Die Firma

Diskutiere Die Firma im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; Hi Folks... als kleines Dankeschön für das viele Lob von "Adolf in Thailand I" habe ich mich entschlossen, euch hier exclusiv eine weitere kleine...
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waldi

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Hi Folks...

als kleines Dankeschön für das viele Lob von "Adolf in Thailand I" habe ich mich entschlossen, euch hier exclusiv eine weitere kleine Geschichte aus dem Leben mal so vorab zu veröffentlichen...

Sie ist zwar aus einen Zusammenhang "gerissen", aber ziemlich abgeschlossen und vor allen ECHT!!!
(Genauso ist es passiert!)

Wünsche euch viel Spass beim Lesen und lasst einen Kommentar ab!

Das ist eine Anordnung!!! ;-D ;-D ;-D

Waldi :cool:
 
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hello_farang

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Wo? :nixweiss:

p.s.: sorry, jetzt sehe ich -reichlich... :-)
 
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waldi

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8. Canoe Messanger Co.,Ltd.


Canoe Messanger Co.,Ltd. war eine Firma, die hauptsächlich Kanu Touren nach Phang Nga und Speed Boot Touren nach Phi Phi Island anbot. Die Firma wurde Anfang 1997 auf Phuket gegründet. Die Gründungsmitglieder bzw. Shareholder (Teilhaber) waren Alois, Sepp, Schweizer Peter, Thai Pakty, Horst (ein Norddeutscher), und noch zwei pro forma Thais.

Geschäftsführerin war Karin, eine etwas dickliche Berlinerin, die Tochter von Alois Mitbewohnerin.

Ich wusste schon länger, das es diese Firma gibt, da mir Alois öfters von deren Firmen Meetings erzählte. Alois war der eigentliche Gründer und Initiator dieser Firma, weil er einfach die besten Kontakte und Leute kannte, um die Firma hochzubringen. Natürlich investierte Alois keinen einzigen Baht in die Firma sondern gab nur sein Know/How zum besten. Geld investierte meines Wissens nur der Sepp und der Schweizer Peter, aber ich bin mir da nicht mehr so sicher.

Diese Firma hatte ein ehemaliges Tauchboot für die Hauptsaison gechartert und unternahm damit ihre Kanu Expeditionen nach Phang Nga. Auf diesem Boot waren meist vier Mann Besatzung, eine Köchin und drei bis vier Kanufahrer, welche die Touristen durch die Mangroven oder Höhlen (Hongs) in der Bucht von Phang Nga führten. Manchmal war auch ein deutsch oder englischsprachiger Guide bei den Touren dabei.

Für die Touren mit dem Speed Boot wurden die Schnellboote, je nach Teilnehmeranzahl, bei einen der größten privaten Bootsverleiher, einen Thai Chinesen, in Phuket Town für den jeweiligen Tagesausflug gechartert.

Da ich mit Alois sehr viel zusammen war, bekam ich immer mehr und mehr über diese Firma mit. Jedes Mal wenn sie ein Meeting hatten, erzählte er mir davon. Meist war er sehr verärgert und schimpfte wie ein Rohrspatz über die anderen Teilnehmer des Meetings. Zuerst interessierte ich mich nicht so stark für diese Firma, da es ja überhaupt nicht mein Business war. Aber so mit der Zeit wuchs mein Interesse. Ich kann mich auch noch sehr gut an ein Gespräch erinnern, er kam mal gerade wieder von einem Meeting, schimpfte er so dermaßen über einen Bayern Sepp, das natürlich sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Alois war ja bekanntlich ein typisches Nordlicht für mich und Bayern interessierten mich einfach mehr und sind mir viel sympathischer als Nordlichter. Ich will aber betonen, das ich sicher nicht alle in einen Topf werfe, aber es ist nun mal so, das Süddeutsche mit mir mehr „die gleiche Chemie“ haben, das ist alles.

Auf jeden Fall schimpfte er über den Münchner Sepp, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Genau dieser Münchner Sepp wurde später dann einer meiner besten Freunde auf Phuket. Ich hörte mir nun Alois Kommentare und Meinungen immer genauer an und ergriff manchmal sogar für die anderen Partei, ohne einen von ihnen zu kennen.

Eines Tages, ich weiß nicht mehr so genau, wann, wurde das „Phuket Fantasea“ in Kamala Beach eröffnet. Alois hatte, wie alle Tourunternehmer oder alle größeren Unternehmer, die auf Phuket im Tourismusbereich tätig sind, zwei freie Eintrittskarten für die offizielle Eröffnungsgala. Diese Gala wurde eigens für die Geschäftsleute auf Phuket veranstaltet und es gab nur geladene Gäste. Alois wollte mich an seiner Seite haben, seine Thai Alte lies er zu Hause.

Phuket Fantasea ist eine riesige Freizeitanlage, so eine Art Disneyland auf Thai Kultur und Thai Geschichte aufgebaut. Ich muss sagen, ich war sehr beeindruckt von den absolut professionellen Showeinlagen, die dieser Freizeitpark bietet. Sollte mal der eine oder andere die Gelegenheit haben, diesen Freizeitpark auf Phuket zu besuchen, kann ich es nur empfehlen – Die Show ist erste Sahne, zeitweise sind bis 25 ausgewachsene Elefanten und über 100 Darsteller auf der Bühne. Nun gut, bei den Eröffnungsfeierlichkeiten trafen wir auch Karin. Sie war mit ihrer Freundin, Susi, eine sehr hübsche Reiseleiterin von Neckermann bei dieser Gala. Karin war mir mit ihrer etwas plumpen und gleichzeitig überheblichen Art nicht sehr sympathisch. Das sie eine dominante Lesbe ist, erfuhr ich erst später, aber im Prinzip ist mir das egal. Auf jeden Fall hatten wir einen sehr schönen Abend und ich kannte nun mal schon die Geschäftsführerin von Canoe Messanger Co.,Ltd.

Den Münchner Sepp lernte ich an seinem Geburtstag im Jahre 1998 kennen. Er feierte diesen in seinem Garten in einer kleinen, wunderschönen Bungalow Anlage am Karon Beach. Zu dieser Anlage wird es noch viele weitere Geschichten geben, da ich später auch mal acht Monate dort leben werde, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht.

