Jinjok" said:
Was also die Öffentlichkeit angeht, da ist man als Prostituierte in Thailand in der sozialen Rangordnung ganz unten einsortiert. Da ist wohl ein weitere Grund zu sehen, warum man diese Tätigkeit besser verschweigt (Hauptgrund ist Illegalität).
In Thailand ist die soziale Hierarchie so wichtig, weil man nicht alleine für sich selbst verantwortlich dasteht, sondern immer auch den Status und Rang seiner Eltern und Freunde mit beeinflußt. Wer will schon als Freund eines sozial sehr niedrig stehenden gelten.
Hierbei sollte man jedoch auch die Graubereiche sehen;
eine Frau, die aus kleinen Verhältnissen kommt, dann zur Geliebten (mia Noi) eines Wohlhabenden wird, wodurch sie ihre Familie wirtschaftlich besser ausstatten kann, wird gesellschaftlich anerkannt, weil sie gutes für ihre Eltern tut (tam buhn), und im Falle, wenn sie es schafft, das der Freund sie zur öffentlichen Nebenfrau macht, sie im Ansehen steigt.
Entstanden ist diese Sichtweise, weil manche Mitglieder der Königsfamilie sich einen großen Kreis von Freundinnen hielten, welche sofort im Ansehen der Bevölkerung stiegen (für manchen Königssohn mag es vielleicht nicht förderlich gewesen sein) - auserwählt zu sein, von der höchsten hirarchischen Ebene.
Dieses Handeln setzte sich natürlich auch bei Ministern und Politikern, reichen Geschäftsleuten usw. fort, die auch alle schöne junge Mädchen für ihre Freizeit auserwählten.
Wurde dann mal ein junges Mädchen fallen gelassen, mußte sie sich bemühen, möglichst schnell einen gleichwertigen Ersatz zu finden, um nicht im Ansehen zu sinken.
So wurden denn viele Frauen zu 'Springerinnen', von denen manche es schafften, als anerkannte Nebenfrau mit verantwortungsvollen Positionen und gesellschaftlichen Aufgaben von ihrem Gönner 'geadelt' zu werden,
andere schafften nur den wirtschaftlichen Aufstieg ihrer Familie.
Doch auch, wenn man nur letzteres schaffte, stellt dies aus buddhistischer Sicht soviel tam buhn dar, daß dieser Weg für manche Frauen aus unteren Schichten sehr interessant ist.
Spricht man in Thailand von Anerkennung, so erkennt man als erstes das hirarchische Pyramidensystem an, Personen, die unter einem stehen, werden eben nur als solche anerkannt.
Wer es schafft, im Turbolift an einem vorbeizusausen, bekommt Anerkennung und Respekt, wer es nicht schafft, bleibt sowieso unter einem.