Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?!

Diskutiere Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?! im Ehe & Familie Forum im Bereich Thailand Forum; Ich möchte hier mal ein paar Gedanken von mir zu der Gesamtthematik "Zuzug nach Deutschland" einstellen und Verständnis für die...
strike

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Ich möchte hier mal ein paar Gedanken von mir zu der Gesamtthematik "Zuzug nach Deutschland" einstellen und Verständnis für die Verständnislosigkeit vieler Mitbürger für "unsere Sache" - gemeint ist der Thread "Deutschkenntnisse....." - wecken.

Im Zusammenhang mit diesem Gesetz ist die Gleichgültigkeit bzw. Zustimmung zum Vorgehen der Regierung durch die Mitbürger für mich nach wie vor bemerkenswert.
Mich hatte immer gewundert, dass die Mehrzahl der Leute aus meiner Umgebung im Bekannten- und vor allem Arbeitskreis, aber auch - selbst wenn in deutlich geringerer Anzahl - Member in den involvierten Internetforen dem Anliegen und der Argumentation nur zögerlich oder gar ablehnend gegenüberstehen.
Mittlerweile ist mir etwas klarer geworden, wodurch dieses begründet sein kann.

Vorab: nach wie vor halte ich das Zuwanderungsgesetz von 2007 und die Umsetzung desselben, vor allem aber die Einbeziehung der deutschen Staatsbürger für problematisch bzw. unangemessen*) und glaube, dass zumindestens für deutsch-ausländische Beziehungen diese Einschränkungen durch das BVerfG aufgehoben werden wird - wenn denn die Sache endlich mal verhandelt wird.

Dennoch ist es sinnvoll den Versuch zu unternehmen, die Haltung der nicht unmittelbar Betroffenen zu verstehen.
Und hierbei helfen mir meine aktuellen und eigenen Erfahrungen, die ich im Zusammenhang mit den Behördengängen bei der Beschaffung aller notwendigen Papiere, Anträge und Auskünfte auf den Ämtern in den letzten Tagen/Wochen machen durfte/konnte/musste.

Unabhängig von den Bearbeitern auf den verschiedensten Behörden (Ausländerbehörde, Kindergeldstelle, Standesamt, Elterngeldstelle, Einwohnermeldeamt,......) - die sich ob des manchmal sehr respektlosen und anmassenden Auftretens von Ausländern sicher ihre eigenen Gedanken machen und in ihr Bekanntenumfeld kommunizieren - kann ich festhalten, dass für mich nachvollziehbar wird, dass sich der eine oder andere "Normalbürger" ein Eingreifen des Staates wünscht.
Und sich unter anderem von solchen Massnahmen wie der Forderung nach einfachen Kenntnissen der deutschen Sprache eine Reduzierung der Präsenz von Ausländern verspricht.

Wenn man sich - wie ich es jetzt mehrfach erlebt habe - auf den Ämtern als arbeitender und einzigster Deutscher (und damit Steuern und Sozialabgaben Zahlender) in einer Schlange von 11- 25 Menschen verschiedenster Herkunft wiederfindet und erlebt, wie die Sprachschwierigkeiten zu einem enormen zeitlichen Aufwand am Schalter für jede einzelne Antragstellerin bei gleichzeitiger Einbeziehung der 4 Kinder am Rockzipfel führt, den Ton der Auseinandersetzung mit den Amtsträgern mitverfolgt und das Anspruchsdenken von Teilen der Gäste dieses Landes realisiert, dann wird schon einiges klarer.
Nebenbei dürfte das Gefühl ".....wir arbeiten und bezahlen, damit die hier mit ihrem Kinderscharen die Sozialleistungen abgreifen können........" unter anderem diese Einstellung fördern.

Ich hatte bislang wenig Berührungen mit solchen Institutionen wie z.Bsp. dem Arbeitsamt und einer Ausländerbehörde.
Auch war ich in meinen bisherigen unmittelbaren Wohnumfeldern nie mit "problematischen" Ausländerthemen konfrontiert.
Hier bewahrheitet sich ein alter Spruch: "Mit dem Abstand zum Problem wächst die Toleranz".