Alois war an Sepps Geburtstag eingeladen, und da wir eh meistens zusammen waren, ging ich natürlich mit. Der Sepp war mir von der ersten Minute an sehr sympathisch und wir verstanden uns auf Anhieb. Er war nur körperlich sehr lädiert, da er ein paar Monate vorher einen schweren Motorradunfall hatte, lange im Krankenhaus war und sich jetzt wegen gebrochener Hüftgelenke nur mit Hilfe von Krücken fortbewegen konnte. An diesem Abend sah ich auch das erste mal Toi, eine Thai, die andauernd um Alois rum schwänzelte, dazu kommt in einem späteren Kapitel auch noch einiges.

Ich lernte an diesem Abend sehr viele Residents aus Karon und Kata Beach kennen und spürte irgendwie, das diese Leute sich unterschieden von den Patong Beach Residents. Ich konnte es noch nicht so richtig deuten, aber irgendwie war es anders. Es war ein sehr netter Abend, aber Alois und ich verabschiedeten uns relativ früh, da wir in Phuket Town im Palace Hotel noch die Waschstraße bzw. den Turkish Bath Service aufsuchen mussten.

Die Meetings der Shareholder und Karin wurden weiterhin wöchentlich abgehalten und Alois berichtete mir jedes Mal, wie es war und was so vorgefallen ist. Ohne jemals ein einziges Meeting besucht zu haben wusste ich inzwischen sehr viel über diese Company. Es interessierte mich jetzt auch sehr, da ich inzwischen einige Leute, die da involviert waren, persönlich kannte. Ich lernte auch Sammy, einen thailändischen Rechtsanwalt (nicht der Sam von der German/Thai Group) kennen. Sammy fungierte auch als Firmenanwalt für Canoe Messanger und ist Thai, war jahrelang in Saudi Arabien (obwohl er manchmal soff wie ein Loch) als Repräsentant einer thailändischen Firma tätig. Als er vor Jahren nach Thailand zurück kehrte, machte er sein Jura Diplom, sodass er als thailändischer Rechtsanwalt zugelassen wurde.

Bemerkung vom Autor: Es gibt keinen einzigen zugelassenen ausländischen Rechtsanwalt oder Notar in Thailand. Vielen Ausländern oder Touristen wird durch die diversen Zusammenschlüsse von Firmengruppen oder wohlklingenden Firmennamen suggeriert, das die Anwälte aus ihrer Heimat kommen und hier in Thailand praktizieren. Das ist ein Märchen, dem leider auch schon sehr viele deutschsprachige aufgesessen sind... Rechtsanwalt steht in Thailand auf dem Kodex der verbotenen Berufen für Ausländer und es gibt in ganz Thailand keinen einzigen Nicht Thai, der eine Zulassung als Rechtsanwalt hat. Es gibt aber durchaus seriöse Zusammenschlüsse zwischen deutschen und thailändischen Anwaltskanzleien.

Je mehr ich von Alois über die Firma mit bekam, desto mehr wuchs in mir der Verdacht, das sich in naheliegender Zukunft einiges ändern wird. Die Streitigkeiten unter den Shareholder und mit Karin wurden immer größer. Mir fiel zwar schon lange auf, das Alois mit der Situation in der Firma überhaupt nicht zufrieden war, aber so einen genauen Einblick hatte ich dann doch noch nicht. Aber ich wusste schon lange, das Alois ein sehr egoistischer Typ ist, der allen und jedem seinen Willen aufdrücken will. Alois fungierte auch bei jedem Meeting als Hauptredner, sodass die anderen nicht mehr viel zu sagen hatten. Schließlich war es dann auch bald soweit. Alois kam eines Tages wieder von einem Meeting und erzählte, das Karin aufhören will. Alle sind inzwischen untereinander so zerstritten, das an eine Weiterarbeit mit Karin als Managing Director nicht mehr zu denken ist, und da hat Karin die Situation genützt und selbst gekündigt. Sie werde noch bis Ende des Monats ihre Tätigkeit ausüben und die Geschäfte weiter führen, aber dann ist Schluss.

Und dann plötzlich machte Alois mir so am Biertisch das Angebot, ich sollte der neue Geschäftsführer von Canoe Messanger werden.

Ich sagte ihm spontan zu, da ich ja eh nichts besseres zu tun hatte und als Tauchlehrer wollte ich sowieso nicht arbeiten. Aber ich wies Alois sofort darauf hin, das er ja nicht der alleinige Eigentümer der Firma sei und solch eine Entscheidung nicht alleine treffen kann. Immerhin macht die Firma einen Jahresumsatz von 16 Mio. Baht (rd. € 400.000,-) Er wischte diese Bedenken ganz locker vom Tisch, er sei so oder so der Sprecher der Firma und er werde dies schon machen. Nun gut, dachte ich, was kann ich verlieren? Nichts!

Also wurde ein weiteres Meeting einberufen, ich war aber wegen irgendeiner Verhinderung nicht dabei, und weitere Meetings solcher Art gab es nicht mehr. Wir, Alois und ich trafen uns auch schon seit längerer Zeit öfters mit dem Münchner Sepp in Karon Beach und Sepp und ich waren inzwischen auch schon sehr gut befreundet. Also gab es auch keine Einwände, das ich der neue Geschäftsführer von Canoe Messanger werde.

