uebermorgen frueh, ich muss mich gleich noch um einen Lift zum Flughafen kuemmern. Und unsere Sachen muessen zu Bam und Tippa ins Haus" "Schade eigentlich, wir werden euch vermissen" "Hey, wir haben nur eine Woche geplant, da seid ihr doch noch hier, oder?" "Mal sehen, Ee will ueber Silvester zurueck nach Samui, vielleicht bleiben wir dann gleich ganz drueben. Harkan hat schon mit PADDY gesprochen, er kann seinen Tauchlehrerschein auch auf Samui weitermachen"

Man, irgendwie habe ich mal wieder uebertrieben bei der Mischung, die Tuete ballert maechtig. Waere genug fuer fuenf, wir sind aber nur zwei. Chris meint, wir koennen ja eine Pause einlegen und ihn spaeter weiterrauchen. Ich schaue ihn nur unglaeubig an, und zitiere Wolfgang Neuss "Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen!" Das gilt auch fuer Thailand, wenn das Ding erstmal glimmt dann wird gefaelligst auch aufgeraucht. Leuchtet ihm ein, und so quaelen wir uns den Stoff grinsend rein bis zum bitteren Ende. Zu Taxiverhandlungen vorne am Restaurant bin ich danach beim besten Willen nicht mehr in der Lage, also zuecke ich mein Handy und rufe Kob an. Er ist einverstanden, uns fuer 300 Baht zum Flughafen zu fahren, ein Schnaeppchenpreis. Hat eh die naechsten Tage Nachtschicht, also wird die Fahrt seine Feierabendfahrt werden, mit etwas Glueck bekommt er noch eine Tour zurueck. Flughafen ist fuer alle TukTuk-Fahrer ein Zauberwort, denn ankommende Touristen moechten so schnell es geht in ihr Hotel, und bezahlen dafuer fast jede Summe.

"Was war das vorhin mit der Party heute Abend?" will Chris wissen. "Na eine Geburtstagsparty eben, von wem weiss ich nicht, ist doch auch voellig egal. Tong hat uns eingeladen, das wird bestimmt lustig" "Da muessen wir noch was zu trinken kaufen, ja?" "Ach, das machen wir nachher in Chalong. Am Kreisel da gibt es einen Supermarkt, und wir rufen Tong sowieso an, wenn wir dort sind. Der kommt und holt uns dann ab, denn die location scheint ziemlich versteckt zu sein" "Hoffentlich ist das kein Problem, wenn lauter farangs auftauchen..." "Was soll es da fuer Probleme geben? Vor allem, wenn wir Reisschnaps und Bier dabei haben. Mach dir mal keinen Kopp, wenn Tong und Dam uns einladen, dann geht das schon in Ordnung" "Meine ja nur, ich war noch nie auf einer privaten Thaiparty" "Chris, dann haste bisher was verpasst in deinem Leben! Die geben es sich richtig, und so ab 2:00 oder 3:00 Uhr kannste mit einer netten Schlaegerei rechnen, oder der Polizei, oder beidem" mache ich ihn grinsend etwas unsicher. Ist schliesslich sein erster Thailandurlaub, und mit 21 Jahren hat er noch so manches vor sich. "Meinst du wirklich?" "Nein, natuerlich nicht. Auf oeffentlichen Festen, da pruegeln sich die besoffenen Agros gerne mal, aber doch nicht auf einer privaten Feier. Bloss dein Grass solltest du wirklich so lagern, das du es im Zweifelsfall schnell und dezent entsorgen kannst. Kann echt sein, das die Polizei mal vorbeischaut, und sei es nur, um da etwas tambun abzugreifen. Alles schon erlebt. Also denkt an die Reisepaesse" Ausserdem gebe ich ihm den Ratschlag, sich nicht von fremden Thais zum Konsum von kleinen Pillen animieren zu lassen. "Das Zeug sind keine Trips, sondern JaaBaa, und wer damit im Blut erwischt wird, hat ein echtes Problem. Im Zweifelsfall fragste mich erstmal, o.k.?!" "Geht klar, na das kann ja lustig werden..." Ich nicke grinsend.

Die Maedels kommen aus meinem Bungalow, mich verwundert nichts mehr. Ee hat Tippas neues Kleid an, Tippa meine Camelhose. Ist ihr natuerlich viel zu lang, aber am Hintern sitzt sie sehr gut. Die Hosenbeine hat sie hochgekrempelt, und als die beiden vor uns stehen drehen sich sich einmal im Kreis um sich zu paesentieren. "Look at my new trousers" strahlt Tippa mich an, ich sage ihr nur ganz trocken "Drop my pens!" "Koja look", sie hebt schnell ihre Bluse und laesst kurz den rot-schwarzen sexy BH aufblitzen. Frech wie immer, und so huebsch. Blicke wortlos Chris in die Augen, was soll man dazu sagen? "O.k., we go inside. Koja, give me", dabei macht Tippa eine fordernde Handbewegung. Nehme die Blaettchen von Chris und meine Filmdose, gebe ihr beides. Dauert keine fuenf Minuten, und von drinnen hoeren wir ein lachendes "Koja please help me!" Natuerlich kommt sie mit den Blaettchen nicht klar, also gesellen sich Chris und ich uns zu unseren Freundinnen. Ich drehe ihnen den Joint fertig, und reiche ihn Tippa. Mitrauchen wollen weder ich noch Chris, sehr zur Verwunderung der Maedels. Tja ihr zwei Huebschen, waerend ihr Klamotten anprobiert habt, waren wir schon fleissig. Mir reicht die Droehnung von vorhin, das Ding koennt ihr euch schoen alleine reinpfeifen. Verweigern ist sonst nicht meine Sache, aber jetzt lehne ich ab. Vielmehr geniesse ich es, das Tippa sehr anschmiegsam wird. Nutze die Tatsache, das wir zu viert megaentspannt auf dem grossen Bett liegen dazu, ihr nochmal unter die Bluse zu schauen. Meine Fresse, da hat sie sich wirklich was tolles ausgesucht. Mit der rechten Hand versuche ich herauszubekommen, ob das Teil vorne oder hinten geoeffnet wird. "Ui Koja not make. O.k. we go" Kann gar nicht so schnell reagieren wie sie mich bei der Hand vom Bett hochzieht und zur Tuer zerrt. "See you in half an hour..." bekomme ich noch raus in Richtung von Chris und Ee, dann sind wir auch schon draussen.

Drueben bekomme ich erstmal meine Hose wieder, danach die verfuehrerische Unterwaesche praesentiert. Der BH geht vorne auf, wie ich feststelle nachdem ich Tippa aufs Bett geschubst habe. An der verdammten Kachelkante der Spielwiese schramme ich mir das linke Schienenbein auf, ist mir jedoch voellig egal. Da gibt es etwas wesentlich angenehmeres, um das ich mich nun kuemmern muss. Wie beim ersten Mal, ich verliebe mich aufs neue in ihre zarte Haut, die duftenden langen Haare, die erotischen Augen, und den perfekten hardbody. Gerne wuerde ich das Condom weglassen, aber wir haben uns darauf geeinigt, nur mit. Unter der Dusche danach brauchen wir noch eines, zu verspielt und geil ist es. Und wieder einmal ueberlege ich, ob es nicht doch ein Fehler war ihr zu sagen, das ich sie nicht heiraten werde.
 
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hello_farang

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Noch bevor sie gross reagieren kann, schnappe ich mir meine neue Hose und ziehe sie an. Tippa rebelliert zwar, ist mir jedoch schnurz. "You can wear my thai military trousers", das macht sie dann. Wenn auch mit einem Schmollmund, der aber sehr gut dazu passt. Wie so oft in den letzten Wochen hat sie ihren rechten Zeigefinger in dem schwarzen Band an meinem linken Handgelenk, und wie immer sage ich ihr sie soll damit vorsichtig sein, als wir zurueckgehen zu den anderen. Malte und Harkan sind mittlerweile auch wieder eingetrudelt. Ueber das olle schwarze Ding an meinem Arm wollte ich nie mit ihr reden, habe nur stets gesagt, das es eine sehr persoenliche Erinnerung ist.

Wir sitzen beisammen, Chris legt eine CD ein und dreht die Boxen auf. Die Scheibe "Yield" von Pearl Jam, warum nur muss Tippa ausgerechnet jetzt an dem Band rumfummeln? Ich nehme ihre Hand weg und deute ihr an, das es ernst gemeint ist. "Brain of J.", dann "Faithful" und "No way", bei "Given to fly" kommen mir die ersten Traenen. Harkan fragt mich, was los ist, und Tippa schaut besorgt. "Alles in Ordnung, es ist die Musik..." Erst versuche ich noch, mich wieder zu fassen, aber die Traenen laufen bereits. Chris will schon die Musik ausmachen, ich sage ihm er soll sie auf alle Faelle anlassen.

Wenn Tippa gedacht hat, es sei eine Erinnerung an ein anderes Maedchen, dann hat sie verdammt falsch gelegen. Das verwaschene schwarze Band ist vom Roskilde-Festival 2000, und seit zweieinhalb Jahren an meinem Handgelenk. Es war sozusagen die Eintrittskarte, und man musste es immer zeigen wenn man zu den Buehnen wollte. Ich erklaere auf deutsch, Malte versucht es ins thailaendische zu uebersetzen.

Damals am 30. Juni 2000 haben Pearl Jam dort gespielt, vor einem Publikum von 60.000 Menschen. Neben Nirvana sind Pearl Jam die andere ganz grosse Grunge Band, wir waren zu bis unter die Hutschnur, und es war schon kurz vor Mitternacht. Eine Bombenstimmung auf dem Konzert, aber dann sind einige Boxen im hinteren Bereich ausgefallen. Das hatte zur Folge, das 20.000 Zuhoerer nach vorne kamen, und es ein unglaubliches Gedraenge gab. Wir standen ungefaehr zwanzig Meter vor der Buehne, schraeg links. Und nur, weil wir uns genau in diesem Moment Bier holen gegangen sind ist es zu verdanken, das ich jetzt hier sitze. Es kam zu einer Panik, der Boden war durch den tagelangen Regen schwer und matschig, am Ende lagen neun junge Maenner tot im Schlamm. Ich werde nie die Gesichter der Leute vergessen, die uns entsetzt entgegen kamen damals, die sinnlosen Versuche der Sicherheitskraefte noch irgendwas zu retten, das Zusammenbrechen von Eddie Vedder auf der Buehne und seine flehenden Ansagen, die Leute moegen doch bitte zurueckgehen. Aber da war alles schon zu spaet. Wer einmal einen solchen Druck von Menschenmassen gespuert hat, der vergisst ihn sein Leben lang nicht mehr.

Malte hat Probleme damit, alles zu uebersetzen, aber er scheint es zu schaffen. Denn Tippa und Ee sehen sehr betroffen aus und sind ruhig, so wie die anderen auch. Spuere Tippas Hand auf meinem Nacken, sehr zaertlich. "Wishlist", "Pilate" und "Do the evolution" droehnen von hinter uns, es klingt alles so selbstverstaendlich. Das Album erschien 1998, also zwei Jahre vor der Tragoedie. Ich fasse an das Band, und mit einem Ruck reisse ich es ab, kuesse es, und stecke es mir in die Hosentasche. Ein heller Streifen Haut kommt zum Vorschein, der ueber zwei Jahre keine Sonne gesehen hat.

Tippa schaut mich an, ich blicke ihr tief in die Augen, sie wischt mir die letzten Traenen von der Wange. "Tirak, I love you!" "Koja, I know..."

Wir waeren nicht in Thailand, wenn es nicht einfach weitergehen wuerde. Chris wechselt die Musik, und ich komme wieder besser drauf. Auch weil Harkan einen gerollt hat. Tippa bleibt jedoch sehr nachdenklich, ihre Frechheit von vorhin ist verflogen. Stattdessen sitzt sie neben mir und streichelt mich gedankenversunken. Ich habe das Gefuehl sie wuerde auch gerne etwas sagen, traut es sich aber nicht vor den anderen.
 
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hello_farang

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Mit Malte gehe ich nach vorne ins Restaurant, um unsere Bungalows bis einschliesslich morgen zu bezahlen. Wir wollen nicht, das sich die Betreiber Gedanken machen, wenn wir morgen mit den Taschen zu den Maedels fahren. Grosse Enttaeuschung, das wir nicht laenger bleiben. Hey, wir kommen doch wieder zurueck, wann auch immer das sein wird. Ich werde das ´Seaview´ vermissen, diese thailaendische Lindenstrasse mit ihren Bewohnern aus allen Herren Laendern, und der lustigen und so grenzenlos entspannten Crew. Aus dem Kuehlschrank nehmen wir sechs kleine Bier mit, bezahlen mussen wir die nicht, sie sind ein Geschenk des Hauses. Mir frieren fast die Finger ab, als wir unsere Beute nach hinten tragen.

Tippa hat sich zu Ee gesetzt, und die beiden unterhalten sich angeregt auf thai. Als wir auftauchen kommt sie jedoch sofort wieder zu mir, und als ob ich auf dem Sprung waere haelt sie mich fest. Irgendwas ist doch? "Koja I love you so much", das ist schoen zu hoeren aber schlauer werde ich davon auch nicht. Schaue zu Ee und Chris "Was hat sie denn?" "Keine Ahnung, aber die beiden haben eben ziemlich intensiv ueber dich geredet. Verstanden habe ich ausser deinem Namen nichts" Malte mischt sich nicht ein, denn er weiss das es nur Tippa und mich etwas angeht. Er koennte ja nachfragen, haelt aber seine Schnauze. Ich stelle mein Bier beiseite, nehme Tippa an die Hand und wir gehen rueber in unseren Bungalow. Das will ich jetzt wissen.

Wir setzen uns aufs Bett, und ich frage sie was los ist. Erst weiss sie nicht, wie sie anfangen soll, dann sprudelt sie los. Der LekLai im meinem Arm, er haette mich bei dem Unfall beschuetzt, und auch bei dem Konzert. Das mit den Augen einer Katze hat sie damals ernst gemeint, und nun glaubt sie, das ich wie eine Katze sieben Leben habe. Mit etwas Muehe kann ich sie unterbrechen, den LekLai habe ich mir erst nach Roskilde einsetzen lassen. Und das ich mit zweieinhalb Jahren fast mal abgesoffen waere in einem Schwimmbad. Das macht sie natuerlich noch konfuser, damit sind ja schon drei Leben weg?! Ja, wenn du es so sehen moechtest. Mir daemmert, worum es ihr geht, also frage ich sie direkt "You fear to take the plane with me?" "Khaa" Andererseits vertraut sie dem LekLai, und wenn mir nichts passiert, dann ihr auch nicht. Na super, angekommen in der Mystik des Animismus, wie soll ich das jetzt auf englisch alles erklaeren? Ich habe eine beschuetzende Magie in mir, die ihr Angst macht. Sie meint, das sie den LekLai natuerlich kennt, aber fast alle Thais haetten Skrupel, sich ihm anzuvertrauen, denn er hat so grosse Macht. Ich kann ihr bestaetigen "He has strong power", deshalb habe ich ihn mir ja auch implantieren lassen bzw. habe die Initiation gemacht. "And LekLai will take care about you also", aber es ist spuerbar, das sie mich mit ganz anderen Augen sieht als bisher.