Selbstverständlich ist es eine pauschalisierte Darstellung.
Aber sie erklärt mir zumindestens ansatzweise die oben beschriebene reservierte Haltung mancher unserer Mitbürger.
Von daher ist meine Hoffnung, dass aus der Ecke Unterstützung heranwächst eher kleiner den grösser geworden.
Meine Prognose: das Thema "Deutschkenntnisse" wird ein Nischenthema bleiben und die breite Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung für derartige Regulierungen nicht abnehmen.
Selbst wenn es die eigenen Staatsbürger trifft.
Schade, aber wohl nicht zu ändern.

Gruss,
Strike

*) Ich unterstelle einfach, dass jeder deutsche Ehepartner - bei entsprechend längerfristig geplantem Leben der Ehe in Deutschland - aus Eigeninteresse das schnelle Erlernen der deutschen Sprache unterstützt.
Ansonsten wäre eine hohe Flexibiltät und viel Geduld beim Begleiten zu irgendwelchen Terminen, Ämtern, Ärzten und Schulen unabdingbar.
Ärgerlich und schwierig für den deutschen Anteil in der Ehe, aber auch nicht gerade förderlich für das Selbstwertgefühl des ausländischen Ehepartners und damit unter Umständen "Erreger" für Spannungen.
 
Joerg_N

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Ich hatte mal aus Spass ein paar Arbeitskolleginnen
zu dem Thema befragt - alle relativ Weltoffen,

aber gerade diese Frauen befürworteten diese Sprachtest .

auch wenn der Ehemann deutscher ist fragte ich ,
natürlich meinten sie - hält ja nicht jede Ehe ewig,
und dann steht die Frau hier alleine und kann kein deutsch ,
also Schwierigkeiten mit Behörden und und und

anscheinend befürworten viele deutsche Frauen dies -
weil sie meinen mancher Ehemann , ob deutsch oder auslaender,
würde seine Frau von allein nicht dahingehend unterstützen.

ps. auch dass diese Sprachkenntnisse vorher erworben müssen
 
Lukchang

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Moin-moin Strike!

Topp! Und Du wirst es mir wohl glauben - meine Frau die vor 17 Jahren noch ohne A1 aber mit schon 3 Monaten Deutsch-Intensivkurs (fanden wir sebstverständlich damit sie hier nicht doof und nur auf mich angewiesen rumsteht!) herkam hat jetzt eine etwa gleichaltrige Thailänderin hier ein bisschen "unter die Fittiche" genommen. Der hat sie klargemacht wie wichtig es für deren Leben hier und die Partnerschaft mit deren Freund ist daß sie sich auf D verständigen kann ganz unabhängig von den Anforderungen der Ausländerbehörde. Nicht alle haben dieses Verständnis und Weitblick. Insofern sind wir den A1-Anforderungen nicht total abgeneigt. Daß die eigentlich greifen sollten gegenüber vielen ausländischen Mitbürgern hier die trotz langem Aufenthalt nicht wirklich in D angekommen sind ist eigentlich auch denkbar aber schwer durchsetzbar.

Meine Frau wird von anderen Thailänderinnen sehr oft gefragt, bei Behörden, Krankenkassen, Finanzamt etc. mitzukommmen und die Sachen regeln zu helfen. Sie sagt immer: ihr müßt besser Deutsch lernen ...

Bemühe dich doch mal ohne Englisch-Kenntnisse um Aufenthalt in den USA. Dürfte auch nicht easy sein. Ich käme nicht auf den Bolzen mich länger als auf Durchreise oder ggf touristisch in einem Land aufzuhalten in dem ich nicht wenigstens so weit mit der Sprache klarkomme daß ich mir nem Haarschnitt ordern könnte (und nicht KAHL rauskomme!) oder ne Zeitung oder ein Essen. Mit der Thai-Schrift bin ich am Ball ...

Den A1-Spezis vom Goethe-Institut in BKK trotzdem ins Gebetbuch: es geht um VERSTÄNDIGUNG und nicht um Korinthenkackerei ...

Mal sehen wie sich dieser Thread macht wünscht

Lukchang
 
kcwknarf

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Auch ich bin für einen Deutsch-Sprachkurs.
Ich musste erleben, wie Wolfgang Schäuble am Sonntag bei "Anne Will" sagte: "man frägt sich".
Das ist komplett falsches Deutsch und steht in keinem Duden. Jeder, der deutsch kann, weiß, dass es "man fragt sich" heißt.

Schäuble ist also nicht integriert und muss die Schulbank drücken. Aber sofort !!!
Und dieser Analphabet fordert Deutschkenntnisse von Ausländern. Pfui !!! Da kommt mir die Galle hoch.