Ich machte natürlich in all der Zeit nebenbei immer meine kleineren Geschäfte als sogenannter Computer Doktor in Patong. Ich wurde durch Mundpropaganda auch immer bekannter und hatte in Alois, der sehr viele Residents und ansässige Geschäftsleute kannte, auch einen sehr guten Fürsprecher. In dieser Zeit reparierte ich auch das erste mal einen Computer von der LTU-Asia, da Alois viele seine Touren über die LTU-Asia abwickelte. Nach dem ersten Einsatz bei der LTU-Asia durfte ich sogar danach einmal an den Buchungscomputer der LTU am Flughafen Phuket dran, weil der hauseigene Techniker von LTU-Asia aus Bangkok in Taiwan war und somit keine Zeit hatte – das gab mir als Newbie besondere Genugtuung. Natürlich hatte Karin inzwischen auch von mir erfahren, und wusste, das ich mich mit Computern sehr gut auskannte. Mein Ruf eilte mir voraus. Deswegen war sie auch mit einer vorgezogenen Übernahme durch mich von Canoe Messanger nicht einverstanden. Die gesamte Buchführung von Canoe Messanger wurde auf ihren Privat Computer durchgeführt und sie wollte mir da keinen Zugriff vorab geben. Ich muss da jetzt auch mal kurz bemerken, das die Shareholder bei all den vielen Meetings, außer Karin’s bunten Excel Tabellen, auch nie richtige Zahlen in die Hände bekamen. Das fiel mir schon zu dieser Zeit auf, aber ich hielt immer meine Klappe.

Dann war es soweit, der Tag der Übernahme war gekommen. Ich fuhr in der Früh um neun zu Karin nach Kamala Beach. Sie begrüßte mich überfreundlich, wie einen alten Freund, obwohl sie mich erst einmal im Phuket Fantasea bei dieser Gala gerade mal 10 Minuten gesehen hatte. Sie behandelte mich wirklich überaus zuvorkommend und freundlich, als wenn wir die besten Freunde wären, und solch ein Verhalten lässt bei mir sofort alle Alarm Glocken gleichzeitig aufläuten, lauter wie Big Ben in London.

Zuerst tranken wir mal einen Kaffee und sie unterhielt mich mit allen möglichen Phuket Klatsch. Irgendwann wurde es mir dann zu blöd und ich sagte ihr, ich würde jetzt gerne alle Dateien von Canoe Messanger von ihren Computer kopieren, weil ich die ja bräuchte, als neuer Geschäftsführer. Sie merkte sofort, das mir nicht mehr nach Small Talk ist, aber sie spielte ihre Rolle als freundliche zuvorkommende Geschäftsfrau vorbildlich. Jetzt saßen wir in ihren Büro am Computer und sie verfolgte mein Tun mit den Augen eines ausgehungerten Habichts, der seit Wochen nichts mehr gefressen hat. Sie wusste natürlich über mich Bescheid, meine zu der Zeit noch spärlichen Quellen haben mir schon vorher berichtet, das sie alle möglichen Infos über mich rausquetschen wollte bei den anderen Phuket Residents. Aber sie erwähnte natürlich kein Wort und überspielte alles mit rein fachlichen Interesse, was ich denn da mache, an ihren Computer. Natürlich wusste ich nach zwei bis drei bewusst gestellten Fangfragen, das sie wenig bis null, über Computer wusste. Somit war ihr Computer für mich ein offenes Scheunentor. Ein jeder Techniker, der mal im Außendienst tätig war, weiß wie das funktioniert... -wie man Kunden über ihr fachliches Wissen ausfragt, ohne das sie es merken.

Ich kopierte zuerst mal die wichtigsten Daten auf mein ZIP Laufwerk – da das ganze Canoe Messanger Programm unter der Oberfläche von Microsoft Access abgelegt war, dauerte dies natürlich seine Zeit, und ihr PC war auch nicht der Schnellste. So ganz nebenbei und unbemerkt kopierte ich mal ihr gesamtes Posteingangs und Postausgangsfach ihres E-Mail Clienten. Da mich ihre persönliche Korrespondenz auch interessierte, kopierte ich diese auch, obwohl es sich später als nutzlos und befremdend darstellte. Nachdem ich alle Canoe Messanger Dateien hatte, und natürlich auch ihre gesamten privaten Dateien, reparierte ich ihr charmant noch zwei bis drei kleine Probleme an ihren Computer, die sie mir während der Kopierphase erklärt hatte.

Da sie mich die ganze Zeit mit Argusaugen beobachtet hatte, war sie sich natürlich sicher, das ich nur die Canoe Messanger Sachen habe. Sie hatte natürlich vorher die allerwichtigsten, ihr in die Quere kommenden Dateien, gelöscht oder woanders hin kopiert, aber so gründlich war sie dann doch nicht. Irgendwie sind mir da meine kleinen psychologischen Tricks gegenüber Frauen auch da wieder zur Hilfe gekommen. Sie machte Small Talk bei Kaffee und Kuchen und ich machte Small Talk vor einen technischen Gerät, nämlich ihren Computer!

Danach lernte ich die Boot Crew kennen, die wurde nämlich von Karin so gegen elf Uhr in Ihr Haus beordert, zur Vorstellung ihres neuen Boss, und danach fuhren wir in den Hafen, wo das Boot lag. Der Transport der sechs Personen wurde natürlich Thai Style mäßig mit einen Pick Up auf der Ladefläche durchgeführt. Ich fuhr mit meiner Suzuki 400 hinterher. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt schon sehr wohl, obwohl ich noch nicht so lange im Land war, das ich mich gegenüber Thais, die für mich arbeiten sollen, überdurchschnittlich korrekt, gut gekleidet und höhergestellt benehmen muss, ansonsten respektieren sie mich nie, akzeptiert werde ich sowieso niemals und auch kein anderer Ausländer in Thailand, respektiert sehr wohl.

Wir waren am Boot, das ich jetzt das erste mal sah, aber die Saison war ja jetzt vorbei, genauso der Chartervertrag, und wir bauten ab und Karin und ich machten die Übergabeliste. Ich machte da auch noch ein paar gravierende Fehler, indem ich der Crew half, an manch schweren Utensilien mit Hand anzulegen. Das war mir zu diesen Zeitpunkt noch nicht so bewusst, weil ich immer noch Europa im Kopf hatte, aber in Asien ist es so, das ein Chef NIEMALS seinen Untergebenen bei körperlichen Arbeiten nur das geringste hilft. NIEMALS! Und ich war ja ab heute der Chef dieses Unternehmen – zumindest für diese Thais hier an Bord, weil die verstehen nichts von GmbHs oder Teilhabern und von Rendite.
 