Warum ich denn vorhin geweint habe, moechte sie wissen. Sowas tun Maenner nicht, vor allem nicht wenn sie stark sind. "About the dead people, and this deep impact during the chaos" Das ich seitdem meine Huette nah am Wasser gebaut habe, dieses Sprichwort ist ihr schwer zu uebersetzen, aber ich bekomme hin das sie versteht was ich ausdruecken moechte. Ich kann seither um jede Oma weinen, die von Freunden oder Bekannten genommen wird, oder auch irgendwo hier in Thailand von wildfremden Menschen. Es ist der Schluesselreiz, der mich dazu bringt. Das mentale und koerperliche Begreifen eines Verlustes. Hat man diese Erfahrung erst einmal gemacht, wird man sie nicht mehr los. Eine der rudimaentaeren Wurzeln unserer Kulturen, die Trauer um die Toten. Seien es nun eigene Angehoerige, oder fremde -das macht kaum oder gar keinen Unterschied.

Schatz, wenn du es moechtest, dann fahren wir gemeinsam nach Kanchanaburi, und du wirst Luang Pho Watchara Akawonno kennenlernen, und mein Wat. Du kannst dich dann mit ihm und den Moenchen dort unterhalten, die heilige Hoehle ansehen, und den grossen LekLai-Stein befragen. "Khaa, we go Bangkok and then Kanchanaburi", sie scheint beruhigt zu sein, ich nehme sie in den Arm. "Koja, I want stay with you all time" Verdammt, was sagt man jetzt, mir faellt nichts ein. Also kuesse ich sie auf ihr duftendes Haar und druecke sie ganz fest an mich. Uns ist beiden klar, das es anders kommen wird.
 
H

hello_farang

Gast
Ich habe tierischen Hunger, und vor dem Umtrunk sollte man sich eine solide Grundlage anfuttern. Mit Tippa fahre ich nach Kata, mal wieder Luca und Manu besuchen. Nehme meine geliebten Spaghetti Aglio e Olio, Tippa einen in Salzkruste gebackenen Fisch. Das Restaurant ist gut besucht, lauter blasse italienische farangs, es scheint mal wieder die Touristenrotation stattgefunden zu haben. Wir fallen auf, sowohl ich durch die mittlerweile dunkelbraune Haut, als auch Tippa, sie ist neben der Bedienung die einzigste Thai hier. Das uebliche Spielchen mit den Blicken geht los, schon als wir ankommen. Die Maenner sehr interessiert, ihre Frauen eher abschaetzend. Nur die Bambini gucken neugierig, und als Tippa ihnen zulaechelt kommen sie an unseren Tisch. Wollen die exotische Frau genau betrachten, mal ihre Haut anfassen. Sie kann gut mit Kindern, und schnell sind auch die Eltern wie ausgewechselt. Lachen, zuprosten, und als Manu ihnen sagt, was mir ein paar Meter weiter widerfahren ist kommen wir ins Gespraech. Wie sich rausstellt kommt die Truppe neben uns aus Meran. Ich wechsele auf deutsch, schraeg wie viele Suedtiroler her kommen. Einer der jungen Italiener meint, das ich eine sehr huebsche Freundin habe. Tippa versteht es nicht, ich uebersetze in thai "Farang phuut: Khun suai maag", und sie muss verlegen lachen "Danke". Grosses Erstaunen, der Tedesci spricht thai, die Thai deutsch?! Als unser Essen kommt raune ich vor Zustimmung, Manu stubst mir auf die Wange, Tippa entfaehrt ein "Ui?", und alle lachen. Manu streichelt ihr ueber die Schulter und sagt ein paar Worte auf thai zu ihr, woraufhin beide mich anschauen und laecheln. Was hat sie gesagt will ich wissen. "We would be a beautiful married couple", die glitzernden Augen von Tippa in diesem Moment sind unglaublich. Ja Herrschaftszeiten, bekomme ich heute Abend etwa noch einen Heiratsantrag von ihr?

Mein Handy klingelt, es ist Chris. "Wo seid ihr? Wollen wir bald mal los?" "Hi, ich sitze mit Tippa gerade in Kata beim Italiener, kommt doch einfach her und wir fahren dann weiter" "Gegessen haben wir eben, also so in zwanzig Minuten?" "Ja, geht klar, dann sind wir hier auch fertig" Die Kids sind begeistert von den wild blinkenden Aufklebern auf meinem Handy, die jedesmal in rot und blau und gruen und gelb losblitzen, wenn das Telefon aktiv ist. Ich soll das nochmal machen, aber ich muss sie enttaeuschen. Denn nur wenn ich ein Gespraech fuehre startet die Lichtshow. Obwohl, den Kindern zuliebe rufe ich Malte an, und sage ihm das ich ihn nur sprechen muss, damit das Handy blinkt. Reiche das Telefon an einen der Jungs "Sag mal Hallo zu meinem Kumpel!" "Hallo, hier ist Enrico. Wer bist du denn?" Grosse Kinderaugen bestaunen die kleinen Leuchtdioden, wie sie ohne erkennbares System nacheinander aufleuchten. Ich hoere ein Lachen aus Karon, welches dank 1-2-Call uebertragen wird.

Eine halbe Stunde spaeter kommen die vier auf ihren Mopeds und parken vor dem Restaurant. Malte kommt rein und fragt grinsend "Wer von euch ist Enrico?" Der Kurze meldet sich, "Hallo, wir haben eben miteinander telefoniert, ich bin der Malte" Es ist immer wieder lustig mitanzusehen, wie Kinder sich freuen koennen. Wir bezahlen, und verabschieden uns von den Suedtirolern, und natuerlich intensiv von Luca und Manu und ihrer thailaendischen Bedienung. Ich ueberlasse Tippa das Fahren, habe keinen Bock mir wieder die Schulter am Lenker zu stauchen. Eine langsame Fahrt durch das laute und helle Kata, dann die dunklen Berge hoch rueber nach Chalong.Als wir auf den Kreisel zufahren sehen wir sie schon von Weitem, die Polizeikontrolle. Rote Lichter, Strassensperren, jede Menge angehaltene Mopeds. Weil Harkan und Chris mal wieder keinen Helm dabei habe, biegen sie sofort ab nach links in eine Seitengasse. Schnappe mir mein Handy und rufe Harkan an, waerend wir in die Kontrolle fahren. "Alter. wo seid ihr hin? Und wo treffen wir uns wieder?" "Also wir sind gleich an der Strasse vor dem Kreisel, aber links davon. Sag mal durch, was geht?!" "Gar nix geht mehr, die Polizei hat alle Einfahrten in den Kreisel dicht gemacht, wir stehen gerade hier und warten was wohl passiert" "Mist, o.k., wir werden uns weiter links von euch durchschlagen bis hinter den Kreisel" "Denkt an den Schnaps, ja? Es gibt da einen kleinen Laden, wenn ihr durch die Strasse neben dem Wochenmarkt fahrt...", dann muss ich das Gespraech beenden, weil einer der Polizeibeamten meinen Reisepass sehen moechte. Schon als ich ihn zuecke winkt er gleich wieder ab, die weinrote EU-Farbe kennt er. Tippa hingegen wird wohl etwas intensiver gecheckt, ihr Perso bleibt eine ganze Weile im Auto verschwunden. Gedanken wie ´Na hoffentlich ist die wirklich schon 22´ oder ´Wenn die jetzt einen Haftbefehl offen hat?´ schwirren mir durch den Kopf, waerend ich den 7/11 bereits in Augenschein nehme. Rufe nochmal Harkan an "Habt ihr den Laden gefunden?" "Ja, stehen grade vorm Regal mit den Alkoholika. Was meinst du, eine Flasche pro Nase?" "Klar, reicht locker. Bleibt mal da, wir treffen uns dort. Ihr verpasst hier uebrigens gerade was" "Was denn?" "Kann ich dir jetzt nicht sagen..."

Am Strassenrand stehen mehrere schwer bewaffnete Polizisten, die einige Thais in Schach halten. Diese kauern und sitzen vor ihnen, bekommen in willkuerlicher Reihenfolge mal eins uebergebraten mit dem Gewehrkolben oder einen kraeftigen Tritt. Ganz demonstrativ unter aller Augen, und die Polizisten sehen nicht so aus, als sollte man sie nach ihrer Dienstnummer fragen, um eine Beschwerde gegen sie einzureichen. Frage Tippa, was los ist? "YaaBaa" sagt sie leise. Nein das meine ich nicht, ist mir schon klar. "Whats up with you? With your ID?" "I don´t know", ihr ist anzumerken das ihr die ganze Sache irgendwie nicht gefaellt. Mit einem leichten Druck ihrer Hand auf meinen Oberschenkel macht sie mir klar, ich solle nicht weiter fragen. An der naechsten Strasseneinmuendung des Kreisels haben die Polizisten wohl ein neuen Kunden in Empfang genommen, denn man hoert von dort laute Rufe, ein Moped faellt um. Unter Tritten und Schlaegen wird der Thai zu den anderen Gefangenen gebracht, warum muessen sie die ausgerechnet drei Meter neben uns zusammentreiben? Dem neuen Kunden laeuft das Blut uebers Gesicht, er hat einen dicken Cut ueber dem linken Auge.

Denke an Polizeikontrollen in Deutschland, waerend ich die knieenden und hockenden Thais betrachte. Bei uns wird man mit ´Sie´ angesprochen, hoeflich gefragt ob man etwas spitzes in den Taschen hat, an dem man sich verletzen kann, und dann durchsucht. Im Verdachtsfall geht es dann zu einem Arzt, der einem Blut abnimmt und danach ein Pflaster gibt. Hier wird auch Blut abgenommen, wenn auch deutlich rustikaler. Und das man festgenommen wurde bedeutet nicht, das man nun in Ruhe gelassen wird, ganz im Gegenteil. Tritte in die Nieren tun weh, und die Hiebe mit dem Gewehrlauf machen bestimmt haessliche runde blaue Flecken. Mir faellt auf, das Malte und ich die einigsten farangs in der Kontrolle sind, vielleicht deshalb das selbstverstaendliche harte Vorgehen der Polizeibeamten. Thai rak Thai, oder wie war der Name der Regierungspartei? Das ist auch keine Tourist police, die Jungs sind von der harten Sorte. Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis Tippa ihre ID zurueckbekommt, und wir weiterfahren duerfen.
 
H

hello_farang

Gast
Sie braucht erstmal einen Moment zum Durchatmen, als wie die anderen treffen. Also setzen wir uns mit einer Runde kleiner Chang und einer roten Fanta an den Betontisch vor dem kleinen Supermarkt. Tippa erzaehlt, das sie in Bangkok einmal mit Gunja erwischt wurde und natuerlich eben Angst hatte, das sie erstmal mitgenommen wird. Zudem sie genau weiss, das wir die Taschen voll haben damit. Und sie hat Recht, das haette auch maechtig nach Hinten losgehen koennen, wenn man uns durchsucht haette. Habe zwar die ganze Zeit waerend der Kontrolle die grosse Bluete in der Hand gehabt, um sie im Zweifelsfall wegschmeissen zu koennen, aber bei der Polizeipraesenz haette das mit Sicherheit jemand gesehen. Zwei Gramm laesst man nicht mal eben so verschwinden, wenn ausgerechnet nach verbotenen Substanzen gesucht wird und ueberall Polizisten stehen. Irgendwie hat uns der farang-Bonus gerettet, denn Europaer die sich auf das Experiment JaaBaa einlassen gibt es nicht viele.

Harkan meint, das klingt ja spannend, schade das er es verpasst hat. Ich laechele ihn an "Dir haetten die sofort eine Deiner Rastalocken ausgerissen fuer ein Drogenscreening. Christoph Daum kennste?" Er sieht ein, das es uns alle warscheinlich in arge Erklaerungsnot gebracht haette. Gluecklicher Zufall, das er ohne Helm unterwegs ist und sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht hat. Tippa gibt mir ganz unvermittelt einen langen Kuss, schlaegt dabei aber auf meinen Ruecken. Als unsere Muender sich trennen meint sie ernst "Koja, no more Gunja when we go outside the Bungalow!" Ich verspreche es ihr.

Gebe Tippa mein Handy, sie soll Tong anrufen um ihm zu sagen wo wir sind. Sie berichtet ihm von der Kontrolle, und das er aufpassen soll. Danach ein nicht enden wollender Wortschwall auf thai, von dem ich nur immer wieder 'tamruat' verstehe. Kleines, du sollst ihm nicht Deine komplette Lebensgeschichte erzaehlen, das kannst du auch noch in Ruhe nachher auf der Party machen. Mit einer Handbewegung zum Schild des Minimart mache ich ihr klar was ich will, er soll herkommen. Auf dem Tisch bescheibe ich einen Kreis, um danach abzuwinken. Den Kreisel soll er umfahren. Tippa lacht, legt auf und gibt mir das Nokia zurueck. "He know about the police control. Tong comes in ten minutes" Ich kenne die thailaendischen 'zehn Minuten', also gehe ich mit Chris in den Laden und wir holen nochmal eine Runde Bier, dazu Chips. Ausserdem zehn grosse Chang und eine weitere Flasche Reisschnaps, um sie auf die Party mitzubringen. Die Tueten verstauen wir in den niedlichen Einkaufskoerbchen an den Lenkern, die sich unter der Last in Richtung des Mopedstaenders wegdrehen und die Flaschen klimpern lassen.

Tong schafft es in zwanzig Minuten, erscheint zusammen mit einem Kumpel auf meiner Unfallmaschine. Der Weg zur Party wird durch die Polizeiaktion am Kreisel recht umstaendlich, denn wir muessen genau auf die andere Seite. Also geht es durch dunkle Seitengassen, ueber holperige Sandpisten vorbei an einfachen Behausungen und klaeffenden Koetern. Fuenf Krads, die sich an den Polizisten vorbeimogeln, werfen tanzende helle Lichtkegel in die Nacht. Rote Bremslichter blitzen gelegendlich auf, und erloeschen eine Sekunde spaeter sofort wieder. Eine skurile Optik, aber meine Schulter freut sich gar nicht. Die Fahrt dauert vielleicht fuenfzehn Minuten, mir kommt es vor als waere es eine Stunde. Nach dem Ritt durch die Nacht braeuchte ich eigentlich erstmal etwas Ruhe, aber daran ist gar nicht zu denken.

Die Fete ist in vollem Gange, ungefaehr 30 oder 40 Thais, die wild durcheinanderquatschen. Als wir ankommen und absteigen werden wir von vielen beaeugt und begruesst. Wir setzen uns erstmal mit ans Lagerfeuer vor dem Haus, aus dem laute Thaimusik droehnt. Ein bunter Mix von Loso ueber Morlam bis hin zu den China Dolls. Reisschnaps wird gereicht, und ein Bambus dreht die Runde. Ich meine zu Tippa, sie soll sich mal nach einem Kuehlschrank oder nam kaeng erkundigen, die Biere brauchen etwas Ruhe und Abkuehlung nach der Fahrt. Sie zieht mit Ee los, um sich drum zu kuemmern. Als ich das Hackbrett entdecke, auf dem die Koepfchen neu befuellt werden, stehe ich auf und gehe rueber. Setze mich zu den Thais, kenne keinen von ihnen "Sawat dii khrap, phom tschueue Koja". Nehme meinen Bulken raus, und mit dem scharfen Messer zerkleinere ich die ungefaehr zweifingergrosse Portion. Dazu etwas Tabak aus dem Beutel der daneben liegt, und alles nochmal kleinhacken, dann gut durchmischen. Ergebnis ist eine Mischung, die locker fuenf weitere Runden uebersteht. Mit den Thais komme ich schnell ins Gespraech, etwas thai, etwas englisch, den Rest mit Gestik und Mimik. Tauschen uns aus ueber die Kontrolle am Kreisel, ueber Tong, und meinen Schluesselbeinbruch, von dem anscheinend auch hier alle bereits gehoert haben. Soweit ich es bis jetzt beurteilen kann sind es allesammt freundliche und korrekte Thais, kein Spinner dabei. Sogar ein paar huebsche Frauen, die sich aber eher etwas abseits aufhalten. Beobachte, wie sich gelegentlich einige Thais ins Dunkle davonmachen, um kurz danach erleichtert wiederzukommen. Meine Blase drueckt, also schlage ich den gleichen Weg ein, stelle mich abseits an einen Busch und lasse es laufen. Schon seit vor der Kontrolle muss ich pissen, man ist das entspannend. Wieder dieser tolle Sternenhimmel ueber mir, eine milde Briese weht Gerueche von fremdartigen Pflanzen herueber, im Hintergrund das Sprechen und Gelache der Thais.