Zum angesprochen Problem mit den langen Schlangen vor Schaltern. Verständliche Wut?
Nein!
Viel eher kommt es zu langen Schlangen, weil man auf Ämter muss. Warum gibt es nicht die Möglichkeit, alles online am PC zu erledigen? Da gibt es sogar Übersetzungsangebote in allen Sprachen der Welt.
Kein Schlangestehen, kein Deutsch lernen!

Deutschland hat zu viel Bürokratie. Das ist das Problem. Die Deutschen sind aber schon so abgestumpft, dass sie das gar nicht mehr sehen, wie Lemmlinge hinnehmen und schon aus Prinzip den Ausländern die Schuld geben. Und dafür habe ich kein Verständnis!

Ich bleibe daher dabei: WEG mit dem Zwangsdeutschtest! Ohne wenn und aber! Bis auf eine Ausnahme: Schäuble.
 
strike

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

kcwknarf" schrieb:
..................
Ich bleibe daher dabei: WEG mit dem Zwangsdeutschtest! Ohne wenn und aber! Bis auf eine Ausnahme: Schäuble.
Frank,
mir ging es nicht darum Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit des Zwangstestes erneut zu besprechen (==durchzukauen).
Noch einmal: ich bin weiter gegen dieses Gesetz.

Meine Intension war es etwas deutlicher zu machen, warum Deine, unsere Forderung in der weiten Bevölkerung nicht auf grosse Zustimmung trifft.
Diese Realität wahrzunehmen ist das eine, versuchen zu verstehen warum dies so ist, das andere.
Darum ging es mir.
Und nur darum.

Und da hat mir eigenes Erleben geholfen.
Was nicht heisst, dass ich meine eigene Haltung zu diesem Gesetz ändere.
Aber als unmittelbar Betroffener hatten, haben wir auch eine eigene Sicht.
Die sich aber eben deutlich von der der anderen unterscheidet.

Hier gilt es das gegensätzliche Verständnis als Ergebnis aus dem Erleben zu vergleichen.

Gruss,
Strike
 
kcwknarf

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

strike" schrieb:
Meine Intension war es etwas deutlicher zu machen, warum Deine, unsere Forderung in der weiten Bevölkerung nicht auf grosse Zustimmung trifft.
Ja, das ist mir schon klar.
Mir ist auch sehr wohl bewusst, dass die Mehrheit der Bevölkerung für Deutschtests ist, was man dann als demokratisch denkender Mensch ja eh akzeptieren muss.

Ich wollte aber vor allem darauf hinweisen, dass die Wut der wartenden Menge die Falschen trifft.

Und das sollte man halt der Menge begreiflich machen. Insofern ist mir die Ursache dieser Mehrheitsmeinung schon klar. Dazu muss ich ja nicht mal Beobachtungen bei anderen, sondern sogar bei mir selber feststellen. Wenn ich jemanden am Telefon habe, der mir etwas verkaufen will und der spricht nur gebrochen deutsch, dann sagt mir mein Unterbewusstsein: Stopp, das muss ein Verbrecher sein.
Dass dieses Denken falsch ist, weiß ich.

Aber es wird mir halt von meinem eigenen Körper suggeriert.
Und wenn ich mich von solchen Verführungen leiten lassen würde, wäre ich natürlich auch für einen Deutschtest. Ist ganz logisch. Sobald ich aber mein Gehirn einschalte, sagt mir mein Verstand, dass das falsch ist. Und das würde auch bei der Mehrheit des Volkes funktionieren. Im konkreten Fall muss man halt dem Volk verklickern, dass der Abbau der Bürokratie die Lösung bringen kann.
 
G

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Ich lebe am Stadtrand von Augsburg, mit einem Migrationsanteil von ueber 40 % und bei den Schulkindern bei weit ueber 50 % eine der detuschen Staedte mit dem hoechsten Auslaenderanteil.
Und auch ich bzw wir waren in letzter Zeit viel bei Behoerden und Aemtern.
Tut mir leid, kann eure Probleme und Bedenken nicht so ganz nachvollziehen.

Es hat ja auch niemand etwas dagegen, dass deutsch gelernt werden muss. Dies wurde unter der VErantwortung von schwarzer Politik viel zu lange verschlafen.
Und kaum gibt es sinnvolle Masnahmen werden die wieder einkassiert und voellig kontraproduktive Politik betrieben.