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waldi

Gast
Als wir dann alles eingepackt hatten fuhren wir alles nach Karon Beach in die Bungalow Anlage, in der auch Sepp wohnte. Ich hatte inzwischen da auch ein Haus bezogen, das mir Alois verschafft hatte. Ich wohnte gegenüber vom Sepp in einen sehr geräumigen Bungalow. Genau bei diesem Bungalow wurden die acht Kanus übereinander platziert, die jetzt ihre sozusagen Sommerpause antreten. Alles andere wurde in meiner durchaus sehr geräumigen Wohnküche platziert, Besteck, Küchentöpfe, Pfannen, Schüsseln, div. Küchenmaterial, Matratzen, Paddels, Not Leuchten, Taschenlampen, Flossen, Taucher Brillen, was weiß noch..... circa 8 Quadratmeter waren einen Meter hoch belegt....

Es war inzwischen sechs Uhr am Abend und jetzt wollten meine neuen Thai Angestellten, die ja auch den Transport gemacht hatten, wissen, wie es weiter geht – ich sagte, da heute eh Freitag ist, macht mal Pause und kommt Montag morgen um zehn Uhr hierher – dann weiteres.

So, nun war mein erster Arbeitstag bei Canoe Messanger erst mal geschafft.

Ich hatte natürlich auch noch meine andere Arbeit als Computer Fuzzi an diesem Tag zu erledigen, somit musste ich jetzt noch zu einen anderen Termin, weil da verdiente ich ja immer noch mein Geld, bei Canoe Messanger hatte ich bis jetzt außer Arbeit noch nichts verdient.

Die Kanusaison war jetzt eigentlich zu Ende, weil die Bedingungen für Kanutrips sind wegen der aufgewühlten See jetzt sowieso nicht mehr so schön für die Touristen. Außerdem nimmt die Touristenanzahl in den Monaten April bis Oktober sehr stark ab. Das gleiche gilt natürlich auch für die Speedboot Touren nach Phi Phi Island.
Am Montag kamen dann auch fast alle Thai Angestellten zu mir nach Hause. Ich sagte Ihnen, sie sollen nun mal das ganze Equipment waschen und sauber machen. Ansonsten war ja jetzt nicht mehr viel zu tun. Da wir unsere Thai Angestellten auch über die Nebensaison behielten, mussten wir, bzw. ich, eine so halbwegs sinnvolle Beschäftigung besorgen. In Thailand gibt es ein Gesetz, wenn du als Arbeitgeber einen Thai kündigst, musst du ihm noch drei weitere Monate das Gehalt als sogenannte Abfindung zahlen, also warum sollte wir sie kündigen, wir brauchen sie ja in der Hauptsaison sowieso wieder. Ich bin dann mit Alois so verblieben, das die Leute erst mal bei ihm im Haus eingesetzt werden. Sie sollten sein komplettes Anwesen, das ja nicht klein ist, erst mal komplett neu malen bzw. weißeln. Somit waren sie bei ihrem Arbeitstempo erst mal sicher zwei Monate beschäftigt und ich hatte sie vom Hals. Zwei Beschäftigte hörten von sich aus auf und meldeten sich auch nicht mehr bei mir.

Meine Arbeit bei Canoe Messanger beging aber erst jetzt so richtig. Ich lernte auch die Steuerberaterin kennen, mit der ich auch die eine oder andere Aufgabe zu erledigen hatte. Das erwies sich als äußerst schwierig, da die gute Frau ganz schlechtes Englisch sprach, aber wir kamen ganz gut über die Runden, im Gegensatz zu den Problemen, die jetzt erst auftauchen werden.

Da noch einige Rechnungen vom letzten Monat zu kassieren waren, machte ich mich mal auf, bei den verschiedenen Reisebüros und Reiseagenten vorzusprechen und bei der Gelegenheit konnte ich mich auch gleich vorstellen. Das funktionierte auch einigermaßen gut und somit kam ich auch immer mehr rein in die Materie. Von Alois wusste ich auch, das es in Phuket Town einen offiziellen, eingetragenen Verein gab, der die Touristenströme in das naturgeschützte Phang Nga Gebiet koordinierte, wie man so schön sagt. Das heißt, ein jeder Tourunternehmer, der Touren ins Phang Nga Gebiet unternimmt, muss diesem Verein freiwillig beitreten, ansonsten dürfe man wegen des Umweltschutzes keine Touren dahin veranstalten. Das dies manchmal zwar einige Schlaumeier versuchten, war klar, aber die Boote dieser Tourunternehmer soffen binnen kürzester Zeit nachts in den Häfen ab. Manche haben schon besonderes Pech!

Also, die ganze Koordination dieses Vereines bestand darin, das man als Mitglied, monatlich einen relativ geringen Monatsbeitrag zahlen muss. Für jeden Gast, den man mitnahm, musste man eine Naturschutz Gebühr von einhundert Baht zahlen. Dies wurde sehr genau kontrolliert und man tut gut daran, da nicht zu sehr zu tricksen, weil ansonsten hat man auch Probleme mit unkontrollierten Wassereintritt, des nächtens im Hafen. Das natürlich kein einziger Baht in den Naturschutz fließt, sondern das dies ein reines Schutzgeld für diverse Thai Paten in diesem Gebiet zur Finanzierung des nächsten, neuen Mercedes dient, wird wohl inzwischen jedem Leser klar sein. Nun gut, das ist nun mal so und da kommt man auch nicht herum. Auch bei diesem Verein stellte ich mich vor und wickelte das letzte Monat ab. Der dafür zuständige Thai war circa 20 Jahre alt und sehr freundlich und zuvorkommend, so wie das nun mal ist in Thailand, immer ein Lächeln auf dem Lippen – sie sind sehr freundliche Menschen.

Erwähnenswert in dieser Zeit ist auch der Besuch von Sammy, der Rechtsanwalt, bei mir zu Hause. Da ja nun auch die Firmenpapiere auf den aktuellen Stand gebracht werden mussten, Karin als Geschäftsführer raus, ich als Geschäftsführer rein, trafen wir uns alle zu einen Geschäftsmeeting bei mir zu Hause. Es erschienen aber nur Alois, Thai Pakty, der auch der stellvertretende Manager für einen der größten Reiseagenten in Südostasien hier auf Phuket ist, der Sepp und Sammy. Der Papierkrieg in Thailand sucht seinesgleichen, aber dazu gibt’s dann genauere Berichterstattung bei Gründung meines eigenen Unternehmen in einen späteren Kapitel.