Will gerade zurueck gehen da gesellt sich ein kleiner Hund zu mir, wedelt mit dem Schwanz. Als ich mich zu ihm runterbeuge nimmt er sofort eine gemuetige Stellung ein und legt sich hin. Erwartet wohl Schlaege, aber stattdessen streichele ich den lustigen Kerl etwas. Ich bin anscheinend sein Party-Lift, denn er weicht nicht mehr von meiner Seite als ich weitergehe. Zwei Thais wollen ihn am liebsten gleich wieder vertreiben, aber ich mache klar, das der zu mir gehoert, und alle akzeptieren seine Anwesenheit. Er muss zwar ausserhalb der Reichweite von Getraenken und snacks sitzen bleiben, das macht er aber auch. Im Licht des Feuers sehe ich, das der Vierbeiner hoechstens ein Jahr alt ist, und sich gerne auch mit einem Stock beschaeftigt.

Tippa und Ee setzen sich auf die Motorbikes, ich frage sie "Bai nai?" "Puagrau sueue aahaan kam" ruft mir Tippa zu. Ich deute auf mich und nicke, sie lacht nur "Khaa". Chris grinst "Was war das gerade?" "Ich habe gefragt wohin sie wollen und Tippa meinte, sie holen was zu essen" "Cool, die sind gut drauf" "Klar, sind schliesslich unsere Freundinnen"
 
H

hello_farang

Gast
Der Thai neben mir fragt "Khun phuut thai mai khrap?" "Mai, phom phuut passaa thai nit noi!" gebe ich laechelnd zurueck waerend ich die frisch gestopfte Bong von ihm in Empfang nehme. Er flammt an, ich ziehe. "We not make party before with farangs", dabei klopft er mir erleichternd auf den Ruecken weil ich husten muss. Einer von denen, die meinen Crash anscheinend noch nicht mitbekommen haben, denn er trifft mehrfach die Schulter. Der kleine Koeter bellt die Bong an, als ich sie schmerzverzerrt fallen lasse und das Wasser auslaeuft. Tong bekommt die Szene mit, und wie ich ausschaue. Er redet sofort mit dem Thai, erklaert ihm das ich mir vor kurzem jede Menge Knochen gebrochen habe. Dem Thai neben mir faellt fast das Gesicht aus dem Gesicht, so unsicher und verstoert ist er. Ich beruhige ihn mit einem "Mai mii panhaa", schliesslich hat er es ja nur gut gemeint. Aber getroffen hat er gut, und das mit Wucht. Adrenalin schiesst durch meinen Koerper um die Schmerzen abzutoeten, dabei werde ich noch nuechterner als ich es eh schon bin. Ein hohes Singen in meiner linken Kopfseite, das zertruemmerte Jochbein meldet sich wieder. Jetzt mal bloss nicht ohnmaechtig werden vor den fremden Menschen. Haette ich gestanden, mir waeren die Knie weggesackt.

Ich fingere nach dem Bier, was bei Chris steht und lehre es in einem Zug. Macht wieder frisch, auch wenn ich die Eiswuerfel im Glas unmoeglich finde. Nehme mir die Teile und presse sie mir ans Jochbein. Der Thai neben mir ist voellig aufgeloest, was hat er getan? Ich reiche ihm laechelnd die ausgelehrte Bong "Make a new one please. But for me only half one" Er steht sofort auf, und ich habe den Eindruck er ist gluecklich, das er etwas fuer mich tun kann. Geht rein, fuellt neues Wasser auf, kommt wieder raus und gibt sich Muehe ein vernuenftiges Koepfchen zu stopfen. Das mit dem Feuerzeug uebernehme ich jetzt lieber selbst, um mein Husten besser dosieren zu koennen. Nochmal ein "Khoo thoot, I not know..." Saam soll zu einem meiner besten Kumpels in Thailand werden, aber das wissen wir zu dem Zeitpunkt beide noch nicht.

Trotz seinem vergeigten Einstand verstehen wir uns prima, er packt seine Gitarre aus und spielt ein paar Stuecke, alle Thais singen mit. Mit seiner Stimme koennte er Karriere machen, stattdessen schuftet er wie so viele hier fuer schmale Kasse als Kellner. Und das auch nur, wenn die Touristen da sind, ansonsten faehrt er raus mit seinem Vater und den zwei grossen Bruedern zum Fischen. Das machen sie auch jetzt, wenn etwas Zeit dafuer ist, und Saam schwaermt davon, Nachts draussen zu sein und auf plaa muek zu gehen. Die Boote also, die draussen vor der Kueste mit den grossen Scheinwerfern die Tintenfische anlocken. Wir tauschen uns aus, ich war frueher auf Malta oft mit den Fischern draussen, habe die Maschinen des Bootes bedient und gesteuert, waerend sie sich um die Fangleinen kuemmerten. Ist ewig her, ich bin schon so lange Vegi, und war deshalb niemehr draussen. Natuerlich laed er mich sofort ein, das ich mitkommen soll, nur zum gucken. Muss ihm leider absagen fuer die naechste Zeit, denn wir fliegen ja uebermorgen nach Bangkok. Aber auf alle Faelle werden die Handynummern ausgetauscht. "If you stay Phuket during new year, we must go with our boat" Geplant habe ich, das ich an Silvester wieder hier bin, mal sehen... Darauf wird erstmal angestossen mit einem warmen Lao Khao red.

Ich frage Saam, was mit seinem Gesicht passiert ist, denn man erkennt deutliche Spuren von Gewalteinwirkung. "Muay Thai, I was boxing many years" lacht er. Tong steuert bei "He was champion of Phuket three times", Saam laechelt verlegen. Super, da habe ich mich ja genau neben den richtigen gesetzt. Wenn ich Thailand frueher kennengelernt haette, ich haette mir den Unsinn mit dem Rumpruegeln sparen koennen und stattdessen Muay Thai gelernt. Ich muss grinsen "Do you see my nose?" und drehe mich frontal zu ihm hin. "Oh yes, you have a wry nose same like me" "Correct, I was some years a hooligan, therefrom" Wie eine zweite Begruessung schlagen wir uns die rechten Faeuste aufeinander, Knoechel auf Knoechel als haetten beide den selben Schlag geplant. Man versteht sich, wir lachen uns an. Ein grosser Thai mit ernstem, aber sehr liebem Blick. "You want fighting Muay Thai?" "Saam, I am 35, I do not fight anymore. Only sometimes, when other man look at my girlfriend" Sein Lachen ist eine Bestaetigung, und er laed mich ein "I am a trainer now, for children you know. Come and visit the training" Freund, das mache ich sehr gerne wenn ich wieder aus Bangkok zurueck bin. Aber erstmal muss ich in die Hauptstadt, und nach Kanchanaburi.

Er fragt, wieso ich nicht laenger auf Phuket bleibe. Erklaere ihm, das ich mit meiner Freundin nach Bangkok zu ihrer alten Uni will, und in mein Wat nach Kanchanaburi. Welches Wat moechte er wissen, also nehme ich meine Gebetskette ab, hebe sie dreimal hoch an die Stirn, und reiche sie ihm. Er begruesst sie ebenso, dann liest er sich durch was auf dem Amulett daran steht. Guckt mich an mit einem sehr fragenden Blick. "Khrap, left arm" blicke ich ernst zurueck. Natuerlich sehen das auch andere Thais, die neben uns sitzen. Auch sie moechten gerne einen Blick auf das Amulett werfen. Alle begruessen es in gleicher Weise wie Saam, und sind ebenso erstaunt. Saam fragt, ob er den LekLai mal sehen darf? Klar, ich krempele mir den Aermel hoch und zeige ihm und den Thais das Implantat. Anfassen will es keiner von ihnen, stattdessen zeigen sie die Variante ´verunsichertes Thailachen´. Bis auf Saam, der seinen linken Oberarm zeigt, auch er war schon im Wat Thamfad wie der kleine dunkle Stein unter der Haut zwischen zwei Narben klarmacht. Ich bekomme meine Kette zurueck, er zeigt mir seine, es ist ein anderes Amulett, aber mit dem selben Motiv.
 
H

hello_farang

Gast
Alle die solch einen Stein im Arm haben werden zusammenhalten. LekLai kann nicht gegen LekLai kaempfen. Und kurioserweise findet man sich, so wie wir heute Abend. Ich unterhalte mich mit Saam ueber die Initiation. Auch ihm hat der Hieb durchs Fleisch nicht wehgetan, der der Steinsetzung vorausgeht. Und als ich berichte, das ich als mir der Abt an den Kopf gefasst hat danach, einen blauen Blitz gesehen habe, kann er es bestaetigen. War bei ihm genauso, und auch er ist nach hinten umgefallen. Nachdem wir bisher auf englisch geredet haben, erzaehlt er die Geschichte der Steinsetzung nochmal auf thai, damit die anderen es besser verstehen. Ein Monolog von zwanzig Minuten, alle hoeren gespannt zu. Auch wenn sie seine Story bestimmt schon einige male gehoert haben. Gelegentlich muss ich beipflichtend laecheln, wenn er sehr plastisch zum Beispiel den Moment erklaert, als der Abt mit einem rituellen Messer uns erst eine Haarstraene abschneidet, um es danach ueber unsere Kehlen zu ziehen, und kein Blut fliesst. Die Thais schaudert es bei solchen Geschichten, aber sie hoeren sie sehr gerne.

Ich bin auch ganz Ohr und bekomme dabei gar nicht mit, das Ee und Tippa zurueck kommen. Ploetzlich hocken sie neben mir, und reichen das mitgebrachte Essen in die Runde. Fuer mich hat Tippa geduenstetes Gemuese in einer milden braunen Sosse mitgebracht, haucht mir ins Ohr "Mai sai nam plaa". Ee holt Loeffel und Teller aus dem Haus, den grossen Beutel mit Reis teilen sich alle. Mein kleiner vierbeiniger Begleiter meldet sich dann doch mal zu Wort, er war so lange still und hat hinter mir gelegen. Ich schaufele ihm zwei Loeffel Reis und etwas von meinem Gemuese hin, das brave Warten hat sich gelohnt. Von einigen Thais bekommt er mal ein Stueck von den Spiessen zugeworfen, ein stattliches Festmal fuer den kleinen.

Eine Hand beruehrt leicht meinen Schulter, ich drehe mich um. Bam mit ihrem bezaubernden Laecheln steht da. Sie setzt sich neben Tippa, im Schein der Flammen leuchten ihre zwei wunderschoenen Gesichter wie eine traumhafte Erscheinung in der Nacht. Wir essen, irgendwann lasse ich ganz dezent mal meinen rechten Arm ueber Tippas Ruecken bis zu Bam gleiten, streichele sie kurz an ihrer linken Huefte. Beide schauen mich an, muessen laecheln.

Nach dem Essen gibt es zwei Runden Lao Khao, und ein Bier wird durchgereicht. Dann fragt mich Saam, ob ich mal mit ihm reinkomme. Wir stehen auf, Tippa will wissen wo ich hin will. "Bai ban" und deute auf das Haus. In dem Moment sieht sie, das Saam neben mir steht. "Koja...", einen vorwurfsvollen Unterton in der Stimme. "Tirak, mai mii panhaa" Gehe mit Saam also ins Haus, und wir setzen uns auf den Kachelboden. Er kramt von irgendwoher einen Block und einen Stift hervor, ich wundere mich wie gut er sich hier auskennt. "Is it your house? "Yes" "And its your birthday...?!" "Yes", er grinst. Au man, wieso sagt einem das niemand? "Happy birthday to you", er grinst weiter. "My best birthday gift is to meet you", dann nimmt er Papier und den Kugelschreiber und beginnt, auf thai einen Brief zu schreiben. Nach einigen Zeilen fragt er mich, wie ich heisse. Ich nenne meinen Namen, er versteht es natuerlich nur teilweise. Daher hole ich meine Geldboerse raus, darin ist ein kleiner Zettel, auf dem meine Ex-Freundin im Isaan mal auf thai meinen Namen notiert hat. Er schreibt ab, und sieht dann die ´Visitenkarte´ mit dem Bild von unserem Abt, die ich immer bei mir trage im Portemonnaie. Er nimmt die Karte raus, legt sie vor sich, und meint "I write a letter to Luang Pho Watchara Akawonno. You must give him this paper" Es wird ein langer Brief, den er dann in einen Umschlag steckt, zusammen mit einem 1000 Baht Schein. "When Luang Pho Watchara speak to you, please write down his words for me" Es ist ihm sehr ernst, und er lacht nicht, sondern blickt mich fargend an, ob ich ihn verstehe. "Phom kautschai, I will do, mai mii panhaa" Ich falte den Umschlag, und stecke ihn mir in die Brusttasche. Bin nun also ein Brieftraeger in Thailand, dem eine anscheinend grosse Verantwortung angedacht wurde. Und natuerlich ist es mir eine Ehre, das mir ein bis vor kurzem fremder Thai seinen Wochenlohn anvertraut, damit ich ihn zum Wat Thamfad bringe. Wir umarmen uns, er scheint erleichtert. Was in dem Brief steht -ausser meinem Namen- das weiss ich nicht, will es auch nicht wissen. Es ist eine persoenliche Botschaft und Frage an unseren Abt, dessen Antwort ich ihm dann ueberbringen werde.

Musste Ee nur zwei weitere Biere aus dem Kuehlschrank holen, oder hat Tippa sie geschickt um nachzusehen was wir beide im Haus machen? Sie kommt rein, geht in die Kueche, und sieht kurz zu uns rueber beim rausgehen mit den Flaschen in der Hand. Saam steht auf, und holt eine Flasche aus dem Schrank, in der lauter Wurzeln und Stoecker eingelegt sind, giesst ein kleines Glas voll ein. Ich frage nach, ob es vegetartisch ist. "Only vegetables, and Lao Khao" versichert er mir. Gemeinsam leeren wir das Glas, Schueckchen fuer Schlueckchen. Es ist sehr mild, schon lange abgelagert, Saam meint seit sechs Monaten. So aehnlich als wuerde man Hustensaft trinken oder einen Kraeuterschnaps. Zehn Minuten spaeter stehen wir auf, und ich spuere die Wirkung, das Zeug ist psychodelisch. Wir grinsen uns an, mir faellt nur ein "UiUiUiUi" ein. Ach du gute Guete, jetzt verstehe ich die Warnung von Tippa vorhin. Nicht die Optik hat sich geaendert, sondern die Akustik. Alles bekommt einen Hall, der Rest ist wie immer. Arm in Arm kommen wir aus der Tuer, bleiben stehen, und betrachten die Party. Lachen, denn es hoert sich an, als haette jemand eine Wellblechhalle ueber den Outdoorbereich gebaut.