Und noch jeder, dem ich die Tatsachen ein bisserl erklaert hat hat das genauso gesehen, auch wenn er dem eher rechten Spektrum angehoert. Keiner, noch wirklich kein einziger hat es fuer gut befunden, dass das Zusammenleben von zwei Menschen von einem Test abhaengig sein soll.
Hier liegt einfach ein Informationsdefizit vor, und das ist bei der PR-Arbeit der REgierung dufrchaus Absicht.
 
KKC

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Fürstenfeldbruck/Khon Kaen
Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Ich bin absolut für einen Sprachtest (über den Inhalt kann man diskutieren), denn es kann nicht angehen, das Leute die Absicht haben hier zu leben und dann nicht mal in der Lage sind sich hier eingermassen zu bewegen.
Ich bin auch der Meinung, das nur schnelle (und wenn nötig gewissermassen erzwungene) Deutschkenntnisse eine Integration in Deutschland ermöglichen. Ansonsten werden sich Ghettobildungen/Parallelgesellschaften hier weiter fortsetzen (siehe Türken, Russlanddeutsche, Chinesen, etc).

Daher verschärfe ich die Forderung und bin der Meinung, das jeder in Deutschland lebende Ausländer einen Deutschtest absolviert haben muß (also auch die hier schon jahrelang lebenden Ausländer).
Gruß
 
A

antibes

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Trotzdem hat Strike hier einen Aspekt aufgeführt, der in diesem Forum durch eine gewisse "Parteiigkeit" untergeht. Wenn man eine breite Ablehnung zu dieser Handhabung haben möchte, muß man Überzeugungsarbeit leisten. Einen anteil davon haben auch die Migranten zu erfüllen.

Inzwischen bin ich auch gegen dieses Gesetz, allerdings in Verbindung konsequenter Verfolgung von Missbrauch.

Diesen Missbrauch sehe ich, und so wahrscheinlich auch der Großteil der Bevölkerung ohen Thaibezug, alltäglich in Leipzig. Weiter möchte ich diese Problematik nicht ausführen.
 
strike

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Extranjero" schrieb:
...............
Und noch jeder, dem ich die Tatsachen ein bisserl erklaert hat hat das [highlight=yellow:e73881ec4a]genauso gesehen[/highlight:e73881ec4a], auch wenn er dem eher rechten Spektrum angehoert. Keiner, noch wirklich [highlight=yellow:e73881ec4a]kein einziger[/highlight:e73881ec4a] hat es fuer gut befunden, dass das Zusammenleben von zwei Menschen von einem Test abhaengig sein soll.
...............
Du Glücklicher ;-)
Hier erlebe ich selbst bei Leuten, die ich den SPD-Linken zurechne, reservierte Zurückhaltung bei diesem Thema.

Leider habe ich mich wohl doch zu unklar ausgedrückt:
ich wollte weder die eine noch die andere Meinung besser machen.
Es war ein Erklärungsversuch warum es diese Abwehrhaltung in der breiten Bevölkerung ( zumindestens nehme ich eine solche hier wahr ) gibt.

Und ein letztes Mal:
ich bin trotz der Überlegungen und Erfahrungen nicht zum plötzlichen Freund dieses Gesetzes und der praktizierten Umsetzung geworden.
Und behaupte weiterhin, dass in deutsch-ausländischen Beziehungen gelebte Selbstverantwortung eine Steuerung durch den Staat überflüssig macht.
Schon deshalb, weil ja zumindestens ein Eheteil Deutsch kann.
Und der andere Eheteil von sich aus begriffen hat, dass es ihm selbst weiterhelfen wird.
Siehe das Beispiel von Lukchang.

Den Wunsch von Sprachkenntnissen bei rein nichtdeutschen Ehen durch den Gesetzgebers kann ich schon nachvollziehen.
Zwang halte ich allerdings nie für eine gute Wahl.

Gruss,
Strike
 
Joerg_N

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

das Thema wird ja schon wieder von eineigen verfehlt -
kommt dann immer das gleiche bei raus - genau wie bei den Politikthreads
 
kcwknarf

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

KKC" schrieb:
Ansonsten werden sich Ghettobildungen/Parallelgesellschaften hier weiter fortsetzen (siehe Türken, Russlanddeutsche, Chinesen, etc).
Das ist übrigens auch ein Grund, warum die meisten Deutschen wohl auf Deutschkenntnisse bestehen.
Das Märchen von den bölsen Ghettos.