Wie bei jeder privater Einladung, auch wenn sie geschäftlicher Natur ist, muss natürlich der Einladende für ausreichend kulinarisches und auch für genug Getränke sorgen. Das ist ja nicht nur in Thailand so, aber hier in Asien wird darauf besonderen Wert gelegt. Ich war wieder mal kurzzeitig mit Nong liiert und sie bewältigte dies auch hervorragend mit köstlichen Speisen aus der asiatischen bzw. Thai Küche.

Bei Thais oder auch bei den meisten Asiaten ist es so üblich, das erst mal über alles und Gott gesprochen wird, das geschäftliche bleibt mal außen vor und kann ja später auch noch erledigt werden, da Arbeit ja kein Sanuk (Spaß) ist. So saßen wir nun mal alle, bis auf Nong, es ist ja ein Geschäftsgespräch unter Männern, zu Tisch, und tranken erst mal ein paar Bier. So nach einer Stunde war das Essen fertig und wir gaben uns den Köstlichkeiten hin. Nong hatte natürlich immer noch nicht bei uns am Tisch Platz genommen, es wäre auch nicht erwünscht gewesen bei den beiden Thais, und das wusste sie ja auch ohnehin. Somit bediente sie uns den ganzen Abend über, aß und trank selber nichts und sie war, mir damals noch unverständlich, sehr glücklich und zufrieden darüber.

Der Abend wurde immer lustiger und wir unterhielten uns glänzend, unter anderen auch über die neuesten Einkäufe der Profi Fußballer bei Bayern München (Thais sind Fußballirre und kennen sich sehr gut aus, im europäischen Fußball) und über alles mögliche, nur nicht über die Umschreibung der Firmenpapiere.

Somit nahm der Abend seinen Lauf, wir waren inzwischen auch beim Thai Whiskey angelangt und die Stimmung wurde immer besser. Rechtsanwalt Sammy hatte inzwischen seine Krawatte schon längst abgelegt und gab eine Geschichte nach der anderen über Saudi Arabien und die dämlichen Araber zum Besten. Thai Pakty amüsierte sich bestens mit dem Sepp über die dummen Farangs in den Bars von Patong, die immer und immer wieder auf die Geschichten der Bar Mädchen reinfielen. Es war einfach ein gelungener Abend, das Bier und der Whiskey floss in Strömen, die Musik wurde immer lauter, wie auf einer Geburtstagsparty, nur, ...es hatte keiner Geburtstag. Da ich auch kein Party Blocker bin, machte ich natürlich als Gastgeber voll mit und die Firmenpapiere waren mir inzwischen auch schnuppe.

So gegen drei Uhr früh, wir waren alle stinkbesoffen, brachen wir den Abend ab. Rechtsanwalt Sammy ging mit offenen Hemd und ohne Schuhe in Schlangenlinien zu seinem Auto und fuhr nach Hause. Thai Pakty fuhr mit Alois Richtung Patong, natürlich schon zwischenzeitlich noch einen Stop einlegend in einer Bar, wie ich am nächsten Tag erfuhr. Der Sepp musste ja nur gegenüber, aber auch dazu brauchte er eine längere Zeit, wegen unglaublicher Schwankungen des Erdbodens. Ich fiel in mein Bett und wachte erst acht Stunden später wieder auf. Es war ein unglaublicher Abend, geschäftlich geschafft haben wir natürlich absolut gar nichts, außer das Rechtsanwalt Sammy seine komplette Arbeitsmappe, seine Brieftasche und sein Handy liegen gelassen hatte. Dieses holte dann ein Angestellter seiner Kanzlei am nächsten Tag ab. Die entgültige Umschreibung, die wir an diesen Abend „besprochen“ hatten, machten wir dann ein paar Tage später in der Kanzlei von Sammy, diesmal bei Kaffee und Mineralwasser.

Nachdem ich nun auch die letzten Rechnungen kassiert bzw. bezahlt hatte, machte ich nun mal Kassensturz bzw. eine richtige Inventur und Bilanz des gesamten Unternehmens. Von Karin bekam ich zwar eine Liste mit einer sogenannten Bilanz des Unternehmens, die auch die Teilhaber hatten. Bei dieser Endabrechnung stand das Unternehmen aber so plus/minus Null da, vielleicht so mit 100.000 Baht im Plus. Anscheinend waren alle Teilhaber mit dieser Bilanz zufrieden, weil KEINER etwas gegenteiliges sagte oder auch bemängelte. ICH war es nicht, wie sollte dies funktionieren bei den Umsätzen, dachte ich, aber ich musste mich erst so richtig in diese Materie einarbeiten.
So überprüfte ich zuerst mal die ganze Buchhaltung, die in einer Datenbank und einer sehr gelungenen Oberfläche in Microsoft Access geschrieben war. Die komplette Datenbank hatte etwa zehn Mega Byte, und das ist eine sehr große Datenmenge. Natürlich hatte Karin die Datenbank, die sie mir gegeben hat, noch im letzten Moment um einige Einträge geändert und frisiert, aber das konnte ich nicht benutzen, da ich die unveränderte Datenbank ja offiziell gar nicht hatte, obwohl ich sie hatte. Und auch beim Vergleich der originalen und der frisierten Datenbank waren nur geringe Veränderungen feststellbar. Die ganzen Verträge, die sie mit allen Reiseagenten abgeschlossen hatte, waren alle korrekt. Also wo war der Fehler?

Es waren fast keine Rechnungen vorhanden, die Canoe Messanger bezahlt hatte, keine einzige von dem Leasing des Taucherbootes und auch keine einzige Rechnung für die Anmietung der Schnellboote. Das ist eigentlich in Thailand auch noch nichts ungewöhnliches, da man in den seltensten Fällen offizielle Rechnungen mit Steuernummer von den Einheimischen bekommt. Keiner will Steuern bezahlen, und wenn nun mal keine Rechnungen ausgestellt werden, braucht man auch keine Steuern bezahlen, ist die einhellige Meinung und Logik der Thais. Bei Ausländern sieht das nun schon ganz anderes aus, aber wenn man weiß, wie der Hase läuft, kann man damit schon umgehen.