Ich setze mich wieder zu Tippa und Bam, Tippa schaut mich sofort genau an. Sie erkennt nichts ungewoehnliches, ich sage ihr das Saam einen Brief geschrieben und mir mitgegeben hat. Mir ist in diesem Moment irgendwie vollkommen klar, das ich heute nacht auf keinem Moped mehr Platz nehmen werde, sondern hier penne. Aus Harkans Richtung kommt die Bong, ich reiche sie weiter ohne ziehen zu wollen. Faellt niemandem weiter auf, bis auf Malte. Er steht auf und hockt sich neben mich "Alter, du willst nicht ziehen? Was habt ihr denn da drin gemacht?" "Nichts weiter, Saam hat einen Brief geschrieben, und wir haben einen angesetzten Reisschnaps getrunken. Das Zeug haemmert mir grade maechtig durch" "Mit Akustik?" lacht er. "Ja, aber hallo! Sieht man uns das an?" "Nein, aber dann viel Spass, geniesse es, das Zeug ist der Hit! Da sind Hoelzer und Pilze drin gewesen. Hat unser brother auch mal da gehabt" Er spricht mit Saam auf thai, die beiden grinsen mich an und gehen rein.

Tippa merkt nun doch, das etwas gewesen sein muss. So wie ich den beiden zugrinse. "Darling what you make?" "Tirak, gin special Lao Khao nit noi" "Brown color?" "Mai, sii dam" "Ui Koja..." Mit einem "Tirak, I love you" gebe ich ihr einen zarten Kuss auf die Wange. Sie laechelt, so als ob sie wuesste was ich gerade empfinde. Wie gerne wuerde ich sie jetzt vernaschen. "Tomorrow you have headache maag maag" "Schatz, tomorrow is tomorrow..."
 
H

hello_farang

Gast
Saam und Malte kommen wieder raus, Malte setzt sich an seinen alten Platz, Saam kommt zu mir und laesst sich nieder. "Malte was at Wat Thamfad also?" "Khrap, he show you?" Er laechelt mich an, so sieht ein gluecklicher Mensch aus. "Two farangs I not know before, and both have a LekLai. I can not understand this night" "Perhaps its a magic night. A good night for birthday" Wir liegen uns in den Armen, die Thais gegenueber freuen sich mit uns.

Ich gehe mal rueber zu Chris und Harkan, die fuenf Meter weiter sitzen und sich auch angeregt und unter Uebersetzungshilfe von Ee mit anderen Thais unterhalten. "Und Jungs, alles frisch?" "Ja, bestens. Ist echt ne geile Party. Aber wer hat denn hier nun eigentlich Geburtstag?" "Der grosse Typ, neben dem ich sitze und mit dem wir eben im Haus waren. Dem koennt ihr den Reisschnaps geben, er heisst Saam" Harkan geht zu seinem Moped und holt die drei Flaschen, dann ueberreichen die beiden die hochprozentigen Geschenke. Ausserdem gibt Harkan Saam noch etwas in die Hand, was aus der Entfernung so aussieht wie eine etwas zu gross geratene Zigarette. Der Rasta hat mit vier langen OCBs eine Megatuete gebastelt als Ueberraschung. Wieder drei, die an diesem Abend zu Freunden werden.

Der Thai rechts von mir reicht ein Glas mit Bier, ich trinke einen Schluck und gebe es weiter. Wir kommen ins Gespraech, denn er will wissen wie lange wir Saam schon kennen. Ich schaue auf mein Handy, rechne nach "Two hours" Er macht grosse Augen "You know him since just two hours?" "Khrap" "When I look at you it seams you know each other for a long time" "Maybe we know us much longer though out the LekLai. It connects us" Er laechelt, versteht wie ich es meine. Ausserdem moechte er wissen, was vorhin passiert ist. Ich weiss nicht, was er meint. Also erklaert er, das er gesehen hat wie ich mich unter Schmerzen weggedreht habe, als Saam mit auf den Ruecken geschlagen hat. "Ah, kautschai. Motocyce accident three weeks ago. My bones are broken here, here, and here", dabei zeige ich auf Schulter, Jochbein, und die Rippen. "Oh oh, but you are lucky boy" Na wie man es nimmt, ich mache eine abwaegende Handbewegung. "You alive I mean" "Yes, but it does still quite pain" "I think so", dann erzaehlt er von seinem Unfall. Beim Ueberholen eines Busses hat ihn ein entgegenkommendes Auto erfasst. "Right side" und er klopft auf sein Bein. Erst jetzt sehe ich, das ihm der rechte Unterschenkel fehlt und neben ihm zwei Holzkruecken liegen. Ein Daempfer, aber er lacht. "No problem, I can drive motorbike. The gears are on the left side" Frage ihn, was er denn arbeitet mit der Behinderung. "In a travel agency"

"And you have a beautyful girlfriend" sein Blick ruht auf Tippa. "Yes, she is very sweet. Thank you" Von rechts bekommt er einen Knuff, dem Maedchen neben ihm scheint der Spruch nicht gefallen zu haben. Er lacht wieder "My wife..." Ich laechele rueber, ein dickes aber huebsches Maedel. "Oh, my girlfriend make same same with me when I look to other girls" stubse ich ihn an. Das leere Glas steht verlassen in der Gegend rum, also mache ich Handzeichen zu Tippa, wo der Nachschub bleibt. Sie steht auf und holt uns zwei weitere Flaschen Bier aus dem Haus, setzt sich zu mir. Ein Bier wird weitergereicht in die Runde, das andere oeffne ich mit dem Feuerzeug und schenke ein. Das Glas macht sich frisch gefuellt wieder auf seine vorherbestimmte Reise, ich nippe nur einmal kurz dran. Tippa stichelt "You not want drink beer?", dabei presst sie ihre Hand fest um meinen linken Unterarm. Blicke sie an, sie laechelt mit einem eindeutigen Funkeln in den Augen. Oder ist es nur die Spiegelung des Feuers was vor uns lodert? Nach drei Sekunden muessen wir uns anlachen, und ich kuesse sie. In Deutschland wuerde ich jetzt sofort mit ihr in einer ruhigen Ecke verschwinden und sie richtig rannehmen. Geht hier aber nicht, als Entschaedigung kommt die Tuete von Harkan vorbei, wir ziehen und reichen sie weiter. Sex kann man auch mit Augen haben, das wird uns klar. Wir koennen unsere Blicke nicht voneinander trennen, sie atmet schwer aus und legt ihren Kopf auf meinen linken Oberschenkel.
 
H

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Unterhalten uns noch etwas mit dem Thai und seiner dicken Frau, dann gehen wir wieder rueber zu Bam. Sie spricht mit ihrem Bruder, als wir uns dazusetzen. Tong sagt mir, das seine Schwester traurig sei weil wir nach Bangkok fahren. Tippa nimmt sie gleich in den Arm, ich schaue sie lange an und meine "Hey, it is only for one week. I bring Tippa back for sure" Sie muss laecheln, aber ob sie es mir wirklich abnimmt? Und ihre Augen sprechen eh Baende, es geht ihr nicht nur um ihre beste Freundin. Aber das soll Tong ja nicht wissen, also mache ich mich mit ihm auf, um Saam zu suchen der irgendwohin verschwunden ist. Wir finden ihn draussen auf dem Weg hinterm Haus, wo er mit ein paar Freunden steht, die gerade aufbrechen. Saam fragt uns, ob wir noch einen Schnaps wollen? Klar, ich bin dabei, Tong auch. Ich soll noch Malte dazuholen, also gehe zu ihm und sage Bescheid. Eine kleine Verzoegerung durch die Bong, die gerade ankommt, dann gehen wir zum Haus. Die Maedels sind ganz mit sich beschaeftigt und bekommen es nicht mit. Bis wir gerade im Haus verschwinden wollen, da hoere ich von hinten ein wohlvertrautes "Koja!" Malte muss grinsen "Dein Schatzi will was von dir", ich tue aber so als haette ich Tippa nicht gehoert. "Ich geb dir auch gleich ´dein Schatzi´ wenn du frech wirst" schubse ich ihn durch die Tuer. Wir kommen lachend ins Zimmer zu Saam und Tong. Und wer sitzt da ploetzlich neben ihnen? Unser brother Lek. Er ist genauso erstaunt wir wir, ein grosses Hallo mit Umarmen und Schulterklopfen. Er muss durch die andere Tuer gekommen sein, sonst haetten wir ihn gesehen beim reingehen. Mit ihm haben Malte und ich ja nun gar nicht gerechnet, er muesste doch eigentlich im Restaurant sein. Oder is es wirklich schon so spaet, ich gucke auf die Uhr im Regal. Tatsache, es ist bereits zwei durch, man wie die Zeit verflogen ist.

Saam schenkt ein, und wir lassen das Glas kreisen. Er schenkt nach, und nochmal nach. Als wir nach zwanzig Minuten immer noch nicht wieder draussen sind, macht sich Tippa anscheinend Gedanken. Jedenfalls steht sie ploetzlich mit Bam im Raum. Wir sind bester Dinge, der Schnaps ist schon laengst wieder im Schrank verschwunden, und vor uns nur zwei Flaschen Wasser. Tippa meint das Harkan sie gefragt hat, ob wir schon nach Hause gefahren sind. Ihn und Chris habe ich voellig vergessen, aber die kommen beide auch alleine gut klar, ausserdem ist ja Ee bei ihnen. Trotzdem fuer alle der richtige Zeitpunkt, wieder raus zu den anderen Gaesten zu gehen. Die Reihen haben sich gelichtet, vielleicht noch zehn Leute da, plus der beiden farangs. Die freuen sich, als wir wieder auftauchen "Hey, wo ward ihr?" Wir setzen uns zu ihnen "Haben einen Schnaps getrunken, und uns etwas verquatscht" Meine Soundeffekte haben sich durch die Auffrischung verstaerkt, auch das Fuehlen in den Fingerspitzen ist deutlich anders als normalerweise. Das Bambusrohr fasst sich sehr merkwuerdig an, und das blubbernde Geraeusch beim Ziehen ist wie Musik aus einer anderen Welt. Ich muss absetzen und lachen, dann husten.

Saam schnappt sich nochmal seine Gitarre, wir sitzen eine Stunde beisammen und unterhalten uns. Irgendwann meint Tippa "Koja, phom nueai. We go home?" Sie lehnt seit einer Ewigkeit an meiner Seite, hat ihren Arm um mich geschlungen. Auch Lek sieht nicht mehr so ganz taufrisch aus nach seinem langen Arbeitstag. Eigentlich wollte ich mich ja nicht aufs Moped setzen, aber der Gedanke ans eigene Bettchen ist schon sehr verlockend. Also frage ich in die Runde wie es ausschaut. Alle waeren dabei, wenn wir nur den Weg zurueck zum Kreisel finden? Ich schliesse mich mit Lek kurz, er muss uns hinlotsen. Die Verabschiedung von Saam wird etwas intensiver als sonst ueblich in Thailand, aber das war auch ein besonderer Abend. Ich speichere noch seine Handynummer ab, er erinnert mich an die Mitschrift aus dem Wat Thamfad. Dann brechen wir auf, was richtig lustig ist. Ich halte mich nur an Tippa fest, das Fahren muss sie hinbekommen. Malte will auch nicht selber fahren, also setzt er sich bei Chris hinten drauf, und Ee nimmt sein Moped. Lek hat zwar einen Scheinwerfer, aber keinerlei Beleuchtung hinten. Weder Licht noch Bremslicht, was die Verfolgung seines Mopeds nicht unbedingt einfacher macht. Aber nach ein paar Minuten sind wir schon am Kreisel, halten an und verabschieden uns. Er faehrt zu sich nach Hause, wir biegen ab nach Kata/Karon.

Bam kommt mit ins ´Seaview´, sie und Tippa wollen noch reden. Ich habe natuerlich nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Im Resort herrscht schon halbwegs Ruhe, aber ein paar Bungalows weiter wird gefeiert. Ich gehe kurz zu den Jungs mit rein, noch eine Absackertuete wegziehen. Mir faellt auf, das ich den ganzen Abend ueber nur ungefaehr drei Bier getrunken habe, zwei davon waren am Supermarkt nach der Kontrolle. Bloss dieser Schnaps, der hat es in sich. War alles zusammengenommen zwar hoechstens ein knappes halbes Wasserglas voll, und ich bin nuechtern, aber wie in Watte gepackt. Malte geht es genauso. Die Reaggeamusik die Harkan auflegt, und eine weitere Tuete geben mir den Rest, ich verabschiede mich nach drueben.

Bam und Tippa liegen im Bett und quasseln, ich gehe schnell duschen, dann schluepfe ich zu ihnen unter die Decke. Natuerlich nicht ohne mir vorher wieder mal an dem Kachelbett den grossen Zeh zu stossen. Ich schmiege mich an den Koerper von Tippa, schliesse die Augen. Langsam doese ich weg, waerend die beiden reden und reden und reden...
 
H

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Es wird eine recht kurze Nacht, denn gegen neun Uhr klingelt ploetzlich mein Handy. "Koja!" mault Tippa verschlafen, oder ist es Bam? Egal, ich hoere es ja, gehe ran.

"Hallo?"

Ein Kumpel aus Deutschland, der wissen will wie es mir geht.

"Warte mal einen Moment, ich muss erstmal rausgehen" und trete vor die Tuer, schliesse sie leise.
"Wie es mir geht? Du Sack hast uns geweckt, hier ist es noch nicht mal Neun"
"Wen uns?"
"Aehh, mich, Tippa und Bam"
"Was geht ab bei dir? Ich denke du hattest gerade einen Unfall, und hast gleich zwei Krankenschwestern im Bett?" lacht es aus Deutschland rueber in erstaunlich guter Qualitaet.
"Jaja, mach du nur deine Witze... Wir haben gestern maechtig gefeiert, Geburtstagsparty, und da ist Bam eben mit zu uns gekommen"
"Na das muss doch toll sein, mit zwei Frauen in der Kiste"
"Alter, ich bin irgendwann um vier oder so ins Bett gefallen. Wenn die mich nicht im Schlaf vergewaltigt haben, dann hatte ich heute Nacht bestimmt keinen Sex"

Die Putzkolonne kommt vorbei, fragen ob sie schon saubermachen sollen. Ich winke ab "Good morning, maybe later"

"Was? Vielleicht spaeter?", wieder Lachen in meinem Ohr.
"Du Penner warst nicht gemeint, hier sind gerade die Zimmermaedchen vorbeigelaufen und haben gefragt, ob sie meinen Bungalow aufraeumen sollen"
"Ach so, also wie gehts dir? Habe von deinem Unfall gelesen in der email"
"Geht soweit, tut natuerlich noch weh. Aber zurueck kommen werde ich deshalb nicht. Erzaehl mal, wie ist das Wetter in Berlin?"
"Schnee, viel Schnee, und minus zehn Grad. Und bei dir?"
"Morgens ist es hier immer frisch, ich wuerde mal schaetzen momentan so 25°C" grinse ich.
"Du Sackgesicht, das bekommste irgendwann zurueck!"
"Rufst du mit Billigvorwahl an?"
"Ja, wieso?"
"Bleib dran, ich muss kurz rein und meine Kippen suchen"

Die Packung liegt auf dem Tisch, Feuerzeug auch, ich greife beides und gehe wieder raus.