Hier sollte man sich fragen, woher die Ängste kommen.
Die wenigsten werden je so ein "Ghetto" betreten haben, am allerwenigstens die wohl stärksten Befürwortern von den Grashügeln im oberbayerischen Hochland.

Bangkok, San Francisco, Kapstadt und viele andere Orte der Welt leben vom Tourismus, den nicht zuletzt ihr Ghetto, die Chinatown, anlockt. Und Deutsche wollen diesen Tourismusmagneten abschaffen. Und dann über die hohe Arbeitslosigkeit jammern.... Unfassbar!

Es liegt in der Tat an der Aufklärungsarbeit. Die Propaganda hat voll eingeschlagen. Man muss den Bürger die Ängste nehmen. Wenn jemand nicht mittendrin wohnt, kann es einem doch völlig egal sein, ob im Nachbarstadtteil Türken oder der heilige Geist wohnt.

Diese völlig unbegründeten Ängste, Desinformationen und Vorurteile müssen weg. Und es ist natürlich auch richtig, dass die Migranten dabei helfen können, z.B. indem sie den Deutschen kostenlose Türkischkurse anbieten.

Und wenn man dann noch aus den Ghettos Touristenattraktionen (z.B. auch für Deutsche) macht, dann ist alles in Ordnung. Ich hätte da jede Menge Ideen, wodurch auch die Bewohner zu Arbeit kämen. Aber Deutschland ist in Sachen Tourismus leider auf 3.Welt-Niveau. Dabei steckt da soviel Potential drin. Natürlich müssen dann alle englisch lernen, denn mit Deutsch kommt man bei amerikanischen und asiatischen Touris nicht weit.
 
rübe

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

kcwknarf" schrieb:
Ich musste erleben, wie Wolfgang Schäuble am Sonntag bei "Anne Will" sagte: "man frägt sich".
Das ist komplett falsches Deutsch und steht in keinem Duden. Jeder, der deutsch kann, weiß, dass es "man fragt sich" heißt.
in meinem duden (ausgabe 2000) steht es sehr wohl als mögliche verbform von "fragen" drin....man kann sowohl "fragt" als auch "frägt" sagen...es fragt sich, wer hier mal einen deutsch-kurs machen sollte :rolleyes:
 
waanjai_2

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Udon Thani
Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Ich finde es richtig und wichtig, die Verständnislosigkeit der allg. Bevölkerung zu erkunden. Wie soll ich sie ändern, wenn ich sie nicht richtig verstehe. Mehr Verständnis für diese real existierende Verständnislosigkeit ist also ein wesentlicher erster Schritt für die Ausrichtung der kritischen Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Regelungen.

Ein wenig schade finde ich jedoch die völlige Ausklammerung der Organisationsdefizite der Betroffenen. Oder anders herum gefragt: Gibt es inzwischen den Weg durch die Instanzen, den Weg zum Bundesverfassungsgericht?

Sollen uns die Vorfahren der Gewerkschaftsbewegung erzählen, was alles erforderlich ist, um den Egoismus einzelner Betroffener zu überwinden? Die hier zwar klagen und lamentieren, sich aber ab dem Termin des Bestehens der Sprachprüfung durch ihre Süße, der Forderung nach solidarischem Verhalten nonchalant entziehen?

In dieser Suche nach Verständnis gehört die Suche nach unseren eigenen Defiziten auch dazu. So meine ich. Sonst bleibt es auf ewig bei den Klagemauern.
 
KKC

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Fürstenfeldbruck/Khon Kaen
Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

kcwknarf" schrieb:
KKC" schrieb:
Ansonsten werden sich Ghettobildungen/Parallelgesellschaften hier weiter fortsetzen (siehe Türken, Russlanddeutsche, Chinesen, etc).
Das ist übrigens auch ein Grund, warum die meisten Deutschen wohl auf Deutschkenntnisse bestehen.
Das Märchen von den bölsen Ghettos.

...
...

Es liegt in der Tat an der Aufklärungsarbeit. Die Propaganda hat voll eingeschlagen. Man muss den Bürger die Ängste nehmen. Wenn jemand nicht mittendrin wohnt, kann es einem doch völlig egal sein, ob im Nachbarstadtteil Türken oder der heilige Geist wohnt.