So suchte ich und suchte und fand einfach keine Unregelmäßigkeiten bis auf die nicht vorhandenen Rechnungen. Trotzdem wurde alles penibel genau abgerechnet und auch gebucht. Alles scheinte zu stimmen und die Firma hat wirklich nichts oder nur ganz wenig erwirtschaftet. Aber ich konnte es mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein Unternehmen in der Größenordnung nach der Hauptsaison so wenig Geld in der Kasse hatte.

Gleichzeitig in dieser Zeit hatte auch der Schweizer Peter angekündigt, das er aus der Firma aussteigen will und sein Geld oder seine Einlage zurückhaben will. Wir trafen uns wieder einmal bei mir zu Hause, an diesem Gespräch nahmen der Sepp, der Schweizer Peter, Alois und ich teil. Ich hielt mich soweit es ging, aus dem Gespräch raus, weil es ging ja um die Sache vor meiner Zeit bei Canoe Messanger. Thai Pakty und den anderen deutschen Shareholder, den ich nie kennen gelernt hatte, war es inzwischen egal, was aus der Firma wird und sie hielten sich aus allen raus. Auf jeden Fall wurde es ein heftiges Streitgespräch unter den Dreien, aber irgendwie einigten sie sich, das Alois und der Sepp den Schweizer Peter auszahlen wollten und sie unterschrieben auch einen Vertrag. Ich bekam diesen Vertrag nie zu Gesicht obwohl ich daneben saß.

Somit war dieser nicht sehr schöne Abend auch zu Ende und anscheinend hatten sie sich geeinigt, den Schweizer Peter auszuzahlen. An den darauf folgenden Tagen zerbrach ich mir immer und immer wieder den Kopf, wie es zu diesen Zahlen in der Bilanz kommt. Dann hatte ich plötzlich eine Idee. Ich beauftragte Nong, meine Freundin, bei diesen Speedboot Unternehmen im Büro anzurufen, sich als meine Sekretärin auszugeben, und sie soll nach den aktuellen Preisen der Tagesmiete für die verschiedenen Boote fragen, und ob sie uns diese auch zufaxen könnten. Es wurde ihr bereitwillig Auskunft gegeben und eine Stunde später hatte ich die aktuellen Preise schriftlich in der Hand. – VOLLTREFFER –

Kein einziger Preis stimmte mit dem in der Buchhaltung eingegebenen und verbuchten Preise überein – Keiner! Es gab Boote in der Größenordnung von sechs bis vierzig Personen und die wurden je nach Buchungsanzahl angemietet. Alle angemieteten Boote wurden laut Buchhaltung rund 25% teurer von Canoe Messanger bezahlt, als es in der Preisliste stand. Somit wusste ich jetzt, wo das ganze Geld geblieben ist! Das Problem war aber, das keine einzige Rechnung dieser Bootsverleih Firma vorlag und ich somit gar nichts beweisen konnte. Eigentlich wollte ich auch nichts beweisen, aber ich konnte somit mal den Alois und den Sepp informieren, das sie die ganze Zeit ganz schön an der Nase rumgeführt worden sind mit Karins bunten Bilanzblättchen, die sie immer bei all den Meetings bekamen.

Alois und der Sepp waren natürlich stinksauer. Fast gleichzeitig erfuhren wir auch, das Karin und der Schweizer Peter schon vor Monaten eine eigene Firma gegründet hatten, die genau das selbe Geschäft durchführte: Nämlich Canoe Trips nach Phang Nga und Speedboot Touren nach Phi Phi Island.

Somit wollten Alois und der Sepp natürlich auch den Schweizer Peter nicht mehr auszahlen. Das ganze wurde jetzt erst richtig lustig, jetzt waren sie alle untereinander zerstritten bis auf das Übelste. Besonders Alois hob sich jetzt hervor und blies sich manchmal auf wie eine fette Sumpfkröte. Anstatt mir mal dankbar zu sein, für diese Informationen, meinte er, ich soll jetzt noch mehr nachgraben und alles versuchen, damit er Karin fertig machen könnte, egal, ob das legal passiert oder nicht. Daraufhin gab ich ihm eine klare und unmissverständliche Abfuhr, das es mich nicht interessiert, was vor meiner Zeit bei Canoe Messanger passiert ist und das ich seine verpennte Zeit der letzten Jahre sicher nicht durchwühlen werde. Er versuchte sogar per E-Mail meinen jahrelangen Freund in München, Pete, so zu manipulieren, das er alle jetzt eingehenden und abgehenden E-Mails von Karin abzufangen hätte (Pete wäre fachlich und technisch in der Lage dazu). Natürlich lies sich mein Freund nicht darauf ein und sendete ihm nur eine unbrauchbare E-Mail zurück, von der ich bis heute eine Kopie habe. Alois weiß vermutlich bis heute nicht, das ich diese Informationen habe. Aber auch ich wurde immer stinkiger und gleichgültiger gegenüber diesen selbsternannten Kolonisten Alois. Von jetzt an scannte ich SEINE E-Mails!

Da hatten wir schon mal den ersten, richtigen Klacks in unserer freundschaftlichen Beziehung weil ich mit mir nicht so umspringen lies, so wie er es mit seinen, teils gehirnamputierten Angestellten tat. Ich sagte ihm, das er und die anderen Teilhaber an dieser Firma wohl selbst schuld seien, indem sie monatelang auf ihre wichtigen Meetings liefen und sich eigentlich um nichts kümmerten in all dieser Zeit. Keiner von denen hatte es jemals für wichtig erachtet, die vorgelegten Zahlen auch richtig zu lesen, geschweige denn, sie zu kontrollieren. Einzig allein der Sepp tat mir da etwas leid, weil er ja die größte Einlage geleistet hatte und so richtig in ein Schlangennest gefallen war.