"So, da bin ich wieder. Schade das ich dir keine Bilder rueberschicken kann, denn das eben wuerde dir bestimmt gefallen. Die beiden liegen eng an eng im Bett, sehr sexy"
"Ohh, mach doch mal ein Foto!"
"Nein mache ich nicht. Ich speichere das alles ab im Gedaechtnis, so!"
"Du bist ein solches Kumpelschwein! Dafuer zuende ich dir den Briefkasten an"
"Na mach doch, dann habe ich ein paar Probleme weniger"

Lachen auf beiden Kontinenten.

"Aber mal im Ernst: Meine Schulter sieht nicht gut aus, ist einmal durchgebrochen, und am Jochbein fehlt ein Stueck. Die Splitter kommen nach und nach aus der Backe. Die Rippen sind wieder verheilt."
"Ja haben die denn da unten keine Krankenhaeuser? Sowas kann man doch operieren lassen"
"Natuerlich gibts hier Krankenhaeuser, aber ich habe keinen Bock drauf mich im Urlaub operieren zu lassen. Und wenn du den Roentgenraum gesehen haettest, dann waere dir der Spass daran auch vergangen"
"Man Alter, mach bloss keinen Bloedsinn. Du hast doch die ADAC-Versicherung. Die zahlen doch?"
"Klar wuerden die zahlen, hab ja schon mit denen telefoniert. Aber ich habe einfach keinen Bock, das wird schon"
"Na immerhin biste noch ganz der Alte, einfach Augen zu und durch. Und hast zwei suesse Hasen im Bett"
"Genau so sehe ich das. Ich fliege morgen uebrigens mit der einen nach Bangkok fuer ne Woche"
"Echt? Und dann? Heiraten?"
"Du traeumst doch wohl, nein! Obwohl ich wirklich schon ueberlegt habe, denn Tippa ist richtig gut drauf. Und hat einen Traumkoerper."
"Na das waere es doch, endlich faehrt unser Langer in den Hafen der Ehe..."
"Du hast doch einen an der Waffel. Kennst mich viel zu gut, als ob ich jemals heiraten wuerde"
"Na Alter, pass gut auf dich auf, und auf deine Freundin! Ich rufe die Tage mal wieder an, oder du meldest dich mal"
"Geht klar, ich schicke dir ne email, wenn wir in Bangkok sind. Machs fein, tschuess!"

Na geil, jetzt bin ich wach. Vom angekuendigten Kater keine Spur, dafuer bemerke ich, das ich nur in Boxershorts auf der Terrasse sitze. Vielleicht sollte ich mir erstmal was anziehen. Schleiche mich wieder rein, ziehe mir die Armeehose und ein schwarzes Shirt an, nehme 150 Baht, und gehe nach vorne zum Restaurant. Bestelle meinen obligatorischen Kaffee, und Pommes und zwei Spiegeleier. Der Verkehr auf der Beachroad ist wie ein Fernsehprogramm, irgendwie wirkt der pilzgeschwaengerte Schnaps von heute Nacht noch nach. Ein paar Resortgaeste gruessen auf ihrem Weg zum Strand, ich laechele entspannt zurueck. Noch einen Kaffee bitte, und ein vegetarisches Sandwich. Als das alles vedrueckt ist verwirre ich den Kellner total, denn jetzt brauche ich zwei Reissuppen mit Huhn, dazu ein Tablett. "For you?" "No, for my girlfriend and her sister" Bezahle, dann balanciere ich ihr Fruehstueck zum Bungalow. Aufs Tablett habe ich noch zwei Sossen und eine Schale mit Prik pon gestellt. Und eine dieser potthaesslichen kleinen Vasen mit einer Blume drin, die auf jedem Tisch stehen.

Die beiden sind wach, Bam steht gerade unter der Dusche. Also bleibt Zeit fuer etwas Schmusen mit Tippa, die sich sehr erotisch im Bett luemmelt. "Later, o.k.?" "Khaa" Jetzt gibt es erstmal was zu essen fuer euch, ich klopfe an die Badezimmertuer "Breakfast!" "Koja, one moment" "Leo leo" Lachen von drinnen, Tippa ruft ihr auf thai zu, das sie rauskommen soll, weil das Essen bereits da ist. Also geht die Tuer auf, und eine Bam mit nassen Haaren und einem umgeschlungenden Handtuch betritt den Raum. Gibt mir einen Kuss, dann setzt sie sich zu Tippa aufs Bett und die beiden loeffeln ihre Suppe. Ich schaue ihnen zu, ein Anblick fuer Goetter.

Waerenddessen rolle ich mir einen Sticki, in den naechsten Tagen wird dafuer es ja keine Moeglichkeit geben. "Who was it on your mobile phone?" "A good friend from germany. He wanted to know how I feel" "And what you speak?" "I am fine, yesterday we had a party, tonight I slept with two beautyful girls in my bed..." "Ui Koja, you not told him?" "For sure I did, he asked me"
 
H

hello_farang

Gast
Unsere Taschen sind schnell gepackt, die von Tippa nimmt Bam schonmal mit in ihr Haus damit wir nachher nicht mit zwei Taschen auf einem Moped fahren brauchen. Sie muss sowieso erstmal nach Hause, um sich fuer die Arbeit umzuziehen. Noch sind wir uns nicht sicher, ob wir morgen frueh von hieraus starten, oder schon heute Nacht rueber zu den Maedels fahren und die letzte Nacht auf Phuket dort pennen. Ist so die Idee von mir gewesen, weil es die Sache vereinfachen wuerde. Vor allem Tippas Auswahl der Sachen die sie mitnimmt waere wesendlich entspannter im eigenen Heim. Und Malte hat bestimmt nichts dagegen, mal eine Nacht auf der Couch zu pennen. Aber da muessen wir ihn erst noch fragen. Bam meint jedenfalls, das waere kein Problem, das koenne sie ihren Nachbarn schon erklaeren. Ich scherze, zur Not bekommt er eine Decke und ein Kopfkissen, und schlaeft draussen auf der Terrasse, wo ihn alle sehen koennen. Egal wie wir entscheiden, heute Abend kommen wir ins ´Sunset´ zum Essen, und um uns zu verabschieden.

Bam nimmt sich die Tasche zwischen die Beine und faehrt los, wir setzen uns auf die Terrasse. Drueben bei den Jungs ist schon etwas Leben in der Bude, nur bei Malte ist es noch ruhig. Ich klopfe bei Chris und Harkan "Moin moin, schon wach?" "Ja, kommt rein" Winke Tippa zu, und wir machen es uns alle auf dem Bett bequem. Die beiden und Ee haben sich ueberlegt, das wir gleich nochmal zum Daenen fahren zum brunchen, und sie uns als Abschiedsgeschenk einladen. Eine nette Geste, die wir gerne annehmen. Muessen bloss Malte wachbekommen, also gehen Chris und ich hin und klopfen bei ihm. "Jaaa?" "Guten Morgen, Kriminalpolizei. Machen sie die Tuer auf. Wir wissen, das sie zuhause sind" "Waaas?" "Kriminalpolizei, oeffnen sie die Tuer" Ein ziemlich verpennter Malte steht grinsend da, als die Tuer aufgeht. "Los, ab unter die Dusche, die wollen uns zum Brunch einladen, leo leo" "Wie spaet ist es denn?" "Spaet genug zum Aufstehen, los mach hinne" "Ja, Moment, ich komme gleich rueber zu euch" Ihm jetzt schon die Frage zu stellen, ob wir heute Nacht bei den Maedels pennen waere sinnlos, ich muesste nachher nochmal fragen.

Zwanzig Minuten spaeter ist er fit und wir brechen auch gleich auf, schliesslich ist es bereits kurz vor Elf. Auf dem Weg zum Daenen faehrt er eine ganze Weile neben mir und Tippa, und wir unterhalten uns. "Man was fuer eine Party, ich bin immer noch ziemlich durch den Wind" "Tja, ich habe schon gefruehstueckt, habe mit Deutschland telefoniert, die Tasche von Tippa ist bereits in ihrem Haus, und die beiden haben auch schon was gegessen" "Du bist ein Tier"

Beim Daenen das bekannte ueppige Buffet, wir sitzen ein paar Stunden. Mit Malte bespreche ich den Plan, heute schon all unsere Sachen rueber zu den Maedels zu bringen, Kob soll morgen frueh direkt da hin kommen und uns abholen. Klingt gut, meint er grinsend. "Ach ja, und du musst auf der Couch schlafen" "Das klingt weniger gut, ich dachte ich koennte bei euch...." "Was du denkst interessiert niemanden" Er fuegt sich in sein Schicksal. Sage ihm, das wir abends noch nach Kata wollen zum Essen. Er nimmt mich beiseite "Dann laden wir aber die Drei ein, o.k.?" "Klar doch, das war auch meine Idee"

Wir reden und lachen viel, Harkan sagt, das er mit PADDY abgemacht hat, das er ab Mitte Januar auf Samui weitermachen wird mit seinem Tauchlehrerschein. Zwar wollen die drei nach wie vor ueber Silvester rueber, aber sicher ist das alles noch nicht. Schliesslich waeren es fuer zweimal Hin- und Zurueck pro Kopf um die 200 Euro nur fuer die Flugtickets. Und fuer das Geld koennen wir alle sehr bequem 10 Tage Bungalow, Essen, und Rauchwaren bezahlen. Egal wie, wir werden in telefonischem Kontakt bleiben, um up to date zu sein. Das einzigste, was halbwegs sicher scheint ist, das Tippa und ich in ungefaehr einer Woche wieder auf Phuket sind zum Happy new year. Habe bisher noch kein Land kennengelernt, wo es so schwer ist, konkrete Plaene zu schmieden. Ausser Malta vielleicht. Aber selbst da gab es Fixpunkte, zum Beispiel das die Fischer um vier Uhr morgens auslaufen. Kommste auch nur zehn Minuten spaeter zum Hafen sind sie bereits weg. Deshalb habe ich damals des oefteren auch gleich auf dem Boot gepennt, um nicht verschlafen zu koennen.

Zurueck im ´Seaview´ entspannen wir erstmal bei einer gepflegten Bong. Malte packt seine sieben Sachen zusammen, und wir fahren sie mit meiner Tasche zu den Schatzis. Tippa bleibt da, sie will in Ruhe packen ohne meine stoerenden Kommentare. Ich gebe ihr nur den Ratschlag, es nicht zu uebertreiben, denn 20 kg pro Person sind erlaubt. Alles drueber darf sie alleine extra bezahlen. Also fahre ich bei Malte auf dem Bike zurueck ins Resort. Wir muessen noch Tschuess sagen, unsere Flugtickets und die abgebunkerte Kohle aus den kleinen Safes holen. Ausserdem auch nochmal ins Meer huepfen, denn das wird fuer eine Weile ja auch nicht mehr moeglich sein. Der herrliche lange feine Sandstrand von Karon, er wird mir fehlen. Klongs in Bangkok sind war auch Wasser, aber von ganz anderem Kaliber. Wir geniessen es, das liegen am beach, das gucken nach ein paar farang-Maedels in knappen Bikinis, die frische salzige Briese. Als die Sonne im Meer versinkt gehen wir zurueck ins ´Seaview´, und Malte gibt sein Moped ab. Wir werden natuerlich gefragt, wann wir wiederkommen, und ob man uns Bungalows reservieren soll. Laecheln ist unsere Antwort, denn auch die crew weiss ganz genau, das es nicht moeglich ist zu sagen, wann. Aber mit Sicherheit ueber Silvester, also schreibt man unsere Namen auf die grosse Tafel, mit dem Datum 30. Dezember dahinter. Kein Problem, denn selbst wenn wir es nicht schaffen, die Huetten sind innerhalb von zehn Minuten vermietet. Wir lassen ins die aktuellen Visitenkarten geben, um rechtzeitig anrufen zu koennen. Zuecke meine Brieftasche, und stecke 400 Baht in die Tipbox, Malte gibt 300. Zurueck am Bungalow gebe ich Harkan nochmal vier Fuenfziger, die er morgen den Zimmermaedchen zukommen lassen soll. Wir werden ja schon laengst im Flieger sitzen, wenn die Damen zur Arbeit erscheinen.
 
H

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Tippa klingelt durch, ob wir nach Kata wollen? Klar Schatz, komm her und hol mich ab. Sie lacht "In 30 minutes, o.k.?" "What you make next half hour?" "I look for my clothes. Koja, I do not know what I must take with me" "Schatz, we come and show you, mai mii panhaa" "Nooo Koja, you not know" "Same you. You also do not know what you take with you. I told you, we stay Bangkok only for one week, then we come back to Phuket. Do you want open a 'second hand' store in Bangkok or what?" "Uii Koja, you not understand" Gut, wenn ich das nicht verstehe, dann vielleicht Ee. Also halte ich die Sprechoeffnung am Handy zu und sage Ee, sie soll Tippa bitte klarmachen, das sie "some clothes" einpacken soll, dann reiche ich ihr mein Handy. War natuerlich einer der groessten Fehler, die man machen kann. Die beiden reden ohne Ende. Ich und Malte schuetteln nur mit dem Kopf. Ich, weil ich so bloed war, und Malte auch weil ich die Frauen anscheinend immer noch nicht kenne. "Gib ihnen ein Handy in die Hand...", weiter braucht er gar nicht reden. "Chris, leihst du mir kurz dein Bike?" "Klar, der Schluessel steckt" "Bin in zwanzig Minuten wieder da, macht euch schonmal huebsch fuer Kata!" Die drei Jungs lachen, Ee ist ins Gespraech vertieft. Ich nehme den laengeren Weg ueber den Kreisel, aber der ist schneller, denn zum einen beleuchtet, zum anderen gibt es keine eingebauten Bodenwellen zur Geschwindigkeitsreduzierung wie bei der Abkuerzung am Bolzplatz vorbei. Vorne am TukTuk-Stand winke ich kurz, weil ich ein paar Kollegen von Kob erkenne. Die auf der Strasse zwischen dem Karon Kreisel und dem Wat dahinschleichenden Touris hupe ich aus dem Weg, das ist hier keine verdammte Fussgaengerzone, weg da. Mit 60 km/h durch die Ortschaft, natuerlich auch wieder mal ohne Helm, alles wie gehabt.

Tippa schaut erstaunt, als ich die Tuer oeffne und reinkomme. Die Sandalen lasse ich draussen stehen wie es sich gehoert. Sie sitzt vor einem Berg von Zeug auf ihrem Bett, hat das Handy am Ohr, und grinst nur. Ich nehme ihr das Spielzeug aus der Hand "Hallo Ee, Koja here. We speak later, o.k.?!" Am anderen Ende ein erstauntes "Koja?" und schallendes Gelaechter von den Jungs. Ich lege auf.

