In diesem Zusammenhang fällt mir zu dir leider nur der Begriff 2Pharisäer2 ein, lieber Socrates.
Der Normalbürger, der 40 Stunden und mehr arbeitet, soll noch stärker zur Kasse gebeten werden um die Familien mit Kindern zu unterstützen, während Besserverdiener wie du, die sich teure Steuerberater leisten können (die sie dann auch noch von der Steuer absetzen),deutlich weniger an Steuern im Jahr zahlen. Merkst du eigentlich noch wie krank deine Aussage ist? Liegt allerdings auch am kranken System das wir in Deutschland haben. Nur würde ich dann an deiner Stelle genießen und schweigen und nicht auf der Splittingtabelle rumhacken.
Die sogenannte "Bierdeckel Steuererklärung" hat schon was. Wäre sicherlich auch füe Steuerberater wie Chak von Nachteil, aber würde verhindern das dieses ausufernde Abschreibungssytem endlich aufhört. Könnte mir vorstellen das dadurch deutlich mehr Geld zusammen kommt als mit der Abschafung der Splittingtabelle inkl. der Einsparung von Personal bei den Finanzämtern.
Progression aufheben muss sicherlich nicht unbedingt sein, aber die Beseitigung der kalten Progression wäre sicherlich schon mal ein guter Schritt.
Du reitest darauf rum, dass das was du tust Unternehmertum ist. Warum soll den eine Familie steuerlich schlechter berhandelt werden als ein Unternehmen?
Familien, speziell die mit Kindern, könnten schon deutlich entlastet werden wenn sie z. B. nicht die überhöhten Energiekosten zahlen müssten damit die Unternehmer schön subventioniert werden können. Da gibt sich doch ein Schildbürgerstreich die Hand mit dem nächsten.
Ich kann Deine Sicht sehr gut nachvollziehen. Dennoch vergleichst Du Äpfel mit Birnen...
Zum einen kann jeder ein Unternehmen gründen... und investieren. Als ich mit 23 Jahren mit meiner Selbstständigkeit begann, hatte ich mehr Schulden als Haare auf dem Kopf... es gab eine Institution des Handwerks (Kreditgarantiegemeinschaft), die mein Konzept akzeptierten und für meine Schulden bürgten. Dafür bezahlte ich eine nicht gerade geringe Gebühr.
Es stellt sich die Frage, weshalb machen das nicht mehr... die Antworten sind vielfältig, doch im Wesentlichen hat keiner Lust über viele Jahre 18 Stundentage ab zu leisten, keinen Urlaub zu haben und das verdiente und versteuerte Geld in seine eigene Firma zu reinvestieren....
Hinzu kommt, dass nur sehr Wenige, wenn sie nicht schon von zu Hause die Basis mitbekommen haben (z.B. elterlichen Betrieb) dieses Risiko eingehen wollen....
Ich hatte ca. 15 Jahre lang sehr viele schlaflose Nächte, als ich ein Unternehmen nach dem anderen gründete und alles was ich hatte als Sicherheiten verpfändet war.... zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch eine Frau und 3 Kinder zu versorgen...
Dieses unternehmerische Risiko und dass ich meine Kohle in die Produktivität der Wirtschaft und nicht in irgendwelchen Hegde Fonds investiere, gleicht der Staat in verschiedenen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten aus. Im wesentlichen sind dies Abschreibungen für investiertes Kapital... und diese Abschreibung für Abnutzung (z.B. Maschinenkauf) dient dazu, dass der Unternehmer einen kleinen Teil des Kapitals durch diese Abschreibung zurück erhält, um damit wieder investieren zu können....
Damit habe ich unter dem Strich bis heute weniger als jeder Beamte im mittleren Dienst zur Verfügung, weil mein gesamtes Kapital investiert ist.... gleichzeitig müssen von den Einnahmen Kredite getilt werden... dieses Geld steht zwar nicht zur Verfügung, wird jedoch als Gewinn betrachtet und muss entsprechend versteuert werden...
Diese Gestaltungsmöglichkeiten haben zu allererst den Sinn, die Wirtschaft am Laufen zu halten... und wer bereit ist, sich krumm zu machen und mit Verstand investiert, kann sich etwas aufbauen...
Wenn ich also nur wenige oder keine Steuern bezahle, dann deshalb, weil ich mehr investiert habe, als ich verdiene...
Doch irgendwann und das wird bei mir in 2 Jahren soweit sein, wird es aufgrund meiner Lebensplanung in Deutschland keine Investitionen mehr geben... und dann kommt die grosse Keule und ich werde ein vielfaches mehr an Steuern bezahlen, wie die meisten.
Was mich geprägt hat, war die Zeit, als ich meine 3 Kinder über 6 Jahre lang alleine erzogen habe...
Deshalb sehe ich nicht ein, weshalb Paare ohne Kinder einen steuerlichen Vorteil haben sollen und Alleinerziehende oder Paare mit Kindern Angst um ihre wirtschftliche Existenz haben müssen...
Damals wäre ich um jeden Cent froh gewesen, den es heute für die Kinder gibt....