Nach einen weiteren Treffen, das inzwischen bei Sammy in der Kanzlei erfolgte und natürlich wieder in einen Streit aller erster Güteklasse endete, waren die Fronten inzwischen so verhärtet, das sich nun Alois und der Sepp gezwungen sahen, den Gerichtsweg, mit einen anderen, weiteren Anwalt, zu gehen. Natürlich war es Alois wieder mal sehr wichtig, das er da nicht öffentlich in Erscheinung tritt und schob den Sepp wieder mal vor, sodass der Kläger der Sepp war und Alois nur im Hintergrund agierte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mir diese komische Situation noch relativ egal, da dies ja alles vor meiner Zeit passiert ist, bis Alois eines Tages auf mich zutrat. Da ich nun der neue Geschäftsführer sei, sollte ich nun gegen den Besitzer der größten Bootsverleiherfirma auf Phuket, einen mächtigen Thai/Chinesen, eine Gerichtsklage anstrengen, sodass er alle Rechnungen der letzten Monate offenzulegen hat, die er von Canoe Messanger kassiert hatte. Alois sei ja einer der Besitzer bzw. Teilhaber von Canoe Messanger und hätte ein Recht, mir das anzuschaffen.

Zuerst war mal so baff, das ich nur laut und dreckig lachen musste. Dann fragte ich ihn, ob er entweder besoffen sei oder ob er nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte. Danach sagte ich ihm, ohne mich unterbrechen zu lassen von ihm, das er mich am Arsch lecken könnte, und das ich in tausend Jahre, nicht im geringsten daran denke, für ihn, meinen Kopf hinzuhalten. Das könne er mit anderen machen aber sicher nicht mit mir, - dann beendete ich das Gespräch und lies ihn stehen wie einen dummen, kleinen Buben.

Am nächsten Tag ging ich zur German Thai Group, eine Rechtsanwaltskanzlei in Patong Beach, zu Donald, den ich auch schon länger kannte, und ermächtigte ihn, meinen Namen aus den Firmenpapieren von Canoe Messanger Co.,Ltd. offiziell am Gewerbeamt, zu löschen. Donald ist einer der am besten thaisprechenden deutschen Farangs auf Phuket und sehr kompetent in seinen Aufgaben in dieser Kanzlei. Er erledigte dies auch in ein paar Tagen und der Service kostete mich fünftausend Baht. Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, das ich dies auch selber am Gewerbeamt für einen Bruchteil der Summe machen hätte können. Die geänderten Firmenpapiere OHNE meinen Namen habe ich auch heute noch.

Damit war das Thema Canoe Messanger Co.,Ltd. für mich endgültig erledigt.

Nach etwa drei Jahren Rechtsstreit (die Anwälte haben sich dumm und dämlich verdient) erfuhr ich vom Sepp, dass das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde. Meiner Meinung nach hat überhaupt kein Verfahren, Farang gegen Farang, jemals eine Chance, weil es Thais einfach schnurzegal ist, worum sich Ausländer untereinander streiten. Es wird nur in die Länge gezogen, damit die einheimischen Anwälte auch mitverdienen können und sonst gar nichts. Genauso hat meiner Meinung nach, ein jeder Ausländer, der gegen einen Thai ein Verfahren anstrengt, absolut null Chancen, da wird nur gutes Geld dem schlechten nachgeworfen. Damit sollte man sich abfinden.
 
J

Johann43

Gast
Waldi,

wie immer :super:

Kommt mir Alles so bekannt vor, jedoch in anderer Zusammenstellung, aber das Ergebnis war das Gleiche. Ich brauche heute auch keine Büros mehr, ich kann das alleine und wenn es nicht alleine geht, dann habe ich einen Thai Anwalt, der nicht sehr teuer ist und mir schon viel geholfen hat.

Gruß Johann
 
dms

dms

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PATTY und NRW
hi waldi


wirklich tolle story danke....
 
C

CNX

Gast
Hallo waldi,

interessante Geschichte die zudem noch zeigt, wie sehr man sich auf Ausländer im Ausland verlassen kann/soll oder darf.

Der Spruch "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" bestätigt dies immer wieder.

Besonders gut fand ich den Zusatz am Ende des Berichtes. Ist auch meine Meinung.

Gruss
C N X
 
P

Pustebacke

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waldi" schrieb:

Nach etwa drei Jahren Rechtsstreit (die Anwälte haben sich dumm und dämlich verdient) erfuhr ich vom Sepp, dass das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde. Meiner Meinung nach hat überhaupt kein Verfahren, Farang gegen Farang, jemals eine Chance, weil es Thais einfach schnurzegal ist, worum sich Ausländer untereinander streiten. Es wird nur in die Länge gezogen, damit die einheimischen Anwälte auch mitverdienen können und sonst gar nichts. Genauso hat meiner Meinung nach, ein jeder Ausländer, der gegen einen Thai ein Verfahren anstrengt, absolut null Chancen, da wird nur gutes Geld dem schlechten nachgeworfen. Damit sollte man sich abfinden.
So sehe ich das auch! Kein Farang bekommt auch nur ansatzweise eine faire Chance. Thai rak Thai. Thai only
 
T

Thorsten

Gast
Auch ich muss Waldi mal ein grosses Lob aussprechen. Immer tolle Geschichten vom ersten bis zum letzten Satz.

Super :bravo:
 
Serge

Serge

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Pustebacke" schrieb:
So sehe ich das auch! Kein Farang bekommt auch nur ansatzweise eine faire Chance. Thai rak Thai. Thai only
Und? Eigene Erfahrungen gemacht?

Zum Thema Rechtsanwalt in Thailand hier
 
B

bmei

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Hallo waldi,

wiedermal großes Lob für Deine Story :bravo: :bravo: :bravo:

Man muss nur aufpassen, dass Du nicht an andere Computer kommst.
Die Daten sind dann wohl nicht mehr sicher.... ;-D

Gruß khun bernd
 
khon jöhraman

khon jöhraman

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sowie Deutsche die im Ausland sind

Gruß
khon jöhraman
 
H

Harry55

Gast
@Waldi,
:super: Story, mal was völlig anderes, als "Adolf" oder die "Motorradtour" in "Thailand querbeet".
Gruss, Harry55
 
I

Iffi

Gast
@Waldi,

mal kein Lob für eine tolle Story, denn so spielt das Leben in diesen Breitengraden, sondern meinen besten Glückwunsch für deinen gesunden Menschenverstand. Aber der ist auch nichts Neues für mich, so wie ich dich aus deinen Stories kenne.