Diese völlig unbegründeten Ängste, Desinformationen und Vorurteile müssen weg. Und es ist natürlich auch richtig, dass die Migranten dabei helfen können, z.B. indem sie den Deutschen kostenlose Türkischkurse anbieten.

Und wenn man dann noch aus den Ghettos Touristenattraktionen (z.B. auch für Deutsche) macht, dann ist alles in Ordnung. Ich hätte da jede Menge Ideen, wodurch auch die Bewohner zu Arbeit kämen. Aber Deutschland ist in Sachen Tourismus leider auf 3.Welt-Niveau. Dabei steckt da soviel Potential drin. Natürlich müssen dann alle englisch lernen, denn mit Deutsch kommt man bei amerikanischen und asiatischen Touris nicht weit.
Nicht das wir uns missverstehen, ich bin nicht gegen Migranten (in unseren Freundeskreis sind Türken, Italiener, Vietnamesen; und die können alle ein prima Deutsch) sondern bin der Meinung daß, wenn sich jemand in einem anderen Land niederlässt, er sich auch integrieren soll. Dazu sind Sprachkenntnisse des Gastlandes die allererste Voraussetzung. Das heisst aber auch nicht das derjenige jetzt seiner Kultur abschwören muß.

Das gilt doch im übrigen genauso für den Farang, der nach Thailand kommt und erwartet das die Thais mit ihm Deutsch reden.

Im übrigen kenne ich in Deutschland keine 'Ausländerviertel' (ich möchte das Wort Getto besser vermeiden), die so attraktiv sind das diese Touristen anziehen.
Und das Deutschland bzgl. Tourismus auf einem 3.Weltniveau sein soll gehört wohl auch eher zu Deiner häufig hier geposteten Traumwelt.
 
W

Woper

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Hallo,
ich hoffe in den nächsten Wochen in eigener Sache das Ziel zu erreichen.
Meine Frau hat letzten Monat beim 2.ten Anlauf den A1 beim GI Bkk bestanden. Wenn ich jetzt beurteilen soll , was 5 Monate Deutschkurs im Ausland gebracht haben, fehlen mir die Worte.
Hätte meine Frau stattdessen eine Sprachschule in Deutschland besucht, könnte sie jetzt deutsch sprechen.
Der Sprachkurs ist zwar um einiges teurer in D, aber das Ergebnis rechtfertigt den Preis.
Aber zurück zum Thema:
Ich arbeite überwiegend in Hamburg, wohne aber im Umland.
Es gibt Stadtteile z.B. Wilhelmsburg, dort beträgt der Ausländeranteil mindestens 80%. Dort leben seit zig Jahren ausländische Frauen in den Familien, die kaum ein Wort deutsch sprechen und dies auch von den Männern nicht gewünscht wird.
Hier gibt es gar keine andere Möglichkeit, als Zwang durch den Gesetzgeber.
Das trifft aber nicht auf verantwortungsbewußte Männer oder Frauen zu, die ausländische Partner nach D holen, um hier längere Zeit zu leben. Da ist es doch selbstverständlich, die Landessprache zu erlernen.
Die Mehrheit der Bevölkerung nimmt dieses Thema aber nur dann war, wenn es mit dem Problem konfrontiert wird.
Ich bin aus rein rationellen Gründen für Deutschkurse in D, wenn nach Ablauf einer Frist nicht erledigt, keine Verlängerung des Aufenthaltes.

Gruß
Woper
 
Pee Niko

Pee Niko

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

strike" schrieb:
[...] einzigster [...]
Ahem, sorry ;-D ;-D

[...] das Anspruchsdenken von Teilen der Gäste dieses Landes realisiert, dann wird schon einiges klarer.
[...]
IMO ist der eigentliche "Störfaktor" weniger bei den Gästen, sondern eher bei den Gastgebern zu suchen.
Gerade auf Ämtern, die mit Ausländern zu tun haben, fiel mir immer wieder auf, dass der Auskunft erteilende Beamte keinen Jota von seinem Amtsvokabular abwich; lediglich Sprachgeschwindigkeit und Lautstärke änderten sich.

Die Forderung nach ausreichenden Sprachkenntnissen besteht mit Sicherheit zu recht, aber sie sollte dem Ausländer zum Vorteil reichen und nicht der Kommunikatios-Bequemlichkeit der Muttersprachler dienen.