So, und jetzt wird hier eingepackt ohne lange Diskussionen, wir haben heute noch was anderes vor. Das ist huebsch, das ist zuechtig, das da ist zu sexy, das geht, ich feuere die Blusen und Oberteile im Schnelldurchgang nach links und rechts. Was ist mit den Hosen, wieviele willst du mitnehmen? Sechs oder so, nein das ist nicht. Die kommt mit, die auch, die sieht klasse aus, sie kommt gar nicht dazu mich aufzuhalten. "And your new sexy underware, we take both of them with us for sure!" "Koja, but I can not wear the blue trousers with a green Shirt..." "Why not, but never mind. If you need something new, we go to the next market an buy it. Tirak, its no problem, but I dont want sit here three more hours. We are hungry and want go to Kata now to say goodbye"

Sie scheint gluecklich zu sein, das sich ihre Reisetasche so schnell fuellt. Das Problem verstehe ich nicht, werde und muss ich auch nie. Ist doch voellig schnurz, du siehst in allen sehr gut aus, bestimmt sogar mit einer Burka. Ihr Blick verraet, das sie gerade gar nicht ans Reisen denkt, ich gucke sie etwas vorwurfsvoll an, aber gegen Gefuehle kann man wenig machen. "Koja, today in the morning you told me 'Later', and now ist later" Fahre ihr mit den Fingern durch die Haare, sie macht es sich neben ihren Klamotten und der Tasche auf dem Bett bequem, zieht sich das T-Shirt aus. Den Wunsch kann ich ihr nicht ausschlagen, beim Anblick von ihrem Bauchnabel geht es auch gar nicht anders. Sie hat gewonnen, es ist unmoeglich ihr zu widerstehen. Auch wenn die anderen auf uns warten, uns ist es egal. Immerhin habe ich uns ja etwas Zeit rausgeholt durch die Packaktion im Schnelldurchgang, die wir jetzt intensiv geniessen. Krame die zwei Geschenke fuer Lek raus und stecke sie in eine Platiktuete. Nach einer kurzen Dusche machen wir uns dann auf zu den anderen.

Ich gehe nochmal gucken, ob wir auch nichts im Bungalow vergessen haben, dann schliesse ich ab. Malte faehrt bei Harkan mit, auf nur noch drei Mopeds geht es nach Kata. Wie der Zufall es will treffen wir dort am TukTuk Standort Kob, der auf Kunden wartet. Prima, die paar Baht fuer einen Anruf kann ich also sparen. Sage ihm, das er uns morgen frueh nicht im 'Seaview' sondern bei Bam und Tippa abholen soll. Er laesst sich von Tippa die Adresse aufschreiben, ich kritzele eine Skizze daneben, damit er es auch ganz bestimmt findet. Ausserdem notiere ich noch ein dickes 6 a.m., doppelt unterstrichen, er lacht nur und nickt.

An John's Bar stoppen wir kurz, muessen uns ja auch von ihm verabschieden. Er freut sich, und schmeisst eine Runde kleine Chang fuer die Herren, die Damen wollen lieber red Fanta. Ich tippe mit dem Zeigefinger an meine Schlaefe "Baba...", schon gibt es wieder was in den Ruecken, diesmal sogar von beiden. "Aua, Chris du hast deine Freundin nicht im Griff, die wird frech!" Er grinst "Kuemmere du dich mal lieber um deine" Tippa will wissen, was ich gesagt habe. Also sage ich ihr, das Chris meinte, ihr beiden seid talueng. Jetzt bekommt er ein paar Hiebe ab, und ich grinse.

Nach der Erfrischung und einer Umarmung von John gehen wir ins 'Sunset', das Restaurant ist gut besucht. Bam und Tippa kuessen sich auf die Wangen zur Begruessung, Malte und ich umarmen Lek, und natuerlich gruessen wir die Cheffin mit einem hoeflichen "Sawat dii khrap. Sabai dii mai?" "Sabai dii khaa, khoop khun khaa" Schieben zwei der kleineren Tische hinten beim Billard zusammen, damit alle Platz haben. Ich muss mal pinkeln, auf dem Weg zur Toilette winke ich in der Kueche dem einarmigen Koch zu, der gerade maechtig zu tun hat, aber freundlich "Hello my friend. How do you do?" lacht. "Sabai sabai"
Wir bestellen bei Lek, weil Bam wie fast immer den vorderen Teil des Restaurants bedienen muss. Warscheinlich weil ihr Aussehen einfach mehr Besucher zieht als Lek mit seinem Charme. Natuerlich ist das Essen vorzueglich, ich hoffe das ich auch in Bangkok so leckeres Pat Thai bekomme wie hier. Spuelen nach mit zwei Bierchen, dann brechen wir auch schon wieder auf. Fuer uns drei wird es ja eine kurze Nacht werden. Bevor wir gehen gebe ich Lek seine Ueberraschungen. Ich weiss, das er ein grosser Fan von Nick Heidfeld ist, also habe ich in Deutschland auf eBay fuer ihn ein Hemd und ein Basecap erstanden aus der aktuellen Sauber-Petronas Collektion. Am liebsten wuede er es gleich anziehen, aber das geht leider nicht im Restaurant. Freut sich jedenfalls wie Bolle, und umarmt mich. Bam gebe ich ganz brav nur die Hand, raune ihr aber laechelnd zu "See you tonight" Auf eine gepflegte Abschiedsbong geht es nochmal zurueck ins 'Seaview', Adressen und Telefonnunmmer werden ausgetauscht. Wir halten es bei der Verabschiedung thailaendisch, kurz und schnell. Man die Jungs werde ich vermissen, war eine sehr lustige Zeit mit ihnen.
 
H

hello_farang

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Tippa meint, natuerlich muss Malte nicht auf dem Sofa pennen. Ich grinse ihn an, denn es war mir schon vorher klar. Sie und ich schlafen bei Bam im Bett, er kann Tippas nutzen. Zwirbele uns noch eine Tuete, die wir uns bei etwas MTV reinziehen. Dann verschwinden wir in den Betten, ich kann die Finger nicht von Tippa lassen und sie muss Malte stoeren, um ein Condom zu holen. Rufe rueber "Malte, du bleibst schoen liegen, die Haende ueber der Bettdecke!" Er lacht nur.

In ihrem kurzen Nachthemd sieht sie einfach wunderschoen und sehr sexy aus. Haelt zwei Condomverpackungen in der Hand, und laechelt. Nee Schatz "One times, not two times", ich will auch noch ein paar Stunden Ruhe haben bevor es zum Flughafen geht. Wie eine kleine Wildkatze kleittert sie auf mich, ich ueberlasse ihr den aktiven Part. Diesmal bekomme ich ihre Krallen ueber die Brust gezogen, sie muss dafuer einige Schlaege auf den Hintern kassieren, was ihr jedoch Spass macht. Danach wieder duschen, also irgendwie muss man hier in Thailand staendig duschen, auch ohne Sex? Zufrieden schlafen wir eng umschlungen ein. Irgendwann gegen 2:30 Uhr kommt Bam nach Hause, ich hoere sie im Badezimmer. Weil Tippa aussen liegt, bleibt fuer Bam nur die andere Seite neben mir. Sie kuschelt sich an mich, ihren festen Busen gegen meinen Ruecken gedrueckt. Ich bekomme einen Kuss in den Nacken, fasse mit meinem Arm nach hinten auf ihren Oberschenkel. Tippa hat doch nicht etwa deswegen das zweite Condom...? Mit dem Gedanken schlafe ich zwischen den beiden Hasen wieder ein.

Mein Handywecker ist unbarmherzig, um fuenf Uhr reisst er uns aus den Traeumen. Ich krabbele als erster aus dem Bett und ziehe mich an. Die beige lange Hose von Replay, und weil heute Freitag ist dazu blaue Socken und ein blaues Oberhemd, natuerlich langaermelig. Im Wohnzimmer checke ich nochmal die Unterlagen und Dokumente. Flugtickets, Visitenkarten, Reisepass und ID von Tippa, alles da. Malte kommt verschlafen dazu, ich setze derweilen Wasser fuer Kaffee auf. Dann wieder rein zu den Maedels, denn wie ich es mir gedacht habe ist Tippa wieder eingepennt. Floetentoene bringen nichts, also werde ich handgreiflich. Massiere sie so lange, bis sie die Augen aufmacht, dann ziehe ich ihr die Decke weg. Sie lacht und quaengelt wie ein kleines Kind, ich bleibe hart. "Los, aufstehen, in einer Stunde kommt Kob!" "What?" "Tirak, we have one hour. Get up now, leo leo" Sie quaelt sich aus dem gemuetlichen Bett, aber Bam steht mit auf was die Sache erleichtert. Als Tippa an mir vorbei ins Bad geht bekommt sie einen kraeftigen Klapps auf den Po, natuerlich nur zum wach werden. Bam lehnt sich laechelnd an meine rechte Schulter, wir kuessen uns zaertlich. "Au man, du hast es gut" meint Malte "Ihr habt doch nicht etwa heute nacht nochmal...?" "Nein, du hast eine schmutzige Phantasie" "Na wenn ich das so sehe" "Du bist spaetestens Morgen bei deiner Frau, also ganz ruhig mein Kleiner" Sein typisches schelmisches Lachen erklingt. Ich will wieder in die Kueche um den Kaffee zu machen, aber das uebernimmt Bam fuer uns. Malte dreht uns eine Guten-Morgen-Tuete, und ich komme immer noch nicht drauf was ich vergessen habe. Irgendwas war doch noch, was ich unbedingt machen wollte? Die Taschen stehen am Eingang, Paesse und Tickets, Geld, alles da. Den Black Label fuer den unseren Freund von der Militaerpolizei wollen wir am Flughafen kaufen, aber ich habe das unbestimmte Gefuehl, das etwas fehlt. Na egal, erstmal ein marokkanisches Fruehstueck, Kaffee und Tuete.

Als Tippa aus dem Bad kommt gehe ich kacken. Dann Zaehne putzen, etwas cK one um den Nacken, das Parfuem und die Zahnbuerste mit in die Reisetasche gestopft, ich bin reisefertig. Tippa erscheint in einem tollen langen blauen Wickelkleid aus Leinen, sehr erotisch aber trotzdem zurueckhaltend. Ich dachte, das ich mittlerweile all ihre Sachen kennen wuerde, aber da scheint hinter dem Kleiderschrank noch einer zu sein. Die Haare zu einem Pferdeschwanz gefasst, man koennte jetzt auch Modeaufnahmen mit ihr machen, sobald die Sonne rauskommt. Make Up hat ihr wunderschoenes Gesicht eigentlich nicht noetig, dennoch hat sie dezentes Rouche aufgelegt, und etwas Lippenstift. Ich blicke Malte an, wir zucken beide mit den Schultern. "What?" will sie wissen, guckt an sich runter als wuerde irgendwas nicht stimmen. "Tirak, khun suai maag maag" laechele ich sie an, sie ist erleichtert.

Kob ist wirklich puenklich, kurz nach sechs Uhr faehrt er vor. Wir verstauen die Taschen, Tippa und Bam legen eine Abschiedsszene hin als wuerden wir zu einer Nordpolexpedition aufbrechen. Tippa haelt sich, aber Bam stehen eine paar Traenen in den Augen als ich sie umarme und auf die Wange kuesse. "You come back for sure?" "Hey Tirak, for sure not longer then ten days. Probably we are back for happy new year celebration" Malte steigt vorne bei Kob ein, ich habe keine Lust mir auf der Fahrt staendig die Birne anzuschlagen. Dann rollen wir vom Hof, Bam hat die Haustuer sofort geschlossen. Aber sie steht bestimmt hinter dem Vorhang und sieht uns nach, also winke ich nochmal kurz. Es geht gleich auf die Ringstrasse, vorbei an vertrauten Plaetzen wie dem Wat, unserer Lieblingsgarkueche, dem Kreisel von Karon, den Berg rauf zum heiligen Baum, durch Patong, was noch nicht richtig zum Leben erwacht ist. Das TukTuk schnurrt unablaessig vorwaerts, Tippa hat ihren Kopf an meine Schulter gelehnt und blickt nachdenklich zurueck. Ein paar Hunde bellen, die Menschen fahren zur Arbeit oder sitzen vor ihren Haeusern beim Fruehstueck, ein Phuket ohne Touristen. In Patong quert Kob rueber nach Osten zur 402, um auf der grossen Hauptstrasse richtig Gas geben zu koennen. Die Landschaft fliegt vorbei, waerend es langsam heller und waermer wird.
 
H

hello_farang

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Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir den Flughafen. Ein ziemlich haesslicher aber praktischer Klotz in der Landschaft am Meer. Tippa ist sichtlich nicht ganz wohl bei dem Gedanken, gleich in einen Flieger zu steigen. Wir verabschieden uns von Kob, geben ihm das Geld fuer den Lift, und er macht sich auf die Suche nach Kunden. Wir gehen rein, neben uns donnert eine Maschine in den Himmel. So wie es ausschaut haben wir anlandigen Wind, und die Flugzeuge starten Richtung Meer. Bin zum ersten Mal hier, und mir fallen gleich die aegyptisch anmutenden Stuetzpfeiler der riesigen Halle ins Auge. Schnappen uns erstmal einen Trolli, um die Taschen nicht schleppen zu muessen. Auch Malte kennst sich nicht aus, also fragen wir am Infoschalter. Domestic flights, da muessen wir hoch in das obere Stockwerk. Alles klar, also ab zum Fahrstuhl. Wir sind etwas spaet dran, also lassen wir die Idee, noch eine zu rauchen, erstmal fallen. Einchecken ist jetzt wichtiger. Zum Glueck ist der Flughafen recht uebersichtlich, und wir finden schnell unseren Schalter. Taschen abgeben, Paesse bzw. ID zeigen, und wir sind dabei.

Tippa ist ruhig geworden, und laesst meine Hand nicht mehr los. Wir gehen ans Fenster, durch das man auf das Vorfeld sehen kann. Eine dicke Boing steht bereit, das duerfte unsere sein. "Ui, such a big one?" "Tirak, the big ones are much more saver then the smaller planes" Sie glaubt mir nicht, guckt nur fasziniert und aengstlich. Also setze ich mich mit ihr auf eine der Baenke im Wartebereich. Uns gegenueber eine englische Familie mit zwei kleinen Kindern. Der Sohnemann ist voll begeistert, und spielt selber Flugzeug. Ich gehe zu den Eltern und frage, ob der Kurze mal eben mit meiner Freundin reden darf? "Sure, whats the problem?" "She fear go by plane. Its her first time" Die Mutti steht auf, und zu dritt gehen wir zu Tippa. Ich frage den Kleinen, wie er das fliegen findet? "Great, its fun. You become a meal and toys" Wir muessen lachen, denn Tippa wird bestimmt keine Spielsachen geschenkt bekommen. Aber der Junge ist ganz begeistert, erzaehlt wie es im Bauch kribbelt wenn man losfliegt, und das er schonmal zum Piloten in die Kanzel gucken durfte. Und das es Cartoons im Fernseher gibt, und eine Toilette. Na wie Kinder sowas halt sehen, Tippa muss laecheln. "You see, its same same going with a VIP bus" "Koja, this is no bus!" Also frage ich den Steppke, ob er auch mal aus dem Fenster gesehen hat? "Everything is small, you can see hole cities" "And you like it?" "Yes", dann spielt er wieder Flieger und laeuft zu seinem Papi. Ich bedanke mich bei seiner Mutter, die daraufhin zurueck zu ihrer Familie geht und sich setzt.

