J-M-F" said:
dann kommt noch der schwarzrostpilz ug 99 der, so sieht es aus, für eine um 35 % reduzierte ernte (diese rate muss aber von jahr zu jahr nach oben angepasst werden) in den betroffenen gebieten führen wird. gegen diesen rost helfen nur teure fungiziede die den weizenpreis um ein mehrfaches verteuern!!
Das mag stimmen, aber diese Informationen sind öffentlich zugänglich und in einem einigermassen eiffizienten Markt sind alle öffentlichen Informationen schon im Preis inbegriffen. D.h., wenn bekannt ist, dass wegen Pilzen o.ä. das Angebot in Zukunft verknappt werden wird, dann werden die Marktteilnehmer schon heute viel einkaufen, um von den Preissteigerungen zu profitieren - die Folge davon ist, dass die Preise schon heute steigen. Das hat zur Folge, dass auf Finanzmärkten die Preise "Martingale" sind, d.h. die beste Schätzung für den Preis morgen ist der heutige Preis. Der Preis von morgen ist also der Preis heute
+- eine Zufallszahl (Innovation), welche durch NEUE und unvorhergesehen Informationen bestimmt wird. Von daher weiss niemand, ob die Preise wirklich steigen werden.
Wenn z.B. China oder Indien plötzlich von einer Rezession getroffen wird, dann sinkt die Nachfrage nach Rohstoffen. Da China und Indien für viele Rohstoffe sog. "Swing-Producer" sind, verstärkt den Effekt. Swing-Producer sind Länder, die selber einen Rohstoff "produzieren", in guten Zeiten aber zusätzlich importieren. Sobald die Wirtschaft abkühlt, werden sie zu Exporteuren, was den Weltmarktpreis doppelt beeinflusst.
Sollte China plötzlich ein "Hard-Landing" hinlegen, dann würde die Nachfrage nach Milch/Fleisch/Brot etc. deutlich nachlassen und der Getreidepreis deutlich sinken.
IMHO ist bei Commodities wichtig zu beachten, dass sie zwar einen guten Inflationsschuz und Diversifikation für ein Portfolio bieten, aber auch Commodities sind kein Zaubermittel, das immer gute Renditen bringt - was hoch geht, kommt auch wieder runter. Zudem werfen Commodities keine Zinsen/Dividenden ab und z.B. beim Gold zeigt sich, dass die Preiszyklen sehr lang sind, d.h. wenn Gold mal abstürzt, muss man u.U. deutlich länger als bei Aktien o.ä. warten, bis es sich erholt hat.
Bei Reis und anderen Lebensmittel ist wichtig zu beachten, dass sie physisch (im Gegensatz zu Gold/Öl etc)nur eingeschränkt lagerbar sind. Reis z.B. verliert stark an Qualität (und Wert), wenn er lange gelagert wird. Falls die Preise wider Erwarten einbrechen, wird es für die "Hamster" sehr ungemütlich, weil sie die Baisse nicht einfach "aussitzen" können - irgendwann müssen sie verkaufen, weil der Reis sonst verdirbt bzw. so stark an Qualität einbüsst, dass er nicht mehr zu einem vernünftigen Preis verkauft werden kann.