Wenn ich den Vergleich heranziehe, mit welcher Engelsgeduld uns hier in Brasilien über Sprachbarrieren geholfen wird, dann sehe ich das deutsche Verlangen nach guten Sprachkenntnissen wesentlich differenzierter, sogar eine Spur unverschämt.

Übrigens, jeder von uns, dem es so sehr nach Sprache verlangt, darf einmal in sich gehen und sich fragen, wieviele Sprachen er selbst beherrscht.
Die bei den meisten Membern sehr guten Englischkenntnisse (... ich kann auf Englisch Zeitung lesen, jawoll...) lassen wir mal aussen vor.
 
L

Luftretter

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

strike" schrieb:
Und der andere Eheteil von sich aus begriffen hat, dass es ihm selbst weiterhelfen wird.
Leider haben das noch nicht alle deutschen Ehepartner begriffen.
Bei meiner Frau (die heute übrigens die A2-Prüfung bestanden hat :bravo: ) war zu Beginn des Kurses eine Thaifrau dabei, die seit 4 Jahren hier lebt.

Die ging erst zum Deutschkurs als sie die Verpflichtung vom AA bekam.
Zuhause unterhält sich Ihr Mann mit ihr immer noch in (einem grauenhaften u. falschen) Englisch.
Habe mich mit ihm darüber unterhalten, er sah auch keine Notwendigkeit, das Sie deutsch lernt, da sie -nach seiner Meinung- die Prüfung eh nicht besteht.
Die Gute ist nicht alphabetisiert und wurde deshalb in einen anderen Kurs gesteckt, in dem sie nun mühevoll das Alphabet lernt.

Ich habe aber nicht den Eindruck, das sie von Ihrem Mann tatkräftlig unterstüzt wird - aber Hauptsache das leckere Thaiessen steht pünktlich auf dem Tisch... :kopfhau:

Um Misstverständnisse vorzubeugen:
diesen A1-Zwangs-Deutschkurs in BKK (der im übrigen nichts bringt-ausser Geld in die Kassen vom Goethe-Institut) halte ich weiterhin für Sinnlos.

Der Integrationskurs hier macht hingegen mehr Sinn.
Und der sollte auch für die Zuwanderer aus dem Osten, die in den letzten 15 Jahren wie die Hunnen hier eingefallen sind- noch nachträglich sofort zur Pflicht gemacht werden.
Andernfalls sofortige Rückzahlung der erschlichenen staatlichen Leistungen oder ab zurück hinter den Ural... ;-D
 
L

Luftretter

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Pee Niko" schrieb:
Wenn ich den Vergleich heranziehe, mit welcher Engelsgeduld uns hier in Brasilien über Sprachbarrieren geholfen wird, dann sehe ich das deutsche Verlangen nach guten Sprachkenntnissen wesentlich differenzierter, sogar eine Spur unverschämt.
Das ist bewundernswert, aber ich glaube in Brasilien ist es nicht so einfach in´s Land zu kommen und es sich erst mal jahrelang im staatlichen sozialen Netz gemütlich zu machen.
Ich könnte mir vorstellen, das es in Brasilien den Staat nicht interessiert, ob der Zuwanderer -der die Sprache nicht spricht- etwas zu beissen und ein Dach über´m Kopf hat, oder nicht.

Oder liege ich da falsch... :nixweiss:
 
strike

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Re: Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?

Pee Niko" schrieb:
.........
Gerade auf Ämtern, die mit Ausländern zu tun haben, fiel mir immer wieder auf, dass der Auskunft erteilende Beamte keinen Jota von seinem Amtsvokabular abwich; lediglich Sprachgeschwindigkeit und Lautstärke änderten sich.
........
Hallo Pee Niko,
genau dies war in diesen Fällen - möglicherweise zufällig - anders.
Ich war ziemlich erstaunt mit welcher Ausdauer die Dinge erklärt wurden.
Beim Ausfüllen bestimmter Anträge tue ich mich schon schwer.
Umso beeindruckender der geduldige Versuch der Behördenmitarbeiter - die übrigens in zwei Fällen keine geborenen Deutschen waren - zu helfen.

Aber sei es drum, sicher gibt es auch an der Stelle Optimierungspotential ;-)

Gruss,
Strike
 
Thema:

Deutschkenntnisse. Verständnis für Verständnislosigkeit?!

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