"Tirak, you see also the kids like to fly. In the first minute it will be loud, but when we are airborne its much more comfortable as in a bus. Believe me" Sie schaut mich an, ich gebe ihr einen Kuss auf die Schlaefe und streichele ihren Nacken. Meine andere Hand laesst sie dabei nicht los. Dann wird unser Flug aufgerufen, und wir besteigen den Flieger. Haben einen Fensterplatz, und zwei daneben. "You want sit on the window?" "No", ihre Antwort kommt schnell. Aussen sind nur zwei Sitze, also nehme ich am Fenster Platz, sie neben mir, Malte bleibt der undankbare Sitz in der Flugzeugmitte neben zwei anderen Passagieren. Ihm ist es egal, er macht die Augen zu bevor wir ueberhaupt auf die Startbahn rollen. Wie immer, wenn ich zu einem Flug starte, nehme ich die Gebetskette ab seitdem ich den LekLai habe, und fuehre das Amulett zur Stirn und meditiere kurz. Ich mache es nicht, um Tippa zu beruhigen oder sie zu verunsichern, es ist eine Zwiesprache mit meinem Schutzgeist. Fuer diese Minute laesst sie meine Hand los, aber sobald ich die Kette wieder umgelegt habe, drueckt sie meine Hand sehr fest. Die Maschine rollt in die Startposition, noch scheint alles in Ordnung zu sein, ich zeige ihr sicherheitshalber die Kotztueten. Die Stewardessen erklaeren die Schwimmwesten falls wir Nowassern muessen, das findet sie gar nicht komisch. Aber als es dann wirklich losgeht, die Turbinen auf vollen Schub geschaltet werden, und das tonnenschwere Ungetuem immer schneller rappelnd ueber die Startbahn schiesst, da wird ihr ganz anders. "Koja!" "Everything is o.k., look we fly", ich blicke aus dem Fenster und sehe die Wellen der Andamanensee immer kleiner werden. Zum Glueck muss sie nicht kotzen, denn ich habe ueberhaupt keine Lust warme stinkende Tueten halten zu muessen, bis wir die Sicherheitsgurte loesen duerfen. Nach wenigen Momenten liegt der Flieger ganz ruhig in der Luft, und sie entspannt sich etwas. Das die Landung noch viel spannender und ruppiger und lauter wird verrate ich ihr besser erst kurz vorher.

Ich schaffe es, das sie endlich meine Hand loslaesst, dafuer streichele ich sanft ihren linken Oberschenkel. "O.k., now look outside, you will love it" Sie beugt sich rueber und schaut aus dem kleinen Fenster neben mir. Unter uns sieht man Meer, und ein paar lange weisse Streifen vom Kielwasser einiger Frachtschiffe. "Ui", sie ist begeistert. "Look to the clouds" Sie sieht natuerlich zum ersten Mal Wolken von oben, ich bekomme einen Kuss von ihr, sie legt ihren Kopf an meinen und schaut. "Do you want sit here and look outside?" "Yes", noch ein Kuss. Also loesen wir die Gurte und tauschen die Plaetze. "And you came ten hours with the plane to Thailand? You looked outside all the time?" ""No, most of the time I slept because we flew during the night to Thailand. But I saw cities in the night, only the lights. When I flew from Berlin to Isanbul it was daytime, and I looked outside" Ich streichele ihren Bauch, sie guckt sich kurz um und zieht meine Hand dann etwas hoeher.

Die Stewardessen kommen und verteilen ein Fruehstueck, eher europaeisch-international ausgelegt. Broetchen, etwas Kaese, Wurst, einen Pudding, und Obst. Tippa will es nicht haben als sie es sieht, ich sage aber wir nehmen beide. Die Wurst schmeisse ich natuerlich rueber zu Malte, Broetchen mit Kaese sind in Ordnung. Dazu gibt es Kaffee, Tee, und Saft. Ich blicke auf die kuemmerliche Salatbeilage, und ploetzlich faellt mir wieder ein was ich in Karon vergessen habe. Verdammt, ich habe das verbuddelte Gunja nicht ausgegraben! Das liegt immer noch hinter dem Bungalow. Tippa lacht, als ich es ihr sage. Ich soll nachher einfach Harkan anrufen, und er bringt es dann zu ihr ins Haus. Ich gucke nachdenkend auf das wirre Muster des Sitzbezugs vor mir, bin einen Moment nicht da. Bis mir Tippa noch einen Kuss gibt und wieder lacht.
 
H

hello_farang

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Frage Malte, was er mit seinem Zeug gemacht hat? "Ich habe es gestern Abend Lek gegeben, wieso?" "Weil ich es hinterm Bungalow vergessen habe" "Du bist so ein Trottel, sei froh wenn es noch da ist, wenn wir zurueckkommen" "Ja nee, Tippa meinte schon, ich soll die Jungs anrufen wenn wir gelandet sind" "Yupp, mach das", dabei grinst er mich an. "Was ist los?" "Alter, du siehst aus als kaemst du gerade aus ´nem Karaokeschuppen" "Was? Wieso?" In dem Moment kommt eine der Stewardessen, und auch sie blickt mich an und muss laecheln, allerdings ohne etwas zu sagen. Ich gehe nach vorne aufs Klo, muss sowieso pissen. Im Spiegel sehe ich es dann. Tippa hat mir mit ihrem Lippenstift drei schoene Besitzstempel ins Gesicht gekuesst, einen rechts, zwei links. Ja super, und so laufe ich durch den halben Flieger? Das hat sie doch mit Absicht gemacht, deshalb hat sie auch so gelacht. Na warte du freches Luder, in Bangkok zahle ich es dir heim. Wasche mir mit der voellig ueberparfuemierten Seife das Gesicht, jetzt rieche ich als kaeme ich aus einer Schwulenbar, vom Regen in die Traufe. Zurueck am Platz schaut Tippa mich an, und muss grinsen "Ui, you saw it in the mirror?" "Top Salobsalai", dabei kneife ich sie in die Lenden sodas sie auf dem Sitz auf und ab springt vor Lachen. Fast raeumt sie dabei das Tablett der Dame hinter sich ab, wir entschuldigen uns und schauen uns tief und verliebt in die Augen. Zum Glueck kommt die Stewardess von eben vorbei und nimmt uns die Tabletts ab. Mit einem laechelnden Seitenblick auf uns schiebt die Bedienung danach ihren Trolly weiter. Schatz wir fallen auf, Ruhe jetzt.

Der gesammte Flug dauert nur ungefaehr 90 Minuten, also hoert man wie der Schub leicht zurueckgenommen wird, und es geht langsam wieder abwaerts. Tippa ist begeistert, so schnell ist man in Bangkok? "Khrap, twenty minutes and we are landing at Don Muang" Dauert auch gar nicht lange, und die ´Fasten seat belt´ Lampen gehen an. Dummerweise meldet sich der Kapitaen und berichtet erst auf thai, danach in gebrochenem englisch, das ueber Bangkok zur Zeit ein Unwetter niedergeht, es also etwas Turbulenzen geben kann. Die gute Laune von Tippa ist schlagartig verschwunden, ich hingegen freue mich auf das angekuendigte Geschaukel. Auf unserer Seite kann man nichts sehen, aber Malte meint rechts sieht es ganz schoen dunkel aus. Wir gucken rueber, und in der Tat ist es fast schwarz, Tippa nimmt meine Hand. "Hey tirak, mai pen arai" Ich zupfe die Kotztuete vor ihr ein Stueck weiter aus dem Netz und deute drauf. "Ui Koja, mai joking!" Schatz das soll kein Witz sein, ich will nur nicht das du hier alles vollkotzt, sondern in die Tuete spuckst wenn dir danach ist.

Nach weiteren fuenf Minuten beginnt die Maschine mit den ersten Turbulenzen zu kaempfen, es geht mal etwas nach oben, dann wieder abwaerts, die Gepaeckfaecher ueber uns klappern leise, eines oeffnet sich sogar. Leider kann ich es nicht richtig geniessen, denn ich muss Tippa beruhigen. Drehe ihren Kopf zu mir, damit sie nicht auf die linke Fluegelspitze starrt, die sich in einer recht ansehnlichen Amplitude auf und ab bewegt. "Sweety, everything is o.k., this is normal when there is bad weather. It will be much more quieter when we passed the clouds" Und tatsaechlich wird es ruhig, als wir unter den Wolken sind. Jetzt sieht man zwar das es schuettet wie aus Kuebeln, aber das Schlimmste ist schonmal geschafft. Schweben ueber die Aussenbezirke, sie traut sich wieder rauszugucken. "And tirak, no fear when we touch down, it will be very bumpy and loud, but this is normal also" Die Landeklappen fahren mit metallenem Klang aus, die Fluegel veraendern sich. Sie blickt mich an, ich laechele nur "Normal..." und druecke ihre Hand.

Gut, das es so rumpelt als die Maschine aufsetzt haette ich jetzt auch nicht vermutet, das Teil huepft nochmal hoch und setzt erneut auf, mit einer ziemlichen Geschwindigkeit senkt sich danach das vordere Fahrwerk aufs Rollfeld, und der Umkehrschub wird eingeschaltet. Eine Gischt tobt vor den Fenstern, das man keine drei Meter weit sehen kann. Dann rollen wir aus, und anschliessend zum Gate. Tippa ist erleichtert als wir unten sind, kann wieder laecheln. Ich sehe auf der Rollbahn zentimeterhoch das Wasser stehen, es schuettet wirklich heftigst. Der Sound des Regens, als wir durch die Gangway ins Gebaeude gehen ist hoellisch laut, es tropft an mehreren Stellen rein, und Boeen schuetteln die schwere Konstruktion zweimal richtig durch. Wir warten ewig auf das Gepaeck, denn anscheinend muessen die ramp agents es erst gegen den Regen mit Plastikplanen sichern um es trocken ausladen zu koennen. Ich schlage Tippa vor, sie solle doch schonmal rausgehen, um in der Halle nach ihrer Schwester zu suchen. Das macht sie dann auch.

Als sie weg ist meint Malte zu mir "Alter Schwede, das war aber ein ganz schoen heftige Landung?" "Ja, sowas hatte ich bisher nur einmal, in Berlin. Damals bin ich aus Malta zurueckgekommen, und der Pilot musste Tegel zweimal anfliegen um runterzukommen. Danach wurde Tegel fuer drei Stunden gesperrt, und die Maschinen nach Hamburg und Bremen umgeleitet" "Tippa hat sich gut gehalten, Respekt" "Du, wenn man es noch nie gemacht hat, dann kennt man es eben nicht anders. Warte mal ab, ich bekomme bestimmt noch was zu hoeren..." Aber wir bekommen alle etwas zu hoeren, naemlich die Lautsprecherdurchsage, das Don Muang bis auf weiteres gesperrt ist. Auf der grossen Arrival-Tafel mit den Flugnummern der Fluege erscheint ueberall ein blinkendes doppeltes rotes Licht. Wartende Angehoerige moechten sich bitte an den Informationsschaltern erkundigen, ankommende Fluege werden umgeleitet. Mir kommt es vor als hoere ich ein thailaendisch-englisches Echo auf meinen Spruch zu dem Malta-Flug eben. Na prima, jetzt bekomme ich mit Sicherheit von Tippa was erzaehlt zum LekLai. Sage Malte, das er bloss die Schnauze halten soll wegen der Berlin-Story, sonst zieht sie mir gleich zwei Leben ab. Endlich rollt das schwarze Fliessband an, und die Taschen trudeln ein. Wir packen sie auf einen Trolly, und ab dafuer. Malte ueberlegt "Na hoffentlich ist Lat mit ihrem kleinen gruenen Honda gekommen, und nicht mit dem Pickup von ihrem Bruder, aber ich befuerchte fast die werden alle mit dabei sein, und deshalb den grossen Toyota gekommen sein" Daran haben wir natuerlich beide nicht gedacht, na abwarten. Jedenfalls wird das ein grosses Kennenlernen und Wiedersehen werden. "Alter, ansonsten bleiben wir erstmal hier und gehen essen in der Mitarbeiterkantine beim BigC drueben am International"
 
H

hello_farang

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Wir kommen in die Empfangshalle, und muessen beide anfangen zu grinsen. Tippa steht mit ihrer Schwester, deren Freund und Sohn da, ausserdem wohl noch eine Freundin von ihr. Direkt daneben Lat mit ihren Neffen Joo und Nat, ihrer Schwester, und sogar die Mutter ist mitgekommen um Malte abzuholen. Gemeinsam ins Gespraech vertieft, die drei Jungs spielen zusammen. Alle warten das wir endlich rauskommen. Ich begruesse natuerlich erstmal Sarinya, ihren Freund, den Kurzen, und die huebsche Freundin von Tippa. Malte wird von seiner Sippe in Empfang genommen, dann bin ich faellig. Nat und Joo stuermen auf mich zu und umarmen mich, ich habe Schwierigkeiten den anderen ein richtiges "Sawat dii Khrap" zu sagen. Ein heilloses Durcheinander, Malte versucht den Angehoerigen von Tippa guten Tag zu sagen, breites Laecheln wohin man schaut. Die drei Kurzen haben allem Anschein nach von meinem Unfall gehoert und moechten sofort mal nachgucken. Also gehe ich in die Hocke, knoepfe das Hemd etwas auf und lege die linke Schulter frei. Jeder darf auch mal den spitzen Knochen anfassen, dann ist erstmal gut.

Malte und ich fragen nach, natuerlich sind sie mit Pickups gekommen, die aber trocken in der Tiefgarage stehen. Ein Blick nach draussen verraet uns, das es jetzt keine gute Idee waere loszufahren. Also bringen wir das Gepaeck zu den Wagen, und gehen wirklich rueber zur Kantine. Kurioserweise kennen nur Malte und ich die location, aber weshalb sollten Thais die sonst nie am Airport sind auch wissen, wo man hier gut und aeusserst preiswert essen kann. Vom Trollyeinsammler bis zum Piloten, alle essen sie da, nur farangs habe dort noch nie gesehen. Die scheinen sich zwar bei McD ihr teures fastfood reinschieben zu koennen, aber trauen sich nicht einfach mal zu fragen, ob man hier auch als Tourist essen darf. Um so besser, so ist das Essen hier typisch thaistyle. Jede Menge vorgekochtes so wie auf einem Markt oder in einem food court, man kann sich aber auch Sachen frisch zubereiten lassen.

Unsere Truppe also rein da, alle suchen sich was aus, Malte und ich machen an der Kasse halbe-halbe. Das drei quirlige Kiddies da sind scheint doch etwas ungewoehnlich zu sein neben den farangs natuerlich, und sorgt fuer viel Sanuk unter den Gaesten und hinter den Kochtoepfen. Malte erklaert Sarinya und ihrem Freund erstmal auf thai, wieso mich die andere Familie so gut kennt. Das ich zur Hochzeit von ihm und Lat aus Deutschland kam, und ein paar Wochen bei ihnen zuhause in einem Dorf bei Nakhon Pathom gewohnt habe. Die Mutti von Lat wirft grinsend ein, das ich ein sehr netter Gast war, nur mein vegetarisches Essen haette immer Extra-Kochen bedeutet. Sie nickt mir freundlich aufmunternd zu, waerend die anderen lachen. Tippa laesst einen Wortschwall los, wieder lachen alle. Aber diesmal habe ich verstanden, stubse sie an "Hey, it´s not to difficult?" "Nein" Lat wundert sich "Uiii, nong Tippa khun phuut joereman mai?" Tippa muss lachen "Nit noi: Lass es sein" Das war auch eins der ersten Dinge, die Lat von Malte gelernt hat, und sie muss ebenfalls lachen, uebersetzt und erklaert dann auf thai. Malte und ich klatschen ab, waerend die anderen sich fast kaputtlachen, auch an den Nachbartischen. Mit ´Lass es sein´ ist gemeint, sie sollen nicht beissen...