Interessant für mich ist der Gedanke des PC Spezialisten und dessen "Inside" Möglichkeiten.

Ich bin ein Kind der "Main Frames" und es gibt kaum ein Ministerium in Saudi, wo ich nicht den Inhalt der DB kannte.

Bin Laden war schon in den 80zigern auf der schwarzen Liste der Innenministerium Datenbank, (black listed, ihm wurde übrigens das Recht auf Handfeuerwaffen abgesprochen)

Sein Cousin, uns Ali bin Laden war ein ganz lieber und intelligenter Angestellter meines Teams und wir haben oft beim Orangensaft und Wassermelonen über seinen "schwarzen" cousin geschnackt. Damals noch augenzwinkernd.

Ja, heute sind es die PCs, damals waren es die Main Frames, die den Einblick in die Tiefen der menschlichen Schwächen erlaubten, wenn man mal genauer in die DB schaute.

Und auch die berühmten 25% vom Holzmann und Siemens waren durchaus nachvollziehbar, als ich Einblick in SAMA (Saudi Monetary Agency = Landesbank) bekam. ;-)

War echt ne geile Zeit.
 
P

PETSCH

Gast
@iffi
hatteste mal Kontakt zur DB der Lottozentrale Münster? ;-)

Seit Langem hege ich den Verdacht, daß die Gesellschaft
die wöchentlichen Ziehungen türkt und die Zahlen immer
schon vorher in einer DB feststehen und das seit Jahren.

Über ein entsprechendes feedback würde ich mich freuen

herzlichst, ... na, Du weißt schon ;-D
 
DisainaM

DisainaM

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Sehr netter Beitrag waldi,

da kommen die alten Phuket-Zeiten zum Teil hoch,

sehe, wie die Strandstrasse von Karon plötzlich von Restaurants befreit wurden, und so mancher 'Münchhausen' umsiedeln mußte,
weil es in Thai/Chinesischen Interesse lag.

Da fallen einem auch die abgebrannten Holzrestaurants beim Phuket Yacht Club Hotel wieder ein.

97 lebte ich einige Zeit in einer 'Geistersiedlung' in Karon,
(Kreisel - Richt. land.innere- erste Strasse links)
ein riesiger Wohnblock, der den Eindruck vermittelte, schon Jahre leerzustehen, lauter Shophäuser im schmalen Format.
Erst Jahre später begannen sich die Häuser nach und nach zu füllen.
Damals hatte ein ehemaliger CIA Mann sich einige Häuser gekauft, und diese als Hotel und Restaurant hergerichtet.

Verglichen zu meiner Zeit auf Phuket in 92 konnte man trotzdem die Insel kaum wiedererkennen.

- Zeiten vergehen

Gruss

DisainaM
 
W

waldi

Gast
sehe, wie die Strandstrasse von Karon plötzlich von Restaurants befreit wurden, und so mancher ´Münchhausen´ umsiedeln mußte,
weil es in Thai/Chinesischen Interesse lag.

Da fallen einem auch die abgebrannten Holzrestaurants beim Phuket Yacht Club Hotel wieder ein
@disainaM

lol, dafür dürfen jetzt so manche "münchhausen" kein schweinefleisch mehr auf der karte führen, weil der oberiman in gewissen locations das nicht wünscht... ansonsten könnte es zu einer warmen lösung, des nächtens kommen, ...ich denke, du verstehst mich, weiter vertiefen mag ich das nicht...

tja, und das mit den holzhütten war halt ein cleverer geschäftszug, ...so muss man das sehen, oder hättest du es gerne, wenn deine gäste vorm hotel excellent für 80 Baht dinnieren, wenn du im hotelrestaurant das gleiche auch, für den 10fachen preis, anbietest,...

also muss man da was unternehmen, ist doch wohl nur logische konsequenz, oder? :lol: :lol: :lol:

@iffi

damned, genauso hatte ich dich eingeschätzt... :-) überall die finger drin... es ist schon erstaunlich, was man mit etwas wachen augen so hinter einigen dunklen ecken alles sehen kann...

du erinnerst mich an zeiten, wo man des nächtens nach dem zweiten scotch in der hotelbar mit so manchen techniker oder außendienstler, irgendwo in dieser welt, erlebtes austauscht.

..diese "fahrende truppe" ist schon ein nettes völkchen, aber nicht jedermanns sache... meist nicht einfache menschen

schade, das wir uns da in der hotelbar nie begegnet sind, oder haben wir schon???

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@khon jöhraman

stimmt, dieser spruch hat schon seine berechtigung, es ist ein heißes pflaster, geschäfte im ausland zu machen, gerade in dritt- oder schwellenländer... ich kann meist nur müde lächeln, wenn ich manchmal so sprüche von den touris od. spezialisten an den bars oder wo auch immer höre, so a la, ich sch... auf D/A/CH... hier in LOS ist das paradies... (das ist ganz großer bullshit)

es ist um ein vielfaches schwieriger im ausland, als zu hause, ABER es geht!!! ...nur sollte man da gewisse voraussetzungen mitbringen

gruss, waldi :cool:
 
khon jöhraman

khon jöhraman

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@ waldi,

ich bin mir bewusst, dass es geht. Einige Bekannte haben mir es auch bewiesen. Aber sie haben eigene Geschäfte oder Büros eröffnet. Ohne deutsche Partner. Gerade in Pattaya versucht so mancher Deutsche einen Landsmann übers Ohr zu hauen. Das ist etwas was ich an der deutschen Mentalität im Auslandsbereich nicht verstehe: Andere Staatsangehörige - hier ganz besonders die Finnen sund die Us-Amerikaner - halten zusammen. Die Deutschen versuchen sich - zum Teil - gegenseitig zu berügen. Was ich hier geschrieben habe gilt hauptsächlich für den geschäftlichen Bereich.

Steht fest, dass Du keine geschäftlichen Absichten hast, Du Dich also auf keinen Fall irgendwo beteiligen willst, kommst Du fast mit jedem klar.

So waren bisher meine Erfahrungen.

Gruß
khon jöhraman
 
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