Malte grinst und nickt hinter mir in den Raum, noch eh ich mich umdrehen kann um zu gucken, habe ich schon eine Hand auf der Schulter "Farang, your Passport please" Blicke hinter mich, es ist nong Nueng, der Militaerpolizist. In Uniform und mit zwei Kollegen. Sarinya und ihrem Freund sieht man das Entsetzen an, den anderen Gaesten an den umliegenden Tischen eher ein erwartungsvolles ´Jetzt wird es spannend´. Ich stehe auf, und wir umarmen uns lachend, klopfe ihm freundschaftlich auf den Ruecken. Dann begruesse ich seine jungen Kollegen, die ich jedoch noch nie gesehen habe. Einer ist so gross wie ich, hat aber den deutlich besser durchtrainierteren Koerper, mit dem will garantiert niemand Aerger bekommen. Ich stelle Nueng meine Freundin Tippa mit den Worten vor "This is Tippa, my girlfriend. She did not believe I know you" Er grinst sie an, sie steht auf und macht einen Wai "Sawat dii khaa", er erwidert hoeflich "Sawat dii khrap". Seiner Mutti hat er schon vorher eine Wai erboten. Ich bemerke, das er etwas zugenommen hat und streichele ihm schaerzend ueber die Plauze "Bum Bui, sabai dii mai khrap?" "Sabai sabai" lacht er, guckt dann aber auch fragend auf meine Schulter und in mein Gesicht. Erzaehle einem Thai, das du dich aufs Maul gepackt hast, und ganz Thailand weiss es, oder wie? Also nochmal Hemd oeffnen, Schulter zeigen. Die Schulter ist ihm halbwegs egal, aber mein Gesicht bereitet ihm Sorgen "Such a big hole..." "Ay, it´s not too big, only for one finger. Maybe only half of your fingers" Er ist ernst, zieht seine Hand ueber den Jochbeinbruch und meint nur "Koja, it is too near to the brain, you must take care about it!" Damit ist das Gespraech aber fuer uns beide auch erstmal beendet, wir werden es jedoch noch fortsetzen an einem anderen Ort.

Die Jungs holen sich war zu essen, bezahlen muessen weder wir noch sie, denn sie bekommen es umsonst. Sie sehen schon ziemlich marzialisch aus, Tarnkleidung, mehr schwarz als gruen, dazu schwarze hochgeschnuerte glaenzende Stiefel, das unmissverstaendliche dicke MP auf der linken Schulter, schwarzes Barret. Im Guertel stecken Knueppel, Traenengas, Handschellen, und unglaubliche grosskalibrige Pistolen. Auf den Schulterklappen von Nueng prangen mittlerweile vier goldene Sterne, hat also seit meinem letzten Thailandbesuch einen dazubekommen. Er schleppt schon lange keinen Holzknueppel mehr mit sich rum, dafuer hat er seine Jungs dabei. Die beiden setzen sich an einen Tisch neben uns, der ueberraschend schnell frei wird als sie mit den Tabletts darauf zu kommen. In Tippas Gesicht kann ich leichte Verunsicherung ablesen, wen kennen die farangs denn? "Koja, we go to this men in the barracks?" "Yes for sure, I told you before. And this are the good guys. Wait until you know the snipers" "Koja I fear a little bit" fluestert sie mir zu. "More then going with the plane?" "No, but..." "O.k., when I tell you it is no problem, so it´s no problem, you will enjoy it for sure", unter dem Tisch druecke ich ihren Oberschenkel und streichele ihn. Sie laechelt etwas unsicher, waerend der Freund von ihrer Schwester sich sehr gut mit den Jungs versteht.

Irgendwer muss mal nach oben und gucken, ob es immer noch regnet. Nueng loest das ganz einfach, denn er zueckt sein Funkgeraet und fragt nach. Es regnet noch, koennten sitzen bleiben. Aber Malte und ich sind voellig auf dem Zigarettenentzug, seit Phuket keine mehr geraucht. Also gehen wir raus, der Freund von Tippas Schwester, Nueng, und der grosse MP kommen mit. Nehmen den Fahrstuhl nach oben, Malte boxt Nueng mal eben zwei Schlaege in die Wampe um ihn zu aergern. Der lange MP verzieht keine Miene, obwohl es ihm sichtlich sehr schwer faellt jetzt nicht lachen zu duerfen. Zum Glueck sind wir zu viert alleine im Fahrstuhl, sonst muesste es Konsequenzen geben um das Gesicht zu waren gegenueber den anderen. Kaum ertoent der Gong sind alle wieder ernst, die Tuer geht auf und wir stehen vor einer Traube Menschen. Die machen brav Platz vor den MPs, noch ein paar Meter durch die Halle, und gemeinsam gehts endlich durch die beruehmte Glastuer raus zum rauchen.

Wieder mal fallen einigen Thais fast die Kippen aus dem Mund, als sie die zwei MPs rauskommen sehen. Die Jungs scheinen wirklich einen boesen Ruf zu haben. Aber auch zu Recht, denn wenn die normale Polizei schon crass drauf ist, dann ist es die Militaerpolizei erst recht. Die muessen nach gar nichts fragen, sondern duerfen sofort verhaften, egal ob Soldaten oder Zivilisten. Und wenn man als Zivilist dumme Bemerkungen macht, dann gehts gleich ab, wohin auch immer. Will auch niemand so ganz genau wissen. Das ich damals bei der Heirat meines Freundes nun ausgerechnet den Bruder der Braut kennengelernt habe, und der ein hohes Tier bei der MP ist, dafuer kann ich nichts. Aber es ist sehr beruhigend, ihn einen Freund nennen zu duerfen. Ein Gimmik ist, das uns nach wenigen Sekunden das Getriller des Taxipolizisten maechtig auf die Eier geht, er steht nun dienstbeflissen ausgerechnet direkt neben uns. Nicht Nueng geht hin, sondern der grosse MP, und redet hoechstens drei Worte mit ihm, dann nimmt der Kanarienvogel eine Auszeit und setzt sich hin. Was die beiden miteinander geredet haben hat niemand gehoert, aber es muss sowas wie "Du hast jetzt Pause" oder "Noch einmal Trillern und ich gebe dir was aufs Maul" gewesen sein. Auch kein Taxifahrer traut sich auf den Button am Lenkrad zu druecken, es herrscht fast Stille.
 
H

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Frage mich und Malte, woher Nueng und seine Kollegen wussten, das wir in der Kantine sitzen? "Die waren auch schon am Flughafen und er hat mit Lat telefoniert, als ihr gerade eure Taschen in den Wagen von Sarinya gepackt habt. Sie hat ihm gesagt das wir dort erstmal essen gehen um das Unwetter abzuwarten" grinst er. "Und du sagst mir nichts?" "Nein, natuerlich nicht, sonst waere die Ueberraschung doch im Eimer gewesen" Laechelnd betrachte ich den Himmel, der Regen hat nachgelassen und von Osten her wird es bereits heller. Vielleicht noch eine halbe Stunde, dann koennen wir los schaetze ich. Biete den Jungs noch eine Kippe an. Suwat, der Freund von Sarinya, nimmt eine. Malte und Nueng auch, sein Kollege lehnt dankend ab denn er raucht nicht. Nach der Fluppe gehen wir wieder runter in die Kantine zu den anderen.

Nueng fragt "Pee Koja, where you go now?" Ich schaue Tippas Schwester an "Bai ban Sarinya for some days. Then we go Kanchanaubri" "Oh Kanchanaburi. Wat Thamfad?" "Khrap" Er nickt, und holt stolz seine neue Visitenkarte hervor, da ist sogar ein Bild von ihm drauf. "When you go Wat Thamfad you have to call me" Ich habe keine Karte, also frage ich Tippa nach meiner Telefonnummer. Sie kramt ihr Handy raus, schaltet es ein, sucht meine Nummer und gibt sie ihm. Er tippt sie in sein Telefonbuch des mobile phone, und weil ich schon ahne was gleich fuer eine Frage kommt, ziehe ich den Zettel mit meinem Namen in Thaischrift aus der Brieftasche. Er lacht und schreibt ab. Tippa will wissen, was da steht, ich zeige ihr das Stueck Papier. Nun lacht auch sie, und faengt an auf ihrer Tastatur rumzutippen. Schatz, was machst du da? "Ui, I wrote Koja, but your name is with a L" "Mai mii panhaa. If I must write your name in thai I make a little mistake for sure" schaue ich sie an, ihre Mundwinkel gehen leicht nach oben dabei und die Augen leuchten. Auf Phuket im Bungalow wuerden wir uns jetzt kuessen, aber hier ist leider thailaendische Zurueckhaltung gefragt. Bloss unsere Blicke sprechen Baende, und so bekommen wir Kommentare von Sarinya und Tippas Freundin, Let haelt sich auch nicht zurueck. Die vier Maedels scheinen sich eh prima zu verstehen. Den Vogel schiessen aber Nat und Joo ab, denn beiden turnen ploetzlich rum, spitzen die Lippen und machen Luftkuesse, alle muessen lachen.

Sarinya und Tippa holen Nachtisch fuer die Runde, Fruechte und irgendwelchen leckeren Suesskram. Lat will wissen, ob wir auch zur ihr nach Hause kommen. Ich weiss es nicht, die Zeit wird dafuer kaum reichen. Andererseits koennten wir auf dem Weg nach Kanchanaburi dort einen Zwischenstop einlegen, mal sehen. Sie meint, auch die Nachbarn wuerden sich bestimmt freuen, wenn ich mal wieder vorbeischauen wuerde. Kann ich mir denken, denn mit ihnen haben wir damals drei Naechte durchgemacht waerend der Hochzeit. Nach dem Gefeiere haette man bei uns allen eigentlich einen kompletten Blutaustausch vonehmen lassen muessen, soviel Lao Kao haben wir vernichtet. Ich frage Tippa was sie davon haelt? Die Idee findet sie prima, aber auch sie kann nicht sagen ob es zeitlich passen wird. Nueng mischt sich ein, wir sollen ihm einfach bescheid sagen, und er faehrt uns hin. Auch bis nach Kanchanaburi ins Wat. Wir verbleiben so, das wir uns melden werden.

Nach einer Stunde brechen wir dann alle auf, die MPs muessen weiter und verabschieden sich schon am Ausgang der Kantine. Nong Nueng umarme ich, den beiden anderen salutiere ich laessig. Nueng meint nochmal zu mir, das ich mit meinem Kopf aufpassen soll "If some pieces of the bone go inside your head is no good" Ich weiss, zum Glueck kommen sie ja momentan alle raus. "Pee Koja baba" klopft er mir grinsend auf die Bust, Tippa bestaetigt das zur Erheiterung aller. Dann marschieren sie davon, und wir schlagen den Weg in die Tiefgarage ein. An den Autos wird Nat und Joo klar, das ich diesmal nicht bei ihnen mitfahre. Sie sind enttaeuscht, aber es geht nicht anders. Nehme Nat auf den Arm, Joo ist mir zu schwer dafuer. Sage ihnen, das wir sie bestimmt bald mal besuchen kommen, und ich dann auch wieder mit ihnen spielen werde. Aber ich will erstmal mit meiner Freundin zusammen sein. Dafuer ist doch Malte jetzt da, den sollen sie richtig aergern. Die beiden lernen seit der ersten Klasse bereits englisch, und verstehen mich ganz gut. Von Malte verabschiede ich mich kurz aber herzlich, wir umarmen uns. Sehen uns ja eh bald wieder. Lat laesst sich auch dazu hinreissen, mich kurz zu druecken, bei den anderen verabschiede ich mich mit einem Wai.

Wir gehen rueber zum Wagen von Sarinya. Natuerlich wird mir ein Platz vorne angeboten, aber aus Gewohnheit, und um der Aircon zu entgehen, steige ich lieber mit Tippa und ihrer Freundin Vanida auf die Ladeflaeche, der kleine Sutep will auch unbedingt bei uns hinten mitfahren. Suwat ist es nur recht, er freut sich. Sarinya gibt uns aus der Kabine eine Strohmatte und ein paar Kissen. Ueber den Tollway geht es in diese verrueckte Stadt, die ich so liebe. Ein Metropolis in Technicolor, riesige verspiegelte Hochhaeuser in allen moeglichen und unmoeglichen Formen wechseln sich ab mit alten Betonbauten. Ein unglaublicher Verkehr und Laerm, Menschen wohin man blickt. Die heisse Luft durchsetzt mit Zweitakt- und Dieselabgasen, dem Geruch vom Kokosoel der Garkuechen. Ich muss zufrieden grinsen, bin ein Grossstadtmensch und fuehle mich fast wie zuhause angekommen. Zuhause in der Fremde, mir kommt alles so selbstverstaendlich und normal vor.

Der Kurze ist auch ganz begeistert davon, mal hinten mitfahren zu koennen. Staendig entdeckt er irgendwas, was er uns zeigen will. Einen Schreck bekommt er jedoch, als wir in einem Stau plotzlich neben einem Pickup mit lauter Schweinen zum stehen kommen. Die Viecher sind in engen Kaefigen fuenffach uebereinandergestapelt, leben natuerlich noch und grunzen uns zu. Das ist Sutep nicht ganz geheuer, und er rutsch lieber naeher an seine Tante heran. Der Fahrer sieht es, auch wie wir den Kleinen beruhigen. Er kurbelt sein Fenster runter und reicht einen Bonbon rueber, den Vanida ihm gibt. Erst bedankt er sich bei ihr, aber als sie auf den Fahrer deutet macht er zu ihm einen Wai. Mit seinen knapp vier Jahren schon gut drauf, und unheimlich niedlich. Wir muessen alle lachen, dann geht es weiter.

Am Pratunam und dem World Trade Center kommt mir die Gegend wieder bekannt vor, kann also nicht mehr so weit sein. Aber lange dauern, bei dem Megastau. Irgendwann sind wir endlich an der Rama 1, unterqueren den Skytrain, dahinter beginnt die Rachadamri Road. Und richtig, links taucht der Lumpini Park auf, die gruene Oase inmitten der Stein- und Betonwueste. Tippa zeigt nach rechts "And there is the Chulalongkorn University, behind the next street" Sie ist etwas unruhig, denn wir sind bald bei der Wohnung ihrer Schwester. Sagt mir das Sarinya denkt, sie arbeitet mit Bam im Restaurant. "So if she ask you tell her you met me in the restaurant, o.k.?" Klar Schatz, und das ist ja nicht mal gelogen. Schliesslich habe ich dich genau da zum ersten Mal gesehen und wir wurden uns vorgestellt. Fluestere ihr ins Ohr "And what´s about Vanida?" "She know I have some sponsors", alles klar. "But tell her I am not one of them" "I told her already" laechelt sie. Ich schaue sie an "Tirak I want sleep with you..." Ihre Augen blicken gluecklich. "...now, and right here" "Ui Koja, khun ba!", schon klatscht ihre Hand auf meinen Oberschenkel das es zeckt. Mein Wunsch wird natuerlich sofort ins thai uebersetzt, sodass auch Vanida mitlachen kann. Der Kurze bekommt nicht mit was sie sagt, weil er eingepennt ist.

Quaelend langsam geht es auf die Rama 4 zu, auf die wir nach rechts abbiegen. Dann links in die Thanon Si Praya, dort gleich wieder links in eine kleine Nebenstrasse. Der Pickup stoppt, wir scheinen angekommen zu sein. Wir tragen unsere Taschen hoch in den zweiten Stock eines der typischen Bangkoker viergeschossigen Mietshaeuser. Draussen haengen die Aircons und tropfen vor sich hin, ein Gewirr von Draehten und Kabeln versorgt die Wohnungen mit Strom und Telefon. Sarinya nimmt ihren Sohn auf den Arm und kommt uns nach, waerend Suwat den Wagen irgendwo abstellt. Ich ziehe mir die Treckingsschuhe aus, und wir treten ein.
 
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